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Die Vollstreckbarkeit und ihr Beweis gem. Art. 31 und 47 Nr. 1 EuGVÜ

Keßler, Axel

Schriften zum Prozessrecht, Vol. 137

(1998)

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Abstract

Die Freizügigkeit zivilrechtlicher Entscheidungen, d. h. ihre Vollstreckung über die Staatsgrenzen hinweg, wird durch das EuGVÜ und durch das Luganer Übereinkommen sehr erleichtert. Doch auch in dem stark vereinfachten Verfahren, in dem die Vollstreckung im ausländischen Staat aufgrund dieser Abkommen bewilligt wird, muß nach Maßgabe des Art. 31 EuGVÜ/LugÜ geprüft werden, ob die Entscheidung in dem Vertragsstaat, in dem sie ergangen ist, vollstreckbar ist. Nach Art. 47 Nr. 1 EuGVÜ/LugÜ hat die die Zwangsvollstreckung betreibende Partei die Urkunden vorzulegen, aus denen sich ergibt, daß die Entscheidung vollstreckbar ist.

Für die praktische Handhabung ist die Abgrenzung dessen, was zu den Voraussetzungen der Vollstreckbarkeit gehört, von erheblicher Bedeutung. Die Beurteilung wird maßgeblich durch die großen Unterschiede erschwert, die nach den Rechten der einzelnen Vertragsstaaten sowohl bei der Zubilligung als auch bei den als Nachweis der Vollstreckbarkeit in Betracht kommenden Bescheinigungen bestehen. Für die Länder Deutschland, Frankreich, England, Schweiz und Österreich wird dargestellt, welche Vollstreckungsvoraussetzungen des Urteilsstaates zur Vollstreckbarkeit i. S. des EuGVÜ gehören und welche nur den Vollstreckungsverfahren des Urteilsstaates zuzurechnen sind. So wird vor allem die Bedeutung der Vollstreckungsklausel und der vergleichbaren ausländischen Erscheinungen als Vollstreckbarkeitsvoraussetzung bzw. Vollstreckbarkeitsnachweis dargestellt. Fraglich ist, ob die Vollstreckungsklausel oder die entsprechenden ausländischen Erscheinungen überhaupt eine Vollstreckbarkeitsvoraussetzung oder nicht vielmehr dem nationalen Vollstreckungsverfahren zuzurechnen sind. In der Praxis zeigt sich teilweise eine falsche Übung. Den besonderen Vollstreckungsvoraussetzungen bei der Rechtsnachfolge, Zug um Zug-Vollstreckung und beim einstweiligen Rechtsschutz sind eigene Kapitel gewidmet.

Table of Contents

Section Title Page Action Price
Vorwort 5
Inhaltsverzeichnis 7
Abkürzungsverzeichnis 13
1. Kapitel: Einführung 19
2. Kapitel Grundlagen2. Kapitel Grundlagen2. Kapitel: Grundlagen 22
A. Definition der Vollstreckbarkeit 22
B. Abgrenzung des Erkenntnis- vom Zwangsvollstreckungsverfahren 27
C. Bedeutung des nationalen Vollstreckungszulassungsverfahrens 31
I. Abgrenzung nach Art. 16 Nr. 5 EuGVÜ 32
II. Abgrenzung nach dem Charakter der Vollstreckungszulassung 34
D. „Vollstreckbarkeit\" trotz Einstellung der Zwangsvollstreckung bzw. Unzulässigkeit der Zwangsvollstreckung im Urteilsstaat? 39
I. Einstellung der Zwangsvollstreckung im Urteilsstaat 39
II. Eröffnung des Konkurses im Urteilsstaat 44
1. Lösungen in Rechtsprechung und Literatur 44
2. Eigener Lösungsvorschlag 46
3. Folgen für die Vollstreckbarerklärung 47
E. Beweiserleichterung 48
I. Grundsatz des Art. 47 Nr. 1 EuGVÜ und § 6 Abs. 1 AVAG 48
II. Die Beweiserleichterung des § 6 Abs. 2 AVAG 52
1. Die verpflichtende Anhörung des Schuldners nach § 6 Abs. 2 AVAG 52
2. Die Vereinbarkeit mit Art. 34 Abs. 1 EuGVÜ 55
3. Die Vereinbarkeit mit Art. 47 Nr. 1 EuGVÜ 57
4. Die Vereinbarkeit mit Art. 48 Abs. 1 EuGVÜ 57
5. Die Anhörung des Schuldners außerhalb von § 6 Abs. 2 AVAG 58
III. Anwendbarkeit der in Art. 48 Abs. 1 EuGVÜ genannten Alternativen für den Nachweis der Vollstreckbarkeit 60
1. Fristbestimmung 63
2. Gleichwertige Urkunden 66
3. Die Befreiung von der Urkunden vorläge 66
3. Kapitel: Rahmenbedingungen 69
A. Frankreich 69
B. England 70
C. Schweiz 71
D. Österreich 73
4. Kapitel: Die allgemeinen Vollstreckbarkeitsvoraussetzungen 76
A. Deutschland 76
I. Bedeutung der Vollstreckungsklausel in der Zwangsvollstreckung 76
II. Die Vollstreckungsklausel als Voraussetzung der Vollstreckbarkeit i.S.v. Art. 31 EuGVÜ? 78
III. Die Vollstreckungsklausel als Beweis der Vollstreckbarkeit nach Art. 47 Nr. 1 EuGVÜ? 81
B. Frankreich 83
I. Die allgemeinen Voraussetzungen der Zwangsvollstreckung (conditions de forme) 83
1. Die Vollstreckungstitel 83
2. Die Vollstreckungsklausel 86
a) Die Vollstreckungsklausel in der Zwangsvollstreckung 86
b) Die Vollstreckungsklausel als Vollstreckbarkeitsvoraussetzung 90
II. Die allgemeinen Vollstreckbarkeitsvoraussetzungen 91
1. Die materiellrechtlichen Voraussetzungen (conditions de fond) 91
a) Unbedingter Bestand (créance certaine) 92
b) In Geld ausgedrückte oder meßbare Forderung (liquidité) 94
c) Fälligkeit (exigibilité) 95
d) Nachweis dieser materiellrechtlichen Voraussetzungen gem. Art. 47 Nr. 1 EuGVÜ 98
2. Die Zahlungsaufforderung (commandement) 99
III. Besondere Vollstreckungsvoraussetzungen für Urteile 100
1. Rechtskraft 100
2. Vorläufige Vollstreckbarkeit 106
3. Zustellung 109
IV. Zusammenfassende Beurteilung der Bedeutung der Vollstreckungsklausel für den Nachweis der Vollstreckbarkeit 110
C. England 113
I. Die Vollstreckungstitel 113
II. Der writ of execution 114
III. Das certificate under section 12 Civil Jurisdiction and Judgments Act 1982 116
1. Rechtsgrundlagen 116
2. Historische Vorläufer der Regelung 117
3. Die Erteilung und der Inhalt der Bescheinigung 118
4. County Court Entscheidungen und Magistrates* Courts Unterhaltsbeschlüsse 119
5. „Entry 120
IV. Die einzelnen Vollstreckbarkeitsvoraussetzungen für Urteile 122
1. Die Rechtsmittel 122
2. Die Einstellung der Vollstreckung (Stay of execution) 124
a) Stay of execution pending appeal 125
b) Stay of execution by writ of fieri facias 127
c) Auswirkungen des stay of execution auf die Vollstreckbarkeit i.S.v. Art. 31 EuGVÜ 128
3. Fälligkeit 129
4. Vollstreckungsgenehmigung (leave to issue execution) 130
a) Zeitablauf (limitation period) 131
b) Bedingte Entscheidungen (conditional orders) 132
c) Erteilung der Vollstreckungsgenehmigung 133
d) Die Vollstreckungsgenehmigung als Vollstreckbarkeitsvoraussetzung i.S.v. Art. 31 EuGVÜ? 134
D. Schweiz 135
I. Die Vollstreckung von auf Geldleistung gerichteteten Titeln 135
1. Der Zahlungsbefehl 135
a) Der Zahlungsbefehl als Vollstreckungstitel 135
b) Qualifikation als Entscheidung i.S.v. Art. 25 EuGVÜ 137
2. Die Rechtsöffnung 139
a) Die definitive Rechtsöffnung (Art. 80 f. SchKG) 141
aa) Das gerichtliche Urteil 144
bb) Der gerichtliche Vergleich 146
cc) Die gerichtliche Schuldanerkennung 147
b) Die provisorische Rechtsöffnung 147
aa) Abgrenzung nach Art. 16 Nr. 5 LugÜ 149
bb) Folgerungen 153
II. Die Vollstreckung von nicht auf Geldleistung gerichteten Titeln 156
E. Österreich 158
I. Die Exekutionsbewilligung 158
1. Bedeutung der Exekutionsbewilligung im nationalen Zwangsvollstreckungsverfahren 158
2. Die Exekutionsbewilligung als Voraussetzung der Vollstreckbarkeit i.S.v. Art. 31 EuGVÜ? 161
3. Die Exekutionsbewilligung als Beweis der Vollstreckbarkeit nach Art. 47 Nr. 1 EuGVÜ? 162
II. Vollstreckbarkeitsvoraussetzungen und ihr Beweis gem. Art. 47 Nr. 1 EuGVÜ 165
1. Rechtskraft und Ablauf der Leistungsfrist 165
a) Rechtskraft 165
b) Leistungsfrist 168
aa) Bedeutung 168
bb) Beginn der Leistungsfrist 170
c) Bedeutung der Vollstreckbarkeitsbestätigung 171
2. Weitere inhaltliche Erfordernisse, die an den Vollstreckungstitel gestellt werden 175
a) Bestimmtheit (§ 7 Abs. 1 EO) 175
b) Bedingungen 176
c) Fälligkeit (§ 7 Abs. 2 EO) 176
III. Folgerungen für die Notwendigkeit der Vorlage der Exekutionsbewilligung 178
5. Kapitel: Besondere Vollstreckbarkeitsvoraussetzungen 179
A. Vollstreckbarkeit für und gegen Rechtsnachfolger 179
I. Allgemeines 179
II. Frankreich 181
III. England 184
IV. Schweiz 188
V. Österreich 190
B. Zug um Zug-Vollstreckung 193
I. Allgemeines 193
1. Historische Entwicklung 193
2. Ermittlung der Vollstreckbarkeit von Zug um Zug-Urteilen 194
3. Vollstreckbarkeit deutscher Zug um Zug-Urteile 195
II. Frankreich 195
III. England 197
IV. Schweiz 200
1. Nicht auf Geldleistung gerichtete Zug um Zug-Urteile 201
2. Auf Geldleistung gerichtete Zug um Zug-Urteile 203
V. Österreich 204
6. Kapitel: Einstweiliger Rechtsschutz 210
A. Frankreich 210
I. Sicherungsmaßnahmen („mesures conservatoires\") 210
II. Einstweilige Maßnahmen 212
Β. England 216
C. Schweiz 220
I. Der Arrest (Art. 271-281 SchKG) 221
II. Einstweilige Verfügungen (vorsorgliche Maßnahmen) 223
D. Österreich 225
I. Sicherungsmaßnahmen 225
II. Einstweilige Verfügungen 227
1. Sicherheitsleistung 229
2. Befreiungsbetrag (Abstandsbetrag und Lösungssumme) 230
3. Geltungsdauer (Verfügungsfrist) 230
4. Rechtfertigungsfrist 231
5. Vollzugsfrist 232
7. Kapitel: Schluß 233
A. Zusammenfassung 233
B. Ausblick 236
Literaturverzeichnis 238