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Donationes inter virum et uxorem

Gade, Gunther Dietrich

Schriften zur Rechtsgeschichte, Vol. 87

(2001)

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Abstract

Die Untersuchung Donationes inter virum et uxorem widmet sich der Frage nach dem Ursprung und den Motiven des römisch-rechtlichen Schenkungsverbotes unter Ehegatten. Nachdem eingangs die römische Ehe in ihren Eigenarten und das Wesen der donatio insoweit beschrieben werden, als es für das Verständnis der nachfolgenden Untersuchungen erforderlich ist, setzt sich der Verfasser anschließend mit den bislang in der romanistischen Forschungsliteratur vorgebrachten Thesen zum Ursprung des Schenkungsverbotes auseinander. Die Motivation des Schenkungsverbotes wird unter Heranziehung der einschlägigen römisch-rechtlichen sowie antik-philosophischen Quellen nachzuzeichnen versucht. Den inhaltlichen Schwerpunkt der Untersuchung bildet die Frage, inwieweit das Ehegattenschenkungsverbot in kausalem Zusammenhang mit dem Gedankengut der stoischen Ethik steht. Von zentraler Bedeutung ist hierbei der Rückschluß vom Ursprung des im Schenkungsverbot enthaltenen Bereicherungsverbotes auf das Alter des Schenkungsverbotes.

Ein verhältnismäßig breiter Raum wird der Auseinandersetzung mit einem Beitrag Wollschlägers aus dem Jahre 1985 gegeben. Wollschläger glaubt, nicht nur den stoischen Ursprung des Bereicherungsverbotes nachweisen, sondern auch den exakten Überlieferungsweg rekonstruieren zu können. Unter Heranziehung philosophischer Primärquellen setzt sich der Verfasser kritisch mit der Studie Wollschlägers auseinander, stellt dessen methodischen Ansatz in Frage und relativiert solchermaßen die Möglichkeit einer exakten quellengeschichtlichen Rekonstruktion der Überlieferung des Bereicherungsverbotes. Desungeachtet hält er den stoischen Ursprung des Bereicherungsverbotes für wahrscheinlich und ordnet die Entstehung des Schenkungsverbotes entsprechend in das dritte vorchristliche Jahrhundert ein.

Table of Contents

Section Title Page Action Price
Vorwort 7
Inhaltsverzeichnis 9
Inhaltsverzeichnis 13
Teil A: Die römische Ehe - Prinzipielle Erörterung 15
I. Eigenart der römischen Ehe und grundlegende Unterschiede zur heutigen Ehe 15
II. Ehevoraussetzungen 17
III. Die Augusteische Gesetzgebung 18
IV. Eheschließung und Begründung von manus-Gewalt 19
1. confarreatio 19
2. coemptio 20
3. usus 20
V. Auflösung der Ehe und Aufhebung der manus-Gewalt 21
VI. Personenrechtliche und vermögensrechtliche Folgen der Ehe 23
1. „Gewaltfreie\" Ehe 23
2. manus-Ehe 25
3. dos 26
Teil Β: Das Schenkungsverbot in der römischen Ehe - Ursprung und Motive 32
I. Einleitung 32
II. Inhalt und Rechtsfolge des Schenkungsverbots unter Ehegatten 33
1. Die Voraussetzungen für ein Eingreifen des Schenkungsverbotes 33
a) Wesen der Schenkung 34
(1) Ergebnis 35
b) Die spezifischen Voraussetzungen für ein Eingreifen des Ehegattenschenkungsverbotes 36
(1) Das Erfordernis der Be- und Entreicherung 36
(2) Bereicherung ex causa donationis 37
(3) Schenkung während bestehender Ehe 37
aa) Schenkungen unmittelbar vor Eheschluß 39
bb) Schenkungen nach erfolgter Scheidung 41
cc) Schenkungen auf den Todesfall 42
(4) Ergebnis 42
2. Die Rechtsfolgen beim Eingreifen des Schenkungsverbotes 43
a) Quellenaussagen 43
b) Forschungsliteratur 43
III. Das Herkommen des Schenkungsverbotes unter Ehegatten 45
1. Das Schenkungsverbot und sein Verhältnis zur Augusteischen Gesetzgebung 46
a) Gegenstand der Augusteischen Gesetze 46
b) Die Augusteischen Gesetze als Quelle des Schenkungsverbots unter Ehegatten? 48
(1) Unkenntnis der römischen Juristen vom Schenkungsverbot zur Entstehungszeit der lex Mia repetundarum (59 a.Chr.) 49
(2) D.24.1.64 Indiz für Zusammenhang zwischen Schenkungsverbot und Augusteischer Gesetzgebung? 50
(3) Aufführung der Augusteischen Gesetze in den Rechtsquellen zum Schenkungsverbot? 51
(4) Weitere Anhaltspunkte für ein höheres Alter des Schenkungsverbots unter Ehegatten 52
(5) Schenkungen unter Ehegatten überhaupt Gegenstand der Augusteischen Ehegesetze? 53
c) Ergebnis 57
2. Das Schenkungsverbot als Relikt der manus-Ehe 57
a) Konstellation zu Zeiten der manus-Ehe 57
b) Konstellation nach dem Entstehen der „freien\" Ehe 58
c) Ergebnis 64
3. Schenkungsverbot hervorgegangen aus der retentio propter res donatas? 64
a) retentiones 64
b) retentio propter res donatas als historischer Ausgangspunkt? 66
4. Die Aussagen der Quellen zum Herkommen des Schenkungsverbotes unter Ehegatten 68
5. Zusammenfassende Betrachtung 70
IV. Die Aussagen zu den Motiven des Schenkungsverbotes 70
1. Juristische Quellen 70
a) Der vermögensrechtliche Bezug des Schenkungsverbotes unter Ehegatten 71
b) Das Schenkungsverbot als moralisches Prinzip 76
2. Außeijuristische Quellen zum Grund des Schenkungsverbotes 77
a) Römische Literatur 77
b) Griechische Literatur 81
c) Auswertung der nichtjuristischen Quellenaussagen 82
3. Das Verhältnis der unterschiedlichen Aussagenreihen zum Grund des Schenkungsverbotes zueinander 84
a) Die moralisierende Begründungsreihe zu den Motiven des Schenkungsverbotes unter Ehegatten 84
b) Die vermögenspolitische Begründung des Schenkungsverbotes 87
c) Zusammenfassende Betrachtung 88
V. Herkunft des Bereicherungsverbotes pauperior - locupletior als Anhaltspunkt für das Alter des Schenkungsverbotes? 88
1. Begriffspaar pauperior - locupletior - ursprünglicher Bestandteil des Schenkungsverbotes? 88
2. Die stoische Philosophie als Quelle des römisch-rechtlichen Bereicherungsverbotes? 91
a) Das ius naturale in der stoischen Philosophie 91
(1) Weltgeschehen als Wandel (μεταβολή) 92
(2) Der göttliche Anteil im Menschen 94
b) Beeinflussung des römischen Rechts durch das stoische Naturrecht 98
3. Ergebnis 104
VI. Zusammenfassende Schlußbetrachtung zum Alter und Herkommen des Schenkungsverbotes unter Ehegatten 105
Literaturverzeichnis 109
Quellen 109
Sekundärliteratur 110
Personenverzeichnis 119
Sachwortverzeichnis 121