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Theorie und Praxis

Festschrift für Nikolaus Lobkowicz zum 65. Geburtstag

Editors: Ballestrem, Karl Graf | Ottmann, Henning

Beiträge zur Politischen Wissenschaft, Vol. 89

(1996)

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Abstract

»Theorie und Praxis« - der Titel dieser Festschrift erinnert an Nikolaus Lobkowicz' Buch »Theory and Practice« (Notre Dame U.P. 1967), eine gelehrte Untersuchung zur Geschichte des Verhältnisses von Theorie und Praxis in unserer Kultur. Nikolaus Lobkowicz war ein Schüler des Dominikaners J. M. Bochenski in Fribourg. Ähnlich wie bei seinem Lehrer lassen sich seine theoretischen Interessen nicht in den Rahmen nur einer Schule pressen. Da war das Interesse am Marxismus, von dessen hochtheoretischer Vorgeschichte in der Philosophie Hegels bis zum Marxismus-Leninismus und zur Sowjetologie. Da war das Interesse an der Philosophie des Aristoteles und des Thomas. Und da war immer auch das Interesse an Wissenschaftstheorie und analytischer Philosophie.

»Theorie und Praxis« - der Titel der Festschrift kann über die theoretischen Interessen des zu Ehrenden hinaus auch daran erinnern, daß Nikolaus Lobkowicz seit dem Ende der 60er Jahre versucht hat, das Interesse an Theorie und vita contemplativa mit der vita activa zu vereinen. Herausgefordert durch die Kulturrevolution von 1968, die in den Münchener Seminaren hautnah zu erleben war, hatte er sich der Hochschulpolitik verschrieben. Je zweimal war er Präsident der Universität München und der Katholischen Universität Eichstätt. Der Theoretiker war Politiker geworden, was man aus der Sicht der Theorie bedauern, aus der Sicht der Praxis begrüßen kann. Die Beiträge dieser Festschrift spiegeln auf ihre Weise die Weite der Interessen, von denen Wissenschaft, Hochschulpolitik und vita christiana des zu Ehrenden geprägt worden sind. Weggefährten und Schüler, Kollegen und Freunde aus Universität, Politik und Kirche äußern sich hier zu Fragen der Philosophie und Geschichte, der politischen Theorie und der aktuellen Politik, der Forschungs- und Hochschulpolitik. Viele Themen und Probleme kommen dabei zur Sprache, zu denen Nikolaus Lobkowicz seinerseits Stellung bezogen hat.

Table of Contents

Section Title Page Action Price
Inhalt 5
Einleitung 9
I. Philosophie 13
Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz: Freiheit. Zur Möglichkeit des Guten und Bösen bei Schelling 15
I. Das Rahmenproblem 15
II. Kritik an den bisherigen Erklärungen des Guten und Bösen 18
III. Der Dualismus in Gott 20
IV. Die Möglichkeit des Bösen 23
V. Offen bleibende Fragen 25
Henning Ottmann: “Die Weltgeschichte ist das Weltgericht”. Anerkennung und Erinnerung bei Hegel 31
I. 31
II. 32
III. 33
IV. 35
V. 36
VI. 37
VII. 38
Robert Spaemann: Ist eine nicht-missionarische Praxis universalistischer Religionen möglich? 41
Horst Bürkle: Gibt es eine gemeinsame Sprache der Religionen? 49
I. Mystik als gemeinsamer Nenner 50
II. Pluralismus als Ausdruck religiöser 'Sprachspiele' 51
III. Existentielle Verwirklichung als gemeinsame religiöse Basis 51
IV. Gemeinsamkeit im Seelengrunde. Archetypisches als anthropologische Grundstrukturen 52
V. Die neue Basis im interreligiösen 'Weltethos' 53
VI. Ein religiöses 'Esparanto'- Modell 54
VII. Der Mensch auf der Suche nach Gott in den Religionen. Die Antwort der Kirche auf die Frage nach ihrer Gemeinsamkeit 55
VIII. Das Geheimnis der vorbereiteten Menschwerdung Gottes in den Religionen 57
IX. Die gemeinsame Sprache der Gebete in Assisi 57
Thomas McCarthy: Vernunft, Sollen, and the Enlightenment Project Today 59
I. 60
II. 66
III. 71
II. Kulturgeschichte 77
Hans Maier: Gebet und Arbeit. Ein benediktinisches Programm und seine Verwandlungen in der Moderne 79
I. 79
II. 82
III. 89
Heinz Hürten: Universalität und Singularität. Theorie und Praxis kirchlicher Doktrin in der Politik nationaler Katholizismen 97
Karl Kosik: Faust – der Erbauer 111
Mohammed Rassem: Zur Theorie des Skandals 121
I. 121
II. 124
III. 126
IV. 127
Ruprecht Wimmer: Die “Gedichtgeschicht”, das “Geschichtgedicht” und der “eigene Lebens-Lauff”. Gedanken zur Theorie und Praxis des deutschen Barockromans 131
I. 131
II. 132
III. 135
IV. 144
V. 147
III. Politische Theorie 153
Bernhard Sutor: Traditionelles Gemeinwohl und liberale politische Theorie 155
I. Defizite in politischer Praxis und politischer Kultur 155
II. Gemeinwohl in der politikwissenschaftlichen Diskussion 158
III. Vertragstheorien und Gemeinwohlkonzept 164
1. Das Gemeinwohl nach den Vertragstheorien 164
2. Die freiheitliche Interpretation des Gemeinwohl-Konzepts 169
IV. Fazit 176
Karl Graf Ballestrem: Liberalismus und Demokratie 179
I. Historische Voraussetzungen der liberalen Demokratie 180
II. Homo liberalis und homo democraticus: Zur anthropologischen Grundlage zweier Vorstellungen von politischer Ordnung 183
III. Liberale und demokratische Elemente in europäischen Verfassungen 186
IV. Vom Gleichgewicht liberaler und demokratischer Elemente 189
Sergio Belardinelli: Mit welchem Liberalismus? 193
I. 194
II. 195
III. 198
IV. 200
V. 201
VI. 205
VII. 206
Lothar Waas: Gemeinwohl mit oder ohne Gemeinsinn? Die Liberalismus/Kommunitarismus-Kontroverse und der Streit um die “Bienenfabel” 207
I. 208
II. 212
III. 217
IV. 222
Kurt Hübner: Othmar Spann – Kritische Würdigung eines zu unrecht Vergessenen 227
I. 227
II. 231
III. 235
IV. 238
IV. Aktuelle politische und verfassungsrechtliche Probleme 241
Elisabeth Noelle-Neumann: Die linken und die rechten Werte. Ein Ringen um das Meinungsklima 243
I. Für tot gehalten, aber lebendig 243
II. Freiheit, Gleichheit, Menschenrechte - linke und rechte Interpretationen 247
III. Linke und rechte Werte - Pole der Gesellschaftspolitik 251
IV. Der deutsche Zeitgeist drängt nach links 252
V. Europa und Amerika - zwei Meinungsklima-Zonen 253
Hermann Lübbe: Geteilte Souveränität. Die Transformation des Staates in der europäischen Einigung 269
Jerzy Holzer: Ostmitteleuropäischer Kommunismus als ein gescheiterter Versuch der supranationalen Ordnung 279
Friedrich Prinz: Sudetendeutsche und Tschechen: Über die Schwierigkeiten der Verständigung 291
Peter Lerche: Art. 146 GG: Auftrag zur Neuverfassung Deutschlands? 299
I. 299
II. 300
III. 303
IV. 304
V. 306
VI. 309
Rupert Hofmann: Der verfassungsgemäße Naturzustand. Über einige Irrwege des Bundesverfassungsgerichts 311
I. Gewalt - eine Begleiterscheinung \"ursprünglich-ungebändigter\" Demokratie? 314
1. Demonstrationsfreiheit und Gewaltverbot 315
2. Infragestellung der repräsentativen Demokratie 317
3. Geistige und physische Mittel des Meinungskampfes 318
4. \"Verwerflichkeit\" von Sitzblockaden 321
5. Demontage des Rechtsstaats 323
6. Sitzblockaden als \"sozialadäquates\" Verhalten 325
II. Rufmord als demokratische Bürgertugend? 327
1. Ehrenschutz und Demokratie 327
2. Kein Rechtsschutz für Staatssymbole 329
3. Verunglimpfung von Behörden 330
4. Verwilderung der öffentlichen Sitten 332
5. Kein Ehrenschutz für Soldaten 333
6. Ehrenschutzprozesse als Bumerang 336
7. Tatsachenbehauptungen und Werturteile 337
8. Nichteinhaltung eigener Maßstäbe 338
III. Abtreibung aus persönlicher Verantwortung? 339
1. Scheinbare Kontinuität der Rechtsprechung 339
2. Bestätigungen des Gesetzgebers 341
3. Widersprüchliche Gedankenführungen 343
4. Verfassungsgebot und soziale Wirklichkeit 347
5. Das Beratungskonzept: ein \"frommer Betrug 348
Christian Watrin: Ist Arbeitslosigkeit unvermeidbar? 351
I. Gesamtangebot, Gesamtnachfrage und Störungen des volkswirtschaftlichen Gleichgewichts 351
II. Inwieweit ist die gegenwärtige Arbeitslosigkeit konjunkturell bedingt? 352
III. Lohnpolitik bei hoher struktureller Arbeitslosigkeit 355
IV. Wege aus der Arbeitslosigkeitsfalle 359
V. Künftige Aufgaben 366
V. Forschungs- und Hochschulpolitik 369
Hans F. Zacher: Brennpunkte der aktuellen forschungspolitischen Diskussion 371
A. Vorbemerkungen 371
I. Die Entwicklung der forschungspolitischen Diskussion 371
II. Zur Entwicklung der Forschungspolitik in der Bundesrepublik 372
III. Determinanten der Befindlichkeit der Forschung 374
B. Zur aktuellen Situation 376
I. Das nationale Forschungssystem 376
1. Zu den Strukturen 376
2. Zu den Ressourcen 381
3. Der Freiraum der Forschung 383
II. Forschung und Forschungsnutzen 386
III. Forschung zwischen Nationalität und Internationalität, Regionalität und Universalität 392
C. Schlußbemerkungen 394
Ulrich Matz: Zur Autonomie der Universitäten: Universitätsidee, bildungspolitische Legitimation und institutionelle Prinzipien 395
A. Vorbemerkung 395
I. Zur rechtlichen und hochschulpolitischen Lage der Universitäten 396
II. Grundsätze der Reformpolitik 398
III. Zur Idee der Universität 399
IV. Zur bildungspolitischen Legitimation der Universitätsidee 400
V. Prinzipielle Schlußfolgerungen für die Struktur der Universität 403
1. Autonomie der Studierenden 403
2. Grundlagen der Autonomie von Forschung und Lehre 403
3. Autonomiebedingte Grenzen der organisatorischen Gestaltungsfreiheit für Universität und Staat 404
Otto B. Roegele: Tempi passati. Rückblicke auf die Universität, wie sie war 407
Bibliographie 423
Die Autoren 445