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Entscheidungen unter Unsicherheit

Die verhaltenspsychologische Ausrichtung der aktienrechtlichen Vorstandshaftung

Ahrendt, Christian

Schriften zum Wirtschaftsrecht, Vol. 300

(2018)

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Abstract

Die interdisziplinäre Untersuchung zur aktienrechtlichen Vorstandshaftung betrifft die Frage der Anwendbarkeit der durch § 93 Abs. 1 Satz 2 AktG ausgestalteten Business Judgment Rule auf Entscheidungen von Vorstandsmitgliedern, welche unter Rechtsunsicherheit getroffenen wurden. In diesem Rahmen werden eine Reihe von ex- und impliziten Annahmen – seitens des Gesetzgebers, der Rechtsprechung sowie der juristischen Literatur – über Verhaltensweisen von Vorstandsmitgliedern und Richtern untersucht. Der Autor kommt zu dem Ergebnis, dass sich die Anwendbarkeit der Business Judgment Rule nach der im Entscheidungszeitpunkt bestehenden (rechtlichen oder tatsächlichen) Unsicherheit zu bestimmen hat. Er betont die Notwendigkeit eines direkten Austauschs zwischen den Disziplinen der Rechts- und der Verhaltenswissenschaften. »Decisions under Uncertainty«

The object of the interdisciplinary dissertation relates to the directors' liability under German stock corporation law and the applicability of the business judgment rule (sec. 93 para. 1 sentence 2 of the German Stock Corporation Act) to decisions of directors taken under legal uncertainty. Certain assumptions with respect to the behaviour of directors as well as judges are being examined from a behavioural science's perspective, inter alia concerning the hindsight bias and the sunk-cost effect.

Table of Contents

Section Title Page Action Price
Vorwort 7
Inhaltsverzeichnis 9
Abkürzungsverzeichnis 12
A. Einleitung 15
I. Untersuchungsgegenstand 15
II. Methode 16
III. Gang der Untersuchung 16
B. Geschäftsführung und Leitung 18
I. Grundlagen 18
II. Die Sicherung des Fortbestands der Gesellschaft 21
C. Die aktienrechtliche Vorstandshaftung 26
I. Grundlagen 26
II. Sinn und Zweck von § 93 Abs. 2 Satz 1 AktG 28
III. Durchsetzbarkeit und D&O-Versicherungen 29
IV. Entstehungsgeschichte von § 93 Abs. 1 Satz 2 AktG 31
V. Sinn und Zweck von § 93 Abs. 1 Satz 2 AktG 32
1. Nachvollziehbarkeit unternehmerischer Entscheidungen 32
2. Optimierung des Entscheidungsprozesses 34
3. Schaffung eines sicheren Hafens (safe harbor) 35
4. Rückschaufehler 36
5. Vermeidung eines Anreizes zu defensivem Verhalten 37
6. Zusammenfassendes Zwischenergebnis 40
VI. Die Rechtsnatur von § 93 Abs. 1 Satz 2 AktG 40
VII. Die Voraussetzungen von § 93 Abs. 1 Satz 2 AktG 42
1. Unternehmerische Entscheidung 42
2. Handeln zum Wohle der Gesellschaft ohne Eigeninteresse und sachfremde Einflüsse sowie Gutgläubigkeit 45
3. Vernünftigerweise annehmen dürfen, auf angemessener Informationsgrundlage zu handeln 45
VIII. Zusammenfassendes Ergebnis 48
D. Entscheidungen unter Rechtsunsicherheit 49
I. Vorgaben durch die Legalitätspflicht 49
II. Anforderungen an Entscheidungen unter Rechtsunsicherheit 51
1. Meinungsstand 51
2. Stellungnahme 53
3. Zusammenfassendes Zwischenergebnis 54
III. Dogmatik 54
1. Meinungsstand 54
2. Zusammenfassendes Zwischenergebnis 57
IV. Exemplarische Fallgruppen 57
1. Compliance 57
2. Genehmigungspflichtige Geschäfte 60
3. Zusammenfassendes Zwischenergebnis 60
V. Zusammenfassendes Ergebnis 61
E. Einholung von Rat 62
I. Dogmatik 62
II. Maßstab 65
III. Das Vorverständnis des Gesetzgebers (Ergebnis) 68
F. Einführung in die interdisziplinäre Untersuchung 69
I. Grundsätzliches zur Erkenntnisgewinnung 69
II. Wissenschaftlicher Prozess 70
III. Empirie 71
IV. Grundsätzliches zur Statistik 73
V. Statistik und Ziele des Gesetzgebers 77
1. Die Annahme rationalen Verhaltens des Normadressaten 80
2. „Immunität“ von Vorstandsmitgliedern oder Richtern gegen biases? 81
3. Zusammenfassendes Ergebnis 84
G. Zur „Population“ der Richter 85
I. Grundsätzliches zum hindsight bias 85
II. Hypothesen aus dem juristischen Schrifttum 87
1. Prognosecharakter der unternehmerischen Entscheidung 87
2. Nachträgliche Veränderung des Sachverhalts 89
3. Folgerungen für den Begriff der unternehmerischen Entscheidung 90
4. Exemplarische Fallgruppen 91
a) Compliance 91
b) Genehmigungspflichtige Geschäfte 94
III. Zusammenfassendes Ergebnis 95
H. Zur „Population“ der Vorstandsmitglieder 96
I. Sunk cost effect 96
1. Beschreibung und Auftreten 96
2. Prozessverantwortung 101
3. Besonderheiten (gutachtenbasierter) Entscheidungen unter Rechtsunsicherheit? 105
4. Folgerungen für das Verhältnis zwischen § 93 Abs. 1 Satz 2 AktG und der Legalitätspflicht 109
5. Zusammenfassendes Zwischenergebnis 109
II. Einholung von Rat 110
1. Vereinzelte Erklärungsansätze 110
2. Inhaltliche Auseinandersetzung 112
a) Präferenzen und standpunktinkonsistente Information 112
b) Neurologische Vorgänge bei Konfrontation mit standpunkt‌(in)‌konsistenten Informationen 114
c) Übertragbarkeit? 115
3. Prozessverantwortung 115
III. Zusammenfassendes Ergebnis 120
Gesamtergebnis 122
I. Thesen 122
II. Schlussbetrachtung und Ausblick 124
Literaturverzeichnis 125
Ausgewählte Populärliteratur 144
Glossar 146
Stichwortverzeichnis 148