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Verfassungsumsturz oder Rechtskontinuität?

Die Stellung der Jurisprudenz nach 1945 zum Dritten Reich, insbesondere die Konflikte um die Kontinuität der Beamtenrechte und Art. 131 Grundgesetz

Kirn, Michael

Schriften zum Öffentlichen Recht, Vol. 194

(1972)

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Table of Contents

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Vorwort 6
Inhaltsverzeichnis 8
Einleitung: Die Nachkriegsjurisprudenz in der deutschen Verfassungsgeschichte 12
I. Überblick 12
II. Zur Stellung des Staatsapparates in der Verfassung des Dritten Reiches 18
1. Das Selbstverständnis der konservativen Justiz und Bürokratie im Dritten Reich 18
2. Die dreipolige Verfassung des Dritten Reiches 24
III. Die besondere Verfassungssituation der Nachkriegszeit 34
1. Das Dritte Reich als fortwirkendes Trauma 35
2. Die politische Lähmung Deutschlands durch die Interventionspolitik der Besatzungsmächte 40
3. Die Bundesrepublik auf dem Wege zu sich selbst 48
a) Auseinandersetzung mit der Geschichte? 49
b) Außengerichtete Dynamiken in der frühen Verfassung der Bundesrepublik 51
IV. Die Entwicklung der Diskussion um einen „Untergang des Deutschen Reiches 55
V. Formen des geräuschlosen Aussteigens aus der NS-Verfassung 65
1. Die „Kontinuität\" des rechtsstaatlichen Rechtsbegriffes 70
Exkurs: Die strafrechtliche Behandlung der „Euthanasie\"-Fälle 78
2. Naturrecht und Rechtspositivismus, der große Gegensatz der Nachkriegsjurisprudenz? 83
a) Die verfassungspolitische Bedeutung der Naturrechtsrechtsprechung 83
b) Verwandtschaft und Unterschiede zwischen Naturrechtsjurisprudenz und Rechtspositivismus 88
VI. Nachkriegsjurisprudenz und Geschichtlichkeit des Rechts 93
1. Savigny, Kant und die verfassungsabsolute Rechtstheorie 93
2. Autonomie oder Geschichtlichkeit des Rechts 100
3. Gibt es gegenwärtig eine deutsche Verfassungsgeschichte? 104
1. Kapitel: Entnazifizierung und Beamtenrecht 112
§ 1: Beamtenrecht gegen „politisches Recht 112
I. Die besondere Situation der entnazifizierten Beamten 112
II. Anfänge einer juristischen Revision der Entnazfizierung 116
§ 2: Die Fortsetzung des Problems in Art. 131 Grundgesetz und im G 131 122
2. Kapitel: Positionskämpfe in der Rechtsprechung zur 131er-Problematik vor dem „Beamtenurteil 128
Übersicht 128
§ 3: Die vermittelnde Haltung des Beamtenrechtssenats (dritter Zivilsenat) des Bundesgerichtshofes 132
I. Der Einfluß des Württ.-Bad. VGH und Bachof's 132
II. Das Urteil des 3. ZS v. 15. 3.1951, BGHZ 1, S. 274 ff. 134
III. Das Urteil des 3. ZS v. 10. 5.1951, BGHZ 2, S. 117 ff. 139
IV. Das Urteil des 3. ZS v. 5. 7.1954, BGHZ 14, S. 138 ff. 141
§ 4: Stellungnahmen des ersten Senats des Bundesverfassungsgerichts für das G 131 145
I. Das Urteil v. 20. 3. 1952, BVerfGE 1, S. 167 ff. (Verfassungsbeschwerde der Stadt Offenbach) 145
II. Der Beschluß v. 21.1.1952, BVerfGE 2, S. 105 ff. 147
III. Der Beschluß v. 24. 4.1953, BVerfGE 2, S. 237 ff. 149
§ 5: Der Kampf des Großen und ersten Zivilsenats des Bundesgerichtshofs für die Restauration der Beamtenrechte 151
I. Der Beschluß des GSZ des BGH v. 11. 6.1952, BGHZ 6, S. 208 ff. (Fortgeltung der Grundrechte der Weimarer Verfassung) 151
II. Das Gutachten des 1. ZS des BGH v. 6.10.1952, BGHZ 11, Anh. S. 2 ff. (Verfassungswidrigkeit des G 131) 156
III. Das Gutachten des 1. ZS des BGH v. 8.6.1953, BGHZ 11, Anh. S. 81 ff. (2. Gutachten zum G 131) 164
3. Kapitel: Die Diskontinuitätsthese in den Urteilen des Bundesverfassungsgerichts von 1953/54 168
§ 6: Das „Beamtenurteil\" v. 17.12.1953, BVerfGE 3, 5. 58—162 168
I. Die These vom Erlöschen der aktiven Beamten Verhältnisse am 8.5.1945 168
1. Die methodischen Grundsätze des Urteils 169
2. Beendigung der Beamtenverhältnisse durch den Untergang des deutschen Staates? 171
3. Das nationalsozialistische Beamtenverhältnis 173
a) Die Beseitigung des Art. 129 Weim. Verf. 174
b) Die persönliche Bindung an den Führer und die Abhängigkeit von der NSDAP 175
c) Der Beschluß des „Großdeutschen Reichstages\" v. 26. 4.1942 177
d) Das Beamtenrecht als Beamtenverfassung 177
4. Folgerung und Diskussion der Einwände 178
a) Folgerung 178
b) Im Beamtenurteil vorweggenommene Einwände gegen die Diskontinuitätsthese 180
II. Das weitere Schicksal der Beamtenverhältnisse 186
III. Die Verfassungsmäßigkeit des G 131 als Erfüllung eines Fürsorgeauftrages 188
IV. Das rechtliche Schicksal der am 8. 5. 1945 bestehenden Versorgungsverhältnisse 189
§ 7: Das „Soldatenurteil\" v. 26. 2.1954, BVerfGE 3, S. 288—352 191
I. Die Wehrverfassung im NS-Staat 192
II. Der Untergang der Wehrmacht und seine Rechtsfolgen 195
1. Die Bedeutung der bedingungslosen Kapitulation 195
Exkurs: Zur völkerrechtlichen Lage Deutschlands nach dem 8.5.1945 196
2. Der Restbestand von Rechtsbeziehungen aus dem Soldatenverhältnis 203
4. Kapitel: Die Nachkriegsjurisprudenz und die Diskontinuitätsthese des Bundesverfassungsgerichts 206
Übersicht 206
§ 8: Der kämpferische Beschluß des Bundesgerichtshofs (GSZ) v. 20.5. 1954, BGHZ 13, S. 265—319 210
I. Die BindungsWirkung der verfassungsgerichtlichen Urteile (§ 31 BVerfGG) 211
II. Die Zurückweisung der Diskontinuitätsthese des Beamtenurteils 214
1. Kein Untergang des deutschen Staates am 8. 5.1945 215
2. Kein nationalsozialistisches Beamtenverhältnis 215
a) Beamter und unpolitischer Staat 216
b) Zur „Entrechtung\" der Beamten im Dritten Reich 218
c) Zur „Gleichschaltung\" der Beamten im Dritten Reich 221
III. Die Verfassungswidrigkeit des § 77 G 131 224
IV. Die Zurückweisung der Vorlage des GSZ durch das BVerfG 227
Exkurs: Der Streit um das Begutachtungsrecht der oberen Bundesgerichte nach § 80 Abs. 1 a. F. BVerfGG 229
§ 9: Verfassungsabsolute Strukturen gegen verfassungsimmanente Rechtsbetrachtung 232
I. Erkenntnistheoretische Kritik des Beamtenurteils (C. A. Emge) 232
II. Kritik an der Dialektik des Beamtenurteils (Ernst Kern, F. Jerusalem) 237
1. Ernst Kern 238
2. Jerusalem 241
III. Die bürokratische Infrastruktur als Vorgegebenheit des modernen Staates (Forsthoff u. a.) 243
§ 10: Kritik am Beamtenurteil aus der Verfassungssituation der Nachkriegszeit 246
I. Im Zweifel für die Kontinuität (Krüger) 246
II. Das wahre Ausmaß des Kontinuitätsproblems (Röttgen) 250
§ 11: Antikritiken aus dem Jahre 1954 254
I. Zum Problem der verfassungsimmanenten oder verfassungsabsoluten Betrachtung des NS-Rechts 255
II. Zum Einfluß der Verfassungssituation der Gegenwart auf die Darstellung des NS-Rechts 258
5. Kapitel: Die Bestätigung der Diskontinuitätsthese 260
§ 12: Der „Gestapo-Beschluß\" des ersten Senats des Bundesverfassungsgerichts V. 19.2.1957, BVerfGE 6, S. 132—222 260
I. Antikritik der Diskontinuitätsthese des Beamtenurteils 261
1. Das Wiederaufgreifen des Themas 261
2. Antikritische Bekräftigung der Diskontinuitätsthese 262
II. Die Verfassungsmäßigkeit des Ausschlusses der Gestapo von den Rechten des G 131 272
III. Reaktionen auf den „Gestapo-Beschluß\" des BVerfG 275
Satyrspiel: Der rechtsstaatliche Kern im Hitlergruß (Bundesdisziplinarhof v. 21.5.1955, BDHE 2, S. 174 ff.) 278
Literaturverzeichnis 282
Sachregister 294
Personenregister 298