Menu Expand

Cite BOOK

Style

Bodendiek, F. (2001). Walther Schückings Konzeption der internationalen Ordnung. Dogmatische Strukturen und ideengeschichtliche Bedeutung. Duncker & Humblot. https://doi.org/10.3790/978-3-428-50307-0
Bodendiek, Frank. Walther Schückings Konzeption der internationalen Ordnung: Dogmatische Strukturen und ideengeschichtliche Bedeutung. Duncker & Humblot, 2001. Book. https://doi.org/10.3790/978-3-428-50307-0
Bodendiek, F, (2001): Walther Schückings Konzeption der internationalen Ordnung: Dogmatische Strukturen und ideengeschichtliche Bedeutung, Duncker & Humblot, [online] https://doi.org/10.3790/978-3-428-50307-0

Format

Walther Schückings Konzeption der internationalen Ordnung

Dogmatische Strukturen und ideengeschichtliche Bedeutung

Bodendiek, Frank

Veröffentlichungen des Walther-Schücking-Instituts für Internationales Recht an der Universität Kiel, Vol. 133

(2001)

Additional Information

Book Details

Pricing

Abstract

Bei der Annäherung an den Staats- und Völkerrechtslehrer Walther Schücking (1875-1935) gewinnt man schnell das Bild einer beeindruckenden Persönlichkeit, deren Bedeutung sich schon an Schückings Beteiligung an der Versailler Friedensdelegation und seiner späteren Ernennung zum ersten deutschen Richter am Ständigen Internationalen Gerichtshof festmachen läßt. Sinn und Zweck der Untersuchung ist es jedoch nicht in erster Linie, ein Lebensbild Schückings zu zeichnen. Stattdessen konzentriert sich der Blick auf sein wissenschaftliches Werk, insbesondere seine völkerrechtliche Konzeption der internationalen Ordnung. In einem ersten Abschnitt werden die Grundlagen für die weitere Untersuchung gelegt, und zwar im Hinblick auf die wichtigsten Entwicklungstendenzen des zeitgenössischen Völkerrechts, die entscheidenden Stationen des Lebens von Walther Schücking und sein literarisches Schaffen.

Im zweiten Abschnitt und Hauptteil der Arbeit werden die Ideen Schückings zur Organisation der Welt entfaltet. Zunächst wird Schückings für idealistische, naturrechtliche sowie pazifistische Gedanken offener, dabei zugleich auf eine konsequente rechtspolitische Tätigkeit der Wissenschaft gerichteter methodischer Ansatz erläutert. Danach wird die sein Werk beherrschende Grundidee, die Erforderlichkeit des Ausbaus der internationalen Organisation und einer wahren Herrschaft des Rechts, vorgestellt. Schließlich werden die konkreten Strukturen der internationalen Ordnung (Kriegsverbot, Verfahren der friedlichen Streitbeilegung, internationale Exekutive, Abrüstung, Selbstbestimmungsrecht der Völker, Kodifikation und Sozialisierung des Völkerrechts) im Detail untersucht.

Aus dieser Untersuchung folgt, daß Schücking für die deutsche Völkerrechtswissenschaft, vor allem in den Jahren vor 1919, äußerst wichtige methodische und inhaltliche Impulse geliefert hat. Ihm kommt auf dem Weg der deutschen Völkerrechtslehre in die Moderne der organisierten Staatengemeinschaft eine Schlüsselrolle zu.

Table of Contents

Section Title Page Action Price
Vorwort 5
Inhaltsverzeichnis 7
Abkürzungsverzeichnis 14
Einleitung 17
A. Präzisierung des Erkenntnisinteresses der Arbeit 18
B. Gang der Untersuchung 21
Erstes Kapitel: Historische, biographische und bibliographische Grundlagen der Untersuchung 23
A. Völkerrechtsgeschichtlicher Rahmen 23
I. Historische Entwicklung bis zum Jahre 1890 23
II. Entwickungstendenzen in der Zeit von 1890 bis 1914 24
1. Zunehmende weltpolitische Spannungen 25
2. Fortsetzung und Intensivierung der internationalen Zusammenarbeit 25
3. Blütezeit des Pazifismus 26
4. Einwirkungen des pazifistischen Gedankens auf die völkerrechtliche Praxis 29
a) Humanisierung der Kriegsführung 30
b) Einfluß auf das Friedensvölkerrecht 31
III. Die Zeit zwischen den Weltkriegen 36
1. Die Pariser Friedensverträge 36
2. Der Völkerbund 37
3. Völkerrechtsentwicklungen jenseits der Völkerbundsatzung 40
4. Das Scheitern des Völkerbundes 42
B. Zur Biographie Schückings 43
I. Die familiäre Herkunft Schückings 43
II. Kindheit und Schulzeit Schückings 46
III. Studium und Anfänge der akademischen Laufbahn 48
IV. Die Vorkriegszeit in Marburg 50
1. Schückings gesellschaftliche Stellung in Marburg 50
2. Schückings Konflikt mit dem preußischen Staat 53
3. Die Hinwendung zur pazifistischen Idee 55
V. Der Erste Weltkrieg 58
VI. Die Nachkriegszeit 62
1. Walther Schücking im Dienst der Weimarer Demokratie 62
2. Die Arbeit für den Gedanken der internationalen Organisation 66
a) Die akademische Lehrtätigkeit Schückings 66
b) Verbandstätigkeit Schückings i. S. d. internationalen Gedankens 69
c) Tätigkeit in Organen der Weltgemeinschaft 73
3. Berufliche Erfolge in Kiel und im Haag 74
4. Der Nationalsozialismus 77
VII. Fazit 82
C. Das literarische Schaffen Schückings 82
I. Arbeiten Schückings in der Vorkriegszeit 83
1. Traditionelles Völkerrecht 83
2. Deutsche Rechtsgeschichte 83
3. Privatfürstenrecht 84
4. Verfassungsrecht 85
5. Die Nationalitätenfrage 88
6. Modernes Völkerrecht: Die Organisation der Welt 88
II. Arbeiten Schückings während des Ersten Weltkriegs 92
III. Die Veröffentlichungen Schückings nach Ende des Weltkrieges 95
1. Das Ringen um den Friedensvertrag 95
2. Schriften zum Völkerbund 96
a) Grundsätzliche Haltung zum Völkerbund 96
b) Einzelheiten zur Völkerbundsatzung 97
c) Der Kommentar mit Wehberg zur Völkerbundsatzung 98
aa) Exkurs: Biographische Angaben zu Hans Wehberg 98
bb) Die Beziehung zwischen Schücking und Wehberg 100
cc) Die erste Auflage des Satzungskommentars 101
dd) Die zweite Auflage des Satzungskommentars 105
ee) Die dritte Auflage des Satzungskommentars 108
ff) Fazit 111
3. Weitere Aspekte des Versailler Vertrages 111
4. Sonstige völkerrechtliche und pazifistische Schriften 112
5. Innenpolitik und Verfassungsrecht 113
6. Artikel zu biographischen und institutionellen Themen 114
IV. Fazit 115
Zweites Kapitel: Schückings Konzeption der internationalen Ordnung 116
A. Das wissenschaftliche Selbstverständnis Schückings 116
I. Allgemeine philosophische Orientierung 116
II. Aufgabe und methodische Ausrichtung der Rechtswissenschaft 119
1. Ablehnung der „historischen Rechtsschule“ 120
2. Ablehnung des Rechtspositivismus 121
3. Befürwortung des Kontakts von Jurisprudenz und Philosophie 121
4. Die evolutionistische Methode der Rechtspolitik 124
5. Zwischenergebnis 125
III. Aufgabe und methodische Ausrichtung der Völkerrechtswissenschaft 125
1. Die Grundhaltung Schückings 126
a) Rechtspolitische Orientierung der Völkerrechtslehre 126
b) Die Bedeutung des modernen Naturrechts 126
c) Verhältnis zum Pazifismus 127
d) Zwischenergebnis 129
2. Die Grundhaltung der zeitgenössischen deutschen Völkerrechtswissenschaft 129
a) Die „deutsche Völkerrechtswissenschaft“ 130
b) Schückings Beurteilung der wissenschaftlichen Grundhaltung seiner Zeitgenossen 132
c) Zur Frage der Völkerrechtspolitik 133
aa) Die Einstellung der Völkerrechtswissenschaft vor 1907 133
bb) Die Einstellung der Völkerrechtswissenschaft ab 1907 137
d) Die Bedeutung des Pazifismus für die Völkerrechtswissenschaft 140
aa) Einstellung der deutschen Völkerrechtswissenschaft vor 1907 140
bb) Einstellung der deutschen Völkerrechtswissenschaft zwischen 1907 und 1914 144
cc) Die deutsche Völkerrechtswissenschaft und der Pazifismus im Ersten Weltkrieg 151
dd) Die deutsche Völkerrechtswissenschaft und der Pazifismus nach 1919 154
B. Frieden durch rechtliche Organisation der Welt 155
I. Schückings Leitgedanken 156
1. Die republikanische Organisation der Welt 158
a) Denkbare Ausgestaltungen des internationalen Systems 158
b) Die Entwicklungstendenz zur republikanischen Organisation 160
c) Die Frage der einzelstaatlichen Souveränität 163
2. Die Schaffung eines Weltstaatenbundes 164
a) Die rechtspolitische Forderung nach einem Staatenbund 164
b) Der Haager Staatenverband als bereits existierender Weltstaatenbund 166
3. Die Schaffung eines Weltbundesstaates 168
II. Der historische Kontext der Leitgedanken Schückings (bis 1919) 170
1. Die Erforschung der Historie der internationalen Organisation 170
2. Die Beurteilung der positiven Ergebnisse der Haager Konferenzen 172
3. Die Forderung nach einem weiteren Ausbau der Rechtsorganisation 178
a) Kants philosophischer Entwurf „Zum Ewigen Frieden“ 179
b) Weltföderationspläne ausländischer Völkerrechtswissenschaftler 182
c) Die deutsche Völkerrechtswissenschaft vor 1900 184
d) Vorstellungen der zeitgenössischen Pazifisten 187
e) Die zeitgenössische deutsche Völkerrechtswissenschaft (ca. 1900–1914) 190
f) Die Staatenbundidee in der deutschen Völkerrechtswissenschaft nach 1914 192
III. Schückings Einstellung zum Pariser Völkerbund im historischen Kontext 197
C. Einzelheiten der Schückingschen Konzeption der internationalen Ordnung 205
I. Elemente eines Systems der Friedenssicherung 206
1. Das Kriegsverbot 207
a) Entwicklung vor dem Ersten Weltkrieg 207
b) Entwicklung während des Ersten Weltkriegs 208
c) Entwicklung nach dem Ersten Weltkrieg 210
2. Verfahren der friedlichen Streitbeilegung 215
a) Die Vorkriegszeit 215
b) Nach dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs 218
c) Die Zeit nach dem Ersten Weltkrieg 223
3. Die internationale Exekutive 228
a) Vor dem Ersten Weltkrieg 228
b) Während des Ersten Weltkriegs 232
c) Nach dem Ersten Weltkrieg 235
4. Abrüstung 239
a) Vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs 239
b) Während des Ersten Weltkriegs 242
c) Nach dem Ersten Weltkrieg 243
5. Die Verwirklichung des Selbstbestimmungsrechts der Völker 245
a) Schückings Grundauffassung vor und nach 1919 246
b) Forderung nach universaler Positivierung des Selbstbestimmungsrechts der Völker 248
c) Das Recht der Völker auf äußere Selbstbestimmung 249
d) Das Recht der Minderheiten auf innere Autonomie 251
e) Internationaler Rechtsschutz für nationale Minderheiten 252
f) Fazit 254
6. Die Kodifikation des Völkerrechts 255
a) Grundsätzliches 255
b) Die Arbeit Schückings im Kodifikationskomitee des Völkerbundes 257
c) Schückings Einsatz für die Totalkodifikation in anderen Organisationen und Gremien 261
d) Schückings Teilnahme an der Kodifikationskonferenz von 1930 264
e) Fazit 266
7. Die Sozialisierung des Völkerrechts 267
8. Weitere Maßnahmen zur Friedenssicherung 270
a) Stärkung der nationalen Parlamente bei der Entscheidung über Krieg und Frieden 270
b) Verbot zwischenstaatlicher Geheimverträge 271
c) Verbot völkerverhetzender Presseberichte 273
II. Die organisatorische Ausgestaltung des Weltstaatenbundes 274
1. Universalität und Ausschließlichkeit des Weltstaatenbundes 274
2. Die Organe des Weltstaatenbundes 276
III. Charakteristika der Schückingschen Konzeption 279
Drittes Kapitel: Die Richtertätigkeit Walther Schückings 285
A. Die Tätigkeit als nationaler Ergänzungsrichter 285
B. Die Tätigkeit als ordentlicher Richter (1931–1935) 286
I. Die Gutachten 287
II. Die Urteile 288
III. Sonstige Fälle 291
C. Fazit 292
Viertes Kapitel: Versuch einer zusammenfassenden Würdigung des wissenschaftlichen Werks von Walther Schücking 295
Fünftes Kapitel: Rezeption des wissenschaftlichen Werks Walther Schückings nach 1945 300
Sechstes Kapitel: Relevanz der Ideen Schückings für die Gegenwart 310
Literatur- und Quellenverzeichnis 314
Personenverzeichnis 376
Sachwortverzeichnis 380