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Die Problematik des Begriffs der Gerechtigkeit in der Philosophie von Friedrich Nietzsche

Yang, Dae-Jong

Erfahrung und Denken, Vol. 96

(2005)

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Abstract

Das Thema der Publikation berührt den Kern Nietzsches Denken und bündelt - wie in einer lakonischen Überschrift - alle wichtigen Aspekte seiner Philosophie: die Gerechtigkeit.

Dae-Jong Yang betrachtet vor dem Hintergrund Nietzsches ambivalenter Wahrheitsproblematik entwicklungsgeschichtlich und philologisch-kritisch diese lange übersehene Lebensaufgabe Nietzsches mit ihrer verwickelten Lebensdynamik. Von den frühen Jugendschriften über die Erörterung des Begriffs in Also sprach Zarathustra und die Positionsbestimmung der Gerechtigkeit in seinem »Prinzip des Gleichgewichts« bis hin zu Nachlassstellen über die »große Politik« werden die wichtigsten Aussagen Nietzsches zum Thema Gerechtigkeit untersucht, ihre Reichweite und der jeweilige Zusammenhang verdeutlicht und im Rahmen des Gesamtentwurfs der Experimentalphilosophie diskutiert, um die von den Fairness-Debatten der modernen Politiktheorie selten berührte, geschweige denn in ihrer vollen Reichweite erkannte Dimension der Gerechtigkeit näher zu beleuchten.

Table of Contents

Section Title Page Action Price
Vorwort 5
Inhalt 7
I. Gerechtigkeit als innere Musik im Werk von Nietzsche 11
1. Nietzsches grundsätzlicher Charakterzug 16
2. Durchschimmern des Gerechtigkeitscharakters in der frühen Philosophie Nietzsches 17
a) Wechselbeziehung von Apollo und Dionysos in Die Geburt der Tragödie; Sokratesthematik 17
b) Gewissensfrage: „Wie ist Gerechtigkeit möglich?“ in 2. UB 18
3. Der Gerechte als das Idealbild des Menschen – Frage des gerechten Urteilens 19
4. Gerechtigkeit ist Gegnerin der Überzeugung 20
5. Der Grund der Entstehung der dogmatischen Überzeugungen: die geistige Trägheit 21
6. Gefahr des Geistes: Beharren auf einer einzigen Meinung 22
7. Möglichkeit der statischen Fundamentierung der Gerechtigkeit 23
II. Die Wahrheit, die der Gerechte will, um gerecht urteilen zu können – Das Problem der Erkenntnis (1) 26
1. Ambivalenz des Begriffes der „Wahrheit“ 26
a) Negation der metaphysischen Wahrheit 26
b) Grund der Negation der metaphysischen Wahrheit: Lebensgeringschätzung und Verkleinerung des Menschen 28
c) Ist die Zerstörung der metaphysischen Wahrheit die totale Destruktion der Wahrheit? 31
d) Selbstgrenzziehung der menschlichen Erkenntnis – Ein Motiv der Gerechtigkeitsmusik 32
2. Wahrheit, aber nicht metaphysische 34
a) Wahrheitssuche im Lebenszusammenhang 34
b) Nietzsches Pathos der Wahrheitssuche 38
III. Ursprung und Hergang der Gerechtigkeit 42
1. Die Genese des Rechts aus der Macht: Der griechische Staat 42
a) Das antike Naturrecht des Stärkeren: Die große Kallikles-Rede 44
2. Die sozial-dynamische Dimension der Gerechtigkeit 46
a) Ursprung der Gerechtigkeit: die ungefähr gleichen Mächte 46
b) Beispiel des Melierdialoges 48
c) Unterschied von Nietzsches Rechtskonzeption zum sophistischen Naturrecht des Stärkeren 51
3. Die geistigen Elemente der Gerechtigkeit 53
a) Das Prinzip des Gleichgewichts 53
b) Die Basis der Gerechtigkeit: das Gleichgewicht 55
c) Die Rolle der Gerechtigkeit: Die Wiederherstellung des gestörten Gleichgewichts 55
d) Gleichgewichtszustand: ein Mittel der Selbstentfaltung der Menschen 56
e) Überschreitung vom Deskriptiven zum Normativen? 57
4. Gerechtigkeit als dynamische Geisteshaltung 59
a) Verfall der Gerechtigkeit 62
b) Die innere Logik des Werdegangs der Gerechtigkeit 63
c) Die schonende Praxis der Gerechtigkeit 65
d) Die Anerkennung der individuellen Rechte der überwundenen Ideale durch den Schonungsakt der Gerechtigkeit 69
5. Einladung zu der Entdeckungsreise 71
a) Gerechtigkeit als eine Vereinigungskunst von Rigidität und Flexibilität des Geists 71
b) Von den drei Verwandlungen des Geists 73
IV. Versuch einer philosophischen Formel hinsichtlich der Wirklichkeit: Wille zur Macht 78
1. Schwierigkeit der Betrachtung der Thematik vom Willen zur Macht 79
2. Ergänzung der bloß äußeren physischen Betrachtung durch den inneren Beweggrund 81
3. Die vielfältige Struktur des Geschehens aufgrund der Pluralität des Machtwillens 88
4. Interpretation: die Realisierungsweise des Willens zur Macht 90
5. Grundzüge des Willens zur Macht 91
a) Die Tendenz zur Steigerung und Machterweiterung 92
b) Die vereinfachende Organisation 93
6. Das Verhältnis von Macht und Interpretation 95
V. Das Problem des Lebens: Perspektivismus – das Problem der Erkenntnis (2) 97
1. Integration des Erkenntnistriebs ins ganzheitliche Leben 97
2. Das ganzheitliche Leben als Grundbegriff der Philosophie Nietzsches 99
a) Expansion 100
b) Prärationalität 101
c) Perspektivität und Ungerechtigkeit 103
d) Amoralität 104
e) Agonaler Charakter 105
f) Verfügung über die plastische Kraft 107
g) Fazit: Leben als Kampf und Werden 109
VI. Die Kultur als Lebensrepräsentant 111
1. Gesellschaftskritik 112
2. Historismuskritik 121
3. Der Weg der Aufklärung in den Nihilismus 127
a) Befreiung von der Metaphysik 128
b) Befreiung von der Religion 130
c) Befreiung von der Moral 136
VII. Die Größe des Menschen 140
1. Die Geschichte des Nihilismus: das Problem des Lebenssinns 141
2. Ewige Wiederkehr des Gleichen 144
a) Nihilismus als Zwischenzustand 148
b) Nietzsches eigene Perspektive: Die Konzeption der ewigen Wiederkehr des Gleichen als die extremste Form des Nihilismus 150
c) Die Überwindung des Nihilismus 154
d) Legitimation der Perspektive der Perspektiven 155
Literaturverzeichnis 164
Sachwortverzeichnis 170