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Europäische Sozialgeschichte

Festschrift für Wolfgang Schieder

Editors: Dipper, Christof | Klinkhammer, Lutz | Nützenadel, Alexander

Historische Forschungen, Vol. 68

(2000)

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Abstract

Wolfgang Schieder vollendet am 2. September 2000 sein 65. Lebensjahr. Freunde, Schüler und Kollegen haben ihm zu diesem Anlaß eine Festschrift gewidmet, die seine wissenschaftlichen Leistungen würdigen soll. Aus diesem Grund greifen die Autoren sozialhistorische Fragen der europäischen Geschichte auf.

Wolfgang Schieder gehört zu den Mitbegründern der modernen Sozialgeschichte in Deutschland. Er hat maßgeblich dazu beigetragen, daß diese Forschungsrichtung eine führende Stellung in der deutschen Geschichtswissenschaft erlangte. Schieder hat dabei stets auf die Notwendigkeit hingewiesen, die historische Entwicklung anderer Länder vergleichend mit in den Blick zu nehmen.

Der Titel »Europäische Sozialgeschichte« entspricht dem wissenschaftlichen Selbstverständnis des Geehrten daher in besonderer Weise. Sozialgeschichte wird hier so weit gefaßt, wie es Wolfgang Schieder stets gefordert hat, denn sein Interesse blieb nie auf deren »klassische« Themen beschränkt. Der vorliegende Band dokumentiert zugleich, daß sich die Sozialgeschichte in einer Phase des Umbruchs und der Neuorientierung befindet.

Table of Contents

Section Title Page Action Price
Vorwort V
Inhaltsverzeichnis VII
Tabula Gratulatoria XI
I. Politische Bewegungen und Regime 1
Armin Heinen: Erscheinungsformen des europäischen Faschismus 3
I. Warum ist es so schwierig, den Faschismus zu definieren? 5
II. Warum sind überall im Europa der Jahre 1918 bis 1945 faschistische Gruppierungen entstanden? Warum hatte der Faschismus eine solch starke Ausstrahlungskraft? 8
III. Warum gab es nur in Italien, Deutschland und Rumänien nennenswerte autonome faschistische Bewegungen? 9
IV. Wie kam der Faschismus an die Macht? 11
V. Ein Verlaufsmodell faschistischer Bewegungen und Systeme 14
VI. Ist das „Dritte Reich“ mit dem Regime Mussolinis in Italien vergleichbar? Wo liegen die Unterschiede? 17
VII. Warum scheiterte die Faschisierung trotz Regierungsbeteiligung der faschistischen Gruppen in Spanien und Rumänien? 18
VIII. Inwiefern tragen die Satellitenfaschismen zu einer Theorie des Faschismus bei? 20
Alexander Nützenadel: Faschismus als Revolution? Politische Sprache und revolutionärer Stil im Italien Mussolinis 21
I. Die Entstehung des revolutionären Mythos nach 1922 25
II. Die „Revolutionsfeiern“ 29
III. Die „Mostra della Rivoluzione fascista“ 32
IV. Umdeutung des Revolutionsbegriffes 35
Hans Mommsen: Die nationalsozialistische Machteroberung: Revolution oder Gegenrevolution 41
Brunello Mantelli: Die Italiener auf dem Balkan 1941–1943 57
I. Die Zahlen 57
II. Das faschistische Italien als Aggressor auf dem Balkan 58
III. Griechenland zwischen Hungersnot und militärischer Unterdrückung 60
IV. Mussolinis Politik des „divide et impera“ in Jugoslawien 63
a) Die „Provinz Lubiana“ 64
b) Montenegro und Kosovo 66
c) Dalmatien und das südwestliche Kroatien 68
V. Warum gab es keinen „Nürnberger Prozeß“ gegen italienische Kriegsverbrecher? 71
VI. Italienischer Faschismus und Vernichtungspolitik 72
Klaus von Beyme: Stalinismus und Post-Stalinismus im osteuropäischen Vergleich 75
I. Stalinismus als Begriff der Herrschaftsformenlehre 75
II. Stalinismus als Ideologie 77
III. Stalinismus als Herrschaftssystem 80
IV. Stalinismus in den Volksdemokratien und in der DDR 81
V. Post-Stalinismus 84
VI. Ausblick: Das neue retrospektive Interesse an Stalinismus und Totalitarismus 87
II. Revolutionen und Umbrüche 91
Pierangelo Schiera: Überlegungen zum Problem des Konstitutionalismus in Europa im Übergang vom 18. zum 19. Jahrhundert 93
I. Das Verfassungsproblem der Zeit 93
II. De Lolme 98
III. Madame de Staël und Sismondi 103
IV. Sismondi 107
V. Die neue Wissenschaft vom Konstitutionalismus 110
Wolfgang J. Mommsen: Die zweite Revolution, die nicht sein sollte: Die Reichsverfassungskampagne: die letzte Phase der Revolution von 1848/1849 113
Jürgen Heideking †: Zwei Amerikabilder in der deutschen Verfassungsdebatte 1848 /49 127
I. Das Problem des amerikanischen Einflusses auf die Verfassunggebung der Paulskirche 127
II. Zwei Amerika-Deutungen in der Flugschriftenliteratur der deutschen Revolution 129
III. Leistungen und Grenzen der zeitgenössischen Betrachtungsweisen 136
Christoph Nonn: Ländlicher Kommunalismus und liberaldemokratische Bewegung in der Revolution von 1848 /49 141
I. März 1848: Die Zerstörung der Schlagbäume 141
II. Die Revolution auf dem Land 142
III. Vormärz und Chausseebau 145
IV. Die Bittschrift der Saarburger Landbevölkerung von 1836 146
V. „Volkshaufen“ und „Umsturzpartei“: Die Schlagbaumzerstörungen des März 1848 aus der Sicht der Staatsbehörden 149
VI. Die Zerstörung des Schlagbaums in Freudenburg 151
VII. Wirtschaftlicher Egoismus, Eigentum und Gemeinde 152
VIII. Demokratisches Bürgertum und dörfliche Basisrevolution 154
Helmut Berding: Aufbruch zur Demokratie im Hessen der Nachkriegszeit 157
III. Klassen und Professionen 171
Rainer Hudemann: Sozialpartnerschaft oder Klassenkampf? Zu deutsch-französischen Spannungsfeldern seit dem 19. Jahrhundert 173
Arnold Esch: Namenlose auf Italienreise. Handwerker, Arbeitssuchende, Vagabunden in der Dokumentation eines deutschen Hilfsvereins in Rom 1896–1903 185
Calixte Hudemann-Simon: L’exercice de la médecine libérale et le statut des médecins au XIX siècle (Grande-Bretagne, France, Allemagne et Russie) 203
I. L’évolution de la formation médicale et des conditions exigées pour une pratique »légale« 204
II. Les conditions de la pratique médicale libérale et le statut des praticiens 212
Hans-Peter Ullmann: „Der Kaiser bei Wertheim“ – Warenhäuser im wilhelminischen Deutschland 223
I. Entstehung und Expansion der Warenhäuser 223
II. Die Warenhäuser in der Diskussion 230
III. Die Warenhäuser als historiographischer Maßstab 234
Eberhard Kolb: Streikrecht für Beamte? Der Februarstreik 1922 der Reichsbahnbeamten 237
I. 238
II. 243
III. 252
IV. Mentalitäten und Kulturen 257
Hartmut Lehmann: Säkularisierung und Gewalt in der modernen Welt 259
Innocenzo Cervelli: Medor, der jakobinische Hund 269
Lutz Klinkhammer: Der junge Friedrich Engels als Kritiker seiner Zeit 275
I. Engels’ frühe politische Entwicklung 275
II. Die Entdeckung der „arbeitenden Klasse“ in England 278
III. Politische Radikalität und bürgerliche Herkunft 286
IV. Arbeiterin und arbeitende Klasse 294
Hansmartin Schwarzmaier: Die Großherzöge von Baden und Italien – Haustradition und Denkformen in der Zeit der nationalen Einheitsbewegung. Mit einem Brief von Ferdinand Gregorovius 297
Anhang 315
Gabriele B. Clemens: „Schläfriger und geistloser als Konstantinopel im Mittelalter“ – Das römische Assoziationswesen (1815–1870) 317
Moshe Zimmermann: Die Religion des 20. Jahrhunderts: Der Sport 331
I. Prolegomena: Der Sport und der Historiker 331
II. Sport als Religion 334
III. Die Voraussetzung: Die säkularisierte Gesellschaft 339
IV. Das Beispiel: Olympia 342
V. Fazit 349
V. Diskurse und Identitäten 351
Walter Rummel: ‚Weise‘ Frauen und ‚weise‘ Männer im Kampf gegen Hexerei. Die Widerlegung einer modernen Fabel 353
I. 353
II. 361
III. 364
IV. 370
V. 374
Volker Sellin: Napoleon auf der Säule der Großen Armee. Metamorphosen eines Pariser Denkmals 377
Stuart Woolf: The political discourse of Italian regionalism: the example of the Valle d’Aosta 403
I. The Problem of National and Regional Identities 403
II. The Regions and the Italian Constitution of 1948 404
III. The Struggle for Autonomy in Valle d’Aosta 406
IV. The Politics of Valdostan Autonomy 407
Martin H. Geyer: Die Sprache des Rechts, die Sprache des Antisemitismus: „Wucher“ und soziale Ordnungsvorstellungen im Kaiserreich und der Weimarer Republik 413
I. Wucher als rechtlicher Tatbestand 415
II. Das Argument der Notwehr 418
III. Wucher und Gemeinwohl 420
IV. Vom antisemitischen Produzenten – zum sozialdemokratischen Konsumentenprotest 422
V. Gerechtigkeit und „Billigkeit“ im Zeichen des Krieges 424
VI. Gesellschaftskrise und Sprache 427
Jost Dülffer: Krieg und Frieden bei Max Scheler 431
I. Schelers akademische Karriere 432
II. Krieg als Thema: vom Augusterlebnis bis zu den Massenschlachten 435
III. Typologie und Praxis des Pazifismus 442
Heinrich August Winkler: Das Paradox als Paradigma. Von der Weimarer Republik zu den Lehren aus Weimar 447
VI. Methodik und Historiographie der Sozialgeschichte 459
Hans-Ulrich Wehler: Emotionen in der Geschichte. Sind soziale Klassen auch emotionale Klassen? 461
Jürgen Kocka: Zivilgesellschaft als historisches Projekt: Moderne europäische Geschichtsforschung in vergleichender Absicht 475
I. Europäische Geschichte als Gegenstand 476
II. Komparatistik und Transfergeschichte 478
III. Zivilgesellschaft als Perspektive 481
Christof Dipper: Italien und Deutschland seit 1800: Zwei Gesellschaften auf dem Weg in die Moderne 485
I. Der Vergleich in der Geschichtswissenschaft 485
II. Aufgaben eines deutsch-italienischen Vergleichs 492
III. Zwei Wege in die Moderne: eine Skizze 496
Jens Petersen: Der Ort Mussolinis in der Geschichte Italiens nach 1945 505
I. Mussolini: „der größte Staatsmann des 20. Jahrhunderts“? 505
II. Der Mussolini-Mythos nach 1922 508
III. Die Historisierung der Diktatur-Erfahrung 513
IV. Piazzale Loreto 514
V. Die Figur Mussolinis im Postfaschismus 516
VI. Das schriftliche Œuvre 518
VII. Der Mythos Matteottis 519
VIII. Die Diktaturerfahrung als Verfassungsprinzip 520
IX. Die ausgebliebene Historisierung Mussolinis 523
Claus D. Kernig: Überlegungen zur Globalisierung der Sozialgeschichte 525
I. Höhere Einkommen regeln die Geburten 525
II. Sozialgeschichte auf falscher Fährte 531
III. Ein Denkmodell 536
Literaturhinweise 540
Wilhelm Voßkamp: Die Gegenstände der Literaturwissenschaft und ihre Einbindung in die Kulturwissenschaften 543
I. 543
II. 544
III. 546
Veröffentlichungen von Wolfgang Schieder 547
I. Selbständig verfaßte Bücher 547
II. Editionen und Sammelbände 547
III. Aufsätze in Zeitschriften und Sammelbänden 548
IV. Lexikonartikel 553
Von Wolfgang Schieder betreute Dissertationen und Habilitationen 555
Dissertationen 555
Habilitationen 558