Menu Expand

Das Stinnes-Legien-Abkommen 1918–1924

Voraussetzungen, Entstehung, Umsetzung und Bedeutung. Herausgegeben von Gesamtmetall – Gesamtverband der Arbeitgeberverbände der Metall- und Elektro-Industrie e.V

Krüger, Dieter

(2018)

Additional Information

Book Details

Pricing

About The Author

Dieter Krüger, Historiker und Wiss. Archivar, diente über 30 Jahre als Wissenschaftlicher Beamter des Bundes und lehrt als außerplanmäßiger Professor Zeitgeschichte an der Universität Potsdam. Er veröffentlichte u.a. zur Sozialgeschichte und zu den Sozialwissenschaften im deutschen Kaiserreich, zur NATO und zum Warschauer Pakt, zur Europäischen Integration in den 1950er Jahren, zur militärischen Zeitgeschichte sowie zu Theorie und Praxis des Archivwesens, zuletzt: »Hans Speidel und Ernst Jünger. Freundschaft und Geschichtspolitik im Zeichen der Weltkriege«, Paderborn 2016. Dieter Krüger is a historian and archivist, served as an academic civil servant for over 30 years and teaches as an associate professor of contemporary history at the University of Potsdam. He has published on social history and the social sciences in the German Empire, NATO and the Warsaw Pact, European integration in the 1950s, contemporary military history and the theory and practice of archiving; most recently: »Hans Speidel and Ernst Jünger. Freundschaft und Geschichtspolitik im Zeichen der Weltkriege«, Paderborn 2016.

Abstract

Die Monographie erinnert an das wegen seiner Bedeutung für den Verlauf der Weimarer Republik in der Geschichtswissenschaft umstrittene Abkommen zwischen Industrie und Gewerkschaften kurz nach der Novemberrevolution 1918. Es wurde nach seinen Protagonisten, dem Montanindustriellen Hugo Stinnes, und dem Führer der sozialistischen Gewerkschaften, Carl Legien, benannt. Mit der Vereinbarung erkannte die deutsche Großindustrie das Prinzip der kollektiven, überbetrieblichen Regelung der Löhne, Arbeitszeiten und Arbeitsverhältnisse durch Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften an. Im Gegenzug verzichteten die Gewerkschaften vorläufig auf die Forderung nach Sozialisierung der Großindustrie. Die Inhalte des Abkommens gingen in die Reichsverfassung ein. Die gleichberechtigte Gestaltung der Arbeitsbeziehungen durch eine institutionalisierte Sozialpartnerschaft (»Zentralarbeitsgemeinschaft«) zerbrach in der Hyperinflation von 1923. Die Lehren aus dem Schicksal des Abkommens wirkten sich langfristig auf die Gestaltung der Tarifautonomie in der Bundesrepublik nach 1945 aus. »The Stinnes-Legien-Agreement, 1918–1924«

The monograph recalls the agreement between industry and trade unions shortly after the November Revolution of 1918, and the institutional social partnership between employers and trade unions that existed until 1924. Historians differed on its importance for the history of the Weimar Republic. The agreement represented a paradigm shift in the development of industrial relations from the late Empire to Weimar democracy, whose long-term impact also influenced the shape of the autonomy in collective bargaining in West Germany after 1945.

Table of Contents

Section Title Page Action Price
Vorwort des Herausgebers 5
Inhaltsverzeichnis 7
Abbildungsverzeichnis 9
Abkürzungsverzeichnis 12
I. Prolog: Berlin, im November 1918 13
II. Einleitung 21
1. Das Stinnes-Legien-Abkommen im Spiegel der Literatur 21
2. Ein Erinnerungsbuch 34
III. Von den Sozialistengesetzen zum Gesetz über den Vaterländischen Hilfsdienst: Arbeitsbeziehungen im kaiserlichen Deutschland 1890–1917 37
1. Die Dominanz der Schwerindustrie: Unternehmer- und Arbeitgeberverbände 38
2. Modernisierungsdefizite: Staat und Arbeiterschaft 48
3. Konkurrenz und Kooperation: die Gewerkschaften 53
4. Reform als Klassenkampf: die Freien Gewerkschaften 60
5. Der Kampf um Tarifverträge 65
6. Der Krieg als Schrittmacher der Veränderung 73
7. Die Gewerkschaften als Ordnungsfaktor: das Hilfsdienstgesetz von 1916 81
8. Das Reformprogramm der Gewerkschaften 92
IV. Die Entstehung des Stinnes-Legien-Abkommens 1917 / 18 95
1. Vorsichtige Annäherung: das Problem der Übergangswirtschaft 95
2. Im Zeichen der militärischen Niederlage: die Gewerkschaften als Partner der Großindustrie 102
3. Die Revolution als Schrittmacher 124
4. Die Verhandlung des Vereins deutscher Eisen- und Stahlindustrieller am 14. November 1918 in Berlin 132
5. Die neue Arbeitsgemeinschaft in der Kritik 148
6. Revolutionäre Opposition 160
7. Das Abkommen und die Weimarer Reichsverfassung 163
8. Von der negativen Integration zur Partizipation: die Sozialpartner im Übergang zur Republik 168
V. Die institutionalisierte Sozialpartnerschaft: Die Zentralarbeitsgemeinschaft (ZAG) 1919–1922 173
1. Die Anfänge der Organisation 174
2. ZAG und Reichsverband der Deutschen Industrie (RDI) 178
3. ZAG und Reichsregierung: Gemeinwirtschaftspläne 181
4. Tarifverträge und Streiks 188
5. Konsolidierung im Zeichen wachsender gewerkschaftlicher Opposition gegen die ZAG 193
6. Staatlicher Gestaltungswille: Reichswirtschaftsrat und Schlichtungsverordnung 201
7. Widerstände gegen Angestelltentarifverträge 205
8. Die ‚Gelben‘: die ZAG als hybride Institution 208
9. Bewährungsprobe: der Kapp-Lüttwitz-Putsch 1920 211
10. Um Löhne und Zulagen: das Problem der Inflation 219
11. Die Kontroverse um die Außenhandelsabgabe 227
VI. Inflation und Stabilisierung: das Scheitern der Arbeitsgemeinschaft 1922–1924 233
1. Gegensätzliche Sanierungsvorschläge 235
2. Wer trägt die Last? Die Auseinandersetzung um den Achtstundentag 254
3. Die Kündigung 263
VII. Bilanz und Ausblick 273
Anmerkungen 287
Quellenverzeichnis 317
Literaturverzeichnis 319
Personenverzeichnis 331
Personenregister 339