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Die Umsetzung der Verbraucherrechterichtlinie in Deutschland und Frankreich

Lengert, Nathalie

Schriften zum Internationalen Recht, Vol. 214

(2016)

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Nathalie Lengert wurde als Tochter einer finnischen Mutter und eines französischen Vaters in München geboren. Ihr Studium der Rechtswissenschaften an der Ludwig-Maximilians-Universität München und an der Université Panthéon-Assas schloss sie mit französischer Licence und Maîtrise sowie dem Ersten Juristischen Staatsexamen 2013 ab. Sie promovierte an der LMU am Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Zivilverfahrensrecht, Europäisches Privat- und Verfahrensrecht bei Frau Prof. Dr. Beate Gsell und arbeitete bis Ende 2015 promotionsbegleitend als wissenschaftliche Mitarbeiterin an ihrem Lehrstuhl. Seit Oktober 2014 ist sie Referendarin am Oberlandesgericht München.

Abstract

Die Arbeit untersucht rechtsvergleichend die Umsetzungen der Verbraucherrechte-Richtlinie in Deutschland und Frankreich und widmet sich dabei insbesondere der Frage, inwieweit europäisches Richtlinienrecht tatsächlich geeignet ist, seinem proklamierten Ziel, ein hohes Verbraucherschutzniveau zu gewährleisten und gleichzeitig Rechtszersplitterung abzubauen und damit rechtliche Hemmnisse für den grenzüberschreitenden Handel zu beseitigen, gerecht wird.

Nathalie Lengert kommt zu dem Ergebnis, dass durch die Verbraucherrechte-Richtlinie und ihre Umsetzung durchaus Rechtsvereinheitlichungsfortschritte erzielt wurden. Andererseits wird nochmals deutlich gemacht, dass insbesondere die unterschiedlich weit reichenden Sanktionen bei Informationspflichtverstößen zu fortbestehenden Divergenzen in der Rechtslage führen und namentlich dem Widerrufsrecht vor diesem Hintergrund in Frankreich, wo als Folge eines Verstoßes weiterhin Nichtigkeit (nullité) droht, mittelbar eine geringere Rolle zukommt als in Deutschland.
»The Implementation of the Consumer Rights Directive in Germany and France«

The Directive on Consumer Rights is another step towards the harmonisation of european consumer contract law in the name of the completion of the internal market. But to what extent is european directive law actually able to decrease legal fragmentation through its implementation by the member states and thus to remove regulatory barriers for the common market? The draftperson researches these questions by means of a comparative analysis of the german an french implementation of the Consumer Rights Directive.

Table of Contents

Section Title Page Action Price
Vorwort 3
Inhaltsverzeichnis 5
Einleitung 17
A. Historische Entwicklung des Verbraucherrechts 18
I. Nationale Bestrebungen zum Verbraucherschutz 18
1. In Deutschland 19
2. In Frankreich 20
II. Europäische Bestrebungen zum Verbraucherschutz 21
1. Entwicklung des europäischen Verbraucherschutzes 21
2. Verbraucherrecht als europäisches Richtlinienrecht 22
3. Hintergrund der Vollharmonisierung: ökonomisches Modell 24
a) Ziel: Verwirklichung des Binnenmarktes 25
b) Fehlen empirischer Beweise für Hindernisse durch Rechtszersplitterung 26
c) Interdependenz von Kompetenz und Wettbewerbsregulierung 27
aa) Vollharmonisierung im Verbraucherrecht; kompetenzrechtliche Hintergründe 27
bb) Wettbewerbsregulierung im Hintergrund 29
B. Ziel der Arbeit 30
Teil 1: Allgemeiner systematischer Vergleich des deutschen und französischen Verbraucherrechts 32
A. Deutscher integrativer Ansatz 33
I. Systematik der Integration ins BGB im Rahmen der Schuldrechtsreform 33
II. Auslagerung der Informationspflichten 35
B. Auslagerung in den französischen Code de la consommation 35
I. Code de la consommation – Reine Kompilation oder kohärente Kodifikation? 36
II. Systematik des Code de la consommation 36
C. Rechtspolitisches Umfeld 38
I. Modellvergleich: Verbraucherrecht als Teil des allgemeinen Zivilrechts? 39
1. Für eine Auslagerung 39
2. Gegen eine Auslagerung 41
3. Stellungnahme 42
II. Verbraucherrecht als Teil des europäischen Privatrechts 44
1. Kritik auf erster Ebene an der Richtlinie selbst 45
a) Demokratiedefizit 45
b) Subsidiaritätsprinzip und Verhältnismäßigkeitsprinzip 45
c) System- und Wertungswidersprüche zwischen EU-Richtlinien 46
2. Kritik auf zweiter Ebene an den Auswirkungen auf das nationale Recht 47
a) Eingriff in die Privatautonomie 47
b) Einfluss des Verbraucherrechts auf das allgemeine Zivilrecht: System- und Wertungswidersprüche 48
c) Fragmentierung des nationalen Zivilrechts 50
d) Verlust nationaler Besonderheiten 51
e) Uneinheitliches Recht in der Union 51
D. Zusammenfassung Teil 1 und Schlussfolgerung 52
Teil 2: Konkreter Rechtsvergleich vor Umsetzung der Verbraucherrechterichtlinie 54
A. Reichweite von Richtlinien 54
I. Anwendungsbereich 55
II. Regelungsbereich 55
III. Wirkungsweise im Rahmen richtlinienkonformer Auslegung 56
B. Konkreter Vergleich der Umsetzungsgesetze von Deutschland und Frankreich zweier mindestharmonisierender Richtlinien 57
I. Haustürgeschäfte 58
1. Anwendungsbereich 59
a) Persönlicher Anwendungsbereich 59
aa) Definition des Verbrauchers 59
(1) Vorgaben der Haustürwiderrufsrichtlinie 59
(2) Rechtslage in Deutschland 59
(3) Rechtslage in Frankreich 60
bb) Definition des Vertragspartners 62
(1) Vorgaben der Haustürwiderrufsrichtlinie 62
(2) Rechtslage in Deutschland 63
(3) Rechtslage in Frankreich 63
b) Sachlicher Anwendungsbereich 63
aa) Definition des Haustürgeschäfts 63
(1) Vorgaben der Haustürwiderrufsrichtlinie 63
(2) Rechtslage in Deutschland 65
(a) Vertragsart 65
(b) Verhandlungssituation 66
(3) Rechtslage in Frankreich 67
(a) Vertragsart 67
(b) Verhandlungssituation 68
bb) Ausschlüsse 69
(1) Vorgaben der Haustürwiderrufsrichtlinie 69
(2) Rechtslage in Deutschland 70
(3) Rechtslage in Frankreich 71
c) Schlussfolgerung hinsichtlich des Anwendungsbereichs 72
2. Informationspflichten 73
a) Informationspflichten: Schriftliche Widerrufsbelehrung 73
aa) Vorgaben der Haustürwiderrufsrichtlinie 73
bb) Rechtslage in Deutschland 74
cc) Rechtslage in Frankreich 74
(1) Allgemeine Informationspflichten des Cconsom 75
(a) Art. L. 111-1 Cconsom: Informationspflichten des Verkäufers 75
(b) Art. L. 111-2 Cconsom: Informationspflichten des Dienstleisters 75
(c) Art. L. 113-1 ff. Cconsom: „prix et conditions de vente“ 76
(d) Art. L. 114-1 Cconsom: Lieferfristen 76
(e) Art. L. 134-1 und-2 Cconsom: „remise des contrats“ 76
(2) Spezifische Informationspflichten für Haustürgeschäfte 76
b) Sanktion der fehlenden oder fehlerhaften Widerrufsbelehrung 77
aa) Vorgaben der Haustürwiderrufsrichtlinie 77
bb) Rechtslage in Deutschland 77
cc) Rechtslage in Frankreich 78
(1) Zivilrechtliche Sanktionen, insbesondere die „nullité“ 78
(2) Strafrechtliche Sanktionen 80
c) Schlussfolgerung hinsichtlich Informationspflichten 81
3. Das Widerrufsrecht 81
a) Widerrufsfrist 83
aa) Dauer der Widerrufsfrist 83
Teil 3: Konkreter Rechtsvergleich der Umsetzung der VRRL 133
A. Wechsel der europäischen Strategie hin zur Vollharmonisierung 133
I. Reichweite vollharmonisierender Richtlinien 134
II. Reichweite der Verbraucherrechterichtlinie 137
B. Konkreter Vergleich der Umsetzungsgesetze 140
I. Anwendungsbereich 142
1. Allgemeiner Geltungsbereich 142
a) Vorgaben der VRRL 142
b) Umsetzung in Deutschland 145
c) Umsetzung in Frankreich 146
d) Schlussfolgerung hinsichtlich des allgemeinen Geltungsbereichs 147
2. Persönlicher Anwendungsbereich 148
a) Verbraucher 148
aa) Vorgaben der VRRL 148
bb) Umsetzung in Deutschland 148
cc) Umsetzung in Frankreich 150
b) Unternehmer 151
aa) Vorgaben der VRRL 151
bb) Umsetzung in Deutschland 151
cc) Umsetzung in Frankreich 151
c) Schlussfolgerung hinsichtlich des persönlichen Anwendungsbereichs 152
3. Sachlicher Anwendungsbereich 152
a) Fernabsatzvertrag 152
aa) Vorgaben der VRRL 152
bb) Umsetzung in Deutschland 153
cc) Umsetzung in Frankreich 154
b) Außerhalb von Geschäftsräumen abgeschlossener Vertrag 154
aa) Vorgaben der VRRL 154
bb) Umsetzung in Deutschland 155
cc) Umsetzung in Frankreich 156
c) Schlussfolgerung hinsichtlich des sachlichen Anwendungsbereichs 157
4. Zusammenfassende Schlussfolgerungen hinsichtlich des Anwendungsbereichs 157
a) Allgemeiner Anwendungsbereich 157
b) Persönlicher Anwendungsbereich 158
c) Sachlicher Awendungsbereich 158
II. Informationspflichten und formelle Anforderungen 158
1. Informationspflichten bei anderen als Fernabsatzverträgen oder außerhalb von Geschäftsräumen geschlossenen Verträgen 159
a) Vorgaben der VRRL 159
b) Umsetzung in Deutschland 161
c) Umsetzung in Frankreich 162
d) Schlussfolgerung hinsichtlich allgemeiner Informationspflichten 163
2. Informationspflichten bei Fernabsatz- und außerhalb von Geschäftsräumen geschlossenen Verträgen 164
a) Vorgaben der VRRL 164
b) Umsetzung in Deutschland 167
c) Umsetzung in Frankreich 168
d) Schlussfolgerung hinsichtlich Informationspflichten für besondere Vertriebsarten 169
3. Formale Anforderungen für besondere Vertriebsarten 169
a) Formale Anforderungen für außerhalb von Geschäftsräumen geschlossene Verträge 169
aa) Vorgaben der VRRL 169
bb) Umsetzung in Deutschland 170
cc) Umsetzung in Frankreich 170
b) Formale Anforderungen bei Fernabsatzverträgen 171
aa) Vorgaben der VRRL 171
bb) Umsetzung in Deutschland 173
cc) Umsetzung in Frankreich 174
c) Schlussfolgerungen hinsichtlich formaler Anforderungen für besondere Vertriebsarten 175
4. Sanktionen 175
a) Vorgaben der VRRL 175
b) Umsetzung in Deutschland 176
c) Umsetzung in Frankreich 176
5. Zusammenfassende Schlussfolgerungen hinsichtlich Informationspflichten 178
a) Allgemeine Informationspflichten 178
b) Informationspflichten und formale Anforderungen bei Fernabsatzverträgen und außerhalb von Geschäftsräumen geschlossenen Verträgen 178
c) Sanktionen bei fehlender oder fehlerhafter Information 179
III. Widerruf 179
1. Widerrufsrecht und -frist 180
a) Vorgaben der VRRL 180
b) Umsetzung in Deutschland 181
c) Umsetzung in Frankreich 182
2. Nichtaufklärung über das Widerrufsrecht 183
a) Vorgaben der VRRL 183
b) Umsetzung in Deutschland 183
c) Umsetzung in Frankreich 183
3. Ausübung des Widerrufsrechts 184
a) Vorgaben der VRRL 184
b) Umsetzung in Deutschland 185
c) Umsetzung in Frankreich 185
d) Schlussfolgerung hinsichtlich Ausübung des Widerrufsrechts 186
4. Pflichten des Unternehmers im Widerrufsfall 186
a) Vorgaben der VRRL 186
b) Umsetzung in Deutschland 187
c) Umsetzung in Frankreich 187
d) Schlussfolgerung hinsichtlich der Pflichten des Unternehmers im Widerrufsfall 188
5. Pflichten des Verbrauchers im Widerrufsfall 188
a) Vorgaben der VRRL 188
b) Umsetzung in Deutschland 190
c) Umsetzung in Frankreich 191
d) Schlussfolgerung hinsichtlich der Pflichten des Verbrauchers im Widerrufsfall 191
6. Wirkungen des Ausübung des Widerrufsrechts auf akzessorische Verträge 192
a) Vorgaben der VRRL 192
b) Umsetzung in Deutschland 192
c) Umsetzung in Frankreich 193
d) Schlussfolgerung hinsichtlich der Widerrufsfolgen auf akzessorische Verträge 193
7. Ausnahmen vom Widerrufsrecht 193
a) Vorgaben der VRRL 193
b) Umsetzung in Deutschland 195
c) Umsetzung in Frankreich 196
d) Schlussfolgerung hinsichtlich Ausnahmen vom Widerrufsrecht 196
8. Zusammenfassende Schlussfolgerungen hinsichtlich des Widerrufsrechts 197
IV. Sonstige Verbraucherrechte 198
1. Lieferung 198
a) Vorgaben der VRRL 198
b) Umsetzung in Deutschland 199
c) Umsetzung in Frankreich 200
d) Schlussfolgerungen hinsichtlich der Lieferung 201
2. Gefahrübergang 201
a) Vorgaben der VRRL 201
b) Umsetzung in Deutschland 202
c) Umsetzung in Frankreich 202
d) Schlussfolgerungen hinsichtlich des Gefahrübergangs 202
3. Entgelte für die Verwendung bestimmter Zahlungsmittel 203
a) Vorgaben der VRRL 203
b) Umsetzung in Deutschland 203
c) Umsetzung in Frankreich 204
d) Schlussfolgerungen hinsichtlich Zahlungsmittel 204
4. Telefonische Kommunikation 204
a) Vorgaben der VRRL 204
b) Umsetzung in Deutschland 204
c) Umsetzung in Frankreich 205
d) Schlussfolgerungen hinsichtlich telefonischer Kommunikation 205
5. Zusätzliche Zahlungen 205
a) Vorgaben der VRRL 205
b) Umsetzung in Deutschland 206
c) Umsetzung in Frankreich 206
d) Schlussfolgerungen hinsichtlich zusätzlicher Zahlungen 206
6. Unbestellte Waren oder Dienstleistungen 207
a) Vorgaben der VRRL 207
b) Umsetzung in Deutschland 207
c) Umsetzung in Frankreich 208
d) Schlussfolgerungen hinsichtlich unbestellter Waren oder Dienstleistungen 208
C. Schlussfolgerungen aus dem konkreten Vergleich 208
I. Systematik und Schwächen der Umsetzung 208
1. Deutschland 208
2. Frankreich 211
II. Niveau der Vereinheitlichung 211
1. Anwendungsbereich 212
2. Informationspflichten und formale Anforderungen 212
3. Widerrufsrecht 213
4. Sonstige Verbraucherrechte 214
III. Zwischenergebnis 214
Teil 4: Fazit 216
A. Erreichung der Ziele der Kommission in der VRRL 216
I. Stärkung des Verbrauchervertrauens durch einheitliches hohes Verbraucherschutzniveau 217
1. Einheitliches Verbraucherschutzniveau 217
a) Vereinheitlichung der Regelungen der verschiedenen Richtlinien 217
b) Vereinheitlichung der verschiedenen nationalen Regelungen durch die Umsetzung der vollharmonisierenden Richtlinie 219
aa) Anwendungsbereich 219
(1) Persönlicher Anwendungsbereich 219
(2) Sachlicher Anwendungsbereich 220
bb) Informationspflichten 221
cc) Widerruf 222
dd) Erfüllung von Fernabsatzverträgen 222
ee) Nicht bestellte Waren oder Dienstleistungen 223
ff) Sonstige Verbraucherrechte 223
gg) Schlussfolgerungen 223
2. Hohes Verbraucherschutzniveau 224
a) Senkung des Schutzniveaus? 224
aa) Veränderung des Schutzniveaus in Deutschland 225
bb) Veränderung des Schutzniveaus in Frankreich 226
cc) Bilanz 226
b) Kumulation von Schutzstandards 227
II. Stärkung des Binnenmarktes durch Senkung der Transaktionskosten für den grenzüberschreitenden Handel? 227
III. Wahrung des Subsidiaritätsprinzips? 229
IV. Fazit zur Erreichung der Ziele 230
B. Verengung der Umsetzungsspielräume; Einfluss auf Umsetzungsmodelle? 231
I. System- und Wertungswidersprüche innerhalb des nationalen Rechts aufgrund der Umsetzung 231
II. Spricht Vollharmonisierung gegen integrierende Umsetzung? 232
C. Ausblick 233
Literaturverzeichnis 236
Stichwortverzeichnis 249