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Mittelbare Eingriffe in das Recht am Gewerbebetrieb

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Becker, M. (2018). Mittelbare Eingriffe in das Recht am Gewerbebetrieb. Das Konzept der Verkehrspflichten im Anwendungsbereich des Rechts am Gewerbebetrieb. Duncker & Humblot. https://doi.org/10.3790/978-3-428-55347-1
Becker, Magdalena. Mittelbare Eingriffe in das Recht am Gewerbebetrieb: Das Konzept der Verkehrspflichten im Anwendungsbereich des Rechts am Gewerbebetrieb. Duncker & Humblot, 2018. Book. https://doi.org/10.3790/978-3-428-55347-1
Becker, M (2018): Mittelbare Eingriffe in das Recht am Gewerbebetrieb: Das Konzept der Verkehrspflichten im Anwendungsbereich des Rechts am Gewerbebetrieb, Duncker & Humblot, [online] https://doi.org/10.3790/978-3-428-55347-1

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Mittelbare Eingriffe in das Recht am Gewerbebetrieb

Das Konzept der Verkehrspflichten im Anwendungsbereich des Rechts am Gewerbebetrieb

Becker, Magdalena

Schriften zum Bürgerlichen Recht, Vol. 476

(2018)

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Abstract

Die Arbeit untersucht die Beziehungen, die zwischen dem Recht am Gewerbebetrieb als sonstigem Recht in § 823 I BGB und der Haftung wegen Verkehrspflichtverletzung bestehen. Besondere Beachtung finden dabei das Merkmal des betriebsbezogenen Eingriffs und die Güter- und Interessenabwägung, die für beide Rechtsfiguren relevant ist. Sodann werden die aktuellen und wichtigen Fallgruppen der mittelbaren Schädigung des geschäftlichen Ansehens sowie der unwissentlichen Mitwirkung an Angriffen gegen IT-Systeme von Unternehmen in den Mittelpunkt gestellt. Für diese wird eine ohne das dogmatisch zweifelhafte Recht am Gewerbebetrieb auskommende Lösung erarbeitet, die im Einklang mit dem System des Deliktsrechts steht. Sie greift auf das Rechtsgut der Ehre als sonstiges Recht im Sinne von § 823 I BGB und den Eigentumsschutz, insbesondere den Schutz vor Nutzungsbeeinträchtigungen, zurück und stellt so die bisher in Rechtsprechung und Literatur gefundenen Ergebnisse auf eine neue Grundlage.»Liability for Indirect Infringement of the Right to Operate a Business Enterprise«

This publication deals with the relationship between the right to operate a business enterprise (»Recht am Gewerbebetrieb«) and the liability for breaches of duty of care (»Verkehrspflichtverletzung«). For detailed elaboration two important groups of contemporary cases are being highlighted: Damage to reputation of a business enterprise as well as unknowledgeable participation in attacks on corporate IT systems.

Table of Contents

Section Title Page Action Price
Vorwort 7
Inhaltsverzeichnis 9
A. Einleitung und Problemstellung 17
I. Problemstellung 17
II. Beispiele und aktuelle Erscheinungsforme 17
III. Bisherige Rechtsprechung und Literatur zur Vereinbarkeit von Verkehrspflichten und dem Recht am Gewerbebetrieb 21
1. Rechtsprechung 21
a) Vereinbarkeit 21
b) Nichtvereinbarkeit 23
2. Literatu 24
a) Vereinbarkeit 25
b) Nichtvereinbarkeit 26
3. Fazit 27
IV. Vorgehensweise 28
B. Die Funktion der Verkehrspflichten und die Lehre vom Verhaltensunrecht 29
I. Grundprinzip und Zweck der Verkehrspflichte 29
II. Grundsatz der Verantwortlichkeit für Gefahrenquellen im eigenen Herrschaftsbereich 30
III. Interessenabwägung zur Bestimmung von Verkehrspflichten 32
IV. Der Geltungsbereich der Verkehrspflichten 33
1. Klassische Vorstellung 34
2. Hintergründe 35
3. Konsequenzen 37
a) Unmittelbare Handlung und Verkehrspflichtverstoß 37
b) Vorsätzliche Handlung und Verkehrspflichtverstoß 38
c) Ergebnis 39
4. Weitere Geltungsbereiche 39
a) Wettbewerbsrecht 39
b) Immaterialgüterrecht 40
aa) Rechtsprechung 40
bb) Schrifttum 41
cc) Fazit 43
V. Die systematische Stellung der Verkehrspflichte 43
1. Zuordnung der Verkehrspflichten zu einem Deliktstatbestand 43
a) Zuordnung zu § 823 II BGB 43
b) Zuordnung zu § 823 I BGB 44
c) Erfassung als gewohnheitsrechtlich anerkannte Schutzgesetze in § 823 II BGB 47
d) Ergebnis 47
2. Stellung innerhalb von § 823 I BGB 48
a) Kein Rechtfertigungsgrund 48
b) Positive Bestimmung der Rechtswidrigkeit 48
c) Konkretisierung der verkehrserforderlichen Sorgfalt 49
d) Tatbestandsmerkmal 49
VI. Ergebnis 51
C. Mittelbare und fahrlässige Handlungen als Eingriffe in das Recht am Gewerbebetrieb 52
I. Zweck des Kriteriums des betriebsbezogenen Eingriffs 52
II. Mittelbar kausale Handlungen als betriebsbezogene Eingriffe 54
1. Rechtsprechung 54
a) Reichsgericht: unmittelbarer Eingriff als bestandsverletzender Eingriff 54
b) Bundesgerichtshof: unmittelbarer Eingriff als betriebsbezogener Eingriff 55
2. Literatur 58
3. Stellungnahme 58
III. Fahrlässiges Handeln als Eingriff in das Recht am Gewerbebetrieb 59
1. Rechtsprechung 59
2. Literatu 61
3. Stellungnahme 62
IV. Ausschluss durch Störerhaftung? 64
V. Ergebnis und Schlussfolgerunge 65
D. Die These von der Unvereinbarkeit von Recht am Gewerbebetrieb und Verkehrspflichte 66
I. Der Vergleich zwischen der Figur der Verkehrspflichten und dem Recht am Gewerbebetrieb 66
1. Die Interessenabwägung beim Recht am Gewerbebetrieb 66
a) Zweck 66
b) Systematische Stellung 67
aa) Rechtsprechung 67
bb) Literatu 70
(1) Materielle Bestimmung der Rechtswidrigkeit im offenen Tatbestand 70
(2) Stellung als Tatbestandsmerkmal 71
cc) Stellungnahme 72
c) Ergebnis 73
2. Formaler Vergleich der Interessenabwägung mit dem Konzept der Verkehrspflichte 73
3. Zwischenergebnis 74
II. Die materiellen Beziehungen zwischen Interessenabwägung, Betriebsbezogenheit und Verkehrspflichtverletzung 74
1. Betriebsbezogener Eingriff als Variable für andere rechtliche Wertunge 74
a) Betriebsbezogenheit als Schutzzweckkriterium zum Ausschluss des allgemeinen Lebensrisikos und reiner Vermögensschäde 75
aa) Formulierungen aus Rechtsprechung und Literatu 75
bb) Deutung 76
(1) Keine Aussagekraft des Vermögensbegriffs 76
(2) Keine Aussagekraft der Schutzbereichslehre 77
(3) Betriebsbezogenheit als Synonym für die Realisierung des allgemeinen Lebensrisikos 78
b) Betriebsbezogenheit zur Ausklammerung mittelbarer Schäde 79
aa) Formulierungen aus Rechtsprechung und Literatu 79
bb) Deutung 80
c) Betriebsbezogenheit zur Abgrenzung innerhalb der Rechtsgüter des § 823 I BGB 82
aa) Formulierungen aus Rechtsprechung und Literatu 82
bb) Deutung 83
(1) Hintergrund des Subsidiaritätsgrundsatz 83
(2) Betriebsbezogener Eingriff und Subsidiaritätsgrundsatz als Versuche der Negativabgrenzung des Rechts am Gewerbebetrieb von reinen Vermögensschäde 84
(3) Insbesondere Abgrenzung zu Eigentum und Besitz 85
(a) Rechtsprechung 85
(b) Literatu 86
(c) Historische Betrachtung 87
(4) Stellungnahme 89
d) Betriebsbezogenheit zur Bestimmung von Verhaltensnormen im wirtschaftlichen Verkeh 91
aa) Formulierungen aus Rechtsprechung und Literatu 91
bb) Deutung 92
(1) Keine Erkenntnisse durch Rechtsprechungsanalyse 92
(2) Nur scheinbarer Rückbezug auf Verhaltensnormen des UWG 93
(a) Recht am Gewerbebetrieb als Ersatz für eine wettbewerbsrechtliche Generalklausel 93
(b) Vorrang des UWG 94
(c) Konsequenz 95
(3) Freie Entwicklung von Verhaltensnormen 96
(4) Verkehrspflichten nur zum Schutz Gewerbebetreibende 96
(5) Vorsätzliches Verhalten als Verkehrspflichtverletzung 98
(6) Fazit 99
e) Ergebnis 100
2. Interessenabwägung und betriebsbezogener Eingriff 102
a) Das Verhältnis von betriebsbezogenem Eingriff und Interessenabwägung 102
aa) Rechtsprechung 102
bb) Literatur 103
cc) Stellungnahme 103
b) Interessenabwägung und grundrechtsrelevante Anwendungsfälle 104
c) Ergebnis 106
3. Betriebsbezogenheit und Interessenabwägung als Verkehrspflichtverletzung 107
a) Theoretische Zusammenfassbarkeit von Betriebsbezogenheit und Interessenabwägung zur Verkehrspflichtverletzung 107
b) Autonome Wurzeln beider Rechtsinstitute 108
c) Unklare weitere Entwicklung 108
III. Anwendung auf die Fälle aus der Einleitung 109
1. Zweistufige Prüfung des Rechts am Gewerbebetrieb 109
a) Rechtsgutsverletzung und Organisationspflicht 109
b) Konsequenz 110
2. Einstufige Prüfung des Rechts am Gewerbebetrieb 111
a) Sonstige Verhaltenspflichte 111
b) Konsequenz 112
3. Fazit 112
E. Dogmatisierungsansätze für das Recht am Gewerbebetrieb 114
I. Zweistufige Ansätze 114
1. Das sonstige Recht 114
a) Anknüpfung an § 903 S. 1 BGB 115
b) Ausschlussgehalt als entscheidendes Merkmal 116
c) Weitere Begründungsansätze 118
aa) Sozialtypische Offenkundigkeit 118
bb) Teleologische Deutung 119
d) Stellungnahme 119
2. Ansatz 1: Das Recht am Gewerbebetrieb als „sonstiges Recht“ 120
a) Rechtsprechung 120
aa) Formulierungen aus der Rechtsprechung 120
bb) Erläuterungen und Stellungnahme 122
b) Literatu 123
aa) Ablehnung eines absoluten Rechts 123
bb) Befürworte 126
cc) Stellungnahme 128
(1) Einerseits: Keine Aussagekraft des Merkmals der Rechtswidrigkeitsindikatio 129
(2) Andererseits: Keine brauchbaren Eingrenzungsmöglichkeiten 130
(a) Nur vage Schutzbereichsformulierunge 130
(b) Konkurrenz eines verdinglichten Recht am Gewerbebetrieb zum Eigentumsschutz 131
(c) Konkurrenz des Schutzes des geschäftlichen Ansehens zum allgemeinen Persönlichkeitsrecht 131
(3) Fazit 132
dd) Ergebnis 132
3. Ansatz 2: Das Recht am Gewerbebetrieb als Gewohnheitsrecht 132
a) Darstellung 132
b) Kritik 133
c) Fazit 134
4. Ansatz 3: Analoge Anwendung von § 823 I BGB 134
a) Darstellung 134
b) Kritik 135
c) Fazit 136
5. Ergebnis 136
II. Einstufige Ansätze 137
1. Ansatz 4: Das Recht am Gewerbebetrieb als Generalklausel 137
a) Darstellung 137
b) Kritik 139
aa) Gegen die Rechtsfortbildung innerhalb von § 823 I BGB 139
bb) Gegen eine Rechtsfortbildung außerhalb von § 823 I BGB 141
(1) Das Recht am Gewerbebetrieb als Verkehrspflicht zum Schutz fremden Vermögens 141
(2) Sperrwirkung des § 826 BGB 142
(3) Sperrwirkung des UWG 143
c) Fazit 145
2. Ansatz 5: Das Recht am Gewerbebetrieb über § 823 II BGB erfasse 145
a) Darstellung 145
b) Kritik 146
c) Fazit 148
3. Ergebnis 148
III. Zusammenfassung 148
IV. Zwischenergebnis 149
F. Praktisches Bedürfnis nach speziellem Unternehmensschutz 150
I. Das Überflüssigkeitsargument 150
1. Vorrang des Vertragsrechts sowie der §§ 823 I, 823 II, 824 BGB 151
2. Vorrang des Wettbewerbsrechts und des § 826 BGB 152
II. Überprüfung des Überflüssigkeitsargumentes 154
1. Alternative Lösung der Einleitungsfälle 154
2. Haftung der Medien und Presse für die Verbreitung von Ehrverletzunge 155
3. Angriffe auf informationstechnologische Systeme von Unternehme 157
a) Spam-E-Mails 158
b) Computervire 160
c) Überlastungsangriffe 161
III. Fazit 162
G. Lösungsvorschläge für die Fallgruppe der geschäftsschädigenden Äußerunge 163
I. Heranziehung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts juristischer Persone 163
1. Das allgemeine Persönlichkeitsrecht natürlicher Persone 163
a) Schutzbereich 163
b) Die Legitimation des allgemeinen Persönlichkeitsrechts 165
c) Die Anwendbarkeit des Konzepts der Verkehrspflichtverletzung 166
2. Das allgemeine Persönlichkeitsrecht juristischer Personen und Verbände 167
a) Rechtsprechung 167
b) Literatu 168
c) Stellungnahme 169
aa) Kein Menschenwürdebezug 169
bb) Keine sonstige verfassungsrechtliche Grundlage für generalklauselartigen Schutz 170
cc) Negativer Schutzbereich des Rechtsguts Freiheit in § 823 I BGB 171
dd) Keine Ableitung über das Persönlichkeitsrecht der mittelbar betroffenen natürlichen Persone 172
ee) Fazit 172
3. Das Recht auf freie wirtschaftliche und berufliche Entfaltung 172
a) Darstellung 173
b) Kritik 175
c) Stellungnahme 176
4. Ergebnis 177
II. Geschäftsschädigende Äußerungen als Ehrverletzungen im Sinne von § 823 I BGB 178
1. Faktische Anerkennung der Ehre als Rechtsgut in § 823 I BGB 178
2. Ehre als absolutes Recht 182
a) Der grundsätzliche Schutzbereich der Ehre 182
b) Kein Entgegenstehen von Grundrechten, insb. Art. 5 I GG 183
c) Kein Entgegenstehen der Wettbewerbsordnung 184
d) Irrelevanz der Einordnung als Persönlichkeits- oder Vermögensrecht 185
e) Ergebnis 186
3. Rechtsfortbildung gegen den Willen des Gesetzgebers 186
a) Art. 1 I GG zur Rechtfertigung allein nicht ausreichend 186
b) Hinzuziehung von Art. 12 I GG 187
c) Zweigleisigkeit des Rechtsgut Ehre 188
aa) Ehrenschutz natürlicher Persone 188
bb) Ehrenschutz juristischer Personen und Personengesellschafte 189
4. Gleichbehandlung von Privatpersonen und Unternehmer 190
III. Ergebnis 191
H. Lösungsvorschläge für die Fallgruppe der Angriffe auf informationstechnologische Systeme von Unternehme 193
I. Bestehen einer Verkehrspflicht zur Sicherung eigener IT-Systeme 193
1. Verkehrspflichten von Unternehme 193
2. Verkehrspflichten von Privatpersone 195
3. Ergebnis 196
II. Eigentumsverletzung durch Substanzbeeinträchtigung an Date 197
1. Substanzverletzung im engen Sinne: Zerstörung oder Beschädigung 197
a) Definitio 197
b) Substanzbeschädigung unmittelbar an betroffener Hardware 197
c) Mittelbare Substanzbeschädigung durch Ausfall von Regelungssystemen und anderen Systeme 198
2. Substanzverletzung im weiteren Sinne: Einwirkung auf die Substanz einer Sache 199
a) Definitio 199
b) Substanzverletzung durch Datenveränderung oder -löschung 201
c) Anwendung dieser Grundsätze 202
aa) Unwissentliche Weiterverbreitung von Computervire 202
bb) Automatisierter Spamversand 203
(1) E-Mail-Server auf im Eigentum des Empfängers stehenden Rechne 203
(2) E-Mail-Server auf nicht im Eigentum des Empfängers stehenden Rechne 204
(a) Besitz am Rechne 205
(b) Kein Besitz am Rechne 206
(c) Umsetzung der Datenschutzrichtlinie 2002 / 58 / EG 207
(3) Ergebnis 209
cc) Überlastungsangriffe 210
3. Fazit 211
III. Eigentumsverletzung durch Nutzungsbeeinträchtigung 211
1. Eigentumsverletzung durch Nutzungsbeeinträchtigung 211
a) Die bisherige Diskussio 211
b) Stellungnahme 216
c) Ergebnis 221
2. Nutzungsbeeinträchtigung durch DDoS 221
a) Quasi-Sachentzug durch Überlastungsangriff 222
b) Exkurs: Vergleich einer DDoS-Attacke mit einer Flashmob-Aktio 223
c) Besitznutzungsbeeinträchtigungen und das Recht am eigenen Datenbestand 225
d) Ergebnis 226
3. Nutzungsbeeinträchtigungen durch Verkehrspflichtverletzunge 227
a) Die Problematik der „Stromkabelfälle“ 227
b) Kein verhaltensorientiertes Verständnis des Kriteriums der tatsächlichen oder rechtlichen Einwirkung 228
4. Zwischenergebnis 229
5. Exkurs: Lösung der „Stromkabelfälle“ 230
IV. Ergebnis 232
I. Ergebnisse 233
J. Zusammenfassung 235
Literaturverzeichnis 238
Sachregiste 262