Menu Expand

Unionsrechtliche Rahmenbedingungen der Restrukturierung von Staatsschulden

Pfleger, Jochen

Schriften zum Deutschen und Europäischen Infrastrukturrecht, Vol. 9

(2018)

Additional Information

Book Details

Pricing

About The Author

Jochen Pfleger hat von 2009 bis 2015 Rechtswissenschaften mit dem Schwerpunkt Wirtschaft und Steuern an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg studiert und dort ein Begleitstudium im Europäischen Recht abgeschlossen. Von 2011 bis 2012 ging er als Visiting Student an das St Hugh's College der University of Oxford. Im Rahmen seines Würzburger Aufbaustudiums im Europäischen Wirtschaftsrecht mit dem Abschluss LL.M. Eur. schrieb er eine von Prof. Dr. Markus Ludwigs betreute Magisterarbeit. Seit 2015 ist Jochen Pfleger wissenschaftlicher Mitarbeiter bei Prof. Dr. Christoph Teichmann in Würzburg und promoviert dort zu einem gesellschaftsrechtlichen Thema. Jochen Pfleger has studied Law at the University of Wuerzburg from 2009 to 2015 and completed his additional studies in European Law there. From 2011 to 2012 he was a Visiting Student at St Hugh's College (University of Oxford). During his master's studies, he wrote a thesis on European Law under the supervision of Prof. Dr. Markus Ludwigs. Since 2015, Jochen Pfleger is a Research Assistant at the chair of Prof. Dr. Christoph Teichmann in Wuerzburg. Under his supervision he is writing a doctorate thesis on Company Law.

Abstract

Die Arbeit untersucht die auf Ebene der EU existierenden normativen Regeln, welche die Problematik der staatlichen Verschuldung im Hinblick auf eine mögliche Staateninsolvenz adressieren. Mangels einer unionalen Staateninsolvenzordnung begibt sich der Autor dafür auf die Suche nach einem angemessenen funktionalen Ersatz. Im Zuge dessen befasst er sich mit dem Ausscheiden eines Mitgliedstaates aus der Währungsunion, mit den Umschuldungsklauseln in europäischen Staatsanleihen, mit der vertieften wirtschaftspolitischen Zusammenarbeit in der Fiskalunion, mit dem nun permanent zur Verfügung stehenden Europäischen Stabilitätsmechanismus sowie mit der Intervention der EZB im Anschluss an das Übergreifen der internationalen Finanzkrise auf die europäischen Staatshaushalte. Die Maßnahmen der EU-Mitgliedstaaten und der europäischen Institutionen zur Bewältigung der Staatsschuldenkrise werden dabei in das Spannungsfeld von Eigenverantwortlichkeit und Stabilität einerseits sowie Beistand und Solidarität andererseits eingeordnet. »The Legal Framework of Sovereign Debt Restructuring within the European Union«

The author examines the legal framework set by EU law for the restructuring of public debt in the light of an EU member state's imminent insolvency. The examination focuses on the measures taken to save the eurozone, and on the intervention of the ECB in the wake of the international financial crisis spreading to the national budgets of EU member states. The study is dedicated to answering the question whether the legal framework is sufficient to overcome the European sovereign debt crisis.

Table of Contents

Section Title Page Action Price
Vorwort 8
Inhaltsverzeichnis 10
Abkürzungsverzeichnis 15
Einleitung 20
I. Hinführung zum Thema 20
II. Bisherige Literatur 21
III. Eigener Ansatz und Fragestellung 24
IV. Eingrenzung des Untersuchungsgegenstandes 25
V. Gang der Untersuchung 29
Kapitel 1: Grundlagen 30
A. Restrukturierung von Staatsschulden 30
I. Restrukturierung 31
1. Der „enge“ Restrukturierungsbegriff 31
2. Der „weite“ Restrukturierungsbegriff 33
3. Folgerung für die Bearbeitung 34
II. Staatsschulden 34
1. Definition von Staatsschulden 34
2. Staatsschulden in der Europäischen Union 36
3. Instrumente der staatlichen Schuldenaufnahme 42
a) Konsortialkredite 43
b) Staatsanleihen 43
III. Staatsschuldenkrise 46
B. Bisherige Restrukturierungspraxis 49
I. Gläubigerkonzentration 50
II. Gläubigerzersplitterung 52
1. Gläubigerdilemma 53
2. Hold-out-Problem 53
3. Völkerrechtliche Aspekte 55
a) Staatsnotstand 55
b) Staatenimmunität 58
c) Fazit 60
III. Probleme der bisherigen Restrukturierungspraxis 61
C. Europäische Wirtschafts- und Währungsunion (WWU) 63
I. Europäische Wirtschaftsunion 63
II. Europäische Währungsunion 67
1. Der Euro als gemeinsame Währung 68
2. Die Euro-Gruppe als Koordinierungsgremium 73
III. Zusammenfassung 74
Kapitel 2: Europäisches Staateninsolvenzrecht 76
A. Begriffsbestimmung 76
I. Staateninsolvenz 76
II. Europarechtliche Perspektive 77
1. Umschuldung als Verfahren 77
2. Ausscheiden als Endpunkt 78
III. Zusammenfassung 78
B. Institutionalisiertes EU-Staateninsolvenzverfahrensrecht 79
I. Konzept einer (völkerrechtlich) verbindlichen Insolvenzordnung 80
1. Funktionen einer Staateninsolvenzordnung 80
a) Verfahrensaspekte 81
b) Schutz der Schuldnerinteressen 83
c) Schutz der Gläubigerinteressen 84
2. Die Insolvenzreife des Staates 85
3. Zusammenfassung 87
II. Sovereign Debt Restructuring Mechanism (SDRM) 88
III. European Crisis Resolution Mechanism (ECRM) 90
IV. Bewertung 92
C. Vertraglich vereinbarte Umschuldungsklauseln 95
I. Begriffsbestimmung 95
II. Umschuldungsklauseln im EU-Recht 97
III. Bewertung 100
D. Ausscheiden aus der (Währungs-)‌Union 102
I. Ausscheiden aus der Europäischen Währungsunion 103
1. Freiwilliger Austritt 104
2. Erzwungener Ausschluss 106
3. Faktische Konsequenzen 108
II. Ausscheiden aus der Europäischen Union 109
E. Staateninsolvenz in der EU und WWU 110
I. Vertragsverletzungsverfahren 110
II. Aussetzung von Rechten 111
III. Kapitalverkehrsbeschränkungen 112
IV. Fazit 112
F. Bewertung 114
Kapitel 3: Europäisches Staateninsolvenzvermeidungsrecht 117
A. Begriffsbestimmung 117
B. Eigenverantwortlichkeit und Stabilität 117
I. Koordinierung der Wirtschaftspolitik 118
1. Erläuterung 118
2. Bewertung 119
II. Marktdisziplinierung der Staatsfinanzen 119
1. Zweck der Marktdisziplinierung 120
2. Normatives Konzept der Marktdisziplinierung 120
3. Versagen der Marktdisziplinierung in der Krise 122
III. Fiskalregeln 123
1. Defizitverfahren gem. Art. 126 AEUV 123
2. Stabilitäts- und Wachstumspakt 124
a) Einführung im Jahr 1997 125
b) Änderung im Jahr 2005 126
IV. Fiskalunion 126
1. Six-Pack 127
a) Reform des Stabilitäts- und Wachstumspaktes 128
b) Makroökonomisches-Ungleichgewichte-Verfahren 129
2. Two-Pack 130
3. Euro-Plus-Pakt 131
4. Europäischer Fiskalpakt 132
a) Automatischer Korrekturmechanismus 133
b) Steuerung des Euro-Währungsgebiets 134
C. Beistand und Solidarität 135
I. Finanzieller Beistand der Union 136
II. Europäische Rettungsschirme 137
1. Darlehensfazilität für Griechenland 138
2. Europäischer Finanzstabilisierungsmechanismus (EFSM) 140
3. Europäischer Stabilitätsmechanismus (ESM) 141
D. Bewertung 143
Kapitel 4: Die Intervention der EZB zwischen Stabilität und Solidarität 147
A. Rechtliche Ausgangslage 148
I. Unabhängigkeit der EZB 149
II. Mandat der EZB 150
III. Geldpolitische Instrumente 150
1. Gestattete geldpolitische Instrumente 151
a) Offenmarkt- und Kreditgeschäfte 151
b) Mindestreserven 153
c) Wahl der geldpolitischen Mittel 153
2. Verbotene geldpolitische Instrumente 154
a) Verbot des direkten Zentralbankkredits 155
b) Verbot des unmittelbaren Erwerbs von öffentlichen Schuldtiteln 156
B. Unkonventionelle geldpolitische Maßnahmen 157
I. Überblick 157
II. Rechtmäßigkeit 160
1. Gerichtliche Klärung 161
2. Auffassung der EZB 163
3. Kritik 164
a) Umgehung des Verbots der monetären Staatsfinanzierung 164
b) Überschreitung des Mandats der EZB 166
c) Gefährdung der Unabhängigkeit der EZB 167
4. Synthese der rechtlichen Beurteilung 167
C. Bewertung 169
Kapitel 5: Resümee 176
A. Ergebnisse 176
B. Rückblick und Ausblick 177
I. Rückblick 177
II. Ausblick 179
1. Euro-Bonds 179
2. Euro-Zonen-Budget 181
3. Europäischer Währungsfonds 182
4. Neuausrichtung der EZB 183
5. Mut zu Reformen 184
Literaturverzeichnis 187
Sachverzeichnis 207