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Zum Sammeln alter Kleider

Die Altkleidersammlung im Spannungsverhältnis zwischen dem Kreislaufwirtschafts- und Straßenrecht

Bühs, Jacob M.

Schriften zum Öffentlichen Recht, Vol. 1358

(2017)

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About The Author

Jacob M. Bühs studierte an der Universität Bremen sowie an der Humboldt-Universität zu Berlin Rechtswissenschaften. Sein Referendariat absolvierte er in Berlin (Kammergericht). Seit Februar 2016 ist der Richter auf Probe – seit Oktober 2017 am Verwaltungsgericht Berlin tätig.

Abstract

Wer hat den ersten Zugriff auf Alttextilien – die öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger oder die privaten Sammlungsunternehmen? Die Arbeit versucht diese Frage insbesondere unter Beachtung des Kreislaufwirtschafts- und Straßenrechts im Einzelfall zu beantworten. Hierbei stellt sich regelmäßig das Problem, ob im Rahmen von abfallrechtlichen Entscheidungen auch straßenrechtliche Belange zu berücksichtigen sind – und umgekehrt. Hierzu untersucht der Autor die wesentlichen Rechtsgrundlagen des Kreislaufwirtschaftsgesetzes wie die einschlägigen Vorschriften der jeweiligen Landestraßengesetze in entsprechender Weise. Daneben zeichnet er die Entstehungsgeschichte der hier maßgeblichen Vorschriften des Kreislaufwirtschaftsgesetzes nach und prüft deren Vereinbarkeit mit dem Grundgesetz wie dem Unionsrecht. »About Collection Old Clothing«

Who has got the first claim on old clothing? Is it the public disposal authority or commercial enterprises? This paper discusses this issue in regard to the german recycling and the german road law. The following question arises: Do road law requirements matter when it comes to rulings on Recycling – and vice versa? To come to a conclusion, the author analyses the relevant legal basis respectively.

Table of Contents

Section Title Page Action Price
Vorwort 7
Inhaltsverzeichnis 9
Einleitung: Fragestellung und Gang der Untersuchung 15
I. Fragestellung 16
II. Gang der Untersuchung 18
Kapitel 1: Die alte Rechtslage 20
A. Die Rechtslage vor dem Altpapier-Urteil 23
I. Alttextilien als Abfall i.S.d. § 3 KrW-/AbfG 23
II. Die Überlassungspflichten und ihre Ausnahmen 25
1. Die Überlassungspflicht 25
2. Eigenverwertung als Ausnahme 26
3. Die Ausnahmen in § 13 Abs. 3 KrW-/AbfG 29
a) Die Ausnahme für die gemeinnützige Altkleidersammlung 30
aa) Begriff der gemeinnützigen Sammlung 31
bb) Ordnungsgemäße und schadlose Verwertung 33
(1) Ordnungsgemäße Verwertung 33
(2) Schadlose Verwertung 34
b) Die Ausnahme für die gewerbliche Altkleidersammlung 35
aa) Begriff der gewerblichen Sammlung 35
bb) Nachweis der ordnungsgemäßen und schadlosen Verwertung 36
cc) Entgegenstehende überwiegende öffentliche Interessen 37
(1) Fiskalische Interessen 39
(2) Funktionsfähigkeit 40
(3) Konsequenz für die Altkleidersammlung 42
III. Eingriffsbefugnisse 43
B. Die Rechtslage nach dem Altpapier-Urteil des BVerwG 44
I. Drittbeauftragung im Rahmen von § 13 Abs. 1 S. 1 KrW-/AbfG 45
II. Gewerbliche Sammlung 45
III. Entgegenstehende öffentliche Interessen 46
IV. Kein Verstoß gegen höherrangiges Recht 47
C. Resümee zu Kapitel 1 48
Kapitel 2: Die Entstehungsgeschichte des Kreislaufwirtschaftsgesetzes 51
A. Die europäischen Vorgaben 52
I. Der neue Abfallbegriff 53
II. Entlassung aus dem Abfallrechtsregime 54
III. Abfallhierarchie 55
B. Die nationale Umsetzung 55
I. Die Fachebene: Das innere Gesetzgebungsverfahren 56
1. Der Arbeitsentwurf 56
a) Teil 1: Die entsprechende Umsetzung der AbfRRL 57
b) Teil 2: Die Reaktion auf die Altpapier-Rechtsprechung 57
aa) Zu den Ausnahmen der Überlassungspflicht 58
(1) Klarstellung: Keine Drittbeauftragung bei Eigenverwertung 58
(2) Konkretisierung: Das entgegenstehende öffentliche Interesse 59
bb) Erweiterung der Anzeigepflicht 61
cc) Neue Eingriffsbefugnisse 62
2. Der Referentenentwurf 63
a) Begriffsbestimmung 63
b) Anzeigepflicht, Auflagen etc. und Untersagung 65
II. Die politische Ebene: Das förmliche Gesetzgebungsverfahren 66
1. Der Gesetzesentwurf der Bundesregierung 66
a) Änderung der Konkretisierung und Rückausnahme 67
b) Einführung einer Mindestdauer 67
c) Vertrauensschutzregelung 68
2. Die Reaktionen 69
a) Die Stellungnahme des Bundesrates 69
b) Die Stellungnahme der EU-Kommission 71
c) Die Stellungnahmen im Rahmen der Sachverständigenanhörung 72
d) Die Stellungnahmen in der Rechtsprechung 74
3. Die Beschlussempfehlung des Umweltausschusses 75
a) Kollisionsklausel 76
b) Rückausnahme 77
4. Die Einigung im Vermittlungsausschuss 79
C. Resümee zu Kapitel 2 80
Kapitel 3: Die Rechtslage nach dem KrWG 83
A. Alttextilien als Abfall 83
B. Die Überlassungspflicht und ihre Ausnahmen 85
I. Die Überlassungspflicht 86
II. Eigenverwertung als Ausnahme 86
III. Die Ausnahmen in § 17 Abs. 2 KrWG 86
1. Die Ausnahme für die gemeinnützige Altkleidersammlung 87
a) Begriff der gemeinnützigen Sammlung 87
b) Ordnungsgemäße und schadlose Verwertung 88
aa) Ordnungsgemäße Verwertung 88
(1) Gesetzessystematik 89
(2) Sinn und Zweck 90
bb) Schadlose Verwertung 92
2. Die Ausnahme für die gewerblichen Sammlungen 92
a) Begriff der gewerblichen Sammlung 94
b) Kein überwiegendes entgegenstehendes öffentliches Interesse 95
aa) Grundsystematik 96
bb) Gefährdung der Funktionsfähigkeit 96
(1) Haushaltsnahe Erfassung und Verwertung 99
(2) Diskriminierungsfreie und transparente Vergabe 100
(a) Die Fallgruppen 100
(b) Dienstleistungskonzession 102
(aa) Dienstleistungskonzession als Vergabe 104
(bb) Bezogen auf Altkleidersammler 105
cc) Die Rückausnahme 105
3. Das Anzeigeverfahren 107
a) Art des Anzeigeverfahrens 107
aa) § 14 Abs. 1 GewO 108
bb) § 14 VersG 109
cc) Gegenüberstellung 109
b) Gesetzesadressat 111
c) Zuständige Behörde 112
d) Umfang der Anzeige 115
C. Eingriffsbefugnisse 117
I. Maßnahmen nach § 18 Abs. 5 S. 1 KrWG 117
II. Die Untersagungsverfügung nach § 18 Abs. 5 S. 2 KrWG 118
1. Die Untersagung nach § 18 Abs. 5 S. 2, 1. Alt KrWG 119
a) Unzuverlässigkeit bei Verstoß gegen die Straßengesetze 122
b) Unzuverlässigkeit wegen Vortäuschens von Gemeinnützigkeit 123
c) Unzuverlässigkeit wegen unvollständiger Anzeige 124
2. Adressatenpflichtigkeit 126
III. Mindestdauer nach § 18 Abs. 6 KrWG 127
IV. Vertrauensschutz nach § 18 Abs. 7 KrWG 129
D. Resümee zu Kapitel 3 130
Kapitel 4: Die Rechtslage nach dem Straßenrecht 132
A. Nutzung einer öffentlichen Straße 133
I. Gemeingebrauch und Sondernutzung 134
II. Altkleidercontainer als Sondernutzung 135
III. Gesetzesadressat 136
B. Anspruch auf Sondernutzungsgenehmigung 136
I. Berücksichtigungsfähige Belange 137
II. Belange der Kreislaufwirtschaft berücksichtigungsfähig? 138
1. Faktischer Einfluss des Straßenrechts 139
a) Faktischer Bodenentzug 139
aa) Keine Verlängerung bzw. Neuausstellung 140
bb) Existenzbedrohung 141
b) Abfallrechtliche Bewertung offensichtlich 143
2. Entsorgung „aus einer Hand“ 144
3. Straßenbild als straßen- und kreislaufwirtschaftlicher Belang 145
a) Straßenbild als Belang der Kreislaufwirtschaft 145
b) Straßenbild als straßenrechtlicher Bezug 147
4. Kreislaufwirtschaftliche Belange in Berlin, Hamburg und Bremen 148
a) § 11 Abs. 2 BerlStrG (Berlin) 148
b) § 19 Abs. 1 Nr. 3 HWG (Hamburg) 149
c) § 18 Abs. 4 BremLStrG (Bremen) 149
5. Gemeinnützigkeit als straßen- und kreislaufwirtschaftlicher Belang 150
6. Fiskalische Gründe 151
C. Nebenbestimmungen 151
I. Befristung und Widerrufsvorbehalt 151
II. Bedingungen und Auflagen 152
III. Ausnahme in Schleswig-Holstein 153
D. Beseitigung 154
I. Allgemeine Rechtmäßigkeitsanforderung 154
1. Hinreichende Bestimmtheit 155
2. Adressat 156
II. Tatbestandliche Anforderungen 157
1. Nutzung ohne die erforderliche Erlaubnis (1. Alt) 157
2. Anforderungen der (öffentlichen) Sicherheit und Ordnung (2. Alt) 158
E. Konzentrationswirkung 159
I. Konzentrationswirkung nach dem Straßenverkehrsrecht 160
1. Konsequenzen 160
2. Voraussetzungen 161
II. Konzentrationswirkung nach dem öffentlichen Baurecht 163
F. Resümee zu Kapitel 4 164
Kapitel 5: Vereinbarkeit mit höherrangigem Recht 166
A. Die Überlassungspflichten bzw. deren Ausnahmen 166
I. Vereinbarkeit mit dem Verfassungsrecht 167
1. Vereinbarkeit mit Art. 14 GG hinsichtlich der Altkleiderbesitzer 167
2. Die Vereinbarkeit mit Art. 12 GG hinsichtlich der Sammler 169
a) Eingriff in den Schutzbereich 170
b) Verfassungsrechtliche Rechtfertigung 171
aa) Jeder vernünftige Grund des Gemeinwohls 172
bb) Verhältnismäßigkeit 172
(1) Insbesondere: Erforderlichkeit 173
(2) Insbesondere: Angemessenheit 173
(a) Kommunale Selbstverwaltung (Art. 28 Abs. 2 GG) 174
(b) Umweltschutz (Art. 20a GG) 176
(c) Zwischenergebnis (Angemessenheit) 179
II. Vereinbarkeit mit dem Unionsrecht 180
1. Eingriff in die Warenverkehrsfreiheit 181
a) Mengenmäßige Ausfuhrbeschränkung 181
b) Mengenmäßige Einfuhrbeschränkung 182
2. Wettbewerbsfreiheit 183
a) Öffentliches Unternehmen 184
b) Keine dem Art. 102 AEUV widersprechende Maßnahme 185
aa) Marktbeherrschende Stellung 185
bb) Missbrauchstatbestand 186
(1) Rechtssache Höfner & Elser 186
(2) Rechtssache Dusseldorp 187
3. Rechtfertigung 188
a) Sekundärrechtlicher Rechtfertigungsgrund 189
b) Cassis-de-Dijon-Rechtsprechung 190
c) Rechtfertigung nach Art. 106 Abs. 2 AEUV 191
aa) Dienstleistung von allgemeinem wirtschaftlichem Interesse 191
bb) Verhinderung und Verhältnismäßigkeit 192
(1) Wirtschaftlich ausgewogene Bedingungen 193
(2) Planungs- und Organisationsverantwortung 193
(a) Hochwertigkeit 194
(b) Gebührenstabilität 195
(c) Vergabe 195
(3) Rückausnahme 199
B. Die Anzeigepflicht bzw. deren Vorgaben 200
C. Resümee zu Kapitel 5 202
Schluss: Ergebnisse und Ausblick 204
I. Gesamtbetrachtung 204
II. Ausblick 205
1. Die „Altkleider-Urteile“ des BVerwG 205
2. Entscheidung des EuGH 206
3. Eingriffe des Gesetzgebers 206
III. Wesentliche Ergebnisse der einzelnen Kapitel 206
Literaturverzeichnis 209
Stichwortverzeichnis 235