Menu Expand

Cite BOOK

Style

Kunisch, J. Münkler, H. (Eds.) (1999). Die Wiedergeburt des Krieges aus dem Geist der Revolution. Studien zum bellizistischen Diskurs des ausgehenden 18. und beginnenden 19. Jahrhunderts. Duncker & Humblot. https://doi.org/10.3790/978-3-428-49577-1
; Kunisch, Johannes and Münkler, Herfried. Die Wiedergeburt des Krieges aus dem Geist der Revolution: Studien zum bellizistischen Diskurs des ausgehenden 18. und beginnenden 19. Jahrhunderts. Duncker & Humblot, 1999. Book. https://doi.org/10.3790/978-3-428-49577-1
Kunisch, J, Münkler, H (eds.) (1999): Die Wiedergeburt des Krieges aus dem Geist der Revolution: Studien zum bellizistischen Diskurs des ausgehenden 18. und beginnenden 19. Jahrhunderts, Duncker & Humblot, [online] https://doi.org/10.3790/978-3-428-49577-1

Format

Die Wiedergeburt des Krieges aus dem Geist der Revolution

Studien zum bellizistischen Diskurs des ausgehenden 18. und beginnenden 19. Jahrhunderts

Editors: Kunisch, Johannes | Münkler, Herfried

Beiträge zur Politischen Wissenschaft, Vol. 110

(1999)

Additional Information

Book Details

Pricing

Abstract

Im Gefolge der Revolutions- und Befreiungskriege am Ende des 18. und zu Beginn des 19. Jahrhunderts hat sich ein grundlegender Wandel in der Handhabung und Einschätzung des Krieges vollzogen: das ist allgemein bekannt und in der Politikwissenschaft ebenso wie in der Historie immer wieder dargestellt und erörtert worden. Bemerkenswert ist jedoch, daß dieser Wandel von der gezähmten zur entfesselten Bellona bereits in einer Generation einsetzte, die noch ganz von den Humanitätsidealen der Aufklärung und dem mechanistischen Weltbild des Rationalismus geprägt war.

So wird in diesem Band diskutiert, unter welchen politischen und geistesgeschichtlichen Voraussetzungen es möglich war, daß man sich im Zeitraum von wenigen Jahrzehnten von der Gewißheit, den ewigen Frieden stiften zu können, abwandte und den Krieg als moralische Anstalt wiederentdeckte und zu rechtfertigen versuchte. Dabei hat sich herausgestellt, daß es nicht die Französische Revolution und die in ihrem Gefolge geführten Kriege allein gewesen sind, die diese "Enthegung des Krieges" (Herfried Münkler) zustande brachten. Vielmehr kann es nach den weit ausholenden begriffsgeschichtlichen Untersuchungen von Wilhelm Janssen als erwiesen gelten, daß sich bereits vor der Revolution und besonders auch in Deutschland ein neuer Bellizismus herauszubilden begann, der zahlreiche Argumente lieferte, deren man sich dann in der patriotisch aufgeladenen Debatte der Befreiungskriege bedient hat. Die Wurzeln für den nachrevolutionären Bellizismus liegen also bereits im ancien régime und sind offensichtlich jenem Phänomen zuzuordnen, das als "Dialektik der Aufklärung" bezeichnet worden ist.

Table of Contents

Section Title Page Action Price
Vorwort V
Inhaltsverzeichnis VII
Rolf Sprandel, Würzburg: Die Rechtfertigung des Krieges durch die Hofchronisten im spätmittelalterlichen Deutschland 1
I. 1
II.\r 3
III. 4
IV. 5
V.\r 8
VI.\r 10
VII. 11
VIII.\r 12
IX. 13
X.\r 15
Matthias Bohlender, Berlin: Die Poetik der Schlacht und die Prosa des Krieges. Nationalverteidigung und Bürgermiliz im moralphilosophischen Diskurs der schottischen Aufklärung 17
I. Von der Bürgermilizfrage zur moralphilosophischen Gesellschaftsdiagnose\r 17
Das militärstrategisch-ökonomische Argument 20
Das sozio-moralische Argument 20
II. Die Geburt der Gesellschaft aus der Poetik des Krieges\r 22
III. Die Verstaatlichung des Krieges und die Kommerzialisierung der Gesellschaft\r 29
IV. Der verschwiegene Dialog und das Ende zweier Illusionen 34
Wilhelm Janssen, Bonn: Johann Valentin Embser und der vorrevolutionäre Bellizismus in Deutschland 43
Johannes Kunisch, Köln: Die Denunzierung des Ewigen Friedens. Der Krieg als moralische Anstalt in der Literatur und Publizistik der Spätaufklärung 57
Hans-Ulrich Thamer, Münster: „Freiheit oder Tod“. Zur Heroisierung und Ästhetisierung von Krieg und Gewalt in der Ikonographie der Französischen Revolution 75
I. Krieg und Revolution in der politischen Publizistik 78
II. Krieg und Gewalt in der politischen Ikonographie der Revolution\r 83
Peter Paret, Princeton: Die Darstellung des Krieges in der Kunst 93
Wilfried von Bredow, Marburg: Goethe in Valmy 113
Prolog 113
I. Sarkastische Prophezeiung 115
II. Vor Ort\r 117
1. Das militärische Setting 117
2. Die äußeren Umstände der Niederlage 120
3. Goethe als Schlachtenbummler 120
4. Den Krieg beobachten 122
5. Die eigentlichen Interessen 123
III. Aus der Distanz 124
1. Revolution, politisch-militärisch 125
2. Valmy und die historische Kontingenz 126
3. Bürgerliche Kriegsfeme und ein memento belli 128
Schluß: Dabeisein und ein wenig nachträgliche Stilisierung 129
Jürgen Heideking, Köln: „People’s War or Standing Army?“ Die Debatte über Militärwesen und Krieg in den Vereinigten Staaten von Amerika im Zeitalter der Französischen Revolution 131
I. Der revolutionäre Charakter des Unabhängigkeitskrieges 133
II. Die umstrittenen Lehren aus dem Unabhängigkeitskrieg 138
III. Die Bewährungsprobe des amerikanischen Militärkonzepts im Krieg gegen England von 1812/14\r 147
Michael Sikora, Münster: Scharnhorst und die militärische Revolution 153
Andreas Herberg-Rothe, Ebersburg: Die Entgrenzung des Krieges bei Clausewitz 185
I. Clausewitz – ein „Apostel des revolutionären Krieges“? 185
II. Orientierung am Vernichtungsprinzip und der (Entscheidungs)- Schlacht – der Vorbildcharakter der Napoleonischen Kriege\r 189
III. „Überbieten“ der Französischen Revolution durch den Partisanenkrieg\r 193
IV. Anerkennungsthematik und existentielle Kriegsauffassung\r 195
V. Drei Wechselwirkungen zum Absoluten und Äußersten\r 202
Jean-Jacques Langendorf, Droß: Rühle von Lilienstern und seine Apologie des Krieges 211
Massimo Mori, Turin: Das Bild des Krieges bei den deutschen Philosophen 225
I. Die Krise der Geschichtsphilosophie der Aufklärung\r 225
II. Die Krise der naturrechtlichen Staatsauffassung\r 231
III. Die Krise der Eudämonia\r 236
Herfried Münkler, Berlin: „Wer sterben kann, wer will denn den zwingen“ – Fichte als Philosoph des Krieges 241
Peter J. Brenner, Köln: Jean Pauls Friedens-Predigt. Die Ästhetisierung des Krieges in den „Politischen Schriften“ 261
I. 261
II.\r 264
III. 267
IV. 271
V. 273
VI. 280
Ernst Weber, München: Der Krieg und die Poeten. Theodor Körners Kriegsdichtung und ihre Rezeption im Kontext des reformpolitischen Bellizismus der Befreiungskriegslyrik 285
I. 285
II.\r 291
III. 300
IV. 308
V.\r 315
VI. 322
Andreas Dörner, Magdeburg: Funktionale Barbarei. Heinrich von Kleists „Kriegstheater“ und die Politik des Zivilisationsabbaus 327
I. Irritationen 327
II. Zivilisation und Krieg\r 329
III. Die „gebrechliche Einrichtung der Welt“\r 332
IV. Zivilisationsabbau und totaler Befreiungskampf 334
V. Die Rationalität des Hasses 336
VI. Zivilisationsabbau und totaler Krieg heute 347
Register 351