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Formen der Drittbeteiligung bei Verwaltungsentscheidungen im Sekundärrecht der Europäischen Union

Behre, Carina

Schriften zum Europäischen Recht, Vol. 181

(2018)

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Carina Behre studierte Rechtswissenschaften an der Universität Osnabrück mit dem Schwerpunkt Europäisches Öffentliches Recht. 2013 legte sie die Erste Juristische Prüfung ab. Anschließend war sie am European Legal Studies Institute Osnabrück am Lehrstuhl von Prof. Dr. Thomas Groß tätig und promovierte im europäischen Verwaltungsrecht. Seit 2017 absolviert sie den Juristischen Vorbereitungsdienst beim Oberlandesgericht Celle. Carina Behre studied law at the University of Osnabrück specialised in European public law. After passing the state examination she was research assistant at the European Legal Studies Institute Osnabrück at the chair of Prof. Dr. Thomas Groß and wrote her doctoral thesis on European administrative law. Since 2017 she serves her legal clerkship at the Higher Regional Court Celle.

Abstract

Die Arbeit untersucht die vom europäischen Sekundärrecht geschaffenen Möglichkeiten für Dritte, sich im Vorfeld von Verwaltungsentscheidungen zu beteiligen. Dabei werden die Beteiligungsformen rechtsbereichsübergreifend zusammengestellt und neben dem Umweltrecht auch das Tierschutzrecht, Gentechnikrecht, Wirtschaftsrecht und Produktrecht beleuchtet. Die herausgearbeiteten Beteiligungsformen werden anhand des Maßstabes der Responsivität in ein Stufensystem eingeordnet. Anknüpfend an die Ergebnisse dieser Systematisierung werden Optimierungsvorschläge für die Drittbeteiligungsformen unterbreitet. Dafür erfolgt eine Rückbindung an die primärrechtlichen Bestimmungen zur Beteiligung und die Beteiligungsfunktionen. Die Arbeit gelangt zu dem Ergebnis, dass die bisherigen Formen der Drittbeteiligung zu begrüßen und durch eine gewisse Vereinheitlichung förderungswürdig sind. Dadurch soll die Beteiligung für den Dritten erleichtert und der bisherige partizipationsoffene Weg der EU weitergeführt werden. »Participation of Third Parties in Administrative Decisions in European Secondary Law«

The European secondary law gives third parties in different ways the possibility to participate before an administrative decision is made. This thesis collects the diverse forms of publications in different areas of law and ranges them in a level system. Building on this systematisation, recommendations for optimising third-party participation are submitted, which are mainly based on the EU primary law and the functions of publication.

Table of Contents

Section Title Page Action Price
Vorwort 7
Inhaltsverzeichnis 9
Abkürzungsverzeichnis 14
A. Einleitung 19
I. Problemdarstellung 20
1. Entwicklung der Beteiligung im Sekundärrecht 20
a) Umweltrecht als Ausgangpunkt für die Öffentlichkeitsbeteiligung 21
b) Sonstige Beteiligungsformen außerhalb der Öffentlichkeitsbeteiligung 23
2. Uneinheitlichkeit der Beteiligungsvorschriften 26
II. Ziel der Untersuchung 27
III. Festlegung des Untersuchungsgegenstandes 28
IV. Gang der Untersuchung 32
B. Bestandsaufnahme 33
I. Umweltrecht 33
1. Umweltverträglichkeitsprüfung 34
2. Immissionsschutzrecht 41
a) IE-RL 41
b) EH-RL 45
c) FlughafenbetriebsbeschränkungsVO 48
3. Störfallrecht 51
4. Umweltaudit 53
5. Naturschutzrecht 56
6. Abfallrecht 62
7. Atomrecht 64
a) Nukleare-Sicherheit-RL 65
b) Entsorgung-RL 66
8. Zwischenergebnis: Umweltrecht als ambivalenter Rechtsbereich 69
II. Tierschutzrecht 72
1. Tierversuche 72
2. Zwischenergebnis: Zurückhaltende Etablierung von Beteiligung 74
III. Gentechnikrecht 74
1. Anwendung im geschlossenen System 75
2. Ausbringung in die Umwelt 78
a) FreisetzungsRL 78
b) Lebens- / Futtermittel-GenT-VO 81
3. Zwischenergebnis: Stufenprinzip als bestimmender Faktor für die Beteiligung 83
IV. Wirtschaftsrecht 84
1. Energierecht 84
a) Strom- und Gasmarkt 85
aa) Strom-RL und Gas-RL 85
bb) Strom-VO und Gas-VO 89
b) Energieinfrastruktur 97
c) Zwischenergebnis: Energierecht als (zweiter) ambivalenter Rechtsbereich 102
2. Telekommunikationsrecht 104
a) Marktregulatorische Verpflichtungen 104
b) Nutzungsrechte und deren Beschränkungen 113
c) Änderungen von Rechten und Pflichten 114
d) Zwischenergebnis: Interessierte Kreise im Fokus des Telekommunikationsrechts 115
3. Fusionskontrolle 116
V. Produktrecht 124
1. Lebensmittelrecht 124
a) Health-Claims-VO und AnreicherungsVO 125
b) Schutz geografischer Bezeichnungen 131
aa) Qualitätsregelung-VO 132
bb) GMO-VO 136
cc) Aromawein-VO 138
dd) Spirituosen-VO 139
c) Zwischenergebnis: Wirtschaftliche Unternehmensinteressen, Verbraucherschutz und Schutz von bestehenden Rechten als Leitinteressen 140
2. Markenrecht 142
a) Unionsmarken-VO 142
b) Marken-RL 148
c) Zwischenergebnis: Bemerkungen Dritter und Widerspruch als Beteiligungsformen 149
3. Arzneimittelrecht 150
a) Pharmakovigilanz 151
b) Zwischenergebnis: Information als leitende Beteiligungsfunktion 153
4. Chemikalienrecht 154
a) REACH-VO 154
b) Pflanzenschutzmittel-VO 161
c) Zwischenergebnis: Einholung von Expertenwissen 164
C. Systematisierung des untersuchten Sekundärrechts 166
I. Komponenten der Beteiligung von Dritten 166
1. Art der Entscheidung 166
a) Einzelentscheidungen 166
b) Administrative Normsetzung mit unmittelbarer Drittwirkung 169
2. Verbindlichkeit der Beteiligung 172
a) Fakultative Beteiligung 172
b) Obligatorische Beteiligung 174
3. Beteiligungsarten 176
a) Beteiligung ohne konkrete Zielsetzung 176
b) Beteiligung zu Informationszwecken 177
c) Beteiligung zur Einholung von Wertungen 178
d) Widerspruchsmöglichkeit durch Beteiligung 181
4. Adressaten 182
a) Dritte mit Beteiligungsinteresse 184
aa) Konkretisierung des Adressatenkreises mittels (Legal-)Definition 185
bb) Fehlende normierte Konkretisierung des Adressatenkreises 189
b) Dritte ohne Beteiligungsinteresse 194
aa) Konkretisierung des Adressatenkreises mittels (Legal-)Definition 194
bb) Fehlende normierte Konkretisierung des Adressatenkreises 196
5. Verpflichtete 199
a) Mitgliedstaatliche Ebene 199
b) Unionale Ebene 201
aa) Kommission 201
bb) Agenturen 202
c) Zusammenschlüsse privater Akteure auf EU-Ebene 206
6. Zeitpunkt 206
a) Verfahrensablauf 207
aa) Allgemeine Vorgaben 207
bb) Frühzeitige Beteiligung 208
cc) Angabe des Verfahrensschrittes 209
b) Angabe einer Frist 210
aa) Vorgabe einer nicht konkretisierten Frist 210
bb) Konkrete Frist 212
7. Responsivität 213
a) Keine Vorgabe zur Responsivität 215
b) Nachträgliche Angabe über die Berücksichtigung 217
c) Berücksichtigungspflicht 218
d) Vetofunktion 220
8. Rechtsbehelfe 221
II. Stufensystem 226
1. Hauptstufe 1: Fakultative Beteiligung 229
a) Unterstufe 1 a): Beteiligung zu reinen Informationszwecken 229
b) Unterstufe 1 b): Einflussnahmemöglichkeit für Dritte 231
c) Unterstufe 1 c): Option einer obligatorischen Beteiligung 233
2. Hauptstufe 2: Obligatorische Beteiligung ohne Berücksichtigungspflicht 234
a) Unterstufe 2 a): Dritte mit Beteiligungsinteresse 235
b) Unterstufe 2 b): Dritte ohne Beteiligungsinteresse 238
3. Hauptstufe 3: Obligatorische Beteiligung mit Berücksichtigungspflicht 240
a) Unterstufe 3 a): Dritte mit Beteiligungsinteresse 240
b) Unterstufe 3 b): Dritte ohne Beteiligungsinteresse 244
4. Hauptstufe 4: Beteiligung mit Vetofunktion 246
a) Unterstufe 4 a): Nicht konkretisierte Beschwerde 246
b) Unterstufe 4 b): Institutionalisierter Widerspruch 247
D. Vorschläge zur Optimierung der Beteiligung von Dritten 248
I. Anknüpfungspunkte aus der Entwicklung 248
II. Rückbindung an das Demokratiekonzept im Primärrecht 252
1. Bestimmungen über die demokratischen Grundsätze (Art. 9–12 EUV) 252
a) Bürgerbeteiligung (Art. 11 EUV) 255
aa) Bekanntgabe und Austausch von Ansichten (Art. 11 Abs. 1 EUV) 258
bb) Dialog mit den repräsentativen Verbänden und der Zivilgesellschaft (Art. 11 Abs. 2 EUV) 260
cc) Betroffenenbeteiligung (Art. 11 Abs. 3 EUV) 263
dd) Europäische Bürgerinitiative (Art. 11 Abs. 4 EUV) 265
b) Teilnahme am demokratischen Leben, Offenheit und Bürgernähe (Art. 10 Abs. 3 EUV) 266
2. Grundsatz der Offenheit (Art. 15 AEUV) 270
3. Beitrag für die Optimierungsvorschläge 273
a) Bürgerbeteiligung (Art. 11 EUV) 273
b) Offenheit und Bürgernähe (Art. 10 Abs. 3 S. 2 EUV) und Grundsatz der Offenheit (Art. 15 AEUV) 279
c) Materielle und formelle Vorgaben des Primärrechts 279
III. Rückbindung an die Funktionen von Beteiligung 280
1. Information als grundlegende Funktion 281
2. Qualitätsverbesserung und Effektivität als objektive Funktionen 283
3. Subjektive Funktionen 284
a) Transparenz und Kontrolle 284
b) Akzeptanz und Legitimation 286
c) Interessenausgleich 288
d) Rechtsschutz 289
4. Beitrag für die Optimierungsvorschläge 290
IV. Optimierungsvorschläge 292
1. Obligatorische Beteiligungen 293
2. Beteiligungsadressaten 295
3. Zeitpunkt und Einflussnahmemöglichkeit 298
4. Berücksichtigungspflicht und nachträgliche Angabe 300
5. Aktive Beteiligungshilfe 301
6. Rechtsbehelfe 304
V. Optionen zur Umsetzung der Optimierungsvorschläge 305
E. Zusammenfassung und Fazit 309
Verzeichnis der abgekürzt zitierten Sekundärrechtsakte 316
Literaturverzeichnis 326
Sachverzeichnis 350