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Jahrbuch für Recht und Ethik / Annual Review of Law and Ethics

Bd. 12 (2004). Themenschwerpunkt: Zur Entwicklungsgeschichte moralischer Grund-Sätze in der Philosophie der Aufklärung / The Development of Moral First Principles in the Philosophy of the Enlightenment

Editors: Byrd, B. Sharon | Hruschka, Joachim | Joerden, Jan C.

Jahrbuch für Recht und Ethik / Annual Review of Law and Ethics, Vol. 12

(2004)

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About The Author

Joachim Hruschka, Rechtswissenschaftler, promovierte und habilitierte an der Ludwig-Maximilians-Universität München. 1972 erhielt er die Professur für Strafrecht, Strafprozessrecht und Rechtsphilosophie an der Universität Hamburg. Von 1982 bis 2004 war Hruschka Inhaber des Lehrstuhls für Strafrecht, Strafprozessrecht und Rechtsphilosophie an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Er war Mitherausgeber des »Jahrbuchs für Recht und Ethik« (Duncker & Humblot). Hruschka verstarb im Dezember 2017.

Jan C. Joerden, 1978/81 1. und 2. Juristische Staatsprüfung; 1982–1988 Akad. Rat in Erlangen; 1985 Promotion; 1987 Habilitation, Erlangen-Nürnberg. 1988–93 Heisenberg-Stipendiat der DFG und Lehrstuhlvertretungen in Berlin, Erlangen, Jena und Trier. 1993 Lehrstuhl für Strafrecht, insbesondere Internationales Strafrecht und Strafrechtsvergleichung, Rechtsphilosophie an der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder). 1994–1998 Prorektor. Seit 1995 Geschäftsführender Leiter des Interdisziplinären Zentrums für Ethik (IZE). 1996 Berufung auf den Lehrstuhl für Strafrecht, Strafprozeßrecht und Rechtsphilosophie, Universität Rostock (abgelehnt). 1998–2002 Prorektor/Vizepräsident der Europa-Universität für das Collegium Polonicum in Slubice/Polen. 2001 Berufung auf den Lehrstuhl für Strafrecht, Strafprozeßrecht und Wirtschaftsstrafrecht, Universität Augsburg (abgelehnt). Seit 2002 Mitglied im Vorstand der IVR, Deutsche Sektion. 2004 »Medaille für Verdienste um die Adam-Mickiewicz-Universität zu Posen«. 2007/08 Senior Fellow am Alfried Krupp Wissenschaftskolleg Greifswald. 2009/10 Leiter einer Forschungsgruppe am Zentrum für interdisziplinäre Forschung (ZiF) der Universität Bielefeld. 2015 Dr. h.c. der Adam-Mickiewicz-Universität Poznan (Polen). Seit 2016 Mitglied im Vorstand der Akademie für Ethik in der Medizin e.V., Göttingen. 2017 Medaille »Universitatis Lodziensis Amico«, Universität Łódź (Polen).

Abstract

Die in der Aufklärung entwickelten oder dort jedenfalls ausführlich erörterten moralischen Grundsätze (Goldene Regel, Prinzip der Verallgemeinerung, Kategorischer Imperativ usw.) spielen in der ethischen (juristischen) Diskussion noch heute die größte Rolle. Der vorliegende Band des Jahrbuchs befaßt sich mit dem größeren Teil seiner Beiträge mit der Geschichte dieser Grundsätze.Moral first principles, which were either developed or intensively discussed during the Enlightenment, such as the Golden Rule, the Principle of Generalization, and the Categorical Imperative, play an enormous role in modern ethical and legal debate. The vast majority of the articles in this volume of the Jahrbuch deal with the history of these first principles.

Table of Contents

Section Title Page Action Price
Vorwort V
Inhaltsverzeichnis – Table of Contents VII
Zur Vorbereitung der Diskussion über die moralischen Grund-Sätze – Preparatory to the Discussion of the Moral First Principles 1
Merio Scattola: Principium oder principia? Die Diskussion über den Rechtsgrundsatz im 16. und 17. Jahrhundert 3
I. Das erkenntnistheoretische Dreieck des Naturrechts 3
II. Prinzip und System im Naturrecht des achtzehnten Jahrhunderts 7
III. Die mehrfachen Prinzipien des vormodernen Naturrechts 10
IV. Was sind die Prinzipien der Jurisprudenz? 16
V. Die Ordnung der Prinzipien 22
Summary 26
Matthias Kaufmann: Vicos Lehre von der Historizität moralischer Prinzipien 27
I. Die „ewige ideale Geschichte 27
II. Der Gemeinsinn 33
III. Die Weisheit der Philosophen und die Anmaßung der Gelehrten 35
IV. Wahrheit und Integrität 38
Summary 40
Aaron Garrett: The Lives of the Philosophers 41
I. Introduction 41
II. The Context of 17th Century Moral Philosophy 43
III. Lipsius 46
IV. Spinoza 50
V. Bayle 52
VI. Conclusion 55
Zusammenfassung 56
Michael Kempe: Geselligkeit im Widerstreit 57
I. Pufendorfs „Mosaike“-Anthropologie und die Bestimmung der socialitas 58
II. Die socialitas-Diskussion im Medium der Dissertationen 62
III. Der Streit um das Grundprinzip des Naturrechts 67
Summary 70
Die Diskussion in der Aufklärung – The Discussion in the Enlightenment 71
I. Teilnehmer der Diskussion – I. Participants in the Discussion 71
Bernd Ludwig: Naturrecht ohne Grundsatz? John Locke über die „Reasonableness of morality“ 73
I. 73
II. 75
III. 77
IV. 82
V. 86
VI. 87
Summary 88
Dieter Hüning: Christian Wolffs „allgemeine Regel der menschlichen Handlungen“ 91
I. Einleitung 91
II. Das moralische Prinzip der Vollkommenheit 94
III. Die ‚allgemeine Reger‘ und das Problem ihrer Verbindlichkeit 96
IV. Wolffs Moralprinzip im Kontext der neuzeitlichen Naturrechtslehre 102
Summary 113
Alexander Aichele: Si ve vox naturae si ve vox rationis si ve vox Dei? 115
I. 118
1. Köhlers Gebrauch des Νaturbegriffes 119
2. Die Natur bestimmter Gegenstände als principium cognoscendi 120
3. Das Naturrecht als Teil der praktischen Philosophie 122
II. 123
1. Der formale Begriff eines Prinzips 123
2. Die empirische Methode 125
3. Die zweifache metaphysische Methode 126
a) Die Leistung der natürlichen Theologie 127
b) Die causa efficiens des Naturrechts 128
c) Die causa formalis des Naturrechts 130
d) Die causa finalis des Naturrechts 130
III. 132
1. Der Übergang von theoretischer zu praktischer Philosophie 132
2. Sive ratio sive natura sive Deus 133
IV. 134
Summary 135
Frank Grunert: Das Recht der Natur als Recht des Gefühls 137
I. Der Anspruch: Naturrecht „ex connato sensu interno“ 138
II. Jus et lex – Freiheit und Obligation 141
III. Theoretische Hintergründe – Schmauss als Thomasianer 145
IV. Zum Schluß: Naturrecht als kritische Anthropologie 152
Summary 153
II. Längsschnitte – II. Overviews of the Discussion 155
Joachim Hruschka: Die Goldene Regel in der Aufklärung – die Geschichte einer Idee 157
I. Die Ausarbeitung der beiden Versionen der Goldenen Regel 157
II. Der Name „Goldene Regel“ 162
IIΙ. Die Funktion der Goldenen Regel bei Hobbes, Thomasius und Heineccius 164
IV. Die Kritik an der Goldenen Regel und ihre Wirkung 167
Summary 171
Thomas Ahnert: Pleasure, Pain and Punishment in the Early Enlightenment: German and Scottish Debates 173
I. 175
II. 180
Zusammenfassung 186
Simone Zurbuchen: Zum Prinzip des Naturrechts in der ‚école romande du droit naturel‘ 189
I. Einleitung 189
II. Die ‚école romande du droit naturel‘ und ihre Bedeutung für die Pufendorf-Rezeption 192
III. Die Verteidigung des Voluntarismus (Barbeyrac) 196
IV. Die Rehabilitation einer epikuräisch-hobbesianischen Begründung des Naturrechts (Burlamaqui) 202
V. Die Rückkehr zum Voluntarismus (de Félice) 206
VI. Warum moralisch sein? Der Versuch einer Synthese zwischen interner und externer Verpflichtung 208
Summary 211
Georg Cavallar: The Law of Nations in the Age of Enlightenment: Moral and Legal Principles 213
I. Introduction 213
II. Samuel Pufendorf 214
ΙII. Locke, Hume and Smith 216
IV. Christian Wolff 218
V. Emer de Vattel 222
VI. Kant 225
VII. Conclusion 227
Zusammenfassung 228
Kant in der Diskussion – Kant in the Discussion 231
Jens Kulenkampff: Moralisches Gefühl oder moral sense: wie berechtigt ist Kants Kritik? 233
Einleitung 233
I. Moralisches Gefühl bei Kant 235
II. Moral sense aus Kants Sicht 238
IIΙ. Moral sense bei den Briten 242
IV. Kants Kritik am moral sense und die Natur moralischer Urteile und Überzeugungen 249
Summary 251
Robert Schnepf: Systematisierung von rechtlichen Intuitionen? – Die drei Formeln Ulpians bei Leibniz und Kant 253
I. Rechtliche Intuitionen und ihre Systematisierung 253
II. Die unterschiedlichen Systematisierungen der Ulpianschen Formeln in den Schriften und in den Vorlesungen Kants 260
ΙII. Die unterschiedlichen Systematisierungen der drei Grundsätze bei Baumgarten und Leibniz 265
IV. Die Grundlagen der Systematisierung der Ulpianschen Formeln bei Leibniz und Kant 275
V. Systematisierung rechtlicher Intuitionen? 280
Summary 282
Wolfgang Bartuschat: Kant über Grundsatz und Grundsätze in der Moral 283
I. 283
II. 286
III. 290
IV. 293
Summary 298
Katrin Flikschuh: Ist das rechtliche Postulat ein Postulat der reinen praktischen Vernunft? 299
I. Einleitung 299
II. Das rechtliche Postulat in Anbetracht der Postulatenlehre der zweiten Kritik 302
1. Die Beziehung zwischen rechtlichem Postulat und Rechtsgesetz: „Anhängung“ oder „Erweiterung“? 304
2. Vernunftglaube oder Vernunftbefehl 307
3. Ein theoretischer oder ein praktischer Satz 309
III. Zwei Funktionen des rechtlichen Postulats der praktischen Vernunft 312
1. Die Begründungsfunktion des rechtlichen Postulats hinsichtlich des Besitzrechts 313
2. Die Verweisung durch das rechtliche Postulat auf den Endzweck des Rechts 318
IV. Das Weltbürgerrecht als Endzweck des Besitzrechts gedacht 324
V. Schlussbemerkung 328
Summary 330
Jean-Christophe Merle: Die zwei Kantischen Begriffe des Rechts 331
I. Zwei Kantische Begriffe des Rechts 331
II. Kants Ableitung des Rechtsbegriffs aus dem Sittengesetz in der Rechtslehre 333
IIΙ. Eine Bemerkung zur liberalen Interpretation der Rechtslehre 339
IV. Der liberale Rechtsbegriff 342
V. Schluß 344
Literaturhinweise 345
Summary 346
Beiträge – Articles 347
Oded Balaban: Democracy and the Limits of Tolerance 349
Introduction 349
I. Democracy and Liberalism 350
II. Freedom and Justice – Arguments as Symptoms 356
1. Rawls and Nozick 356
2. Carl Schmitt 359
III. Attempts to Find a Source of Legitimacy 360
1. Self-legitimacy or the Will 361
2. Reason and \"deliberative democracy 363
3. Nature and Jusnaturalism 366
4. A synthesis between rationalism and jusnaturalism – Kant and Hart 368
IV. Tolerance and the Integration of Liberalism with Democracy 370
V. The Limits of Tolerance 378
Zusammenfassung 381
Giuseppe Cacciatore: Croce und Bloch über den Begriff des Fortschritts 383
Summary 399
Hans-Ulrich Hoche: 401
I. Introduction: Metaethics and the need of an integrated logic of conviction and intention 401
II. An improvement on Hare's definition of informal entailment by means of introducing a more detailed criterion for combination tests (C-CT) 401
III. Semantical and pragmatical implications of 'I intend'-sentences according to C-CT 404
IV. A classical calculus of natural deduction 407
V. Some doxastic, buletic, and pragmatic extensions of the classical calculus 408
VI. Where the extended system works 410
VII. Where the extended system seems to yield paradoxes 412
VIII. How to prove the correctness of the derivation rules of the extended system 414
IX. Some problems concerning the rules of deductive closedness 416
X. A doubtful attempt to overcome the paradoxes of buletic logic: The pros and cons of a formation rule to the effect that a buletic operator must not govern a non-action sentence 417
XI. A second attempt: The paradoxes of buletic logic can be shown to be no more virulent than are the corresponding paradoxes of doxastic logic and of the classical propositional calculus 420
XII. A final attempt: The paradoxes which gave rise to doubting the deductive closedness and hence the feasibility of buletic logic can be shown to be merely apparent ones 426
References 431
Zusammenfassung 433
Diskussionsforum – Discussion Forum 435
Raphael Cohen-Almagor with Stefan Seiterle: Excessive Media Ownership and Its Potential Threats to Democracy: A Comparative Analysis 437
I. Introduction 437
II. The Canadian Market 439
1. The press industry 439
2. The broadcasting industry 449
ΙII. The Israeli Market 452
1. The press industry 452
2. The broadcasting industry 455
IV. The German Market 458
1. The press industry 458
2. The broadcasting industry 459
V. Conclusion 462
Zusammenfassung 463
Thomas Crofts: Separating issues of Life and Death 465
I. Introduction 465
II. The Actus Reus of Murder: Would there be a Lawful Omission to Treat? 466
IIΙ. The Mens Rea of Murder: Would this be a Case of Double Effect? 467
IV. The Defences: Would this be a Case of Self-Defence? 470
V. The Defences: Would this be a Case of Necessity? 472
VI. Conclusion 477
Zusammenfassung 478
Uwe Scheffler und Marion Weimer-Hablitzel: Der Weg ist das Ziel 481
I. Die Anomietheorie und ihre Väter 481
II. Dichotomie von Zielen und Mitteln 483
III. Formen individueller Anpassung 484
1. Innovation und Rückzug 484
2. Konformität und scaling-down 485
3. Ritualismus 486
IV. Ritualismus reconsidered 488
1. Ziele des Ritualisten 489
2. Entstehungszusammenhänge 490
3. Angst und ihre Ableitungen 492
a) Haß 493
b) Mißgunst 494
c) Mitleidslosigkeit 495
4. Kriminologie des Ritualisten 496
a) Anzeigeerstattung 497
aa) Falsche Verdächtigung 498
bb) Denunziation 499
cc) Mobbing 500
b) Selbstjustiz 501
c) Viktimologie 501
5. Kriminalpolitik 502
a) Zero Tolerance 502
aa) Ritualistische Forderungen 503
bb) Kriminalpolitische Wende 504
cc) Wechselwirkungen 504
b) Politikerverdrossenheit 506
c) Massenmedien 507
V. Schlußbemerkung 508
Summary 509
Ulla Wessels: Und es gibt doch Supererogationslöcher 511
I. Zurechenbarkeit 512
II. Verdunklungsgefahr 513
III. Eine strafrechtliche Analogie 515
IV. Die deontischen Vielecke 516
V. Wohlfahrtsethische Bewertungen und der Preis der Supererogation 521
VI. Supererogationslöcher 523
Summary 528
Rezensionen – Recensions 529
Autoren- und Herausgeberverzeichnis – Contributors and Editors 543
Personenverzeichnis / Index of Names 546
Sachverzeichnis / Index of Subjects 551
Hinweise für Autoren 557
Information for Authors 559