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Von Journalisten und Diplomaten

Die Entdeckung der Presse für die Außenpolitik in Preußen und Österreich 1849–1879

Feldmann, Dominik

Historische Forschungen, Vol. 110

(2016)

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About The Author

Dominik Feldmann studierte von 2006 bis 2010 Neuere und Neueste Geschichte, Neuere Deutsche Literaturwissenschaft und Soziologie an der Universität Augsburg. 2015 wurde er dort im Fachbereich Neuere und Neueste Geschichte promoviert. Zwischen 2010 und 2013 arbeitete er als Lehrbeauftragter an der Universität Augsburg sowie als freier Mitarbeiter für die Zeitschrift »G/Geschichte«. Er ist Stipendiat des Deutschen Akademischen Austauschdienstes sowie des Elitenetzwerks Bayern. 2013 fand er seinen jetzigen Wirkungskreis im Stadtarchiv Augsburg.

Abstract

In der seit dem ausgehenden 18. Jahrhundert immer größer werdenden Öffentlichkeit entwickelte sich die Presse in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu einem machtpolitischen Instrument. Dieses neue Medium versuchten die Regierungen von Preußen und Österreich für ihr politisches Handeln zu nutzen, insbesondere während ihrer Auseinandersetzung um die Vormachtstellung in Deutschland zwischen 1849 und 1871.

Beide Regierungen bauten nach der Revolution 1848 systematisch Strukturen auf, um auf die Presse einzuwirken. Anstatt zu zensieren, war es nun wichtiger Journalisten und Zeitungen für sich zu gewinnen und die eigenen politischen Ansichten öffentlich kursieren zu lassen. Diese Pressepolitik entwickelte sich zu einem neuen, aber unbekannten machtpolitischen Faktor in der Außenpolitik. Er veränderte die diplomatischen Spielregeln und entlud sich in diplomatischen Spannungen. Erst mit Gründung des Deutschen Reiches beruhigte sich die Lage. Statt eines Konfliktes warben die beiden Staaten öffentlich für eine Annäherung zueinander, die schließlich im Zweibund von 1879 mündete.
»About Journalists and Diplomats«

After the revolution in 1848 Prussia and Austria strived for international predominance and began systematically to use the press to strengthen their political position. During the following years and with a view to the foreign policy of both countries this new way of using the press became an important and powerful parameter. As a result the diplomatic rules changed and diplomatical tensions arised. Only the formation of the German Empire changed this situation, so that both countries could approach each other socially in a new way.

Table of Contents

Section Title Page Action Price
Vorwort 5
Inhaltsverzeichnis 7
A. Einleitung 9
B. Die Entwicklung von Presse und Staat im 19. Jahrhundert 26
I. Der Ausbau des Pressemarktes 26
1. Verbesserung der Kommunikationsmöglichkeiten durch technischen Fortschritt 26
2. Veränderung und Ausbau von Zeitungen und der Zeitungslandschaft 29
3. Die Entstehung des Journalistenberufs und seine Wahrnehmung durch Politiker 32
II. Liberalisierung der repressiven Pressegesetzgebung im 19. Jahrhundert 36
III. Die ersten Ansätze zur Beeinflussung der Presse bis 1848 40
1. Von Friedrich dem Großen bis zum Wiener Kongress 40
2. Vom System Metternich bis zum Vormärz 43
C. Beginn der institutionalisierten und aktiven Pressepolitik in Deutschland 1848 bis 1859 47
I. Neues Verständnis von Pressepolitik und ihre Institutionalisierung 47
1. Die Revolution von 1848/49 als Beginn einer neuen Öffentlichkeit 47
2. Institutionalisierung neuer pressepolitischer Methoden in Österreich 1848 bis 1859 50
3. Institutionalisierung neuer pressepolitischer Methoden in Preußen 1848 bis 1859 64
II. Ein erstes Antesten: Pressepolitik als Mittel der Diplomatie 1849 bis 1859 74
1. Zaghafte pressepolitische Aktivitäten 1849 bis 1853 74
2. Der erste pressepolitische Ernstfall: Der Krimkrieg 86
3. Die Diskussionen um die Bundesreformfrage 1854 bis 1859 95
4. Den „Rhein am Po“ verteidigen. Österreichs pressepolitische Versuche während des Sardinischen Krieges 1859 100
III. Zehn Jahre aktive Pressepolitik – Eine kurze Zwischenbilanz 106
D. Pressepolitische Eskalation und die Lösung der Deutschen Frage 1859 bis 1866 109
I. Gescheiterte Reformversuche: Presseorganisation von der „Neuen Ära“ bis zur Lösung der Deutschen Frage 109
1. Unzufriedenheit mit dem Erzielten: Umstrukturierungen und Reformen in Österreich 109
2. Von der „Neuen Ära“ zur Pressepolitik Bismarcks 117
II. Pressepolitische Eskalation zwischen 1860 und 1866 126
1. Wiederaufflammen der Bundesreformfrage 1860 bis 1865 126
2. Presse als Mittel zur Forcierung eines Krieges? Der öffentliche Kampf in und um Schleswig-Holstein 1865 bis 1866 139
E. Nach der Deutschen Frage: Vom offenen Konflikt zum öffentlichen Bündnis 159
I. Kleine Veränderungen in Preußen, große in Österreich: Die endgültige Verortung der Organisationsstrukturen in den Außenministerien 1867 bis 1879 160
II. Arbeit im Staatsdienst. Journalisten und ihre Kontakte zu den Presseleitungen 167
III. Das Ende der Deutschen Frage als Beginn neuer Konflikte 1867 bis 1870 175
1. Gescheiterte pressepolitische Versuche in Süddeutschland 1867 bis 1870 175
2. Frankreich im Fokus preußischer und österreichischer Pressepolitik 181
3. Die Frage nach Geheimdiplomatie und Publizität: Der Konflikt um das Rothbuch 191
IV. Die Wende: Vom Kontrahenten zum (fast) öffentlichen Bündnisvertrag 204
F. 30 Jahre Pressepolitik – Ein Resümee 221
Literatur- und Quellenverzeichnis 234
Archivalische Quellen 234
Gedruckte Quellen 235
Verwendete Zeitungen der jeweiligen Jahrgänge 1849 bis 1879 236
Literatur 236
Sachwortverzeichnis 248