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Funktion und Form

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Kroeschell, K., Cordes, A. (Eds.) (1996). Funktion und Form. Quellen- und Methodenprobleme der mittelalterlichen Rechtsgeschichte. Duncker & Humblot. https://doi.org/10.3790/978-3-428-48919-0
Kroeschell, Karl and Cordes, Albrecht. Funktion und Form: Quellen- und Methodenprobleme der mittelalterlichen Rechtsgeschichte. Duncker & Humblot, 1996. Book. https://doi.org/10.3790/978-3-428-48919-0
Kroeschell, K, Cordes, A (eds.) (1996): Funktion und Form: Quellen- und Methodenprobleme der mittelalterlichen Rechtsgeschichte, Duncker & Humblot, [online] https://doi.org/10.3790/978-3-428-48919-0

Format

Funktion und Form

Quellen- und Methodenprobleme der mittelalterlichen Rechtsgeschichte

Editors: Kroeschell, Karl | Cordes, Albrecht

Schriften zur Europäischen Rechts- und Verfassungsgeschichte, Vol. 18

(1996)

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Abstract

Dieser Sammelband ist aus zwei rechtshistorischen Veranstaltungen des Sommersemesters 1993 in Freiburg i. Br. hervorgegangen: einem Seminar zum Thema »Recht im Mittelalter. Quellen- und Methodenfragen« und einem abschließenden Symposium über den mittelalterlichen Rechtsbegriff mit Vorträgen der Professoren Takeshi Ishikawa (Sapporo), Gerhard Köbler (Innsbruck), Yoichi Nishikawa (Tokyo) und Hanna Vollrath (Bochum).

Daß studentische Referate in Buchform veröffentlicht werden, ist nicht alltäglich. Wenn es hier gleichwohl geschieht, so rechtfertigt sich dies durch den Wunsch, den unerwartet reichen Ertrag des Seminars vom Sommer 1993 zu dokumentieren. Den jungen Autoren, die an ihre anspruchsvollen Themen mit großer Unbefangenheit und Selbständigkeit herangingen, gelangen einerseits zuverlässige Übersichten über den Forschungsstand, andererseits durchaus eigene und originelle Perspektiven. Von den sieben hier ausgewählten Arbeiten sind zwei wichtigen Quellenkomplexen (Kapitularien, Sachsenspiegel) gewidmet, und zwei andere haben es mit vieldiskutierten Forschungskonzepten (römisches Vulgarrecht, Gutes Altes Recht) zu tun. Drei weitere schließlich beschäftigen sich mit aktuellen methodischen Ansätzen: der Bildquellenforschung, der Mentalitätenforschung und der Rechtsethnologie. Eine empfindliche Lücke im Bereich der Quellenforschung konnte dadurch geschlossen werden, daß Elmar Wadle einen Aufsatz über die Gottes- und Landfrieden beisteuerte.

Von den Vorträgen des abschließenden Symposiums werden diejenigen von Takeshi Ishikawa und Gerhard Köbler hier unverändert abgedruckt. Hanna Vollrath konnte uns statt ihres an anderem Ort erschienenen Freiburger Vortrags eine verwandte Studie zur oralen Rechtskultur des frühen Mittelalters zur Verfügung stellen. Dagegen kann der anregende und viel diskutierte Beitrag von Yoichi Nishikawa hier leider noch nicht vorgelegt werden.

Table of Contents

Section Title Page Action Price
Vorwort V
Inhalt IX
Abkürzungen XI
Frühmittelalter 1
Holger Schmidt: Die Vulgarrechtsdiskussion 1
I. Einleitung 1
1. Die Entdeckung und Rekonstruktion des Vulgarrechts 1
2. Der Stand der Vulgarrechtsdiskussion – die Disposition vorliegender Arbeit 3
II. Die Vulgarrechtsdiskussion als Begriffsdiskussion (= die Vulgarrechtsdiskussion i.e.S.) 4
1. Ernst Levy 4
2. Franz Wieacker 6
3. Max Kaser 10
4. Antonio Guarino 11
5. Gian Gualberto Archi und Giovanni Pugliese 13
6. P.C. Kop 15
7. Franz Wieacker 16
III. Quellenbezogene Kritik 18
1. Fritz Pringsheim 18
2. Wulf Eckart Voß 19
3. Detlef Liebs 20
4. Weitere Autoren 20
IV. Schluß 21
Phillip Campbell: Die Kapitularien Entstehung und Bedeutung 23
I. Einleitung 23
II. Hauptteil 24
1. Versuche einer Einteilung 25
a) Merowingische Kapitularien? 25
b) Die Frage der capitula episcoporum 26
c) Capitula ecclesiastica und mundana 27
d) Einteilung nach rechtlicher Funktion 28
2. Consensus fidelium 29
3. Schriftlichkeit und Mündlichkeit 30
a) Vorrang des Mündlichen 30
b) Bedeutung des Schriftlichen 31
4. Gesetze oder Programmschriften? 34
5. Effektivität der Kapitularien 35
a) Vorüberlegung 35
b) Beispiele 36
c) Die vielen Wiederholungen 37
III. Ausblick 38
Hochmittelalter 39
Hanna Vollrath: Fürstenurteile im staufisch-welfischen Konflikt von 1138 bis zum Privilegium Minus. Recht und Gericht in der oralen Rechtswelt des früheren Mittelalters 39
Elmar Wadle: Gottesfrieden und Landfrieden als Gegenstand der Forschung nach 1950 63
I. Zum Stand der Diskussion nach dem Zweiten Weltkrieg 63
II. Grundlegende Arbeiten der beiden ersten Jahrzehnte 66
1. Joachim Gernhuber 66
2. Viktor Achter 68
3. Hans Hattenhauer 69
4. Bernhard Töpfer 71
5. Hartmut Hoffmann 72
6. Heinz Angermeier 73
III. Vorbereitung, Verarbeitung und Kritik durch Detailstudien 75
1. Landfrieden im Spätmittelalter 75
2. Arbeiten zum Mainzer Reichslandfrieden und dessen Umfeld 77
3. Die Frühzeit der Friedensbewegung 79
4. Landfrieden im 12. Jahrhundert 81
IV. Zwischenbilanzen 82
V. Schwerpunkte und Aufgaben 84
1. Friedensbewegung und Friedensidee 84
2. Gesetzescharakter 85
3. Friedenseid 87
4. Landfrieden und materielles Strafrecht 89
5. Landfrieden und Verfahrensrecht 90
6. Bezeichnung der Friedenstexte 91
Gerhard Köbler: Recht, Gesetz und Ordnung im Mittelalter 93
I. 93
II. 94
III. 100
IV. 102
V. 107
VI. 114
Sachsenspiegel 117
Bettina Fentzke: Die Sachsenspiegel-Forschung 117
I. Einleitung 117
II. Der Sachsenspiegel 118
1. Ausgaben und Übersetzungen des Sachsenspiegels heute 118
2. Der Verfasser: Eike von Repgow 120
3. Die Entstehung und Textentwicklung des Sachsenspiegels 123
4. Der Inhalt und das Verhältnis des Sachsenspiegels zur Rechtswirklichkeit seiner Zeit 126
5. Wirkung und Verbreitung des Sachsenspiegels 129
III. Andere Rechtsbücher 132
Takeshi Ishikawa: Die innere Struktur des mittelalterlichen Rechts Das Beispiel des Sachsenspiegels 135
I. 135
1. Die herrschende Lehre 135
2. Die Gewere 135
II. 136
1. Das Recht nach Stämmen und Ständen 136
2. Die Buß- und Wergeldordnung 137
3. Der Grundsatz: Wo kein Kläger, da kein Richter 138
4. Die Welt des Eigens 138
III. 139
1. Die Bedeutung des Wortes recht 139
2. Das Recht als Gericht (oder Gerichtsbarkeit): Das Recht, das seinen Ursprung in Gott hat 140
3. Landrecht und Lehnrecht 141
4. Das Recht als Gericht (oder Gerichtsbarkeit): Gerichtslehn und Königsbann 142
5. Das Recht, das jedem angeboren ist: Gerichtsstand der Freien 144
6. Das Recht, das jedem angeboren ist: Die Stellung der Freien im Gerichtsverfahren 145
7. Das Friedensrecht: Das System der peinlichen Strafe 146
8. Das Friedensrecht: Das Handhaftverfahren 147
9. Eigen und Recht (als Gericht) 149
10. Das Recht als Berechtigung 151
Jens Ivo Engels: Zum historischen Quellenwert von Bildern. Das Beispiel des Sachsenspiegels 153
I. Ikonographie als Aussagequelle 157
II. Dargestellte Realität 160
Bild und Text 165
III. Zur Funktion der Bilderhandschriften 169
Systematisierung 172
IV. Bilder als Quellen der Rechtsgeschichte 174
Abbildungen 176
Moderne Methodendiskussion 185
Das gute alte Recht in der rechtshistorischen Kritik Von Johannes Liebrecht 185
I. Der Ausgangspunkt 185
II. Zweifel 188
III. Abkehr 194
IV. Entgegnungen 200
Andrea Pawlowski: Mentalitäten und Lebensformen 205
I. Einleitung 205
II. Herkunft des Begriffs “Mentalität” 206
III. Mentalitätengeschichte – eng verknüpft mit den französischen Historikern um die Zeitschrift “Annales” 207
IV. Das Mentalitätenkonzept bei Lucien Febvre (1878–1956) und Marc Bloch (1886–1944) 210
V. Die weitere Entwicklung einer Geschichte der Mentalitäten 215
VI. Der Umgang deutscher Historiker mit den Mentalitäten 219
VII. Mentalitäten und Lebensformen 224
VIII. Abschluß und Kritik 227
Jörg Riegel: Ethnologie und Rechtsgeschichte. Möglichkeiten des interdisziplinären Kontaktes mit der Rechtsethnologie 229
I. Einleitung 229
II. Einführung: Grundlagen der Ethnologie 231
1. Der Begriff der Ethnologie 231
2. Die Feldforschungsmethode 231
3. Analytischer und interpretativer Ansatz 232
4. Ergebnisse 233
III. Kritischer Überblick über die Rechtsethnologie 234
1. Typen rechtsethnologischer Arbeiten 234
a) Evolutionsmodelle des Rechts 234
b) Ordnungszentrierte Rechtsbeschreibungen 234
c) Prozeßorientierte Rechtsbeschreibungen 235
d) Kontextualisierte Rechtsuntersuchungen – Die Einflüsse der Kolonialherrschaft 236
e) Die Legal-Pluralism-Schule 237
2. Kritik der rechtsethnologischen Forschungsansätze 237
a) Legalistische und funktionalistische Rechtsdefinition 237
aa) Probleme der legalistischen Rechtsdefinition 238
bb) Probleme der funktionalistischen Rechtsdefinition 238
b) Systemische und prozessualistische Rechtsbeschreibung 239
aa) Probleme der prozessualistischen Rechtsbeschreibung 239
bb) Probleme der systemischen Rechtsbeschreibung 240
cc) Ausschließlichkeit der Rechtsbeschreibungen? 241
IV. Grundlagen und Grenzen der Übertragbarkeit von rechtsethnologischen Forschungsergebnissen 241
1. Zulässigkeit des Kulturenvergleichs 241
2. Beispiel: Transfer eines rechtsethnologischen Normenmodells 242
a) Das Normenmodell von Roberts und Comaroff 242
aa) Skizze zur Normbedeutung bei den Tswana 243
bb) Das Normenmodell 245
cc) Ergebnisse 245
b) Stand der rechtsgeschichtlichen Diskussion zum Verständnis frühmittelalterlicher Normen 245
c) Vergleich der Modelle hinsichtlich Existenz und Wandelbarkeit von Rechtsnormen 247
aa) Zur Existenz von Rechtsnormen im Frühmittelalter 247
bb) Zur Flexibilität frühmittelalterlicher Normen 248
cc) Ergebnis 249