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Kants Friedensschrift und das Völkerrecht

Hackel, Volker Marcus

Tübinger Schriften zum internationalen und europäischen Recht, Vol. 53

(2000)

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Abstract

Kaum eine philosophische Schrift hat in der Völkerrechtsliteratur so viel Beachtung gefunden wie Immanuel Kants »Zum ewigen Frieden« aus dem Jahre 1795. Hackel befaßt sich zunächst mit der Interpretation der Friedensschrift, wobei auf die für das Völkerrecht entscheidende Frage nach der rechtlichen Gestaltung der internationalen Beziehungen besonderes Gewicht gelegt wird. Die Interpretation zeichnet ein kontingentes Gesamtbild des Kantschen Ansatzes; damit wird eine Lücke in der Literatur geschlossen, die sich bisher auf die Betrachtung einzelner Aspekte beschränkt hat. Kernstück der Friedensschrift sind die drei Definitivartikel, in welchen Kant die republikanische Staatsverfassung, den Föderalismus freier Staaten und das Weltbürgerrecht als Bedingungen eines dauerhaften Friedens herausarbeitet.

Im zweiten Teil der Arbeit werden die Wirkungen der Friedensschrift auf das positive Völkerrecht und die Völkerrechtslehre unterschiedlicher Epochen untersucht. In jeder Epoche haben sich völkerrechtliche Publikationen mit der Friedensschrift befaßt. Kant dient manchen Autoren als Diskussionspartner, anderen als bloße Autorität, mit deren Namen man den eigenen Ansichten Nachdruck zu verleihen sucht. Zu regelrechten Wellen ausgeprägter Beschäftigung mit der Friedensschrift kam es im Zusammenhang mit der Friedensbewegung des 19. Jahrhunderts und in der Zeit des Völkerbundes. Seit dem Ende des Kalten Krieges ist eine Renaissance des Interesses für Kant zu beobachten. Zu den aktuellen Fragen der internationalen Beziehungen, die unter Auseinandersetzung mit seinen Ideen erörtert werden, zählen die Durchsetzung der Menschenrechte, die Reform der Vereinten Nationen und die europäische Integration.

Table of Contents

Section Title Page Action Price
Vorwort 5
Inhaltsverzeichnis 7
A. Das Interesse der Völkerrechtswissenschaft an der Friedensschrift 11
B. Zur Entstehungsgeschichte der Friedensschrift 17
I. Historischer und biographischer Hintergrund 17
II. Philosophischer Kontext 21
C. Eine Interpretation der Friedensschrift 24
I. Die Friedensschrift als Ganzes 24
1. Überblick über die Friedensschrift 24
2. Die Form der Friedensschrift 25
3. Titel und Vorrede 26
II. Die Präliminarartikel 28
1. Der erste Präliminarartikel 30
2. Der zweite Präliminarartikel 34
3. Der dritte Präliminarartikel 36
4. Der vierte Präliminarartikel 38
5. Der fünfte Präliminarartikel 40
6. Der sechste Präliminarartikel 43
7. Die Umsetzung der Präliminarartikel 45
III. Die Definitivartikel 46
1. Frieden und Naturzustand 47
2. Der erste Definitivartikel 52
a) Die republikanische Verfassung 52
b) Die Republik und der Frieden 60
3. Der zweite Definitivartikel 64
a) Probleme eines ursprünglichen Vertrages zwischen Staaten 64
aa) Die Analogie zwischen Staat und Individuum als Ausgangspunkt 64
bb) Konstruktive Probleme einer Analogie zwischen Staat und Individuum 66
cc) Lösungsvorschläge in der Literatur 71
b) Die Idee der Weltrepublik 76
aa) Der Weltstaat als Ideal der Vernunft 76
bb) Empirische Einwände gegen den Weltstaat 79
c) Der Friedensbund als „negatives Surrogat“ 82
aa) Gegenstand des Friedensbundes 83
bb) Rechtsdurchsetzung im Friedensbund 86
cc) Die Subjekte des Friedensbundes 89
4. Der dritte Definitivartikel 91
a) Regelungsbereich des Weltbürgerrechts 92
b) Regelungsgehalt des Weltbürgerrechts 97
c) Das Weltbürgerrecht im Kontext 99
5. Die Definitivartikel als System des öffentlichen Rechts 101
IV. Die Garantie des ewigen Friedens 102
1. Die Konstruktion der Garantie 103
2. Wie garantiert die Natur die Annäherung an den ewigen Frieden? 107
V. Die Umsetzung der Friedensidee 114
1. Geheimer Artikel zum ewigen Frieden 114
2. Anhang 117
a) Das Verhältnis von Moral und Politik 117
b) Die Prüfung der Politik am Maßstab der Moral 123
D. Die Friedensschrift in der völkerrechtlichen Literatur 127
I. Die zeitgenössische Reaktion auf die Friedensschrift 128
II. Das 19. Jahrhundert 132
1. Die Souveränität der Staaten 133
2. Das Recht zum Krieg 136
3. Der Friedensvertrag 137
4. Die Friedensbewegung 138
5. Ansichten über die Realisierung der Vorschläge Kants 144
6. Zwischenergebnis: Die Friedensschrift im 19. Jahrhundert 144
III. Die Jahrhundertwende 145
1. Die Vorgeschichte der Haager Konferenzen 147
2. Das Recht im Krieg 150
3. Abrüstung und Rüstungsbeschränkung 151
4. Kriegsvermeidung durch Recht – Die Schiedsgerichtsbarkeit 152
5. Weltpolitische Aspekte: Die Idee der Internationalen Organisation 156
6. Individualrechte im Völkerrecht 159
7. Die Friedensschrift im Ersten Weltkrieg 160
8. Einzelne Bezugnahmen auf die Friedensschrift 162
9. Zwischenergebnis: Die Friedensschrift um die Jahrhundertwende 162
IV. Die Zeit des Völkerbundes 162
1. Der Vertrag von Versailles 164
2. Demokratie als Friedensvoraussetzung 165
3. Rechtsdurchsetzung im Völkerrecht 167
4. Der Völkerbund 169
a) Namensgebung 170
b) Die Entstehung des Völkerbundes 170
c) Der Völkerbund – ein Friedensbund? 175
5. Kriegsvermeidung durch Recht – Das Verbot des Krieges 179
6. Bezugnahmen auf die Friedensschrift in einzelnen politischen Fragen 180
7. Zwischenergebnis: Die Friedensschrift in der Zeit des Völkerbundes 180
V. Die Zeit des Kalten Krieges 181
1. Frieden als Rechtsbegriff des Völkerrechts 182
2. Das Selbstbestimmungsrecht 184
a) Interventionsverbot 184
b) Sezessionsrecht 187
3. Individualrechte und Völkerrecht 189
4. Frieden durch Recht – Integration 193
5. Die Internationalen Organisationen 199
a) Die UNO: Weltstaat oder Friedensbund? 199
b) Der Europarat 204
c) Sicherheitsorganisationen – OSZE und NATO 205
d) Wirtschaftsorganisationen – OECD und WTO 206
6. Europäische Gemeinschaften und Europäische Union 207
7. Weltpolitische Aspekte: Demokratisierung als Friedensstrategie 214
8. Ansichten über die Realisierung der Vorschläge Kants 219
9. Zwischenergebnis: Die Friedensschrift in der Zeit des Kalten Krieges 220
VI. Die Jahrtausendwende 220
1. Weltpolitische Aspekte: Vorschläge für eine globale Rechtsordnung 221
2. Die Debatte um die Reform der UNO 226
3. Die Friedensschrift und der Krieg im Kosovo 229
4. Ansichten über die Realisierung der Vorschläge Kants 230
5. Weitere Bezugnahmen auf die Friedensschrift 230
6. Zwischenergebnis: Die Friedensschrift zur Jahrtausendwende 231
VII. Der Einfluß Kants auf die völkerrechtliche Literatur – eine Bilanz 231
1. Die Friedensschrift in den Epochen der Völkerrechtsgeschichte 232
2. Der Beitrag der Friedensschrift zu einzelnen Themen des Völkerrechts 233
3. Die Stellung der rezipierenden Texte in der völkerrechtlichen Literatur 235
4. Die Rezeption der Friedensschrift und das politische Umfeld der Rezipienten 236
5. Die Funktion der Bezugnahme auf die Friedensschrift in der Argumentation 236
6. Ergebnis 237
E. Ausblick: Die Friedensschrift und das Völkerrecht von morgen 239
I. Idee – Utopie – Antizipation 239
1. Die Friedensschrift als Maßstab künftigen Völkerrechts 239
2. Die Friedensschrift als geschichtsphilosophische Prognose 243
II. Ansätze für weitere Schritte auf dem Weg zum ewigen Frieden 246
1. Verrechtlichung der internationalen Beziehungen als Aufgabe der Politik 246
2. Zwischenstaatliche Regeln oder überstaatliche Rechtsordnung? 247
3. Modell der globalen Rechtsordnung 248
4. Annäherung an die Idee einer globalen Rechtsordnung 249
5. Exkurs: Notwendigkeit weiterer Reformen des Staatsrechts 251
6. Ausbau der Vereinten Nationen 252
7. Vertiefung und Verbreiterung der europäischen Integration 253
8. Effektiver Schutz der Individualrechte 254
F. Zusammenfassung 257
I. Die Thesen der Friedensschrift 257
II. Die Friedensschrift in der völkerrechtlichen Literatur 259
III. Die Friedensschrift als Maßstab für das Völkerrecht von morgen 260
Literaturverzeichnis 262
Sachverzeichnis 296