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Die Lehre vom Rechtszeichen

Entwurf einer allgemeinen Rechtslehre

Seibert, Thomas-M.

Schriften zur Rechtstheorie, Vol. 283

(2017)

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Promotion 1975 bei Theodor Viehweg, wiss. Mitarbeiter bis 1982, Lehrbeauftragter für linguistische Pragmatik an der Universität Gießen, Richter von 1982 bis 2011, Honorarprofessor beim Fachbereich Rechtswissenschaft der Universität Frankfurt seit 1999.

Abstract

Entworfen wird eine allgemeine Rechtslehre unter spezieller Perspektive. Ausgangspunkt ist das Versagen der deutschen Justiz, ein Zeichen gegen die Rechtsbeugung der NS-Zeit zu setzen. Das Rechtszeichen wird auf Grundlage der allgemeinen Semiotik von Charles S. Peirce so vorgestellt, dass damit auch interne Gesichtspunkte der Normbildung und Akzeptanz, die literarische Verarbeitung (Kleist, Kafka, Schreber, Klaus Mann u.a.) und schließlich die mediale Erscheinung in Akten und Verhandlungen erfasst werden. Das praktizierte Recht im »Justizdispositiv« wird anhand des Verfahrensgangs veranschaulicht und anhand teilweise berühmter Einzelentscheidungen diskutiert. Am Ende stehen Grundbegriffe der klassischen Methodenlehre: Norm und Fall ebenso wie Methode und Verfassung. Am Beispiel sieht man, dass Rechtszeichen nicht immer auch gerechte Zeichen sind.»The Sign of Law«

On the basis of general jurisprudence theoretical aspects of Peirce-specific trichotomies are developed. They lead from the firstness of leading cases to the secondness of well known court decisions and produce judicial habits opening a process of recursive operations using this formula.

Table of Contents

Section Title Page Action Price
Vorwort 5
Inhaltsverzeichnis 7
Einleitung 11
I. Das Eins-Zwei-Drei des Rechts 13
1. Recht, Zeichen und Zeichentheorie 13
2. Semantik und Pragmatik 23
3. Das Erste: Unrecht, Rechtsgefühl und Zorn 28
4. Zum Zweiten: Maßnahmen, Tatsachen, Gewalt 37
5. Drittes: Kamele, Ratten, Interpretanten 44
6. Gerechtigkeit, Rechtskraft und die Kraft des Rechts 53
II. Drei Arten der Objektrelation 57
1. Die Trichotomie der Objektrelation: Ikon, Index und Symbol 57
2. Ikonizität und Bild 66
3. Indexikalität und Welt 73
4. Symbol und Gesetz 79
III. Der interne Gesichtspunkt 87
1. Die individuelle Akzeptanz 87
a) Festlegung einer Überzeugung 88
b) Kategorischer Imperativ 90
c) Situationsanalyse 93
2. Zur Analyse personaler Zeichen 94
a) Frage nach den Maximen 94
b) Verdrängung 96
c) Moralisch-rechtliche Apriori 97
d) Diskursbindungen 99
3. Objektqualitäten: Spinoza-Effekte, guter Geschmack und Immanenz 101
IV. Literarische Rechtszeichen 112
1. Ein schriftlicher Schein über den Ungrund (Kleist: „Michael Kohlhaas“) 113
2. Alles gesetzlich (Gontscharow: „Oblomow“) 121
3. Das Aufschreibesystem (Schreber: „Denkwürdigkeiten eines Nervenkranken“) 126
4. Die Sachlichkeit des Mordes (Broch: „Huguenau oder die Sachlichkeit“) 131
5. Karriere eines Romans (K. Mann: „Mephisto“) 137
6. Eichzeichen (Roth: „Das falsche Gewicht“) 142
7. Josef K. (Kafka: „Der Proceß“) 146
8. Der Mann vom Lande (Kafka: „Vor dem Gesetz“) 152
V. Medien des Rechts 158
1. Akten 159
a) Anlegen 161
b) Vorlegen 162
c) Akteneinsicht 163
d) Protokollieren 164
e) Bezugnahme 165
f) Verwaltungsakt 166
g) Vernichten 167
2. Archive 169
3. Unterschriften 175
4. Verhandlungen 182
VI. Das Justizdispositiv 191
1. Rechtsbegehren 192
2. Der Wille zur Wahrheit 198
3. Formenzwang 207
4. Körperzwänge 215
5. Die Waffen des Prozesses 219
6. Entscheidungsnot 226
VII. Die Entscheidung 232
1. Das Geheimnis der Entscheidung 233
2. Dicents oder Urteilsformeln 238
3. Indizierung im Tatbestand 242
4. Legizeichen der Entscheidung 245
5. Verfahren ohne Entscheidung 255
a) Scheinbare Entscheidungen 256
b) Die Bartleby-Variante der Nichtentscheidung 256
c) Die Unmöglichkeit der Entscheidung 257
d) Vergessene Verfahren 258
VIII. Das Theater des Gerichts 264
1. Die theatrale Dimension 264
2. Die Aufführenden 274
3. Inszenierungen 283
4. Das Publikum 292
IX. Die Norm 299
1. Normbegriff und Normenbegründungen 299
2. Tatbestand und Rechtsfolge 310
3. Zurechnung und Zuschreibung 321
4. Generalklauseln 336
X. Methode 344
1. Auslegung 344
2. Juristische Topik und Topoi im Gerichtsgebrauch 355
3. Argumentation und Abduktion 365
4. Unter Verdacht: Rechtsbeugung 375
5. Querulanz 384
XI. Der Fall 392
1. Die (Kriminal-)Fallgeschichte 393
2. Juristische Schulfälle 404
3. Kasuistik 416
4. Auschwitz 430
XII. Verfassungen 442
1. Verfassungszeichen: Bilder, Texte, Fahnen 442
2. Grundrechte 454
a) Politisches Wahlrecht 456
b) Verfahrensgrundrechte 458
c) Meinungsfreiheit 461
d) Gleichbehandlung 464
3. Menschenrechte 467
4. Der Aufstand der Zeichen 479
Semiotisches Glossar 491
Personenverzeichnis 493
Sachverzeichnis 499