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Verfassungsprinzipien - Verfassungsgerichtsfunktionen - Verfassungsprozeßrecht im EWG-Vertrag

Zur Auslegung des Gemeinschaftsprozeßrechts, insbesondere der Bestimmungen über Zuständigkeit, Zugang und Entscheidungswirkungen, am Maßstab des Art. 164 EWGV

Bernhardt, Wilfried

Schriften zum Öffentlichen Recht, Vol. 523

(1987)

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Table of Contents

Section Title Page Action Price
Vorwort 5
Inhaltsverzeichnis 7
Abkürzungsverzeichnis 13
Einleitung 17
Erster Teil: Grundfragen einer das materielle und das prozessuale Gemeinschaftsrecht verbindenden Sicht 24
I. Art. 164 EWGV als zentrale Nahtstelle zwischen materiellem und prozessualem Recht 24
1. Herkömmliche Sicht des Art. 164 EWGV als Festlegung des richterlichen Prüfungsmaßstabs und Kritik an dieser Sicht 24
2. Neuansatz: Art. 164 EWGV als die das materielle Gemeinschaftsrecht, gerichtliche Funktionen und Prozeßrecht verbindende Norm 27
a) Der positive Sicherungsauftrag an den EuGH 27
b) Immanente Zuständigkeitsbegrenzung durch die Art. 164 ff 29
c) Prozessuale Bedeutung des Art. 164 EWGV beim Wandel der materiellen Gemeinschaftsverfassung 31
d) Akzeptanzfähigkeit der Entscheidungen des EuGH als Bedingung materieller und prozessualer Sicherungswirkung 34
3. Zur Deutung des Art. 164 EWGV als funktionsbestimmender und für die Prozeßrechtsauslegung maßgeblicher Norm im Lichte der Rechtsprechung des EuGH 37
II. Verhältnis des materiellen Rechts zum Prozeßrecht 41
IIΙ. Verfassungsgericht EuGH 48
IV. Die Verfassung der Europäischen Gemeinschaft 52
V. Verfassungsgerichtsfunktionen in der EG 59
VI. Verfassungsprinzipien 62
Zweiter Teil: Verfassungsprinzipien, verfassungsgerichtliche Funktionen und ihre Auswirkungen auf die Zuständigkeits- und Zugangsregelungen sowie Fragen der EuGH-Entscheidungswirkungen 70
I. Gemeinschaftsverfassung zwischen Offenheit, „Dynamik\" und Kontinuität 70
1. Allgemeines 70
2. Verfassungsgerichtliche Funktionen 74
3. Offenheit und Stabilität im Prozeßrecht 74
II. Prinzip der Einheit des Gemeinschaftsrechts 77
III. Grundsatz der Effektivität 81
IV. Grundsatz der Öffentlichkeit 82
V. Prinzip des „institutionellen Gleichgewichts\" und die Folgerungen für die Interpretation des Gemeinschaftsprozeßrechts durch den EuGH 86
1. Darstellung des Problems 86
2. Institutionelles Gleichgewicht in der Literatur und in der Rechtsprechung des EuGH 87
3. Normativität des Gewaltenteilungs- bzw. Gleichgewichtsgrundsatzes 90
a) EuGH: Ableitung aus Art. 4 EWGV 90
b) Literatur 91
aa) Unmittelbare Ableitung aus nationalen Verfassungsnormen 91
bb) Ableitung aus Art. 4 EWGV und Art. 95 Abs. 3 EGKSV 92
c) Eigener Ansatz: Ableitung aus geschriebenem Gemeinschaftsrecht unter Berücksichtigung der Grundsätze europäischer Verfassungskultur 93
4. Traditionelles und neueres Verständnis des Gewaltenteilungsgrundsatzes 93
5. Gewaltenteilungs- und Gleichgewichtsgrundsatz im Gemeinschaftsrecht 102
a) Allgemeines 102
b) EuGH-Urteil in der Rs. 188-190/80 104
c) Verhältnis des „Gewaltenteilungs-\"Grundsatzes zum Prinzip eines „institutionellen Gleichgewichts 106
6. Einfluß des „institutionellen Gleichgewichts\" auf die Interpretation des Prozeßrechts 110
a) Parlament im Prozeß vor dem EuGH 111
aa) Überblick 111
bb) Inkurs: Materiell-rechtliche Stellung des Parlaments im Verfassungsgefüge 113
(1) Ausdrückliche Kompetenzen nach den Verträgen 113
(2) InterorganVereinbarungen und andere verfassungsrelevante Abkommen 115
(3) Einflüsse der Direktwahl auf die Stellung des Parlaments — Demokratieprinzip 118
(4) Öffentlichkeitsprinzip und Parlament 119
(5) Ergebnis 119
cc) Prozeßrechtliche Berücksichtigung der materiell-rechtlichen Position des Parlaments 120
(1) Beteiligung des Parlaments am Prozeß gem. Art. 37 der Satzung des Gerichtshofs der EWG 120
(2) Beteiligung des Parlaments gem. Art. 21 der Satzung des Gerichtshofs der EWG 121
(3) Klagerecht des Parlaments gem. Art. 175 Abs. 1 EWGV 121
(4) Klageberechtigung des Parlaments nach Art. 173 Abs. 1 EWGV 131
(5) Die passiven Beteiligungsmöglichkeiten des Europäischen Parlaments im Prozeß vor dem EuGH 134
(5.1) Klagemöglichkeiten des Rats bzw. der Kommission gegen Parlament gem. Art. 173 Abs. 1 EWGV / 38 EGKSV 134
(5.2) Klagemöglichkeit gegen das Parlament gem. Art. 175 Abs. 1 EWGV 139
(6) Auslegungskompetenz des EuGH gem. Art. 177 Abs. 1 Buchstabe b EWGV im Hinblick auf Parlamentsbeschlüsse 140
b) Weitere prozessuale Zugangsfragen im Organstreit 141
aa) Klagemöglichkeiten der Kommission gegen den Rat 141
bb) Anfechtbarkeit der von einem „offenbar unzuständigen\" Organ erlassenen Akte 142
cc) Rechtsschutzinteresse bei Klagen eines Gemeinschaftsorgans gegen ein anderes (Art. 173 Abs. 1 EWGV) 143
c) Bedeutung des institutionellen Gleichgewichts für die Stellung und Funktion des EuGH sowie die sich daraus ergebenden Konsequenzen für die Interpretation des Prozeßrechts 145
aa) Allgemeines 145
bb) Konsequenzen der institutionellen Stellung des EuGH für die materiell-rechtliche Entscheidungsfindung 154
cc) Prozessuale Konsequenzen der Stellung des Gerichtshofs im institutionellen Gefüge 156
(1) Allgemeines 156
(2) Bedeutung des Vertragstextes für die Frage nach dem prozessualen Instrumentarium unter dem Gesichtspunkt der institutionellen Stellung des EuGH 156
(3) Die Bedeutung der institutionellen Stellung des Gerichtshofs für Zugangs fragen 159
(4) Die Bedeutung der institutionellen Stellung des Gerichtshofs für den Urteilsspruch 159
(4.1) Uberschreiten des Prüfungsgegenstandes 159
(4.2) Sachliche Begrenzung der Urteilswirkungen: Bloße „Ungültigkeits-\" oder „Rechtswidrigkeitserklärung 161
(4.3) Zeitliche Begrenzung der Urteilswirkungen (-folgen) 162
(4.4) „Appellentscheidungen 162
(5) Bedeutung der institutionellen Stellung des Gerichtshofs für Fragen des vorläufigen Rechtsschutzes 164
(6) Institutionelles Gleichgewicht und Gutachtenverfahren gem. Art. 228 EWGV 165
(7) Zuständigkeitsabgrenzung zwischen EuGH und Kommission 166
(7.1) Funktionsgrenzen des EuGH bei der Kontrolle des verwaltungsbehördlichen (Vor-)Verfahrens gem. Art. 173 Abs. 1 EWGV 166
(7.2) Keine Rechtsprechungskonkurrenz zwischen EuGH und Kommission im Vertragsverletzungsverfahren gem. Art. 169 EWGV 168
(8) „Funktionsfähigkeit\" des EuGH 168
VI. Vertikale Zuständigkeitsverteilung und die Folgerungen für die Interpretation des Gemeinschaftsprozeßrechts durch den EuGH 169
1. Allgemeines 169
2. Integrationsprinzip und Integrationsfunktion 174
3. Prinzip der Autonomie des Gemeinschaftsrechts 179
4. Prinzip des Vorrangs des Gemeinschaftsrechts 180
5. Prinzip der dezentralen Aufgabenerfüllung 183
6. Prinzipien der Kooperation und der Gemeinschaftstreue 190
7. Einzelfragen 193
a) Das „unmittelbare Betroffensein\" in Art. 173 Abs. 2 EWGV 193
b) Schadensersatzklage gem. Art. 178 i.V.m. Art. 215 EWGV - Zuständigkeitsverteilung zwischen Gemeinschaft und Mitgliedsstaaten — 195
c) Vertragsverletzungsverfahren (Art. 169 und 170 EWGV) 200
aa) Allgemeines 200
bb) Ermessen der Kommission bei Klageerhebung gem. Art. 169 EWGV? 203
cc) Klageinteresse der Kommission im Rahmen des Art. 169 EWGV? 205
dd) Verwirkung des Klagerechts durch Zeitablauf? 207
ee) Klage nicht nur bei willkürlichem oder schuldhaftem Vertragsverstoß 208
ff) Anforderungen an Behauptung einer Vertragsverletzung im Rahmen der Klagebefugnis gem. Art. 169 EWGV 208
gg) Rücksichtnahmegebot bei Vertragsverletzungsklage 208
hh) Verhältnis des Vertragsverletzungsverfahrens zu innerstaatlichen Rechtsbehelfen 209
ii) Klageziel und Urteilswirkung im Vertragsverletzungsverfahren (Art. 169 EWGV bzw. 93 Abs. 2 EWGV) 210
jj) Staatenklagen gem. Art. 170 EWGV 215
d) Rechtsschutzinteresse bei Klagen der Mitgliedsstaaten gegen Gemeinschaftsorgane gem. Art. 173 Abs. 1 EWGV 217
e) Nur gemeinsames Klagerecht aller Mitgliedsstaaten gegen Akt, von dem alle Mitgliedsstaaten betroffen sind? 220
f) Fragen des Art. 177 EWGV unter Berücksichtigung der verfassungsgerichtlichen Funktionen des EuGH, insbesondere aus dem Prinzip der vertikalen Zuständigkeitsverteilung 221
aa) Allgemeines 221
bb) „Auslegung\" und „Anwendung 223
cc) „Gericht\" im Sinne des Art. 177 EWGV 227
dd) Vorlageberechtigung 230
(1) „Erforderlichkeit\" der Vorlagefrage als Zulässigkeitsvoraussetzung 230
(2) Relevanz der Parteibehauptungen für Vorlagerecht 238
(3) Vorlagerecht bei schon entschiedenen Fragen 239
(4) Inhalt des Vorlagerechts bei der „Gültigkeits\"-Prüfung 240
ee) Vorlagepflicht letztinstanzlicher Gerichte 241
(1) Abstrakte und konkrete Theorie 241
(2) Vorlagepflicht im summarischen Verfahren 241
(3) Vorlagepflicht im Hauptverfahren 246
(3.1) Rechtsbehauptungen der Parteien und Vorlagepflicht 246
(3.2) Ausschluß der Vorlagepflicht bei „klaren Fragen 247
(3.2.1) „Acte clair\"-Theorie 247
(3.2.2) Gültigkeitsfragen 249
(3.2.3) Auslegungsfragen 249
ff) Vorlagepflicht unterinstanzlicher Gerichte 253
gg) Beteiligungsmöglichkeit der Mitgliedsstaaten gem. Art. 20 der Satzung des GH der EWG am Vorabentscheidungsverfahren 255
hh) Wirkungen der Vorabentscheidungen 255
ii) Rechtsmittel gegen Vorlageersuchen 259
g) Geltendmachung der Unanwendbarkeit einer Verordnung in einem Rechtsstreit (Art. 184 EWGV) 262
h) Gutachtenverfahren gem. Art. 228 EWGV 263
VII. Grundrechtsschutz als Gemeinschaftsverfassungsprinzip und seine Bedeutung für die Auslegung des Gemeinschaftsprozeßrechts durch den EuGH 264
1. Grundrechtsschutzkompetenzen auf Gemeinschaftsebene 264
2. Grundrechtsschutzkompetenz des EuGH 267
3. Ableitung prozessualer Formen aus materiellen Rechten — Die Stellung des Art. 164 EWGV 270
4. Grundrechtsschutz/Schutz „einfacher\" subjektiver Rechte — verfassungsgerichtliche Funktion des EuGH 274
5. Subjektiver oder objektiver Schutzzweck der Individualklageverfahren? 277
6. Materielle Grundrechtsfunktionen und ihr Einfluß auf das Prozeßrecht 280
7. Einzelfragen 285
a) Rechtsschutz Privater nach Art. 173 Abs. 2 EWGV 285
aa) Anfechtung von Verordnungen 286
(1) Gleichsetzung von „Entscheidung\" und „Verordnung\" in Art. 173 Abs. 2 EWGV? 286
(2) Kompensation fehlender direkter Normanfechtung durch andere Klagearten? 288
(3) Einführung einer direkten Klagemöglichkeit gegen Verordnungen? 289
bb) Anfechtung von Entscheidungen 292
(1) Begriff der „Entscheidung 292
(2) Abgrenzung Verordnung/Entscheidung 296
(3) Innerdienstlicher Akt oder Entscheidung im Sinne des Art. 173 Abs. 2 EWGV? 305
(4) Rechtsschutzbedürfnis, wenn der Kläger Adressat der Entscheidung ist 306
(5) Rechtsschutzbedürfnis, wenn der Kläger nicht Adressat der Entscheidung ist 307
(5.1) Individuelles Betroffensein bei „Schein\"-Verordnungen und bei Entscheidungen, die an Mitgliedsstaaten adressiert sind 307
(5.2) Unmittelbares Betroffensein bei „Schein\"-Verordnungen und an Mitgliedsstaaten adressierte Entscheidungen 314
(5.3) Individuelles und unmittelbares Betroffensein bei Entscheidungen, die an andere Private gerichtet sind 314
b) Auslegung des Art. 175 Abs. 3 EWGV 317
c) Einrede der Rechtswidrigkeit (Art. 184 EWGV) 322
d) Schadensersatzklage wegen normativen Unrechts 324
e) Haftungsfeststellungsklage 333
f) Auslegung des Art. 20 des Protokolls über die Satzung des Gerichtshofs der EWG 333
g) Gemeinschafts-(grund-)rechtsschutz auf mitgliedsstaatlicher Ebene — Art. 177 EWGV 334
aa) Entwicklung der Rechtsprechung zu Art. 177 EWGV 334
bb) Durchsetzung des Gemeinschafts-(grund-)rechtsschutzes über Art. 169/177 in Verbindung mit Art. 173/175 EWGV 339
(1) Allgemeines 339
(2) Rechtswidrige nationale Urteile durch EuGH-Entscheidungen überhaupt beeinflußbar? 340
(3) Vertragsverletzungsverfahren gegen gemeinschaftswidriges Verhalten eines innerstaatlichen Gerichts möglich? 342
(4) Klagerecht des Privaten gegen Kommission auf Einleitung eines Vertragsverletzungsverfahrens? 346
cc) Schadensersatzklage (Art. 178/215 Abs. 2 EWGV) wegen rechtswidrig unterlassener Einleitung eines Vertragsverletzungs-Vorverfahrens nach einem Verstoß gegen die Vorlagepflicht 355
dd) Rechtsschutz über Art. 177 EWGV gegen Vertragsverletzungen neben den durch Art. 169 und 170 gewährten prozessualen Möglichkeiten? 356
ee) Rechtsschutz gegen (grund-)rechtswidrige Akte über Art. 177 EWGV neben der Anfechtungsmöglichkeit gem. Art. 173 Abs. 2 EWGV? 357
h) Zusätzlicher Rechtsschutz über Art. 40 der Satzung des Gerichtshofs der EWG? 359
i) Großzügige Behandlung der Formalia beim „Zugang\" zum EuGH 359
j) (Grund-)Rechtsschutzgrenzen: Aspekt der Rechtssicherheit 360
k) Auswirkungen der Grundrechtsschutzfunktion auf innerstaatliche Rechtsschutzfragen 362
aa) Innerstaatliche Zugangsregelungen im Lichte des Gemeinschaftsgrundrechtsschutzes 362
(1) Gerichtszuständigkeiten: Vorbehalt des Verfassungsgerichts 363
(2) Nationale Fristenregelungen — Unmittelbar aus dem Gemeinschaftsrecht abzuleitende nationale Rechtsbehelfe 367
(3) Effektiver Zugang zu Gerichten 370
bb) Innerstaatliche Rechtsbehelfe gegen Nichtvorlage unterinstanzlicher Gerichte 372
VIII. Pluralismusprinzip und Konsequenzen für die Prozeßrechtsauslegung 373
1. Allgemeines 373
2. Bedeutung für die Prozeßrechtsauslegung 374
a) Mündlichkeitsprinzip 375
b) Art. 37 der Satzung des Gerichtshofs der EWG 375
c) Beteiligung von Personen, Personengruppen und Verbänden im Rahmen des Art. 177 EWGV/Art. 20 der Satzung des Gerichtshofs über den Kreis der Ausgangsparteien hinaus? 376
d) Verbandsklage 377
Dritter Teil: Zusammenfassung 379
Summary 383
Résumé 385
Literaturverzeichnis 387
Entscheidungsregister 419
Sachregister 442