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Sprache, Performanz und Ontologie des Rechts

Festgabe für Kazimierz Opaƚek zum 75. Geburtstag

Editors: Krawietz, Werner | Wróblewski, Jerzy

(1993)

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Abstract

Der Beitrag, den die polnische Theorie und Philosophie des Rechts bei der Entwicklung der Rechtstheorie in diesem Jahrhundert geleistet hat, hat in den letzten beiden Jahrzehnten nicht nur hier, sondern in aller Welt in der rechtswissenschaftlichen Grundlagenforschung eine ständig wachsende Bedeutung erlangt. Obwohl es in Polen Recht und Staat - ähnlich wie in benachbarten, vormals marxistischen bzw. sozialistischen Rechtssystemen - besonders schwer hatten, ihre eigene Identität zu gewinnen und zu behaupten, hat sich die Rechtswissenschaft hier schon früh mit den philosophischen, psychologischen und soziologischen Grundlagen der rechtstheoretischen Konzeptionen auseinandergesetzt.

Mit der vorliegenden Festgabe für Prof. Dr. Dr. h. c. Kazimierz Opaƚek zu seinem 75. Geburtstag ehrt die internationale Wissenschaftsgemeinschaft einen weit über die Grenzen seines Landes hinaus bekannten, geachteten und geschätzten Gelehrten. Er gehört heute nicht nur zu den profiliertesten polnischen Rechtstheoretikern und Rechts- und Moralphilosophen, sondern nimmt auch international einen bedeutenden und bestimmenden Platz in der Gemeinschaft derjenigen ein, die auf diesen Gebieten forschen und lehren. Sein originärer Beitrag zur Normentheorie reicht weit über den Bereich des Forschungsfeldes hinaus, das durch die staatlich organisierten Rechtssysteme und die Positivität allen Rechts abgesteckt wird.

Am 13. Juli 1918 geboren, studierte Kazimierz Opaƚek 1936-39 an der Juristischen Fakultät der Universität Kraków. Nach dem Magisterium 1945 und dem Doktorat 1947 erfolgte seine Habilitation im Jahre 1952. Von 1954-61 war er als außerordentlicher Professor, von 1962-88 als ordentlicher Professor - in der Rolle des Leiters des Lehrstuhls für Theorie des Staates und des Rechts - an der Universität Kraków tätig. Hier wurde er im Jahre 1988 emeritiert. Im Verlaufe seiner akademischen Laufbahn nahm er viele Ämter ein und erhielt zahlreiche Ehrungen. 1954-56 amtierte er als Dekan der Juristischen Fakultät der Universität Kraków. 1956-62 war er Vize-Direktor des Instituts für Rechtswissenschaft der Polnischen Akademie der Wissenschaften in Warszawa. 1962-64 war er als Prorektor der Universität Kraków tätig. 1972-83 amtierte er als Präsident des Komitees für Politikwissenschaft der Akademie; desgleichen seit 1975 als Vorsitzender der Kommission für Rechtswissenschaft der Abteilung der Akademie in Kraków. 1976 wurde er korrespondierendes Mitglied, 1986 ordentliches Mitglied der Polnischen Akademie der Wissenschaften.

Table of Contents

Section Title Page Action Price
Vorwort 7
I. 7
II. 10
III. 13
IV. 20
V. 21
Inhaltsverzeichnis 23
I.Identifikation von Normen und Fakten in der Sprache des Rechts 27
Aulis Aarnio, Helsinki: On the Knowledge of Legal Facts through Norms 29
I. The problem of subsumption 29
II. Description of the facts and the claim regarding the facts 30
III. Facts and legal facts 31
IV. Intertwinement of knowledge of provisions with the knowledge of facts 33
Fernando Galindo, Zaragoza: Die Reinheit der Sprache als Voraussetzung einer juristischen Methodenlehre 35
I. 36
II. 45
III. 50
Stig J0rgensen, Aarhus: The State of Legal Dogmatics 61
I. Scandinavian Realism (Jurisprudence) 61
II. What is Science? 62
III. Legal Science 63
IV. Legal Dogmatics 64
V. Sources of Law 64
1. The Words and Purpose of Law 64
2. Systematic and Principal Regards 65
a) Private Law 66
b) Administrative Law 66
c) Criminal Law and Law of Legal Procedure 67
d) The Constitution 67
VI. Priorities 68
Stanley L. Paulson, St. Louis: Kelsen in the Role of Critic 71
I. Introduction 71
II. The Jurisprudential Antinomy 72
III. Jellinek vis-à-vis the Two-Camp Doctrine 76
IV. Kelsen on the Inorganic Theory 78
V. Concluding Remark 81
Michel Troper, Paris: Deklaration oder Konstitution von Rechten 83
I. Die These der Konstitution der Rechte 89
II. Prüfung dieser Argumente 90
III. Modalitätsstatut der Deklaration 94
Roberto J. Vernengo, Buenos Aires:Legal Rationality and Divergent Normative Logics 101
Zygmunt Ziembmski, Poznatì: Prescriptive and/or Descriptive Language in Legal Sciences 111
I. 111
II. 112
III. 116
IV. 118
II. Ethisch-politische Prämissen rechtsstaatlicher Autoritätsausübung 119
Jan M. Broekman, Leuven: Sprechakt, Freiheit und Autorität 121
I. 121
II. 125
III. 130
Ernesto Garzón Valdés, Mainz: Repräsentation und Demokratie 137
I. 137
II. 142
III. 147
Hermann Klenner, Berlin: Thomas Hobbes, ein Theoretiker des Rechts in böser Zeit 157
Aleksander Peczenik, Lund: Morality, Law and Rights 167
I. Prima facie 167
II. Value-principles and Value-statements 167
III. All-things-considered Practical Statements 168
IV. Practical and Theoretical Meaning of Practical Statements 169
V. The Law 171
VI. Prima-facie Law and Prima-facie Morality 172
VII. Definitive Law and Definitive Morality 173
VIII. Permissibility of Particular Action 174
IX. Claim 175
X. Competence 176
XI. Right to a Holding 176
XII. Sphere of Freedom 177
XIII. Permissibility-making Facts 179
XIV. Claim-making Facts 180
XV. Competence-making Facts 182
XVI. Complex Right-making Facts 182
XVII. More About AU-Things-Considered Rights 183
XVIII. Conclusions 183
Marek Zirk-Sadowski, Lodz: Philosophical Aspects of the Problem of Normative Novelty 185
III. Direktiven und Normen in rechtsontologischer Perspektive 195
Jes Bjarup, Aarhus: The Problem of \"Directive Meaning\" Reconsidered 197
I. Introduction 197
II. Intention and Understanding 198
III. The Philosophical Context of Opalek's Article 201
IV. The Problem of \"Directive Meaning 205
Arthur Kaufmann, München: Prozedurale Theorien der Gerechtigkeit 213
1. Vorbemerkung 213
2. Grundlagen der prozeduralen Theorien 214
a) Die Abkehr vom Subjekt-Objekt-Schema in der Erkenntnis 214
b) Kants transzendentaler Ansatz 216
c) Inhalte aus der Form? 217
3. Prozedurale Theorien der Gerechtigkeit 218
a) Das Vertragsmodell 218
b) Das Diskursmodell 221
4. Ein prozedurales Modell auf der Grundlage der Philosophie Kants 225
5. Kritik und Ergebnis 229
Vladimir Kubes, Brno: Die kritisch ontologischen Aufgaben der Rechtsphilosophie 233
I. Einführung in den Fragenkomplex 233
II. Einige auf der Grundlage der modernen Ontologie lösbaren Hauptfragen des rechtlichen Denkens 234
III. Über Wesen, Begriff, Aufgaben und Kategorien der Rechtsontologie; Antwort auf die aufgeworfenen Hauptfragen 236
Wiesfaw Lang, Torim: The Ontology of Law 247
Karl A. Mollnau, Berlin: Maß und Geltung des Rechts 257
I. 257
II. 259
III. 264
Csaba Varga, Budapest: The Judicial Establishment of Facts and its Procedurally 271
I. The Constitutive Nature of the Establishment of Facts 271
II. Evidence and procedurality 276
III. The Question of \"Certainty 280
IV. The Role of the Legal Force 282
IV. Normativismus und Positivismus in der modernen Normentheorie 285
Ralf Dreier, Göttingen: Der Rechtsbegriff des Kirchenrechts 287
I. Problemstellung 287
1. Das Sohm-Problem 287
2. Das Sichtproblem 288
a) Die soziologische Sicht 288
b) Die juristische Sicht 289
c) Die theologische Sicht 291
3. Das Positivismusproblem 291
II. Die Diskussion um den Rechtsbegriff in der weltlichen Rechtstheorie 292
1. Der positivistische Rechtsbegriff 292
2. Einwände gegen den positivistischen Rechtsbegriff 293
3. Ein rechtsethisch angereicherter Begriff des positiven Rechts 296
III. Das Kirchenrecht 297
1. Das Kirchenrecht als positives menschliches Recht 297
2. Das Kirchenrecht als eigengeartetes und eigenständiges Recht 299
a) Eigengeartetheit 299
b) Eigenständigkeit 302
3. Definitionsvorschlag 302
Hannu Tapani Klami, Johanna Kastinen and Minna Hatakka, Uppsala / Helsinki: Legal Language and Evidence 305
I. The Problem 305
II. Reductionism versus Contextuality 307
III. Legal Language and the Concept of \"Proof' 310
IV. Some Words about Intuition and \"Holistic Reasoning 316
Viktor Knapp, Prag: Ist das Recht lückenlos oder lückenhaft? 321
I. 321
II. 322
III. 326
IV. 328
V. 330
VI. 332
Walter Ott, Zürich: Zur Kritik Ronald Dworkins am Rechtspositivismus 333
I. Die drei Hauptthesen des Positivismus in der Sicht Dworkins 333
II. Die Kritik Dworkins an den drei Hauptthesen des Positivismus 334
III. Die Begründung dieser Kritik durch Dworkin 334
1. Die Unterscheidung zwischen Rechtsregeln und Prinzipien 334
2. Das Auffinden der maßgebenden Prinzipien 336
3. Die These von der allein richtigen Entscheidung auch in schwierigen Fällen 337
IV. Widerlegung der positivistischen Trennungsthese? 339
Literaturverzeichnis 341
Gregorio Robles, Madrid: Die Grenzen der Reinen Rechtslehre 343
I. Das Problem der Legitimität der Reinen Rechtslehre 343
II. Das Problem der Angemessenheit der Reinen Rechtslehre 355
1. Angemessenheit der Methode an das Objekt 356
2. Die Angemessenheit des Systems 357
III. Das Problem der inneren Kohärenz der Reinen Rechtslehre 359
1. Das Fehlen eines eindeutigen Rechtsnormbegriffes in der Reinen Rechtslehre 360
2. Die Unterscheidung zwischen selbständigen und unselbständigen Rechtsnormen 361
3. Das die Rechtsnorm charakterisierende Sollen 362
4. Der abhängige Charakter der hierarchischen-höheren Rechtsnormen 364
5. Geltung und Wirksamkeit 367
IV. Das Problem der Idoneität der Methode 368
Robert Walter, Wien: Das Problem des „normativen Syllogismus\" in Kelsens „Allgemeiner Theorie der Normen 373
I. 373
II. 373
III. 376
IV. 377
V. 380
Jerzy Wróblewski, Lodz: Philosophical Positivism and Legal Antipositivism of Leo Petrazycki 383
I. Introductory Observations 383
II. Philosophy 388
III. Logic and Methodology 394
IV. Psychologism and Psychology 403
V. Sociology and Legal Theory 406
VI. Policy of Law 411
VII. Concluding Remarks 414
V. Ontologie versus Soziologie des Rechts? 419
André-Jean Arnaud, Paris: Legal Grafting as a Formal Problem in a Structural Perspective 421
Vincenzo Ferrari, Mailand: Rechtssoziologie gestern und heute 431
I. Einleitung 431
II. Zwei vermeintliche metatheoretische Dilemmas 431
III. Theorie und Forschung in der Rechtssoziologie: Von den 60er zu den 70er Jahren 435
IV. Vorschläge für heute und morgen 440
V. Schlußbemerkungen über das Objekt und seinen möglichen Aufstand 446
Tomasz Gizbert-Studnicki, Kraków: The Non-Linguistic Concept of Norm and Ontology 449
Ota Weinberger, Graz: Der semantische, der juristische und der soziologische Normbegriff 461
I. Der Normsatz (die Norm) als semantische Kategorie 461
II. Die juristischen Konzeptionen des Normbegriffes 464
1. Die Imperativtheorie der Rechtsnorm 466
2. Dasein und Stammbaum des Rechts 467
3. Die Wirksamkeit der Rechtsnorm als Kriterium der Geltung 469
4. Rechtsstab und Recht 470
5. Sanktion als Merkmal der Rechtsnorm und des Realseins des Rechts 470
6. Akzeptanz und das Dasein des Rechts 472
7. Akzeptabilität und Existenz des Rechts 473
8. Recht und Erwartung 473
III. Der Normbegriff in der Soziologie 474
Literaturverzeichnis 478
Kenneth I. Wpston, Boston: Reflections on Model Institutions 481
I. Institutions and principles 482
II. Institutions and their models 484
III. Model institutions 487
IV. Institutional life 491
Bibliographie Kazimierz Opalek 493
A. Selbständige Veröffentlichungen 493
I. Monographien 493
II. Herausgegebene Werke 494
B. Beiträge zu Lexika, Sammelwerken und Zeitschriften 494
C. Vorworte, Rezensionen, Übersetzungen und sonstige kleinere Veröffentlichungen 508
Verzeichnis der Mitarbeiter 513