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Kontinuität und Wandel in der Institutionenökonomie

Studien zur Entwicklung der ökonomischen Theorie XXXIII

Editors: Caspari, Volker

Schriften des Vereins für Socialpolitik, Vol. 115/XXXIII

(2018)

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Book Details

About The Author

Volker Caspari ist Professor (emerit) für Wirtschaftstheorie an der TU Darmstadt. Seit Oktober 2019 ist er Seniorprofessor für Volkswirtschaftslehre an der Goethe-Universität Frankfurt/M, wo er zu Fragen der Wachstumstheorie und -empirie, über historische Entwicklung von Wirtschaftsformen und zur Geschichte der ökonomischen Theorien lehrt und forscht. Er wurde in Frankfurt/Main geboren und studierte VWL an der Goethe-Universität in Frankfurt/M., wo er auch promovierte und sich habilitiert hat. 1984 war er Theodor Heuss-Dozent an der New School University, New York. Er hat zu Themen des Wachstums und der langfristigen Wirtschaftsentwicklung, zur Mikrofundierung der Makroökonomie, der Kapitaltheorie sowie zur Geschichte der ökonomischen Theoriebildung geforscht und publiziert.

Abstract

Die neuere Institutionenökonomik schaut inzwischen auf eine rund 40-jährige Entwicklung zurück und hat sich im Kanon der modernen Ökonomik dauerhaft etabliert. Für Dogmenhistoriker ist dies ein hinreichender Grund sich mit dieser Entwicklung etwas ausführlicher zu beschäftigen, zumal sich die institutionenökonomischen Fragestellungen deutlich gewandelt haben. Dominierten ursprünglich Fragen danach, unter welchen Bedingungen Hierarchien oder Märkte die jeweils vorteilhaftere Organisationsform darstellen oder wie asymmetrische Informationsverteilungen an Märkten wirken, so hat sich der Fokus im Laufe der Zeit von mikroökonomischen zu eher makroökonomischen Fragestellungen verschoben. Vor allem die Arbeiten von Douglass North und die neueren Beiträge von Daron Acemoglu und James Robinson untersuchen die Bedeutung der Institutionen für die langfristige ökonomische Entwicklung von Gesellschaften bzw. Nationen. Mit dieser Hinwendung zu Fragestellungen der langfristigen ökonomischen Entwicklung öffnet sich die Ökonomik sowohl dem wirtschaftsgeschichtlichen als auch dem politologischen Diskurs.»Continuity and Change in New Institutional Economics«

During the last 40 years New Institutional Economics has become a well-established field in economics. The »Ausschuss für die Geschichte der Wirtschaftswissenschaften« (committee on the history of economic thought) of the Verein für Socialpolitik has discussed this development of New Institutional Economics. The revised papers which were originally presented at the meeting in 2015 are published in this volume. The topics range from the history of institutional economics to recent discussions on the impact of institutions on comparative economic development.

Table of Contents

Section Title Page Action Price
Vorwort 5
Inhalt 9
Birger P. Priddat: Die Zeit der Institutionen. Geschichte und Theoriegeschichte der Institutionenökonomie 11
I. Belief and institutional behavior 16
II. Marktliche und institutionale Zeitstrukturen 20
III. Retrospektive versus prospektive Institutionen 28
IV. Institutionen unter hypermodernen Bedingungen 31
Joachim Zweynert / Ivan Boldyrev: Neueste Institutionenökonomik und neue Brücken zwischen Wirtschafts- und Sozialwissenschaften 43
Einleitung 43
I. Wandlungen der Institutionenökonomik: eine skizzenhafte Vorgeschichte 44
II. Neue Ansätze 46
III. Wie und warum der Methodenstreit zurückkehrt: Der Fall der Wirtschaftsgeschichte 49
IV. Neue Brücken? 53
Gerhard Wegner: Institutionenökonomische Narrative für die Entstehung des Kapitalismus – eine konstruktive Kritik und das Beispiel Preußens 59
I. Einleitung und Vorgehensweise 59
II. Der Staat als kollektiver Akteur im institutionenökonomischen Denken 62
III. Besonderheiten einer defensiven Modernisierung – das preußische Beispiel 67
IV. Wirtschaftspolitische Diskurse bei der Durchsetzungkapitalistischer Institutionen 74
V. Folgerungen für das institutionenökonomische Narrativder kapitalistischen Transformation 83
Volker Caspari: Warum Nationen scheitern – Acemoglus Anwendung der Institutionenökonomik auf die Wachstums- und Entwicklungsforschung 89
Einleitung 89
I. Institutionen in der empirischen Wachstumsforschung 91
II. Die Glorious Revolution und der Niedergang des Absolutismus 95
III. Entwicklungen im Heiligen Römischen Reich deutscher Nation (Altes Reich) 97
1. Der englische Merkantilismus im Unterschied zum Kameralismus in den deutschen Territorien 98
2. Der östliche im Unterschied zum westlichen Absolutismus: Die Geografie und ihre Folgen 103
3. Preußen und Österreich im Absolutismus 104
IV. Der Rheinbund und der Code Civil: Ein „Big Bang“ in der Wirtschaftsentwicklung? 108
V. Schlussbemerkungen 111
Alexander Ebner: Zwischen Interesse und Kognition: Der konzeptionelle Wandel kultureller Faktoren in Douglass Norths Theorie wirtschaftlicher Entwicklung 115
Einleitung 115
I. Transaktionskosten, Eigentumsrechte und Ideologie in Norths Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung 117
II. Die kognitive Wende in Norths Theorie wirtschaftlicher Entwicklung: Von der Ideologie zur Kultur 122
III. Zur Bewertung kultureller Argumente in Norths Theorie wirtschaftlicher Entwicklung 128
IV. Fazit 133
Toni Pierenkemper: Gregory King (1648–1712). Buchillustrator und Sozialstatistiker. Zur Geschichte von Wirtschaftsstatistik und National Accounting 137
I. Ökonomik und Statistik 137
II. Leben und Lebenswelt in England im späten 17. Jahrhundert 140
III. Die Wirtschaft Englands im Jahre 1688 145
IV. Das englische Volkseinkommen für das Jahr 1688 und seine Ergänzungen 152
V. Die Entwicklung des englischen Volkseinkommens im 18. Jahrhundert 155
VI. Die Sozialstruktur Englands in der Vormoderne 158
VII. Das Volkseinkommen europäischer Staaten seit dem 19. Jahrhundert 161
VIII. Würdigung 171