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Kirchliche Finanzwirtschaft

Band I: Finanzbeziehungen und Haushaltsstrukturen in der evangelischen und katholischen Kirche in der Bundesrepublik Deutschland

Hessler, Heinz Dieter | Strauß, Wolfgang

Finanzwissenschaftliche Forschungsarbeiten. N. F., Vol. 57

(1990)

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Abstract

Es ist mit Sicherheit der Wunsch vieler Finanzwissenschaftler, die Finanzwirtschaft so bedeutender deutscher Parafisci wie der evangelischen und der katholischen Kirche wenigstens in Teilaspekten darzustellen. In Teilaspekten, weil die »Finanzwirtschaft« der Kirchen ein äußerst umfangreicher Untersuchungsgegenstand ist, der einer Gesamtdarstellung in einer Monographie kaum zugänglich erscheint. Das Finanzwissenschaftliche Forschungsinstitut an der Universität zu Köln legt hiermit einen Forschungsbericht vor, der angesichts einer so breiten Problematik notwendigerweise zu einer Einengung des Untersuchungsgegenstandes kommen mußte: Zum einen enthält er ausschließlich die Finanzwirtschaft bestimmter Regionen wie die der Evangelischen Kirche im Rheinland und des Erzbistums Köln. Zum anderen werden innerhalb dieser Darstellung zwei Schwerpunkte gelegt, nämlich die Finanzbeziehungen zwischen kirchlichen Institutionen auf den drei föderativen Ebenen und die Haushaltsstrukturen ausgewählter Kirchengemeinden. Der Bericht belegt in detaillierter qualitativer Beschreibung und finanzwissenschaftlicher Beurteilung die äußerst vielgestaltigen und dezentralen Finanzausgleichsmechanismen in der Evangelischen Kirche im Rheinland einerseits und das einheitliche und zentrale Zuweisungssystem im Erzbistum Köln andererseits.

Aus dem Vorwort von Prof. Dr. Karl-Heinrich Hansmeyer

Table of Contents

Section Title Page Action Price
Vorwort V
Inhalt IX
Tabellen und Abbildungen XV
Abkürzungen XVII
Erster Teil: Organisations- und Finanzstrukturen 1
Erstes Kapitel: Einführung: Das Untersuchungsziel 1
§ 1 „Kirchenfinanzen“ in Begriff und Abgrenzung 1
A. Der Umfang der Kirchenfinanzen 1
B. Die Eingrenzung des Untersuchungsfeldes 5
§ 2 Problemschwerpunkte der Untersuchung 7
A. Finanzbeziehungen und Haushaltswirtschaft 7
B. Die Repräsentativität der Untersuchungsergebnisse 9
Zweites Kapitel: Die grundlegenden Organisationsstrukturen 12
§ 3 Organisationsstrukturen in der evangelischen Kirche 12
A. Das presbyterial-synodale Prinzip 12
B. Die regionale und funktionale Struktur der Evangelischen Kirche im Rheinland 14
C. Die Neuordnung kirchlicher Strukturen 24
D. Statistische Daten 26
§ 4 Organisationsstrukturen in der katholischen Kirche 29
A. Das episkopal-hierarchische Prinzip 29
B. Die regionale und funktionale Struktur des Erzbistums Köln 35
C. Die Neuordnung kirchlicher Strukturen 48
D. Statistische Daten 51
Drittes Kapitel: Entscheidungsinstitutionen, Aufgabenstellung und finanzielle Beziehungen 56
§ 5 Die nationalen zentralen Ebenen 56
A. Die Spitzenorganisation in der evangelischen Kirche 56
B. Die Spitzenorganisation in der katholischen Kirche 63
§ 6 Die regionalen zentralen Ebenen 75
A. Die Evangelische Kirche im Rheinland (EKiR) 75
B. Das Erzbistum Köln (EBK) 81
§ 7 Die regionalen mittleren Ebenen 88
A. Die Kirchenkreise und Stadtkirchenverbände der EKiR 88
B. Die Dekanate im EBK 96
§ 8 Die lokalen Ebenen 97
A. Die Gemeinden der EKiR 97
B. Die Gemeinden des EBK 100
§ 9 Systeme finanzieller Beziehungen zwischen den Entscheidungsebenen 104
A. Aufgabenverteilung als Probleme der Organisation und der Finanzwirtschaft 104
B. Steuerhoheit und Steuerverteilung 110
Zweiter Teil: Ausgewählte Systeme der Finanzbeziehungen 119
Viertes Kapitel: Das System des Finanzausgleichs in der Evangelischen Kirche im Rheinland 119
§ 10 Der Finanzausgleich als ein System von Umlagen und Zuweisungen 119
A. Die Ortskirchensteuerhoheit als Ausgangspunkt der Finanzbeziehungen zwischen Kirchengemeinden und Landeskirche 119
B. Besondere Zuweisungs- und Umlage-Arten 122
C. Die rechtlichen Grundlagen des Finanzausgleichs-Systems 122
§ 11 Der zweistufige Aufbau des Systems 125
§ 12 Der übersynodale Finanzausgleich 128
A. Die Pfarrerbesoldung und ihre Finanzierung durch die Umlage I und die zweckgebundenen Erträge und Einnahmen 128
B. Der Finanzausgleich zwischen den Gemeinden, I. Phase: Zuweisungen der Landeskirche an die Kirchenkreise 134
C. Der Finanzausgleich zwischen den Gemeinden, II. Phase: Funktion der Kirchenkreise bei der Verteilung der landeskirchlichen Ausgleichszuweisungen an die Gemeinden 138
D. Der Finanzausgleich zwischen den Gemeinden, III. Phase: Die Finanzierung des landeskirchlichen Haushalts und des Finanzausgleichs durch die Umlage II 140
§ 13 Der innersynodale Finanzausgleich 159
A. Die Regelung nach den Finanzausgleichsrichtlinien vom 21. August 1973 159
B. Die Regelung im Kirchenkreis Jülich 161
C. Die Regelung im Kirchenkreis an der Agger durch das Verwaltungsamt Gummersbach 170
§ 14 Die Zuweisungsregelung im Stadtkirchenverband Köln 176
A. Die Funktion des Verbandes und der Kirchenkreise 176
B. Die Haushaltsautonomie der Verbands-Gemeinden 177
C. Die Struktur der Zuweisungen 178
§ 15 Zusammenfassende Beurteilung des Finanzausgleichssystems 195
A. Vergleich der Regelungen des innersynodalen Finanzausgleichs 195
B. Gewichtsverlagerung im Finanzausgleich auf Gesamtkirche und Kirchenkreis? 198
Fünftes Kapitel: Das System der Zuweisungen im Erzbistum Köln 201
§ 16 Das Zuweisungssystem im Zusammenhang der Finanz- und Haushaltsrechtsbeziehungen 201
A. Die Diözesankirchensteuerhoheit als Ausgangspunkt der Finanzbeziehungen zwischen Bistum und Kirchengemeinden 201
B. Die rechtlichen Grundlagen des Zuweisungssystems 202
§ 17 Die Arten der Zuweisungen und die Einbeziehung der gemeindlichen Einnahmen in das Gesamtsystem 203
A. Die Zuweisungen an den Hauptetat 204
B. Die anzurechnenden Einnahmen der Gemeinden 206
C. Die besonderen Zuweisungen an Teilhaushalte 208
§ 18 Das Berechnungsschema der Kirchensteuerzuweisungen 210
§ 19 Die Schlüsselzuweisungen 212
A. Grundbeträge für Seelsorge und Verwaltung 212
B. Durchschnittsbeträge für Bewirtschaftung 215
C. Pauschalbeträge für Instandhaltung 217
§ 20 Die Bedarfszuweisungen für Personalausgaben 218
A. Die Vergütungsordnungen der Kirche 219
B. Die Pfarrerbesoldung 219
C. Die Rendantenvergütung 219
§ 21 Die Sonderzuweisungen 224
A. Zuweisungen für personalbezogene Ausgaben 224
B. Zuweisungen für sachbezogene Ausgaben 224
C. Zuweisungen für Ausgaben der Sondereinrichtungen 225
§ 22 Zusammenfassende Beurteilung des Zuweisungssystems 225
A. Grundprinzip, zentrale Verwaltung und Gemeindeautonomie 225
B. Struktur und Entwicklung der Zuweisungen 226
Sechstes Kapitel: Vergleichende Beurteilung der Systeme von Finanzbeziehungen 229
§ 23 Die von der Kirchensteuerhoheit geprägte Unterschiedlichkeit der Systeme 229
A. Zum Begriff des Finanzausgleichs in den beiden Systemen 229
B. Die Festlegung der Kirchensteuerhoheit als Bestimmung der Ausgangslage für den Finanzausgleich 230
§ 24 Unterschiede und Gemeinsamkeiten in der Lösung der Ausgleichsproblematik 233
A. Methodische Schritte und Berechnungsverfahren 233
B. Probleme der Finanzbedarfsmessung 234
C. Verfahrensprobleme bei der Finanzkraftberechnung 241
D. Totalausgleich versus Teilausgleich 244
Dritter Teil: Haushaltssysteme und Haushaltsstrukturen 247
Siebentes Kapitel: Die Kirchenhaushalte 247
§ 25 Die Haushaltssysteme der Kirchen 247
A. Das System der einheitlichen Haushalte in der Evangelischen Kirche in Deutschland und in der Evangelischen Kirche im Rheinland 247
B. Das System der Gesamt-, Teil- und Sonderhaushalte im Erzbistum Köln 253
§ 26 Probleme der Auswahl und der Repräsentanz der Gemeindehaushalte und ihre Kennzeichnung 264
Achtes Kapitel: Die Einnahmen-Struktur der Kirchengemeinden 274
§ 27 Überblick über das Einnahmen-System 274
A. Die Bedeutung der Kirchensteuer 274
B. Struktur und Probleme des Gesamtsystems der Einnahmen 279
C. Das Gesamtstrukturbild 284
§ 28 Methodische Probleme der Erfassung und des Vergleichs in und zwischen den beiden Kirchen 286
A. Die Einnahmengruppierungen 286
B. Die ökonomische Strukturierung der Einnahmegruppen 286
§ 29 Die Analyse der Einnahmen-Struktur 289
A. Das Analyse-Programm 289
B. Verdichtete Analysezahlen 291
C. Die Grenzen der Analyse 292
§ 30 Die Analyse-Ergebnisse 311
A. Die „echten“ Einnahmen 311
B. Die verfügbaren Einnahmen aus Kirchensteuermitteln 317
C. Die Zahlungen Dritter 321
D. Die Kollekten und Spenden, die Einnahmen aus Vermögenserträgen, die Einnahmen aus Verwaltung und Betrieb und die Veräußerungserlöse 325
E. Zusammenfassende Betrachtung der Einnahmengruppen 327
Neuntes Kapitel: Die Ausgaben-Struktur der Kirchengemeinden 330
§ 31 Erfassung und Vergleich der Ausgaben 330
A. Die Ausgabengruppierung 330
B. Die ökonomische Strukturierung der Ausgabengruppen 333
§ 32 Die Analyse der Ausgaben-Struktur 335
A. Das Analyse-Programm 335
B. Verdichtete Analysezahlen 337
C. Die Grenzen der Analyse 339
§ 33 Die Analyse-Ergebnisse 352
A. Die „echten“ Ausgaben 352
B. Die Personalausgaben 355
C. Die Sachausgaben 359
D. Zuschüsse an andere Stellen, Erwerbsausgaben für Sachen und Bauausgaben 361
E. Zusammenfassende Betrachtung der Ausgabengruppen 364
Zehntes Kapitel: Das Konzept der „operativen Ausgaben“ und ihrer „Eigenfinanzierungsquote“ 367
§ 34 Methodische Probleme 367
A. Vorbemerkungen 367
B. Die Aufteilung der Funktionen in die „kirchlichen“ (I) und die „sozialen“ (II) 368
C. Die Eliminierung der „nichtoperativen“ Positionen 369
D. Das Gesamtkonzept 373
E. Verdichtete Analysezahlen 373
§ 35 Die Analyse-Ergebnisse 389
A. Die Anteile der operativen Ausgaben an den Gesamtausgaben 389
B. Die Eigenfinanzierungsquote 391
C. Die Struktur der operativen Ausgaben 394
D. Kirchliche und soziale Ausgaben im Konzept der operativen Ausgaben 398
E. Zusammenfassende Betrachtung des Problems der operativen Ausgaben 403
Elftes Kapitel: Gesamtbeurteilung der Forschung über Kirchenfinanzen in der Bundesrepublik Deutschland im vorliegenden Bericht 406
§ 36 Die Ergebnisse des Forschungsprojektes 406
A. Kirchen als finanzwirtschaftliche Institutionen: Die regionale und organisationsstrukturelle Unterschiedlichkeit von EKiR und EBK 408
B. Leitungs- und Mitwirkungsprinzipien in den kirchlichen Organen als den Entscheidungsinstanzen: Presbyterial-synodales Prinzip in der EKiR versus episkopal-hierarchisches Prinzip im EBK 410
C. Finanzbeziehungen innerhalb der Kirchen: Dezentralismus, Mehrstufigkeit und Vielgestaltigkeit in der EKiR versus Zentralismus und Einheitlichkeit im EBK 413
D. Kirchengemeinden als Orte öffentlicher Haushaltsführung: Die Eigentümlichkeiten kirchlicher Haushaltsplanaufstellung, Haushaltsstrukturen und Rücklagenverbuchung 420
E. Einnahmenstrukturen in den Kirchengemeinden: Die Dominanz der steuerlichen Einnahmen und die Abhängigkeit von den „Drittmitteln“ 426
F. Ausgabenstruktur in den Kirchengemeinden: Unterschiedlich hohe Belastungen durch Personalausgaben und Größendegression bei den laufenden Sachausgaben 430
G. „Zielorientierte“ Leistungserstellung und ihre Finanzierung: Überraschend unterschiedliche Höhe der „operativen Ausgaben“ und ihrer „Eigenfinanzierungsquoten“ 432
H. Ausgaben für „kirchliche“ und „soziale“ Zwecke: Die Kirchengemeinden im Dienste öffentlicher Versorgungsziele 434
§ 37 Aufgaben für die weitere Forschung 435
A. Die Haushaltsstrukturen der kirchlichen Körperschaften auf allen föderativen Ebenen 435
B. Die Finanzbeziehungen zwischen den kirchlichen Körperschaften auf allen föderativen Ebenen sowie zwischen Kirche und öffentlicher Hand 436
C. Staatliche Politik und kirchliche Finanzen: Probleme des Parafiskalismus in Steuerertragshoheit und sozialen Versorgungsleistungen 439
Literaturverzeichnis 445
Anhang 455