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Die Rolle nichtstaatlicher Organisationen bei der Entwicklung und Durchsetzung internationalen Umweltrechts

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Riedinger, S. (2001). Die Rolle nichtstaatlicher Organisationen bei der Entwicklung und Durchsetzung internationalen Umweltrechts. Duncker & Humblot. https://doi.org/10.3790/978-3-428-50295-0
Riedinger, Sonja. Die Rolle nichtstaatlicher Organisationen bei der Entwicklung und Durchsetzung internationalen Umweltrechts. Duncker & Humblot, 2001. Book. https://doi.org/10.3790/978-3-428-50295-0
Riedinger, S (2001): Die Rolle nichtstaatlicher Organisationen bei der Entwicklung und Durchsetzung internationalen Umweltrechts, Duncker & Humblot, [online] https://doi.org/10.3790/978-3-428-50295-0

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Die Rolle nichtstaatlicher Organisationen bei der Entwicklung und Durchsetzung internationalen Umweltrechts

Riedinger, Sonja

Veröffentlichungen des Walther-Schücking-Instituts für Internationales Recht an der Universität Kiel, Vol. 131

(2001)

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Abstract

Das internationale System hat sich in der Vergangenheit als nur bedingt geeignet erwiesen, der um sich greifenden globalen Umweltzerstörung zu begegnen. Gerade diese Tatsache hat aber die Bedeutung der nichtstaatlichen Akteure als »Anwälte der Natur« im Bereich des Umweltschutzes ständig anwachsen lassen.

Hiervon ausgehend unternimmt es die Autorin, die konkrete Rolle herauszuarbeiten, die nichtstaatliche Organisationen bei der Entwicklung und Durchsetzung internationalen Umweltrechts spielen. Denn durch ihr wachsendes Engagement haben nichtstaatliche Umweltschutzorganisationen in zunehmendem Maße Einfluß auf die Umweltpolitik der Staaten gewonnen, so daß diese ihrerseits bei der Rechtsetzung und Rechtsdurchsetzung auf die Fachkompetenz und soziale Macht dieser Organisationen nicht mehr verzichten können. Dementsprechend wird die Fähigkeit nichtstaatlicher Organisationen, auf die Entwicklung und Durchsetzung internationalen Umweltrechts tatsächlich spürbaren Einfluß zu nehmen, analysiert. Mit einbezogen werden die Schaffung und Weiterentwicklung umweltrechtlicher Vertragswerke, die Zusammenarbeit mit Internationalen Organisationen und die Rechtsdurchsetzung mit partnerschaftlichen und konfrontativen Mitteln.

Das Ergebnis dieser Analyse gibt Anlaß, Fragen nach der Legitimität und der rechtlichen Einbindung nichtstaatlicher Organisationen in das internationale System zu stellen. Dabei spielt auch die Steigerung der Akzeptanz umweltrechtlicher Normen in der von ihnen betroffenen Bevölkerung eine Rolle. Abschließend gibt Sonja Riedinger einen Ausblick auf eine mögliche Ausweitung des internationalen Systems durch die Völkerrechtssubjektivität nichtstaatlicher Organisationen und einen möglichen Wandel des internationalen Systems durch eine "Entstaatlichung" der rein zwischenstaatlichen Ordnung.

Table of Contents

Section Title Page Action Price
Vorwort 7
Inhaltsverzeichnis 9
Abkürzungsverzeichnis 17
Einleitung 23
Erstes Kapitel: Nichtstaatliche Umweltschutzorganisationen im internationalen System 27
A. Begriff des Internationalen Umweltrechts 27
I. Begriff der Umwelt 27
II. Begriff des Internationalen Umweltrechts 28
III. Ergebnis 29
B. Begriff der Nichtstaatlichen Organisationen 29
I. Definitionen 31
1. Vereinte Nationen 31
2. Europarat 34
3. Union of International Associations 35
4. Völkerrechtslehre 36
II. Bildung einer Definitionsgrundlage dieser Arbeit 37
C. Nichtstaatliche Organisationen im internationalen Umweltrecht 39
I. Arten von NGOs im internationalen Umweltrecht 40
1. Grassroots 40
2. Nationale NGOs 42
3. Internationale Pressure Groups und andere INGOs 43
4. Hybride NGOs 46
5. Wissenschaftliche Umweltinstitute 48
II. Historische Entwicklung der Bedeutung nichtstaatlicher Organisationen im internationalen Umweltrecht 50
1. Gründung der Vereinten Nationen 50
2. United Nations Conference on the Human Environment – Stockholmer Konferenz 1972 51
3. Brundtland Report 1987 56
4. United Nations Conference on Environment and Development – Rio-Konferenz 1992 58
5. Bewertung der Entwicklung 65
D. Stellung nichtstaatlicher Umweltschutzorganisationen im internationalen System 68
I. Beziehungen zu Internationalen Organisationen und Staatenkonferenzen 68
1. Stellung im System der Vereinten Nationen 69
a) Beziehungen zum Wirtschafts- und Sozialrat 69
aa) Wirtschafts- und Sozialrat 69
bb) Commission on Sustainable Development (CSD) 77
b) Beziehungen zu sonstigen Hauptorganen der Vereinten Nationen 81
aa) Sekretariat 81
bb) Generalversammlung 83
(1) Generalversammlung als Hauptorgan 83
(2) Unterorgane der Generalversammlung, insbesondere UNEP 85
(3) UNDP als Organisation mit Berichterstattungspflicht an die Generalversammlung 88
cc) Sicherheitsrat 89
c) Beziehungen zu Sonderorganisationen der Vereinten Nationen 91
aa) Food and Agriculture Organization of the United Nations (FAO) 91
bb) International Labour Organisation (ILO) 92
cc) International Maritime Organization (IMO) 93
dd) United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization (UNESCO) 94
ee) World Health Organization (WHO) 95
ff) World Meteorological Organization (WMO) 96
gg) World Bank Group 97
d) Beziehungen zu sonstigen Organisationen im Umfeld der Vereinten Nationen 100
aa) International Atomic Energy Agency (IAEA) 100
bb) World Trade Organization (WTO) 101
cc) Global Environment Facility (GEF) 103
e) Staatenkonferenzen der Vereinten Nationen 105
f) Bewertung 107
2. Beziehungen zu sonstigen Internationalen Organisationen und Staatenkonferenzen 109
a) Europäische Union 110
b) Europarat 111
c) Organisation for Economic Co-operation and Development (OECD) 113
d) North American Free Trade Agreement (NAFTA) 114
e) Staatenkonferenzen 116
f) Bewertung 126
II. Bildung von Netzwerken nichtstaatlicher Organisationen 127
Zweites Kapitel: Die Rolle nichtstaatlicher Organisationen im internationalen Umweltrecht 133
A. Besonderheiten des internationalen Umweltrechts hinsichtlich der Rolle nichtstaatlicher Organisationen 133
I. Globalität und Komplexität des Problems 134
1. Wissenschaftliche Unsicherheit 134
a) Schutz der Ozonschicht 137
b) Weltklimawandel 139
2. Globale Gemeinschaftsgüter 141
3. Belange zukünftiger Generationen 143
II. Staatliche Souveränität und nationales Eigeninteresse 145
1. Staatlicher Souveränitätsanspruch 145
a) Begriff der Souveränität 145
b) Auswirkungen auf die Rechtsetzung 146
c) Auswirkungen auf die Rechtsdurchsetzung 148
d) Auswirkungen auf die Umsetzung 150
e) Zusammenfassung 152
2. Nationale Eigeninteressen 153
III. Umsetzungsproblematik 156
1. Mangelnde Akzeptanz bei Staaten und Bevölkerung 157
2. Finanzielle, technische und administrative Probleme 158
IV. Zusammenfassung 160
B. Die Rolle nichtstaatlicher Organisationen bei der Entwicklung internationalen Umweltrechts 161
I. Quellen des internationalen Umweltrechts 161
1. Traditionelle Quellen des internationalen Rechts 162
a) Völkerrechtliche Verträge 162
b) Internationales Gewohnheitsrecht 164
c) Allgemeine Rechtsgrundsätze 166
d) Richterliche Entscheidungen und Lehrmeinungen als Hilfsmittel 167
2. Soft Law 168
a) Unverbindliche Resolutionen Internationaler Organisationen 170
b) Unverbindliche zwischenstaatliche Vereinbarungen 172
c) Programme nichtstaatlicher Akteure 173
3. Internationale Umweltregime 174
4. Reichweite der Untersuchung 176
II. Beteiligung nichtstaatlicher Organisationen im Zusammenhang umweltrechtlicher Übereinkommen 177
1. Erkenntnis eines Regelungsbedürfnisses 178
a) Aufdeckung von Umweltproblemen 178
b) Sensibilisierung von Staaten und Bevölkerung 181
c) Zusammenfassung 183
2. Vorbereitungsphase 183
a) Initiierung des Verhandlungsprozesses 184
b) Vorbereitung von Vertragsentwürfen 186
c) PrepComs 187
d) Hilfestellung für einzelne Staaten 189
e) Zusammenfassung 191
3. Beteiligung von NGOs an Vertragsverhandlungen 191
a) Informelle Teilnahme 191
b) Formelle Beteiligung 193
aa) Formelle Beteiligung als Beobachter 193
bb) Mitgliedschaft in nationalen Delegationen 195
c) Zusammenfassung 196
4. Einflußnahme auf das Inkrafttreten von Verträgen 196
5. Beteiligung an der Weiterentwicklung umweltrechtlicher Vertragswerke 198
a) Beeinflussung der internationalen Agenda 198
b) Zusammensetzung des Kreises der Vertragsparteien 199
c) Einflußnahme durch Konsultation und als Beobachter 201
6. Bewertung 204
III. „Greening of International Institutions“ 205
1. Begriff der zwischenstaatlichen Internationalen Organisationen 205
2. Nichtstaatliche Organisationen und Internationale Organisationen 206
a) Gründung Internationaler Organisationen und Institutionen 206
b) Einflußnahme auf die Arbeitsweise Internationaler Organisationen 208
c) Einflußnahme auf Verhandlungen innerhalb Internationaler Organisationen 211
aa) Informelle Einflußnahme 212
bb) Formelle Beteiligung 213
3. Bewertung 216
IV. Bewertung der Rolle nichtstaatlicher Organisationen für die Entwicklung des internationalen Umweltrechts 217
C. Die Rolle nichtstaatlicher Organisationen bei der Durchsetzung internationalen Umweltrechts 218
I. Begriffsklärung 218
II. Einflußnahme auf Rechtsdurchsetzung mit konfrontativen Mitteln 219
1. Internationale Ebene 219
a) Gerichtsförmige Verfahren 221
aa) Der Internationale Gerichtshof 221
bb) Der Internationale Seegerichtshof 223
cc) WTO/GATT Streitbeilegungssystem 225
dd) Zusammenfassung 228
b) Kontrollmechanismen innerhalb Internationaler Organisationen 229
aa) World Bank Inspection Panel 229
bb) Commission on Environmental Cooperation unter dem North American Agreement for Environmental Cooperation 231
2. Supranationale und nationale Ebene 233
a) Europäischer Gerichtshof 233
aa) Durchsetzung gegenüber Mitgliedstaaten 233
bb) Durchsetzung gegenüber Organen der EG 235
b) Nationale Gerichte 237
3. Bewertung 239
III. Einflußnahme auf Rechtsdurchsetzung mit partnerschaftlichen Mitteln 239
1. Gründe für Erfüllungsdefizite im internationalen Umweltrecht 240
a) Normgerechtes Verhalten 241
aa) aus eigenem Antrieb 241
bb) aus interdependenten Einflüssen 242
b) Nicht-normgerechtes Verhalten 243
aa) aus eigenem Antrieb 243
bb) aus Unvermögen 244
cc) durch Fehleinschätzungen 245
c) Nischen für NGOs 245
2. Erfüllungshilfe durch NGOs 246
a) Kapazitätsaufbau durch nichtstaatliche Organisationen 247
b) Nichtstaatliche Finanztransfers 249
aa) Debt-for-Nature Swaps 250
bb) National Environmental Funds 252
c) Einbeziehung der Grassroots 254
d) Anteilnahme an Institutionenbildung 256
e) Bewertung 257
3. Erfüllungskontrolle durch NGOs 259
a) Implementation Review Mechanisms 260
aa) Berichtspflichten der Staaten 260
bb) Monitoring 266
cc) Inspektionen 268
b) Ad hoc Non-Compliance Procedures 271
c) Zusammenfassung 273
IV. Informationsrecht für NGOs 274
V. Bewertung der Rolle nichtstaatlicher Organisationen für die Durchsetzung des internationalen Umweltrechts 277
Drittes Kapitel: Schlußfolgerungen und Ausblick 279
A. Zukünftige Rolle für NGOs im internationalen Umweltrecht 279
I. Legitimität von NGOs 280
1. Gründe gegen die Legitimität von NGOs 280
a) Kritik mangelnder Repräsentanz 281
b) Kritik undemokratischer interner Strukturen 283
c) Kritik des Einsatzes illegitimer Mittel 284
2. Gründe für die Legitimität von NGOs 285
a) Werte statt Repräsentanz 285
b) Einsatzfähigkeit statt demokratischer Strukturen 288
c) Ziviler Ungehorsam als legitimes Mittel 289
3. Bewertung 291
II. Steigerung der Legitimität des internationalen Umweltrechts durch die Beteiligung von NGOs? 294
1. Legitimität im internationalen Umweltrecht 294
2. Rolle der NGOs 296
3. Bewertung 299
III. Akzeptanzsteigerung durch NGOs als Mittel der Rechtsdurchsetzung 300
IV. Notwendigkeit der rechtlichen Einbindung von NGOs 303
1. Bisherige Rolle der NGOs 304
2. Rechtliche Einbindung von NGOs? 305
3. Zukünftige Rolle der NGOs? 309
B. Ausweitung des Systems internationaler Akteure durch Völkerrechtssubjektivität von NGOs? 312
I. Völkerrechtssubjektivität 313
II. Nichtstaatliche Organisationen als Träger völkerrechtlicher Rechte und Pflichten 315
1. Regelungen des Primärrechts 315
2. Regelungen des Sekundärrechts 317
3. Ergebnis 320
C. Entstaatlichung des internationalen Systems durch NGOs? 321
Literaturverzeichnis 326
Sachwortverzeichnis 356