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Bereicherungsausgleich wegen Zweckverfehlung?

Kritisches zu § 812 Abs. 1 S.2 2. Alt. BGB. Zugleich ein Beitrag zur Struktur der Leistungskondiktion

Welker, Gerhard

Schriften zum Bürgerlichen Recht, Vol. 17

(1974)

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Table of Contents

Section Title Page Action Price
Vorwort 5
Inhaltsverzeichnis 7
Abkürzungsverzeichnis 14
Erster Teil: Die Grundlagen der Leistungskondiktion 15
§ 1: Einleitung 15
I. Rätselhafter § 812 I S. 2 2. Alt. BGB 15
II. Keine rechtsgeschichtliche Lösung 16
III. Ziel der Arbeit 16
§ 2: Die Rechtsnatur des Herausgabeanspruchs 17
I. Echter Bereicherungsanspruch 17
1. Die heute einhellige Auffassung 17
2. Die abweichende Ansicht Leonhards 17
a) Seine These 17
b) Kritik 17
II. Fall der Leistungskondiktion 18
1. Wortlaut der Anspruchsgrundlage 18
2. Bereicherung durch Leistung als eigenständiger Kondiktionstypus 18
3. Wesen der Leistungskondiktion 20
4. Notwendigkeit gemeinsamer Grundlagen 21
§ 3: Die Problematik des Leistungsbegriffes 22
I. Die herrschende Meinung 22
1. Definition 22
2. Die Leistungszwecke 22
3. Rechtstechnische Funktion des herrschenden Leistungsbegriffes 23
II. Kritik 23
1. Ausgangspunkt 23
a) Leitlinien 23
b) Insbesondere: Querverbindung zum Erfüllungsrecht 23
2. Einzelkritik 24
a) Leistungsverhalten und Leistungserfolg 24
b) „Vermögens\"-mehrung 25
c) „fremdes\" Vermögen 25
d) „bewußte\" Mehrung 26
e) „zweckgerichtete\" Vermögensmehrung 27
aa) Leistung und Handlungsbegriff 27
bb) Keine Präjudizierung durch das Gesetz 27
cc) Inhalt der Zweckrichtung 28
dd) Der sog. Leistungszweck ist nicht geeignet, die ihm von der h. M. zugedachten Funktionen zu erfüllen 29
(1) Aufgliederung der Leistungskondiktion nach Fallgruppen 29
(2) Festlegung der Parteien des Kondiktionsanspruches 29
(3) Verknüpfung mit dem Rechtsgrund 31
§ 4: Die Frage nach dem Rechtsgrund 32
I. Formelle Kennzeichnung 32
II. Materielle Bestimmung 32
1. Objektive Theorie 32
2. Theorie der Zweckerreichung 33
III. Kritik der Zweckerreichungstheorie 33
1. Der rechtserhebliche Zweck 34
2. Zweck und Motiv 35
3. Keine Stütze in § 812 I S. 2 2. Alt. BGB 35
a) Die Rolle des Rechtsgrundes bei der condictio ob rem 35
aa) Literaturmeinungen 36
bb) Stellungnahme 36
b) Ergebnis: Im Rahmen des § 812 I S. 2 2. Alt. BGB entsteht der Rechtsgrund nicht erst mit Erfolgseintritt 37
4. Behaltensberechtigung auch nicht als Rechtsgeschäftsfolge erklärbar 38
5. Zweckerreichungstheorie mit § 812 I S. 2 1. Alt. BGB unvereinbar 38
6. Ergebnis: Zweckerreichungstheorie zur Erklärung der Rechtsgrundwirkung ungeeignet 39
§ 5: Lösungsvorschlag. Entwickelt am Modell der Erfüllung eines Anspruches 40
I. Der Rechtsgrund im Spannungsfeld zwischen Erfüllungsrecht und Bereicherungsrecht 40
1. Modellfall: Erfüllung eines Anspruchs 40
2. Die Erfüllungswirkungen 41
a) „Erlöschen\" (§ 362 I BGB) 41
b) BefriedungsWirkung 41
aa) Allgemeine Kennzeichnung 41
bb) Fortwirkendes relatives Recht zum Behaltendürfen 42
3. Die dogmatische Erklärung (These) 42
a) Der Anspruch als mehrschichtiges Gebilde 43
aa) Forderungs- und Verpflichtungselement 43
bb) Zuordnungselement 43
b) Erfüllung als Aktualisierung des Zuordnungselementes 43
c) Verhältnis von Forderungs- und Zuordnungselement 44
II. Die Voraussetzungen der Erfüllung 44
1. Theorie der realen Leistungsbewirkung 44
2. Subjektive Erfüllungstheorien 45
3. Stellungnahme 46
a) Ausgangspunkt. Dogmatik des Erfüllungsvorgangs als Prüfstein der bereicherungsrechtlichen Kritik 46
b) Erfüllung als gesetzliche Rechtswirkung 46
aa) Erlöschen und Unmöglichkeit 47
bb) Befriedung als Gestaltungswirkung 48
4. Weitere Erfüllungsvoraussetzungen 48
a) Leistungserfolg verursacht durch zurechenbares Leistungsverhalten 48
b) Bezug zu dem abzuwickelnden Schuldverhältnis 49
aa) Subjektive Theorien 49
bb) Stellungnahme (objektive Theorie) 49
(1) praxisfremde Umständlichkeit 49
(2) objektiv erkennbarer Bezug genügt 50
III. Zwischenergebnis 53
1. Die Leistung 53
2. Der Rechtsgrund 54
§ 6: Erweiterung: reine Zuordnungsverhältnisse 54
I. Rechtliche Selbständigkeit des Zuordnungselementes 54
1. Der verjährte Anspruch 54
2. Der Vertrag zugunsten Dritter 55
3. Das von vornherein forderungs- und verpflichtungsfreie Zuordnungsverhältnis 55
a) „formunwirksame\" Verträge 56
b) Handgeschäfte 56
c) „unvollkommene\" Verbindlichkeiten 56
d) Gefälligkeitsverhältnisse 57
II. Auch das reine Zuordnungsverhältnis ist ein erfüllbares Schuldverhältnis i. S. d. § 362 I BGB 58
1. Die Erfüllungswirkungen 58
a) kein Erlöschen 58
b) Befriedungswirkung 58
2. Die ErfüllungsVoraussetzungen 59
III. Entbehrlichkeit sonstiger Leistungszwecke 59
1. Unmittelbare Begründung eines Schuldverhältnisses 59
2. Herbeiführung eines bestimmten Empfängerverhaltens 60
§ 7: Bewährung der hier vertretenen Konzeption 60
I. Die Erfüllung ist auf Seiten des Empfängers keine Verfügung 60
1. Die gegenteilige Meinung 60
2. Kritik 61
a) § 1813 BGB 61
b) § 362 II BGB 62
II. Minderjährigenschutz 63
1. Die herrschende Meinung 63
2. Kritik 64
III. Einzelfragen aus der Erfüllungsproblematik 66
1. § 364 BGB 66
2. § 366 BGB 67
3. Rechtsgeschäftlicher Erfüllungsausschluß 68
IV. Die Funktion des § 267 BGB 70
Zweiter Teil: Dogmatik und Anwendungsbereich des g 812 I 2 2. Alt. BGB 72
§ 1: Die dogmatische Ausgangssituation 72
I. Die Funktion der Leistung 72
II. Die Rolle des Rechtsgrundes 72
§ 2: Verhältnis zu § 812 I S. 21. Alt. BGB 73
I. Nur scheinbare Konkurrenz 73
1. § 812 I S. 2 1. Alt. setzt anderweitigen Beendigungsgrund voraus 73
2. § 812 I S. 2 2. Alt. enthält selbst materielle Regelung der Behaltensberechtigung 73
II. These: §812 I S. 2 2. Alt. normiert incidenter einen gesetzlichen Beendigungsgrund für das erfüllte Zuordnungsverhältnis 73
§ 3: Dogmatische Begründung 74
I. Wortlaut des § 812 I S. 2 2. Alt. steht nicht entgegen 74
II. Versagen sonstiger Rechtsfiguren 74
1. Motivierende Zweckvorstellung 75
2. Geschäftsgrundlage 75
3. Voraussetzung 76
4. Kündigung oder Rücktritt 77
5. Auflösende Bedingung 77
III. Bestätigung der Ausgangsthese 78
§ 4: Sachliche Regelungsnotwendigkeit 78
I. Rechtliche Beziehung zwischen Leistung und Erfolg 79
II. Kausale Schuldverhältnisse als Träger der „Zweckvereinbarung 79
III. Entgeltliche Grundgeschäfte 80
1. Verknüpfungsarten der h. M. 80
a) synallagmatische 80
b) konditionale 80
c) kausale 80
2. Kritik 80
a) Unzulässige Vermengung von Verknüpfungsmodalität und Rechtsfolgenrealisierung 80
b) Zwei Grundformen entgeltlicher Austauschabhängigkeit 81
aa) finale Verknüpfung 81
bb) kausale Verknüpfung (neue Terminologie) 81
3. Insbesondere: die finale Verknüpfung 81
a) Bedeutung 81
aa) Der gegenseitige Vertrag als Musterfall 81
bb) Abwandlungen des Grundmusters 82
(1) Keine gegenseitigen Leistungspflichten 82
(2) Nur einseitiger finaler Austausch 83
cc) Ergebnis 83
b) Ausbleiben des (Gegenleistungs-)Erfolges 83
aa) Sonderregelung beim gegenseitigen Vertrag 83
bb) Entsprechende Anwendung der §§ 323 ff., wenn wenigstens der Leistungsempfänger zur Gegenleistung verpflichtet ist 83
cc) Die für § 812 I S. 2 2. Alt. verbleibende Fallkonstellation: verpflichtungsfreie Gegenleistung 84
(1) Weder Gegenleistungserfolg erzwingbar, noch §§ 323 ff. anwendbar 84
(2) Die angemessene Reaktion der Rechtsordnung 85
c) Gesetzlicher Wegfall der Leistungszuordnung als allgemeiner Grundsatz 86
aa) Erfolgsausfall steht erst nach der Leistung endgültig fest 86
(1) Vergleichbare Regelung in § 323 III für den gegenseitigen Vertrag 86
(2) Im Rahmen des § 812 I S. 2 2. Alt. keine Beschränkung auf Unmöglichkeit und Nichtvertretenmüssen 87
(3) Wann steht Erfolgsausfall endgültig fest? 87
bb) Exkurs: Erfolgsausfall vor Leistung 88
(1) Der endgültige Erfolgsausfall tritt nach Vertragsabschluß ein 88
A. Postulat: Leistungszuordnungsverhältnis muß (kraft Gesetzes) ex nunc erlöschen 88
B. Vergleichbare Regelung in § 323 I für den gegenseitigen Vertrag 89
C. Rechtsanalogie für sonstige finale Austauschverknüpfimg 89
(2) Endgültiger Erfolgsausfall steht bereits bei Vertragsabschluß fest 90
A. Anfängliche Unmöglichkeit 90
B. Anfängliches Unvermögen 90
4. Insbesondere: die kausale Verknüpfung 91
IV. Unentgeltliche Grundgeschäfte 91
1. Keine den Vertragstypus berührende Fundamentalstörung 91
2. Das gilt auch für die Schenkung unter einer Auflage 92
3. Zweckschenkung 93
4. Zinsloser Kredit mit Zweckbindung 94
V. Sicherungsgrundgeschäfte 95
1. Die Auffassung Webers 95
2. Stellungnahme 96
a) Sicherungskausalgeschäft als Träger der Zweckvereinbarung 96
b) Fundamentalstörung des Kausalgeschäftes bei Verfehlung des Sicherungserfolges 96
c) Endgültiger Ausfall des Sicherungserfolges nach der Leistung 96
aa) Kein unmittelbarer Einfluß auf den Leistungserfolg 96
bb) Rückforderung interessengerecht 97
cc) Rechtsdogmatische Parallele zu den finalverknüpften Austauschgeschäften 97
dd) Auch hier gesetzlicher Rechtsgrundwegfall 98
d) Exkurs: Vereitelung des Sicherungserfolges vor der Leistimg 99
aa) bei Vertragsschluß 99
bb) nach Vertragsschluß 100
cc) Rückabwicklung jeweils nach § 812 I S. 1 1. Alt. 100
3. Erweiterung 100
a) Keine Leistungspflicht erforderlich 100
b) Sonstige Sicherungsvereinbarungen 100
§ 5: Ergebnis: Anwendungsbereich 101
I. Sonderformen finalverknüpfter Austauschvereinbarungen 101
II. Sicherungsvereinbarungen, die auf die Bestellung eines nicht dem strengen Akzessorietätsgrundsatz unterliegenden Sicherungsrechts gerichtet sind 101
III. Unerheblich, ob die Leistung eine Verbindlichkeit erfüllt 101
§ 6: Kritische Überprüfung bisheriger Anwendungsfälle 101
I. Fallgruppe: Leistungen auf ein in Aussicht genommenes Schuldverhältnis 102
1. Ausgangsbeispiel 102
a) Lösungswege 102
aa) § 812 I S. 1 1. Alt. 102
bb) Die Lösung der h. M. (§ 812 I S. 2 2. Alt.) 102
b) Die Funktion des § 814 1. Alt. 102
aa) Kein gesetzlicher Rechtsgrund 103
bb) Gesetzlich normierter Anwendungsfall des venire contra factum proprium 103
cc) Folgerungen 104
(1) Teleologische Reduktion 104
(2) Erweiterung auf reine Zuordnungsverhältnisse 104
c) Ergebnis 104
aa) Lösung des Ausgangsfalles 104
bb) praktischer Unterschied gegenüber der h. M. 105
(1) erfüllbares Umkehrzuordnungsverhältnis 105
(2) Darlegungs- und Beweislast 105
(3) flexiblere Handhabung des Kondiktionsausschlusses 105
2. Weitere Fälle dieser Gruppe 105
a) Beispiele 105
b) Lösung 106
c) insbesondere: Leistung auf formunwirksamen Vertrag 106
aa) Unwirksamkeit erfaßt auch Zuordnungsverhältnis 106
bb) Nur Verpflichtungselement unwirksam 107
II. Fallgruppe: Empfänger soll das Erlangte in bestimmter Weise verwenden 107
1. Ausgangsbeispiel 107
a) Pauschale Anwendung des § 812 I S. 2 2. Alt. würde den Besonderheiten der im Einzelfall möglichen Vertragsgestaltungen nicht gerecht 108
aa) Von vornherein außerhalb des Anwendungsbereiches 108
(1) Verwendungszweck nicht Vertragsinhalt 108
(2) Verwendungspflicht des Empfängers 108
(3) Auflösende Bedingung; Kündigungs- oder Rücktrittsgrund 108
bb) Keine Anwendung bei unentgeltlichem Grundgeschäft 108
b) Die für den Anwendungsbereich des § 812 I S. 2 2. Alt. verbleibende Fallgestaltung 108
2. Fehlerbeispiele 109
III. Fallgruppe: Empfänger soll zu sonstigem Verhalten veranlaßt werden 109
1. Ausgangsbeispiel 109
2. Weitere Anwendungsfälle 110
3. Jeweilige Grundvoraussetzungen 110
a) Rechtsgeschäftliche Kausalvereinbarung 110
b) Entgeltlicher Leistungsaustausch bezweckt 110
c) Keine vertragliche Rückgewährregelung 111
IV. Fallgruppe: Der über die Gegenleistung hinausgehende Erfolg 112
1. Die Formel der herrschenden Meinung 112
2. Stellungnahme 113
a) Fehlerbeispiel 113
b) Anwendungsbeispiel 113
aa) Abzulehnende Lösungswege 113
bb) Lösung 114
V. Ergänzung: Die Funktion des § 815 1. Alt. 114
1. Bezieht sich nicht auf § 812 I S. 2 2. Alt. 114
2. Tatbestandliche Erweiterung des § 814 1. Alt. 115
Literaturverzeichnis 116