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Nicklaus, A. (1997). Die Kollision von verlängertem Eigentumsvorbehalt und Factoringzession im deutschen und englischen Recht. Duncker & Humblot. https://doi.org/10.3790/978-3-428-48707-3
Nicklaus, Antje. Die Kollision von verlängertem Eigentumsvorbehalt und Factoringzession im deutschen und englischen Recht. Duncker & Humblot, 1997. Book. https://doi.org/10.3790/978-3-428-48707-3
Nicklaus, A (1997): Die Kollision von verlängertem Eigentumsvorbehalt und Factoringzession im deutschen und englischen Recht, Duncker & Humblot, [online] https://doi.org/10.3790/978-3-428-48707-3

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Die Kollision von verlängertem Eigentumsvorbehalt und Factoringzession im deutschen und englischen Recht

Nicklaus, Antje

Schriften zum Internationalen Recht, Vol. 94

(1997)

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Abstract

Die Autorin vergleicht die im deutschen und englischen Recht gefundenen Lösungen des folgenden Problems: Eine Person erwirbt eine Ware unter Eigentumsvorbehalt. Die aus dem Weiterverkauf entstehende Forderung gegen einen Drittkäufer wird sowohl an den Verkäufer zur Sicherheit abgetreten als auch an eine Factoringbank verkauft und abgetreten.

Zunächst werden die konstruktiven Besonderheiten des verlängerten Eigentumsvorbehalts (der sogenannten »Romalpa-Klausel«) sowie der Abtretung im englischen Recht dargestellt. Dieses verfügt über eine Art »Allgemeinen Teil« für die Lösung von Prioritätskonflikten. Es folgt eine Erörterung der in Frage kommenden Regeln dieses Regelungssystems (u. a. Alterspriorität, Vorrang des Legalrechts, Sanktionierung nachlässigen Verhaltens, Estoppel, Sonderregeln für den Trust, Mitteilungspriorität, Registerpriorität). Die dem deutschen Recht vergleichbaren Sachfragen ergeben sich aus der Zuordnung zu diesen Prioritätskonzepten. Darüber hinaus werden im deutschen Recht verwendete Gesichtspunkte (Qualifikation als Sicherheit, Vorrang des Sacherwerbsdarlehens) diskutiert. Die Auswertung der dargestellten Regelungssysteme sowie der Äußerungen aus Literatur und Rechtsprechung kann zu keinem endgültigen Ergebnis führen: Die englische Rechtsprechung erzielt das offenbar gewünschte Ergebnis, den Vorrang der Factoringzession vor dem verlängerten Eigentumsvorbehalt, über eine Umqualifizierung der Romalpa-Klausel, die den Prioritätskonflikt dem System der Registerpriorität zuordnet und damit zu einem dem deutschen Recht (Vorrang wenigstens des »echten« Factorings) vergleichbaren Ergebnis kommt. Maßgebend ist dabei weniger konkrete Interessenbewertung als allgemeinere Gesichtspunkte der Bewältigung von Prioritätskonflikten.

Table of Contents.

Section Title Page Action Price
Vorwort 5
Inhaltsverzeichnis 7
Einleitung 13
I. Sachproblem: Die Kollision von verlängertem Eigentumsvorbehalt und Forderungsabtretung, insbesondere der Factoringzession, im englischen und deutschen Recht 13
II. Grundlagen 14
A. Common law und Equity 14
B. Insolvenz 15
C. Sicherungsrechte 16
1. Grundformen: mortgage und charge 16
2. Problem: Registrierungspflicht 18
3. Sicherungsrechte an Forderungen 19
a) Charge 19
b) Trust receipt 20
III. Gang der Untersuchung 21
Kapitel 1: Der verlängerte Eigentumsvorbehalt 23
I. Einleitung 23
II. Das “equitable right to trace” 24
A. Abgrenzung zum common law 24
B. Das equitable-tracing-Recht im allgemeinen 25
1. Gedanklicher und historischer Ausgangspunkt: der trust 25
2. Rechtsnatur der Rechte des Benefiziars 27
3. Ausdehnung auf andere Beziehungen 28
C. Voraussetzungen des equitable right to trace im einzelnen 28
1. Fiduziarische Beziehung 29
a) Begriff 29
b) Spezialfälle: Vertretung, Verwahrung 32
c) Zusammenfassung 34
2. Kein Erfordernis einer Pflichtverletzung 34
3. Identifizierung des zu verfolgenden Gegenstandes und Ersatzaussonderung (§ 46 KO) 34
D. Zusammenfassung 39
III. Der verlängerte Eigentumsvorbehalt 40
A. Deutsches Recht: Vorausabtretung 40
B. Englisches Recht: Tracing 42
1. Rechtslage vor 1976 43
2. Aluminium Industrie Vaassen B.V. v. Romalpa Aluminium Ltd 43
3. Problemstellung: Konstruktion des verlängerten Eigentumsvorbehaltes 45
a) Die Romalpa-Konstruktion 45
b) In re Bond Worth Ltd. 46
4. Kritik an Romalpa 48
5. Reichweite des Romalpa-Rechts 53
6. Neuere Entwicklung 55
a) England 55
b) Andere Common-law-Länder 57
C. Zusammenfassung 58
Kapitel 2: Abtretung und Factoring 59
I. Einleitung 59
A. Plan der Darstellung 59
B. Begriff der Abtretung 60
II. Geschichtliche Entwicklung der Abtretungsformen 60
A. Geschichtliche Entwicklung bis zu den Judicature Acts 61
B. Rechtsnatur der verschiedenen Abtretungsformen 63
1. Rechtsnatur des equitable assignment 64
2. Rechtsnatur der Abtretung “at law” 65
C. Zusammenfassung der Entwicklung; Reform durch die Judicature Acts 66
D. Zusammenfassung 68
III. Tatbestand der Abtretung im einzelnen 68
A. Abtretungsvoraussetzungen 69
1. Kein Vertrag erforderlich 69
2. Form 69
3. Gegenleistung (“consideration”) 70
4. Abtretungsanzeige 70
5. Absolutheit der Abtretung 71
B. Vorausabtretung 72
C. Globalzession 74
IV. Factoring 74
A. Factoring historisch 75
B. Arten von Factoring 76
1. Factoring 76
2. Invoice-Discounting/Diskontierung von Buchforderungen 78
3. Forfaitierung 79
C. Rechtliche Ausgestaltung der Factoring-Vereinbarung 79
1. Factoring und Abtretung 80
2. Verwendete Typen von Factoringverträgen 80
a) Ausgangspunkt: Stempelsteuer 81
b) Vertragstypen 81
aa) Rahmenvereinbarung mit Einzelabtretungen 82
bb) Globalzession 82
cc) Gemeinsame Modalitäten 83
dd) Ergebnis 83
c) Registrierungspflicht 84
d) Vor- und Nachteile 84
3. Vergleich 85
Kapitel 3: Prioritätskonzepte 87
I. Einführung 87
II. “Allgemeiner Teil” 88
A. Deutschland 88
B. England 89
1. Historische Einführung 89
2. Charakterisierung der englischen Prioritätsregeln 90
C. Alterspriorität als Hauptprinzip 90
1. Common Law 90
2. Equity 91
D. Hintansetzung aufgrund gutgläubigen entgeltlichen Erwerbs des legal title 92
1. Grundsatz 92
2. Tabula in naufragio 93
3. Zusammenfassung und Vergleich 95
E. Hintansetzung wegen vorwerfbaren Verhaltens des früheren Berechtigten 96
1. Vorwerfbares Verhalten 97
a) Nachlässigkeit 97
b) Estoppel 99
2. Fälle 100
a) Immobilien 100
b) Mobilien 101
3. Zusammenfassung 103
F. Sonderregel für die Trust-Fälle: das equitable interest des Benefiziars hat grundsätzlich Vorrang 104
1. England 104
2. Vergleich: Schottland, Irland 106
G. Ausnahmen vom absoluten Vorrang des Trusts 108
1. Nachlässigkeit 109
2. Estoppel by agency 110
H. Sonderregel für den Fall der “Sicherheit für ein Erwerbsdarlehen” 114
J. Ergebnis von II. 117
1. Zusammenfassung des “Allgemeinen Teils” 117
2. Anwendung des “Allgemeinen Teils” auf das hier behandelte Sachproblem 118
III. Kollisionen von Rechten an Forderungen 119
A. Einführung 119
B. Kollidierende Abtretungen: Mitteilungspriorität als Privatregister 120
1. Mitteilungspriorität 120
a) Grundsatz 121
b) Sonderfall: Abtretung zukünftiger Forderungen 123
c) Schwierigkeiten 124
d) Subsidiarität der Alterspriorität 125
2. Begründungsversuche zur Mitteilungspriorität 126
3. Systematische Einordnung und Bewertung 128
4. Anwendung auf das hier behandelte Sachproblem 129
C. Steuerung der Prioritätsfrage durch Sittenwidrigkeitsüberlegungen 130
1. Knebelung 131
2. Gläubigergefährdung 132
D. Gutgläubiger Forderungserwerb durch statutarische Abtretung 132
1. Problemstellung 132
2. Diskussion 133
a) Rechtsprechung zu anderen als Prioritätsfragen 134
b) Prioritätsproblematik 135
aa) Präjudizien zum Prioritätsproblem 136
bb) Literatur 138
3. Anwendung auf das hier behandelte Sachproblem 138
E. Zusammenfassung 139
IV. Registrierungssysteme für Sicherungsrechte, insbesondere an Forderungen 141
A. Allgemein 141
1. Das Register 141
2. Companies Acts 142
a) Funktionsweise 142
b) Folgen der Nichtregistrierung 142
c) Prioritäten 143
B. Beispiel für das Zusammenspiel von Register und allgemeinen Prioritätsregeln: die floating charge 144
C. Anwendung auf das hier behandelte Sachproblem 147
1. Rechtsnatur des verlängerten Eigentumsvorbehaltes, wenn nicht der Romalpa-Konstruktion gefolgt wird 147
2. Prioritäten 148
a) Fixed charge 149
b) Floating charge 149
c) Ergebnis 150
V. Zusammenfassung 151
Kapitel 4: Die Kollision von verlängertem Eigentumsvorbehalt und Factoringzession 153
I. Einleitung 153
II. Die Rechtsnatur der Factoringzession: Kauf oder gesichertes Darlehen? 153
A. Deutsches Recht 154
B. Englisches Recht 156
1. Problemstellung 156
2. Rechtsprechung 156
C. Zusammenfassung und Vergleich 161
III. Die Kollision zwischen verlängertem Eigentumsvorbehalt/Tracing-Recht und Factoringzession 162
A. Deutsches Recht 162
1. Rechtsprechung 162
a) Echtes Factoring 163
aa) Nachfolgendes echtes Factoring 163
bb) Vorangehendes echtes Factoring 164
b) Unechtes Factoring 165
aa) Nachfolgendes unechtes Factoring 165
bb) Vorangehendes unechtes Factoring 165
2. Kritik 166
a) Kritik des Vorrangs des echten Factoring: Aufbewahrungsrisiko 166
b) Kritik des Nachrangs des unechten Factoring: Rückbelastungsrisiko 167
c) Zusammenfassung 168
3. Neuere Entwicklung 169
4. Zusammenfassung 171
B. Englisches Recht 172
1. Mögliche Lösungen 172
2. “Allgemeiner Teil” oder Mitteilungspriorität? 173
3. Gutgläubiger Erwerb des Legalrechts an der Forderung 178
4. Vorrang des Sacherwerbsdarlehens? 179
a) Einleitung 179
b) Kanadische Fälle 179
aa) Übersicht 179
bb) Kollisionsfälle 180
cc) Zusammenfassung 182
c) Englisches Recht 182
5. Registrierungspriorität 184
6. Einziehung der Forderung als prioritätsrelevanter Faktor? 184
C. Zusammenfassung 186
IV. Bewertung 188
Literatur zum deutschen Recht 191
Literatur zum englischen, irischen, schottischen und Commonwealth-Recht 197
Verzeichnis der englischen, irischen, schottischen und Commonwealth-Entscheidungen 207
Abkürzungsverzeichnis 221
Sachwortverzeichnis 225