Menu Expand

Präventionsarbeit im sozialen Brennpunkt

Neue Methoden der Gewalt- und Kriminalprävention bei Jugendlichen am Beispiel der Stadt Dietzenbach

Rienhoff, Jannik

Kriminologische und sanktionenrechtliche Forschungen, Vol. 18

(2016)

Additional Information

Book Details

Pricing

About The Author

Jannik Rienhoff hat Rechtswissenschaften und Politikwissenschaft in Marburg studiert und zu Kampfsport in der Kriminal- und Gewaltprävention an der Universität Gießen promoviert. Rienhoff ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Marburg und der Universität Mainz. Seine Forschungsschwerpunkte liegen im Strafrecht und im Sicherheitsrecht, vor allem bezogen auf Präventionsarbeit und Terrorismus. Hinzu kommt eine kritische Analyse aktueller Kriminal- und Rechtspolitik. Er hat zu verschiedenen Themen publiziert, z.B. zu Jugendkriminalität, zu sogenannten staatsgefährdenden Delikten und zu Antidiskriminierungsrechten, aber auch zu popkulturellen Themen wie Strafrecht im Film.

Abstract

Eine zentrale Mitursache für jugendliche (Gewalt-)Kriminalität liegt in dem impulsiven und unreflektierten Verhalten überforderter und mitunter frustrierter Jugendlicher. Gegenstand der Untersuchung ist ein Kurs, in dem Jugendliche die Kampfkunst Taijiquan trainieren und der genau hier ansetzen will. Der Kurs geht einen Sonderweg im Rahmen der Prävention durch Sport. Es geht nicht ums Auspowern oder Disziplinieren, sondern um innere Einkehr und Reflexion. Bei der Evaluation wird nachgewiesen, dass er eine Förderung der Sozialen Kompetenz und eine Verringerung der Aggressivität zur Folge hat. Außerdem fördert er ein reflektiertes Handeln und wirkt damit kriminalpräventiv. Die Ergebnisse stammen aus quantitativen Daten und qualitativen Interviews. Für die Entwicklung des Forschungsdesigns wurde eine interdisziplinäre Herangehensweise gewählt. Die kriminalpolitische Bewertung des Kurses beruht auf einer kritischen Analyse von Jugendkriminalität sowie Sicherheit und Prävention.»Crime Prevention in Deprived Areas«

One of the reasons for juvenile violence and delinquency is the impulsive behaviour and the overstraining and frustration of young people. One new method to prevent crime is the Taijiquan-class in Dietzenbach. Taijiquan means reflection and contemplation and is not aimed at disciplining like other projects. The evaluation combines analysis and rating, including a critical view on crime, prevention programs and the public dialogue about security.

Table of Contents

Section Title Page Action Price
Inhaltsverzeichnis 7
Tabellenverzeichnis 13
Tabelle 1: Maßstäbe nach Düsseldorfer Gutachten und Sherman-Report 18
Tabelle 2: Entwicklung von Fällen, EinwohnerInnen und Häufigkeitszahlen 2003 bis 2013 62
Tabelle 3: Art der Delikte in Dietzenbach 2009 bis 2013 64
Tabelle 4: Art der Delikte und Anzahl der nicht-deutschen Tatverdächtige 2012 und 2013 im Spessartviertel 65
Tabelle 5: Straftaten nach Alter, Dietzenbach 2013 66
Tabelle 6: Tatverdächtige und Geschlecht, getrennt in Altersgruppen, Dietzenbach 2013 67
Tabelle 7: Häufigkeitszahlen Dietzenbach, Hessen und Deutschland 69
Tabelle 8: Grundmuster des Experimentaldesigns 153
Tabelle 9: Items und Variablen 159
Tabelle 10: Leitfragen Kurs A 167
Tabelle 11: Leitfragen Kurs B 168
Tabelle 12: Faktorenmatrix für Konstrukt 1 (Item 3-9) und Konstrukt 2 (Item 3, 5-9) 177
Tabelle 13: Richtwerte 178
Tabelle 14: Korrelationen der Items 180
Tabelle 15: Vergleich LehrerInnen und Trainer 182
Tabelle 16: Einstufung 184
Tabelle 17: Einstufung Innersubjektkontraste 184
Tabelle 18: Selbstbewusstsein / LehrerInnen 185
Tabelle 19: Innersubjektkontraste 186
Tabelle 20: Selbstbewusstsein / Trainer 1 187
Tabelle 21: Innersubjektkontraste 187
Tabelle 22: Selbstbewusstsein / Trainer 2 188
Tabelle 23: Innersubjektkontraste 188
Tabelle 24: Selbstbewusstsein / Gesamt 189
Tabelle 25: Innersubjektkontraste 189
Tabelle 26: Aggressivität / LehrerInnen 191
Tabelle 27: Innersubjektkontraste 191
Tabelle 28: Aggressivität / Trainer 1 192
Tabelle 29: Innersubjektkontraste 192
Tabelle 30: Aggressivität / Trainer 2 193
Tabelle 31: Innersubjektkontraste 193
Tabelle 32: Aggressivität / Gesamt 194
Tabelle 33: Innersubjektkontraste 194
Tabelle 34: Konstrukt 2 / LehrerInnen 196
Tabelle 35: Innersubjektkontraste 196
Tabelle 36: Konstrukt 2 / Trainer 1 197
Tabelle 37: Innersubjektkontraste 198
Tabelle 38: Konstrukt 2 / Trainer 2 198
Tabelle 39: Innersubjektkontraste 199
Tabelle 40: Konstrukt 2 / Gesamt 200
Tabelle 41: Innersubjektkontraste 200
Abbildungsverzeichnis 15
Abbildung 1: Tatverdächtigenbelastung Deutscher nach Alter und Geschlecht (Stand: 2014) 28
Abbildung 2: Vergleich Wohnbevölkerung und registrierte Tatverdächtige nach Alter (Stand: 2014) 29
Abbildung 3: Altersverlauf und Kriminalität anhand der TVBZ für Deutsche 2014 der PKS 41
Abbildung 4: Blick auf den sozialen Brennpunkt Spessartviertel, 2014 61
Abbildung 5: Fälle und Häufigkeitszahlen für Dietzenbach 2003 bis 2013 63
Abbildung 6: Art der Delikte in Dietzenbach 2009 bis 2013 64
Abbildung 7: Häufigkeitszahlen verschiedener Gemeinden im Vergleich 68
Abbildung 8: Häufigkeitszahlen Dietzenbach, Hessen und Deutschland 69
Abbildung 9: SchülerInnen des Kurses B bei der Schwertform 141
Abbildung 10: SchülerInnen des Kurses B bei der Meditation 145
Abbildung 11: Ablauf Kriminalprävention 149
Abbildung 12: Ablauf der Evaluation 150
Abbildung 13: Ablauf der Interpretation 170
Abbildung 14: Screeplot Faktorenmatrix 177
Abbildung 15: Screeplot Selbstbewusstsein / LehrerInnen 186
Abbildung 16: Screeplot Selbstbewusstsein / Gesamt 190
Abbildung 17: Screeplot Aggressivität / LehrerInnen 192
Abbildung 18: Screeplot Aggressivität / Gesamt 195
Abbildung 19: Screeplot Konstrukt 2 / LehrerInnen 197
Abbildung 20: Screeplot Konstrukt 2 / Gesamt 201
A. Einleitung 17
I. Fragestellung 17
II. Begriffsdefinitionen 21
1. Begriff der Jugend 21
2. Begriff der Kriminalität und der Delinquenz 22
3. Begriff der Gewaltkriminalität 22
4. Begriffe bzgl. Herkunft und Geschlecht 23
B. Jugendkriminalität 25
I. Vorbemerkung: Probleme der statistischen Erhebung von Kriminalität 25
II. Jugendkriminalität im Allgemeinen 27
1. Umfang 27
2. Struktur der Kriminalität 30
3. Geschlecht 32
4. Religion 36
5. Nationalität und Migrationshintergrund 36
6. Soziale Schicht und familiäre Situation 39
7. Kriminalität im Lebenslauf der TäterInnen 40
8. Zwischenfazit 41
III. Gründe für jugendliche Delinquenz 42
1. Herleitung aus den Kriminalitätstheorien 42
a) Tiefenpsychologisches oder triebdynamisches Modell 43
b) Triebtheorie 44
c) Frustrationstheorie 45
d) Lerntheorie 46
e) Cultural Criminology 47
f) Kontroll- und Bindungstheorien 48
g) Anomietheorie 49
h) Subkulturtheorien 50
i) Theorien in Bezug auf Hormone und Transmitter 51
j) Labeling Approach 52
k) Rational Choice Theory 54
l) Zwischenfazit 55
2. Besondere Erklärungsversuche bei Jugendlichen 55
a) Spannungsfeld des Erwachsenwerdens 55
b) Erziehung, Schule, Bildung 56
c) Sozialer Kontext und Raum 57
3. Besondere Erklärungsversuche bei Jugendlichen mit Migrationshintergrund 58
IV. (Jugend-)Kriminalität in Dietzenbach 59
1. Dietzenbach 59
2. Das sogenannte Spessartviertel 60
3. Kriminalität in Dietzenbach 61
4. Kriminalitätsentwicklung und -belastung 62
5. Straftaten nach Fallobergruppen 63
6. Straftaten nach Staatsangehörigkeit 65
7. Straftaten nach Alter 66
8. Vergleich mit anderen Gemeinden 68
9. Vergleich mit Land und Bund 68
V. Zwischenfazit 69
C. Prävention 72
I. Definition 72
II. Kriminalprävention in der Praxis 74
III. Kommunale Kriminalprävention 76
IV. Kritik an Kriminalprävention 77
1. Überforderung und Umdeutung von Jugendarbeit 77
2. Komplexitätsreduktion 78
3. Stigmatisierung / Überwachung 78
4. Die Polizei als Akteurin 79
5. Rechtspolitische Kritik 80
a) Sicherheitsstaat und Risikoverhinderung 80
b) Selbstdisziplinierung und Selbstführung 83
V. Überblick: Erkenntnisse der Präventionsforschung 85
1. Was nicht wirkt 86
2. Was wirkt 86
3. Risikofaktoren 87
4. Protektive Faktoren 87
5. Meta-Analysen 88
a) Düsseldorfer Gutachten 88
b) Sherman-Report 89
VI. Zwischenfazit 90
D. Sport als Kriminalprävention 91
I. Sport und Recht 91
1. Definition Sport 91
2. Grundbegriffe der Soziologie und Pädagogik im Bereich des Sports 92
a) Sozialisation 92
b) Soziales Lernen 92
c) Soziales Handeln 93
d) Soziale Kompetenz 93
3. Überblick über Theorien der Sozialerziehung im Sportunterricht 93
a) Funktionale Theorie 94
b) Intentionale Theorien 94
c) Lerntheoretische Ansätze 94
d) Phänomenologische Ansätze 95
e) Bildungstheoretische Ansätze 95
4. Sport für die Gesellschaft 96
5. Sport für Individuen 97
6. Funktion von Regeln im Wettkampf 99
7. Sport als Rahmen für Begegnung 100
8. Besonderheiten des ostasiatischen Sports 102
9. Fazit: Übertragung auf die Gesellschaft – Transferleistung 102
II. Kampfsport und Recht 105
1. Definitionen und Begrifflichkeiten 105
a) Kampfsport 106
b) Kampfkunst 106
c) Speziellere Begriffe 107
2. Gewalt und Aggression im Kampfsport 108
3. Besonderheiten bei asiatischen Kampfkünsten und Kampfsportarten 109
4. Kampfsport und Strafbarkeit 110
III. Kampfsport und Gewaltprävention 112
1. Einleitung: Kampfsport und Pädagogik 112
2. Diskurs Kampfsport und Pädagogik 113
a) Gegenstimmen 113
b) Fürstimmen 114
c) Studien 117
d) Fazit des Diskurses 120
3. Zwischenfazit: Transferleistung 120
IV. Zwischenfazit: Sport und Kriminalprävention 122
E. Taijiquan 125
I. Traditionelle Chinesische Medizin 125
1. Zentrale Begriffe 126
a) Qi 126
b) Yin und Yang 127
c) Die drei Schätze und die drei Dan Tien 127
2. Medizinische Bewertung 128
II. Einleitung Taijiquan (太极拳) 128
1. Entstehung und Verbreitung 129
2. Taijiquan und TCM 130
3. Training 131
4. Taijiquan und Kampfkunst 132
5. Taijiquan und taoistische Philosophie 133
6. Taijiquan als Pädagogik und Gewalt- bzw. Kriminalprävention 134
7. Taijiquan im Strafvollzug 135
8. Exkurs: Naikan 139
III. Der Taijiquan-Kurs in Dietzenbach 140
1. Taijiquan in Dietzenbach 140
2. Weitergehende Ziele 142
3. Kurs A 142
a) Ablauf des Trainings 143
b) Infrastruktur / Organisation 143
c) Selbstreflexion 144
4. Kurs B 144
F. Evaluation des Kurses 146
I. Vorüberlegungen zur Evaluation 146
1. Einleitung 146
2. Evaluation in der Kriminalprävention 147
3. Leitfäden der Kriminalevaluation 148
a) Evaluation nach der Sachverständigenkommission für Kriminalprävention der Hessischen Landesregierung 149
b) Leitfaden Qualitätssicherung in der Polizeiarbeit 150
c) Leitfaden Kriminalprävention des Landes­präventions­rats NRW 150
d) Die Standards für Evaluation der DeGEval 151
4. Zwischenfazit 152
II. Methodik I: Quantitative Untersuchung 152
1. Einleitung 152
2. Design der quantitativen Analyse 153
a) Mögliche Störfaktoren 154
b) Auswahlverfahren 155
c) Datenerhebung: Befragung der LehrerInnen und Trainer 156
aa) Fälle 156
bb) Variablen 156
cc) Datenerhebung in Dietzenbach 158
dd) Definition der Variablen und der Items 158
3. Vorgehen bei der statistischen Analyse 161
a) Konstruktverifizierung und Messung der Korrelation der Items 161
b) Vergleich LehrerInnen und Trainer 161
c) Deskriptive Messungen 161
d) Zusammenhänge 163
e) Signifikanz 164
III. Methodik II: Qualitative Untersuchung 164
1. Einleitung 164
2. Design der qualitativen Analyse 165
3. Analyse-Methode 169
IV. Methodik III: Vorüberlegungen zur Aussagekraft der Ergebnisse 171
1. Gütekriterien der Messung 171
a) Objektivität 172
b) Reliabilität 172
c) Validität 173
2. Generalisierung 175
V. Quantitative Analyse 176
1. Konstruktverifizierung 176
2. Korrelation der Items 178
3. Vergleich LehrerInnen und Trainer 182
4. Statistische Analyse 183
a) Einstufung 184
b) Selbstbewusstsein 185
aa) LehrerInnen 185
bb) Trainer 1 187
cc) Trainer 2 187
d) Gesamt 189
c) Aggressivität 190
aa) LehrerInnen 190
bb) Trainer 1 192
cc) Trainer 2 193
dd) Gesamt 193
d) Konstrukt 2 195
aa) LehrerInnen 195
bb) Trainer 1 197
cc) Trainer 2 198
dd) Gesamt 199
5. Zusammenfassung 201
VI. Qualitative Analyse 202
1. Kurs A 202
a) Interviews vor dem Kurs 202
b) Einschätzung durch Klassenlehrer Herrn P. vor dem Kurs 209
c) Interviews nach dem Kurs 209
2. Kurs B 213
a) Interviews vor dem Kurs 213
b) Interviews nach dem Kurs 222
3. Analyse 226
a) Dokumentarische Interpretation 226
b) Reflektierende Interpretation 228
VII. Zusammenfassung der Ergebnisse 229
1. Ergebnisse I: Quantitative Analyse 230
2. Ergebnisse II: Qualitative Analyse 231
3. Ergebnisse III: Fazit der Empirie 231
a) Vergleich 231
b) Thesenauswertung 232
c) Generalisierung / Gütekriterien 233
G. Fazit 234
I. Ergebnisdiskussion 234
1. Ergebnisse der Untersuchung 234
2. Anwendung auf die Analyse zu Dietzenbach 234
3. Anwendung auf die Analyse zur Prävention 235
a) Der Kurs als Prävention 235
b) Kritik an Prävention 235
c) Erkenntnisse der Präventionsforschung 236
4. Anwendung auf die Analyse zur Sportprävention und Taijiquan 237
5. Anwendung auf die Analyse zur Jugendkriminalität 238
II. Reflexion der Methode 239
III. Abschließende Bewertung 239
IV. Ausblick 241
Literaturverzeichnis 242
Personen- und Sachverzeichnis 262