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Vom Olymp zum Boulevard: Die europäischen Monarchien von 1815 bis heute – Verlierer der Geschichte?

Editors: Hasselhorn, Benjamin | Knorring, Marc von

Prinz-Albert-Forschungen / Prince Albert Research Publications. Neue Folge, Vol. 1

(2018)

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About The Author

Nach dem Studium der evangelischen Theologie, Geschichte und Erziehungswissenschaften in Göttingen und Mainz war Benjamin Hasselhorn von 2008 bis 2011 Promotionsstipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes. Seiner Dissertation in Systematischer Theologie an der Humboldt-Universität zu Berlin (»Politische Theologie Wilhelms II.«) folgte 2011 bis 2014 die Anstellung als wissenschaftlicher Mitarbeiter der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften und als Lehrbeauftragter der Universität Passau für das Fach Neuere und Neueste Geschichte. 2014 wurde er mit einer Arbeit über den deutschbaltischen Historiker Johannes Haller zum Dr. phil. promoviert. Seit 2014 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter und Kurator der Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt.

Abstract

Ist die Monarchie ein Verlierer der Geschichte? Eine lange in der Geschichtswissenschaft verbreitete Modernisierungsthese konnte diesen Schluss nahelegen. Auch heute noch spielen normative Konzepte einer »politischen Moderne« und die Annahme einer Fortschrittsgeschichte von der Monarchie zur (parlamentarischen) Demokratie eine große Rolle. Dabei haben die monarchiegeschichtlichen Forschungsarbeiten in den vergangenen Jahren eine ganze Reihe von Erkenntnissen zu Tage gefördert, die einem eindimensionalen Negativurteil über die Monarchie entgegenstehen. Es ist daher an der Zeit, eine Neubewertung vorzunehmen, welche die enorme Wandelbarkeit und Anpassungsfähigkeit der modernen europäischen Monarchien angemessen berücksichtigt. Der Band leistet dazu einen ersten Beitrag. Er versammelt die Aufsätze wichtiger Vertreter der »neuen Monarchiegeschichte« und untersucht die vielfältigen politischen, rechtlichen und kulturellen Wandlungen, denen die europäischen Monarchien im 19. und 20. Jahrhundert unterlagen. »From Olympus to Boulevard«

Is monarchy on the losing side of history? The modernisation thesis which has long been popular in the historical sciences seems to suggest that. But during the last years research on monarchy has brought new findings to light contradicting this one-dimensional judgement. This volume collects essays from important researchers on »new monarchy history«, analysing the diverse transformations European monarchies went through since 1815.

Table of Contents

Section Title Page Action Price
Geleitwort V
Vorwort VII
Inhalt IX
Benjamin Hasselhorn / Marc von Knorring: Einleitung 1
I. Phasen der Monarchiegeschichte 9
Josef Johannes Schmid: Fatalität der Revolution? – Monarchische Innovation und Behauptung monarchischer Tradition (1760–1820) 11
Die Monarchien des 18. Jahrhunderts – eine Neubewertung 12
Rußland als Vorreiter des klassisch erneuerten Monarchiegedankens 14
Gustav III. – der königliche Staatsstreich 19
George III – die Wiedergeburt der englischen Monarchie 22
Der König und die Kaiserin 24
Die Monarchie im Sturm der Erhebung 25
Ausblick – ein „König von Amerika“? 30
Jes Fabricius Møller: Die Domestizierung der Monarchien des 19. Jahrhunderts 35
Meritokratisierung 37
Kodifizierung 39
Konvergenz 41
Nationalisierung 42
Popularisierung 43
Zusammenfassung 44
Benjamin Hasselhorn: Das Monarchiesterben 1914–1945: Ein Siegeszug der Demokratie? 47
I. 47
II. 51
III. 58
Marc von Knorring: Nur Moderatoren und Medienstars? Europäische Herrscherfamilien seit dem Zweiten Weltkrieg 61
I. Die europäischen Monarchien nach 1945 – Überblick und Problemstellung 61
II. Der Monarch als Inhaber oder dominierender Partizipator der Macht 65
III. Der Monarch als Juniorpartner und „stiller Teilhaber“ der Regierung 70
IV. Der Monarch als politische Randfigur 75
V. Fazit 78
II. Europäische Herrscherhäuser 81
Eberhard Straub: Die letzten Hohenzollern: Die ästhetisierte Monarchie als historisches Kostümstück und Große Oper 83
Frank-Lothar Kroll: Zwischen Autokratie und Konstitutionalismus. Herrschaftsbegründung und Herrschaftsausübung im späten Zarenreich 101
I. 104
II. 110
III. 118
Matthias Stickler: Die Habsburger – eine alteuropäische Dynastie im Spannungsfeld von Konstitutionalismus und Nationalismus 125
I. Grundsätzliches 125
II. „Das Vaterland“ schlechthin – Das Haus Habsburg als dynastischer Gegenentwurf zum konstitutionellen Staat 128
III. Vom „Kron-Fideikomiss“ zur dualistischen Verfassungsstaatlichkeit 138
1. Der verfassungspolitische Dualismus: Die Habsburgermonarchie im Vormärz 138
2. Zerfall versus Zentralismus – Die Habsburgermonarchie im Zeichen von Revolution, Reaktion und Modernisierung 140
3. Zwei Verfassungsstaaten mit gemeinsamer dynastischer Legitimitätsreserve – Der österreichisch-ungarische Ausgleich von 1867 und seine Folgen 147
IV. Fazit 153
Dieter J. Weiß: Das Wittelsbacher Königtum – Entwicklung des Legitimitätsprinzips 157
Georg Eckert: Legitimationsstiftung durch Skandale: Die eigenartige Popularität der britischen Monarchie in der Moderne 175
I. Präliminarien: Monarchie als Inszenierung 176
II. Die Wiedergeburt der Monarchie aus dem Geist der Popularität 185
III. George III., George IV., William IV.: Ein Zerrbild inmitten zweier Fürstenspiegel 188
IV. Victoria I., Edward VII. und der ungekrönte Albert: Eine Monarchie zum Anfassen 196
V. George V. und Edward VIII.: Vom Nutzen und Nachteil der Volksnähe 203
VI. Edward VIII. und Lady Diana – George VI. und Elizabeth II.: Zwei gescheiterte Herzensmonarchen und zwei Vernunftkönige 210
VII. Fazit und Ausblick 217
III. Begründungsstrategien monarchischer Herrschaft 221
Hans-Christof Kraus: Monarchie und Volk – Idee und Problem der ‚Volksmonarchie‘ in Deutschland. Eine Skizze 223
I. 223
II. 227
III. 231
IV. 233
V. 236
VI. 239
Volker Sellin: Die Nationalisierung der Monarchie 241
Franz-Reiner Erkens: Vom „magischen Kitt“ der Monarchie. Ein Essai über die longue durée und das allmähliche Verblassen religiöser Herrschaftsbezüge 255
Autorenverzeichnis 295