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Umweltrelevante Selbstverpflichtungen - ein Instrument progressiven Umweltschutzes?

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Hucklenbruch, G. (2000). Umweltrelevante Selbstverpflichtungen - ein Instrument progressiven Umweltschutzes?. Duncker & Humblot. https://doi.org/10.3790/978-3-428-49966-3
Hucklenbruch, Gabriele. Umweltrelevante Selbstverpflichtungen - ein Instrument progressiven Umweltschutzes?. Duncker & Humblot, 2000. Book. https://doi.org/10.3790/978-3-428-49966-3
Hucklenbruch, G (2000): Umweltrelevante Selbstverpflichtungen - ein Instrument progressiven Umweltschutzes?, Duncker & Humblot, [online] https://doi.org/10.3790/978-3-428-49966-3

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Umweltrelevante Selbstverpflichtungen - ein Instrument progressiven Umweltschutzes?

Hucklenbruch, Gabriele

Schriften zum Umweltrecht, Vol. 103

(2000)

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Abstract

Angesichts zu starrer, die Handlungsfähigkeit der Industrie oftmals einschränkender Vorschriften und offensichtlicher Vollzugsdefizite setzen Industrie und staatliche Stellen zum Schutze der Umwelt bereits seit längerem verstärkt auf sogenannte Selbstverpflichtungen. Darin sagen die beteiligten Unternehmen - mehr oder weniger konkret - zu, besondere Anstrengungen zum Schutze der Umwelt zu unternehmen. Vielfach erfolgen derartige Zusagen in der Erwartung, daß der Staat auf eine Normsetzung in dem die jeweilige Selbstverpflichtung betreffenden Umweltbereich verzichten werde.

Während ihre Wirkungsweise bereits recht gut bekannt ist, bestehen hinsichtlich der rechtlichen Rahmenbedingungen für den Abschluß von Selbstverpflichtungen noch viele Zweifelsfragen. Ausgehend von einer Reihe von Beispielen untersucht die Verfasserin die rechtliche Verbindlichkeit von Selbstverpflichtungen sowie ihre Zulässigkeit, wobei verfassungsrechtliche Fragen im Vordergrund stehen. Die für die Zulässigkeit einer Selbstverpflichtung wesentlichen Gesichtspunkte werden anschließend zusammengefaßt. Ferner dargestellt werden drei in anderen europäischen Staaten praktizierte Formen von Umweltabsprachen. Auf dieser Grundlage werden zum Abschluß Folgerungen für die künftige Gestaltung von Selbstverpflichtungen in Deutschland gezogen.

Table of Contents

Section Title Page Action Price
Vorwort 7
Inhaltsverzeichnis 9
Abkürzungsverzeichnis 21
Einleitung 29
1. Kapitel: Die Rechtsnatur einseitiger Selbstverpflichtungen 31
A. Die Struktur einseitiger Selbstverpflichtungen 31
I. Gewässerschutz 31
1. „Erklärung zur Reduzierung der Gewässerbelastung durch EDTA“ (31. Juli 1991) 31
a) Inhalt der Erklärung 32
b) Überwachung 33
c) Beteiligte 33
d) Art der Bekanntmachung 33
e) Laufzeit 33
f) Anreiz 33
g) Bewertung 33
2. Vereinbarung betreffend den Einsatz hypochlorithaltiger Haushaltsreiniger (Januar 1985) 34
a) Inhalt der Erklärung 34
b) Überwachung 34
c) Beteiligte 34
d) Art der Bekanntmachung 35
e) Laufzeit 35
f) Anreiz 35
g) Bewertung 35
3. „Selbstverpflichtungserklärung“ der europäischen Papierhersteller an das BMU zum umweltverträglichen Chemikalieneinsatz bei Selbstdurchschreibe- und Thermodruckpapier (Juli 1996) 35
a) Inhalt der Erklärung 36
b) Überwachung 36
c) Beteiligte 36
d) Art der Bekanntmachung 37
e) Laufzeit 37
f) Anreiz 37
g) Bewertung 37
4. „Verpflichtung“ der Firma Pfersee Chemie GmbH zur verstärkten Kontrolle des Vertriebs und des Einsatzes des Imprägniermittels Fungitex ROP (22. Januar 1996) 37
a) Inhalt der Erklärung 38
b) Überwachung 38
c) Beteiligte 38
d) Art der Bekanntmachung 38
e) Laufzeit 38
f) Anreiz 39
g) Bewertung 39
5. „ECVM Industry Charter for the Production of VCM and PVC“ (Juni 1995) 39
a) Inhalt der Erklärung 40
b) Überwachung 40
c) Beteiligte 40
d) Art der Bekanntmachung 41
e) Laufzeit 41
f) Anreiz 41
g) Bewertung 41
II. Klimaschutz: FCKW- und CO2-Emissionen 41
1. Grundsätzliches zur Entwicklung im FCKW-Bereich 41
2. „Erklärung über die Reduzierung des Einsatzes vollhalogenierter Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) in Spray-dosen“ (13. August 1987) 42
a) Inhalt der Erklärung 43
b) Überwachung 44
c) Beteiligte 44
d) Art der Bekanntmachung 44
e) Laufzeit 44
f) Anreiz 45
g) Bewertung 45
3. „Selbstverpflichtung zur Einstellung der Produktion vollhalogenierter Fluorchlorkohlenwasserstoffe“ (30. Mai 1990) 46
a) Inhalt der Erklärung 46
b) Überwachung 46
c) Beteiligte 46
d) Art der Bekanntmachung 47
e) Laufzeit 47
f) Anreiz 47
g) Bewertung 47
4. „Selbstverpflichtung zur Rücknahme und Verwertung von Fluorchlorkohlenwasserstoffen und Kälteölen aus Kälte- und Klimageräten“ (30. Mai 1990) 48
a) Inhalt der Erklärung 48
b) Überwachung 48
c) Beteiligte 48
d) Art der Bekanntmachung 49
e) Laufzeit 49
f) Anreiz 49
g) Bewertung 49
5. „Selbstverpflichtung des Zentralverbandes der Elektrotechnik und Elektronikindustrie (ZVEI), bis 1994 ausschließlich FCKW-freie Haushaltskühlgeräte herzustellen“ (März 1993) 49
a) Inhalt der Erklärung 50
b) Überwachung 50
c) Beteiligte 50
d) Art der Bekanntmachung 50
e) Laufzeit 50
f) Anreiz 51
g) Bewertung 51
6. „Freiwillige Selbstverzichtserklärung“ der Mitglieder der Fachvereinigung Polystyrol-Extrudierschaumstoff an das BMU zum Verzicht auf H-FCKW bei der Herstellung von XPS-Schäumen (2. Februar 1996) 51
a) Inhalt der Erklärung 51
b) Überwachung 52
c) Laufzeit 52
d) Beteiligte 52
e) Art der Bekanntmachung 52
f) Anreiz 52
g) Bewertung 53
7. „Aktualisierte Erklärung der deutschen Wirtschaft zur Klimavorsorge“ (27. März 1996) 53
a) Inhalt der Erklärungen 55
aa) Erklärung der deutschen Wirtschaft 55
bb) Einzelerklärungen 55
b) Überwachung 56
c) Beteiligte 56
d) Art der Bekanntmachung 56
e) Laufzeit 57
f) Anreiz 57
g) Bewertung 58
8. Freiwillige Zusage der deutschen Automobilindustrie zur Kraftstoffverbrauchsminderung (23. März 1995) 58
a) Inhalt der Erklärung 59
b) Überwachung 59
c) Beteiligte 59
d) Art der Bekanntmachung 60
e) Laufzeit 60
f) Anreiz 60
g) Bewertung 60
III. Abfallentsorgung: Rücknahmepflichten für gebrauchte Produkte 61
1. Zweite freiwillige Selbstbindung in Fortschreibung der am 9. September 1988 zugesagten freiwilligen Maßnahmen der Batteriehersteller, Batterieimporteure und des Handels 62
a) Inhalt der Erklärung 64
b) Überwachung 65
c) Beteiligte 65
d) Art der Bekanntmachung 65
e) Laufzeit 65
f) Anreiz 65
g) Bewertung 66
2. „Freiwillige Selbstverpflichtung zur umweltgerechten Altautoverwertung (Pkw) im Rahmen des Kreislaufwirtschaftsgesetzes“ (21. Februar 1996) 66
a) Ausgangslage 66
b) Inhalt der Erklärung 67
c) Überwachung 68
d) Beteiligte 68
e) Art der Bekanntmachung 68
f) Laufzeit 68
g) Anreiz 69
h) Bewertung 69
IV. Schutz vor gefährlichen Stoffen – Verhaltenskodex für die Ausfuhr gefährlicher Chemikalien (11. März 1986) 69
1. Inhalt der Erklärung 69
2. Überwachung 70
3. Beteiligte 70
4. Art der Bekanntmachung 70
5. Laufzeit 70
6. Anreiz 70
7. Bewertung 70
V. Hinweis auf weitere Selbstverpflichtungen 71
B. Auswertung 72
I. Ausgestaltungsformen 72
II. Entstehungsweg einer Selbstverpflichtung 74
III. Begriffliches 77
IV. Vorbilder der umweltrechtlichen Selbstverpflichtung 80
V. Gründe für die Abgabe von Selbstverpflichtungen 81
1. Vorteile 82
a) Vermeidung rechtlicher Auseinandersetzungen 82
b) Aufwand- und Kostenminderung 83
c) Weniger Störquellen 84
d) Höhere Flexibilität 85
e) Publicity-Effekt 86
f) Grundlage für noch weitergehende Forderungen 87
g) Nutzung externen Sachverstandes 87
h) Deregulierung 88
i) Die Rolle von Selbstverpflichtungen in der europäischen Umweltpolitik 89
2. Risiken 90
a) Beurteilung von Substituten 91
b) „Free-rider“-Verhalten 91
c) Bildung von Kartellen 92
VI. Erfolgsfaktoren 93
VII. Systematisierung 94
1. Verhältnis zum herkömmlichen umweltrechtlichen Instrumentarium 95
a) Freiwillige Maßnahmen ohne staatliche Beteiligung 95
b) Selbstverpflichtungen anläßlich potentieller hoheitlicher Maßnahmen 95
c) Synthese aus Selbstverpflichtung und Verordnung 96
2. Verhältnis der Beteiligten untereinander 97
3. Kooperationsprinzip 98
4. Selbstverpflichtung als informales Verwaltungshandeln? 99
C. Rechtsnatur von Umweltabsprachen 100
I. Verbindlichkeit der Absprache 101
1. Die Erklärung der Wirtschaft 103
a) Der Name der Erklärung 103
b) Der Wortlaut der eigentlichen Erklärung 104
c) Die objektive Empfängersicht 107
d) Änderung der Rahmenbedingungen 109
e) Überwachung der Einhaltung 110
f) Die Struktur der Selbstverpflichtung als Indiz für Verbindlichkeit 110
g) Die verbandsinterne Durchsetzbarkeit von Selbstverpflichtungen 112
aa) Selbstverpflichtung des Verbandes 113
bb) Die Sozialbindungen innerhalb eines Verbandes 114
cc) Selbstverpflichtung der Mitgliedsunternehmen 116
h) Zwischenergebnis 117
2. Die Erklärung des Ministeriums 117
a) Der Wortlaut der Zusage 119
b) Andeutungen auf einen Normsetzungsverzicht in der Selbstverpflichtung 119
c) Die Unzulässigkeit von Normsetzungsverträgen 121
aa) Maßgebliches Rechtsregime 123
bb) Disponibilität des Vertragsgegenstandes 126
cc) Kompetenzrechtliche Schranken 128
dd) Parlamentarische Diskontinuität und uneinschränkbare Souveränität des Gesetzgebers 129
(1) Parlamentarischer Gesetzgeber 129
(2) Verordnungsgeber 133
ee) Unzulässige Vorabfestlegungen 134
3. Zwischenergebnis 138
II. Öffentliches oder privates Recht 139
1. Zuordnungskriterien 140
2. „Selbstverpflichtungen“ ohne Bezug zu normativen Maßnahmen 140
3. Selbstverpflichtung zur Abwendung normativer Maßnahmen 141
a) Rechtsnatur der „horizontalen“ Absprache 142
b) Rechtsnatur der „vertikalen“ Absprache 142
aa) Gegenseitiger Vertrag 143
bb) „Hinkender“ Austauschvertrag 144
III. Rechtsnatur des staatlichen Mitwirkungsaktes 148
IV. Ergebnis 151
D. „Faktische“ Bindungen aufgrund von Absprachen 151
I. Bindungen kraft Gesetzes 152
1. Konsequenzen für das Normsetzungsrecht 152
a) Anwendung der Grundsätze zum Plangewährleistungsrecht – Anspruch auf Planfortbestand und schonende Anpassung nach dem Grundsatz des Vertrauensschutzes? 153
b) Einschränkung des Verordnungsermessens nach dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit 156
c) Einschränkung des Verordnungsermessens nach dem Grundsatz von Treu und Glauben? 158
2. Bindungen der beteiligten Wirtschaftsunternehmen 160
II. Gesellschaftliche Obliegenheiten 163
III. Ergebnis 164
2. Kapitel: Der rechtliche Rahmen für Selbstverpflichtungen 166
A. Generelles Verbot informeller Verhaltensweisen? 167
B. Rechtsstaatsprinzip 168
I. Gewaltenteilung 168
1. Organkompetenzen 169
2. Zustimmung des Bundestages 169
3. Publikation von Absprachen 170
II. Grundsatz der Grundrechts- und Gesetzesbindung der Exekutive: Die Gestaltungsfreiheit des Verordnungsgebers 173
1. Formale Kriterien 173
a) Grundsätzliche Möglichkeit des Verzichts auf den Erlaß einer Rechtsverordnung 174
b) Beschränkung auf die Handlungsform Rechtsverordnung 175
aa) Die Verpflichtung aus der Ermächtigungsnorm 176
bb) Pflicht aufgrund der Notwendigkeit von Detailregelungen 176
cc) Grundsatz der praktischen Wirksamkeit von Richtlinien 178
dd) Verordnungserlaß aufgrund grundrechtlicher Schutzpflichten 182
ee) Gebot zu kooperativem Handeln? 186
ff) Zwischenergebnis 189
2. Materiale Leitgesichtspunkte: Beeinträchtigung geschützter Interessen 189
a) Auftragscharakter der Umweltgesetze 189
b) Verpflichtung auf die Wahrung der Grundrechte 192
aa) Freiheitsrechte der an der Absprache Beteiligten 193
(1) Betroffene Schutzbereiche 193
(2) Der Eingriffscharakter des staatlichen Mitwirkungsaktes 194
bb) Freiheitsrechte Dritter 198
(1) Betroffene Grundrechte 199
(2) Eingriffscharakter des staatlichen Mitwirkungsaktes 199
cc) Verfassungsrechtliche Rechtfertigung 201
(1) Verordnungsermächtigung als ausreichende Ermächtigungsgrundlage für Absprachen? 202
(2) Rechtfertigung nach dem Grundsatz „volenti non fit iniuria“ 204
dd) Wesentlichkeitsgrundsatz 206
ee) Verstoß gegen den Gleichheitssatz 208
c) Vereinbarkeit mit Gemeinschaftsrecht 209
aa) Vereinbarkeit mit Art. 30 EGV 210
bb) Notifizierungspflichten 212
cc) Handlungsbefugnisse der Mitgliedstaaten im Regelungsbereich von Richtlinien 213
dd) Insbesondere die Schutzverstärkungsklauseln der Art. 130 t und 100 a Abs. 4 EGV 216
3. Verfahrensrechtliche Vorkehrungen 217
a) Anhörung wegen grundrechtsschützender Funktion der Verfahrensteilnahme 217
b) Mitwirkung anerkannter Naturschutzverbände entsprechend § 29 Abs. 1 BNatSchG 222
c) Gebot zu unparteiischer Amtsführung und objektiver Sachaufklärung 224
d) Unzulässige Vorabfestlegungen 225
e) Kontrolle von Absprachen 226
aa) Rechtsschutz 226
bb) Durchführung der Absprache 227
C. Demokratieprinzip 229
I. Verlagerung von Verantwortlichkeit 229
II. Unterrichtung des Bundeskabinetts 232
D. Bundesstaatsprinzip 233
I. Zuständigkeiten 234
II. Initiativrecht des Bundesrates gem. Art. 80 Abs. 3 GG 235
III. Zustimmungsrecht des Bundesrates 236
3. Kapitel: Zusammenfassung und Ausblick 238
A. Erfahrungen in anderen Staaten 241
I. Belgien 241
II. Niederlande 244
1. Absprachen mit dem Ministerium für Wohnungswesen, Raumordnung und Umwelt 244
2. Absprachen mit dem Wirtschaftsministerium 247
3. Verhaltenskodex für den Abschluß von Umweltverträgen 248
a) Verfahren 248
b) Beteiligte 249
c) Inhalt 249
III. Dänemark 250
IV. Kritische Würdigung 254
B. Folgerungen im Hinblick auf Vertragslösungen in Deutschland 257
I. Alternative 1: Rahmenregelungen für den Abschluß regulativer Verträge 258
II. Alternative 2: Ausnahmeregelungen zugunsten regulativer Verträge 262
C. Anhang 263
I. Danish Environmental Protection Act of 28 May 1991: 263
II. Décret relatif aux conventions environnementales (1) 265
Literaturverzeichnis 269