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Natur, Herrschaft, Recht

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Becker, M. (1997). Natur, Herrschaft, Recht. Das Recht der ersten Natur in der zweiten: Zum Begriff eines negativen Naturrechts bei Theodor Wiesengrund Adorno. Duncker & Humblot. https://doi.org/10.3790/978-3-428-48681-6
Becker, Mathias. Natur, Herrschaft, Recht: Das Recht der ersten Natur in der zweiten: Zum Begriff eines negativen Naturrechts bei Theodor Wiesengrund Adorno. Duncker & Humblot, 1997. Book. https://doi.org/10.3790/978-3-428-48681-6
Becker, M (1997): Natur, Herrschaft, Recht: Das Recht der ersten Natur in der zweiten: Zum Begriff eines negativen Naturrechts bei Theodor Wiesengrund Adorno, Duncker & Humblot, [online] https://doi.org/10.3790/978-3-428-48681-6

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Natur, Herrschaft, Recht

Das Recht der ersten Natur in der zweiten: Zum Begriff eines negativen Naturrechts bei Theodor Wiesengrund Adorno

Becker, Mathias

Schriften zur Rechtstheorie, Vol. 177

(1997)

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Abstract

Ausgangspunkt der Untersuchung ist die Frage, ob sich in der kritischen Gesellschaftstheorie Adornos, die zugleich immer auch als Erkenntnis- und Geschichtsphilosophie zu begreifen ist, Grundrisse eines eigenen rechtsphilosophischen Ansatzes entdecken lassen, die die Basis für die Begründbarkeit eines negativen Naturrechts darstellen.

Die heutige Gesellschaft, sei sie nun totalitär oder relativ demokratisch ausgerichtet, gehorcht, Adorno zufolge, bis in die psychischen Feinstrukturen ihrer Mitglieder hinein, der Gesetzmäßigkeit des absolut gewordenen Identitätsprinzips. Das Allgemeine ist kein Allgemeines aus den Einzelnen, sondern eine Allgemeinheit über die Einzelnen, die sich zu einer neuen, einer zweiten Natur verselbständigt hat. Im Verlaufe der Dialektik der Aufklärung, der Entstehungsgeschichte des abendländischen Subjekts, hat sich das Verhältnis von Objektivität und Subjektivität umgedreht: Die Subjekte werden zu Objekten, das System, dem die Natur als ganz Anderes entgegengesetzt bleibt, zum Subjekt.

Damit bleibt gesellschaftliche Wirklichkeit, gemessen an ihrem insbesondere idealistischen Wahrheitsanspruch, unwahr, stellt sie sich als Unrecht dar, zeigt sich die Ungerechtigkeit des Ganzen. Adornos Rechtsdenken ist daher konsequenterweise ein Denken des alles durchziehenden Unrechts, in dem das Recht des Besonderen, das Adorno insbesondere gegen Regel einklagt, nurmehr negativ bestimmt zu werden vermag. Diese Bestimmung kann nur in einem Ansatz negativ dialektischen Naturrechts erfolgen. Dabei erweist sich das alttestamentarische Bilderverbot als Urrecht seines nichtidentischen Substrates, der inneren, unbeschädigten Natur des Besonderen.

Table of Contents

Section Title Page Action Price
Vorwort 7
Inhaltsverzeichnis 9
Verzeichnis der Siglen 14
Vorbemerkung 15
Allgemeiner Teil 17
1. Vorbemerkung 17
1.1. Adorno im Spiegel der Rechtsphilosophie 17
1.2. Die Rechtsphilosophie Adornos im Spiegel der philosophischen Literatur 17
2. Einführung 19
2.1. Schwierigkeit des Fragens 19
2.2. Kurzabriß der philosophiegeschichtlichen Voraussetzungen des Denkens Adornos 20
3. Kritik der Ursprungs- bzw. Identitätsphilosophie 22
3.1. Stellung der Identitätsphilosophie im Denken Adornos 22
3.2. Hauptvorwurf: Erstbegriff und Ableitung 23
3.3. Probleme der Qualität der philosophischen Erkenntnis 24
3.3.1. Erkenntnis als System 24
3.3.2. Subjektivismus aus Nichtlösung des Subjekt/Objekt-Problems 25
3.3.3. Dialektik im System 26
3.3.4. Zum Verhältnis von Besonderem und Allgemeinem in der Identitätsphilosophie 26
3.3.5. Abstraktion und Tautologie 27
3.3.6. Totalität 27
3.3.7. Dogmatismus 28
3.3.8. Vermittlung 28
3.4. Adornos Konsequenz: Negative Dialektik 29
3.5. Zusammenfassende Übersicht der Kritik Adornos an der Identitätsphilosophie 32
4. Der abstrakte Entwurf der Geschichtsphilosophie Adornos und sein Verhältnis zur Erkenntnisphilosophie 33
4.1. Doppelte Orientierung aus der Ontologie und der Geschichtsphilosophie 34
4.2. Natur und Geschichtsbegriff 34
4.3. Zielsetzung 35
4.4. Argumentation aus der Ontologie 35
4.5. Argumentation aus der Geschichtsphilosophie 37
5. Die Entstehungsgeschichte des Subjekts: Geschichte der Gesellschaft - als falsche: Identität und Nichtidentität von Besonderem und Allgemeinem 41
5.1. Dialektik der Aufklärung: Geschichtsphilosophische Erklärung für die Gesellschaft als arbeitsteiliges Subjekt der Selbsterhaltung und transzendentallogisches Subjekt der Erkenntnis. 45
5.1.1. Überblick 45
5.1.2. Die mythische Phase 48
5.1.2.1. Die drohende Macht der Natur 48
5.1.2.2. Die Entstehung des Mythos aus der Angst des Menschen vor Natur und Dasein 51
5.1.2.3. Das Wesen der Natur-Herrschaft im Mythos: Einheit von Mythos und Natur 53
5.1.2.3.1. Dreifache Bedeutung des Mythos 53
5.1.2.3.2. Verdoppelung von Herrschaft im Begriff des Mythos 54
5.1.2.3.3. Mythos als Aufklärung: Ratio und Herrschaft: Funktion der Selbsterhaltung 56
5.1.2.3.4. Mythos als Zusammenhang von Natur und Gesellschaft: Dialektik von Natur und Arbeit: Einheit von Philosophie und Arbeitsteilung unter dem Gesichtspunkt selbsterhaltender Herrschaft 60
5.1.3. Das Entstehen der partikularen Rationalität der Selbsterhaltung als Struktur und ihre Übertragung auf die Gesellschaft 70
5.1.3.1. Entstehung partikularer Rationalität der Selbsterhaltung 70
5.1.3.1.1. Partikularität der Selbsterhaltung bei Odysseus 70
5.1.3.1.2. Partikulare Raionalität der Selbsterhaltung als Struktur 75
5.1.3.1.2.1. Identität und Nichtidentität des Selbst: Selbstverleugnung und Selbsterhaltung; Subjekt und Nichtsubjekt 75
5.1.3.1.2.2. Verdinglichung, Mechanisierung, Verselbständigung der partikularen Rationalität der Selbsterhaltung 79
5.1.3.1.2.3. Totalität der partikularen Rationalität der Selbsterhaltung in der Gesellschaft 82
5.2. Das Entwicklungsgesetz der Gesellschaft - Die Prinzipien der Entwicklung von Selbst und Gesellschaft: Identität, Tausch, Selbst 83
5.2.1. Historizität oder Vorgängigkeit der partikularen Rationalität der Selbsterhaltung in der Gesellschaft 83
5.2.2. Die Prinzipien der Entwicklung von Selbst und Gesellschaft: Identität, Tausch, Selbst 86
5.2.3. Die erkenntniskritische Begründung gegen Kant 86
5.2.4. Die erkenntniskritische Begründung gegen Hegel 88
5.2.4.1. Das Vermittlungsproblem, Identität und Nichtidentität 88
5.2.4.2. Constituens und Constitutum; Gesellschaft und Geist 89
5.2.4.3. Gesellschaftliche Arbeit; Radikalität der Vermittlung 91
5.2.4.4. Gesellschaft als Transzendentalsubjekt 94
5.2.4.4.1. Vermittlung der Gesellschaft durch die "Subjekt"-Monaden 96
5.2.4.4.2. Tauschprinzip als Prinzip des mit sich selbst identischen Transzendentalsubjekts 98
5.2.4.4.2.1. Gesellschaft als Begriff (Tausch) 98
5.2.4.4.2.2. Tauschbegriff: Nichtstoffliches in der Objektivität: Geist objektiv; real vollzogen 100
5.2.4.4.2.3. Subjektivität als Objektivität (Tausch) 101
5.2.4.4.2.4. Objektivität als Prozeß verdinglichter Subjektivität (Tausch) 102
5.2.4.4.2.5. Prozeß als Verwirklichung des Identitätsprinzips (Identität) 103
5.3. Die Gesellschaft als System 105
5.3.1. Nichtidentität: Einheit von Erkenntnis- und Sozialphilosophie; Wahrheit und Unwahrheit des Tauschprinzips 105
5.3.2. Vorrang des Allgemeinen vor dem Besonderen als Ausdruck von Identität und Nichtidentität 108
5.3.3. Totalität der nichtidentischen Identität: Zweite Natur - Das System der Gesellschaft als Totalität des schlecht Allgemeinen 109
Besonderer Teil: Negatives Naturrecht 114
1. Einführung 114
1.1. Staatsphilosophie 115
1.2. Rechtsphilosophie 115
2. Ethik, Staats- und Rechtsphilosophie: Einheit in der Bestimmung der Unwahrheit des Ganzen am Begriff des Besonderen: Der Begriff von Wahrheit und Unwahrheit in seinem Zusammenhang mit dem Begriff von Staat, Recht, Unrecht und Ungerechtigkeit 117
3. Freiheit der Person: Kritik der Reduktion bürgerlicher Ethik und Rechtsphilosophie auf die Annahme individueller Freiheit und des Begriffes des Individuums 121
3.1. Freiheitsfiktion: Voraussetzung der Begründung, Rechtfertigung und Legitimation von Moral, Recht (Strafrecht) und Staat 121
3.2. Kritik bürgerlicher Freiheitsphilosophie: Kant, Hegel und Marx 122
3.2.1. Kritik der Identitätsphilosophie: Kant, Hegel und Marx 122
3.2.2. Freiheit bei Kant 129
3.2.2.1. Nichtidentität von Bewußtsein und Freiheit 129
3.2.2.2. Einheit persönlichen Selbstbewußtseins und die Dialektik von Freiheit und Unfreiheit 130
3.2.2.3. Nichtbestimmbarkeit von Freiheit durch Bewußtsein 132
3.2.2.4. Kausalität als Wirkung der Freiheit in die Empirie 132
3.2.2.5. Unmöglichkeit moralischer Einzelhandlung 134
3.2.2.6. Repression: Funktion nichtdialektischer Freiheitslehre 134
3.3. Wirklichkeit und Freiheit 135
3.3.1. Reale Freiheit als Grenze der Begründung, Rechtfertigung und Legitimation von Recht und Staat, Strafrecht und Moral 135
3.3.2. Freiheit des Besonderen im Allgemeinen der Unfreiheit: Dialektische Doppelhelix der Freiheit; Vermittlung von Freiheit und Unfreiheit, Ich und Nichtich, Geist und Wirklichkeit im Innen und Außen der Person - Zur Psychosomatik der Philosophie der Freiheit als Kritik an Kant, Hegel und Marx 136
3.3.2.1. Das Ich als Organon der Freiheit, und Freiheit als Prozeß; das Hinzutretende 140
3.3.2.2. Tauschgesellschaft, Moral und Versöhnung 143
3.3.2.2.1. Unmöglichkeit einer wahren Moral des Sollens: Modell der Unmöglichkeit eines wahren "Rechts" 145
3.3.2.2.2. Moral als Utopie: Zur Möglichkeit von Versöhnung; Utopie als negative Minimalethik 149
4. Dialektik der Aufklärung: Natur, Freiheit und Recht - Kritik gesellschaftlich realer Unfreiheit aus der Naturgeschichte als Kritik der Philosophie der Freiheit, des Rechts und der Rechtsphilosophie 152
4.1. Rechtsgenese aus Naturherrschaft, nicht aus Freiheit 152
4.1.1. Die bürgerlich mythische Phase 152
4.1.2. Die bürgerlich industrielle Phase 156
4.2. Exkurs: Rechtsbegriff und Mythos in der Dialektik der Aufklärung bei Cochetti 159
5. Unrecht als unwahres Ganzes: Das historisch gesellschaftlich Allgemeine als allgemeines Unrecht 163
5.1. Der Begriff des Unrechts: Unrecht in und aus der Sphäre des Allgemeinen gegen das Besondere 165
5.1.1. Das Identitätsprinzip 165
5.1.2. Das Tauschprinzip 170
5.1.3. Der Staat: Übergang des Verhältnisses von Staat und Recht in das Verhältnis von Tauschprinzip und materialer Gerechtigkeit 173
5.1.3.1. Staat, Gesellschaft, Trend; Vermittlungsvorrang der Gesellschaft vor dem Staat; Auflösung eines unabhängigen Sein des Staates 173
5.1.3.1.1. Einheit von Wahrheit und Recht im Ganzen; Schein der Unmittelbarkeit des Staates; Vermitteltheit 173
5.1.3.1.2. Verwechslung von Staat und Gesellschaft 175
5.1.3.1.3. Staatszweck Selbsterhaltung und Individuum; Identität und Nichtidentität; Recht und Unrecht des Staates 176
5.1.3.1.3.1. Selbsterhaltung, Identität, Rationalität und Recht 176
5.1.3.1.3.2. Naturbeherrschung, Irrationalität, Herrschaft und Unrecht 177
5.1.3.1.3.3. Wahrheit und Unwahrheit, Recht und Unrecht 178
5.1.3.1.3.4. Recht und Unrecht des Individuums 179
5.1.3.1.4. Staat als repräsentative Ausprägung des Tauschprinzips, damit des Trends 181
5.1.3.1.5. Zu Adornos Kritik des Verhältnisses von Gesellschafts- und Staatsdialektik bei Hegel 182
5.1.3.1.6. Entmächtigung des Einzelnen im Staat der Sittlichkeit bei Hegel 183
5.1.3.2. Staat und das Verhältnis von Allgemeinem und Besonderem bei Adorno als Kritik an Hegel 184
5.1.3.2.1. Zum Zusammenhang zwischen der Dialektik von Allgemeinem und Besonderem, von Subjekt und Objekt sowie der Identitätsphilosophie im Hinblick auf das Problem von Staat und Freiheit; Kritik an Hegel 185
5.1.3.2.2. Nation, Integration und Unterwerfung 187
5.1.3.2.3. Geistphilosophie und Ideologie 189
5.1.3.3. Staatsentstehung - Fiktion und Unfreiheit 190
5.1.3.4. Staatsidealismus, Stillstandsdialektik und Sittlichkeitsideologie 191
5.1.3.5. Vorrang der Gesellschaft vor dem Recht - Absolute Vermittlung : Zum Verhältnis von Staat und Recht im Hinblick auf das Problem der Rechtsbegründung 193
5.1.3.6. Perspektiven für das Verhältnis von Individuum und Staat 194
5.1.4. Das Abstrakte Recht: Person und Freiheit 195
5.1.4.1. Principium individuationis 197
5.1.4.2. Exkurs: Zu Hegels Begriff des abstrakten Rechts und zum Recht der Person in seiner Philosophie 199
5.1.4.3. Das abstrakte Unrecht der Person, Kritik an Hegel: Naturreproduktion und Noch-Nicht des Rechts; Gesellschaftsnatur und Negation des Rechts der Natur 202
5.1.5. Das Positive Recht 205
5.1.5.1. Recht als zweite Natur; Vermittlung durch verdinglichtes Bewußtsein, Selbsterhaltung: positive Funktion von Recht 205
5.1.5.2. Positives Recht im Zeichen der Vormacht des Allgemeinen vor dem Besonderen 207
5.1.5.3. Positives Recht: Identität im Zeichen der Nichtidentität 209
5.1.5.4. Der Formalismus der Konsequenzlogik, Abstraktion gegen das Leben angesichts des bleibenden Antagonismus; Subsumtion 210
5.1.5.5. Recht als Gewalt 211
5.1.5.6. Unwahrheit positiven Rechts: Recht als Unrecht - Das Schlechte in der Form des abstrakt Allgemeinen 213
5.1.5.7. Strafjustiz und Gesellschaft 213
5.1.5.7.1. Selbsterhaltung und Schuld der Schwäche 213
5.1.5.7.2. Vernunft von Justiz 215
5.2. Der Begriff des Unrechts: Unrecht in und aus der Sphäre des Besonderen gegen Leib, Impuls und Umgebung 217
5.2.1. Widerstreit des Identitätszwangs des Ich, der konkret historischen Subjektivität des Subjekts selbst, mit dem Vorbegrifflichen, dem Nichtidentischen, dem Substrat der ersten Natur 218
5.2.2. Kollision des Ichs mit der Möglichkeit des eigenen Lebens 221
5.3. Der Begriff der Ungerechtigkeit: Einheit von Unrecht, Unwahrheit und Ungerechtigkeit aus dem Identitätsprinzip und der Konsequenzlogik 223
6. Positives Naturrecht 227
7. Negatives Naturrecht 228
7.1. Negative Dialektik des Besonderen 229
7.2. Utopie des Besonderen 229
7.3. Utopie des Lebens als Utopie des Allgemeinen 230
7.4. Versöhnung 231
7.5. Bilderverbot 232
8. Schlußbemerkung 234
Literaturverzeichnis 236
1. Grundlagenliteratur 236
2. Sekundärliteratur 238