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Die Tatsache des Wollens

Aus dem Nachlaß hrsg. und eingel. von Jürgen Zander

Tönnies, Ferdinand

Editors: Zander, Jürgen

Beiträge zur Sozialforschung, Vol. 1

(1982)

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Table of Contents

Section Title Page Action Price
Vorwort 5
Inhaltsübersicht 7
Einleitung des Herausgebers 11
§§ 1 - 10 Beginn der Darstellung durch Auseinandersetzung mit Sigwart. Die von Sigwart angegebenen ersten „Stadien\" des Wollens von Tönnies nicht als Wollen, sondern als Beschließen gedeutet 38
§ 1 Wiedergabe und Résumé Sigwartscher Analysen durch Tönnies 38
§ 2 Beginn der Erwiderung durch Tönnies: Wollen sei kein Akt, keine Tätigkeit, sondern ein Zustand 39
§ 3 Was in diesem Zustand gewollt werde, sei eine Tätigkeit, ein Tun 40
§ 4 Schwanken und Zweifel vor dem Wollen und Tun 41
§ 5 Negative Willensentscheidung 42
§ 6 Der Begriff des Zwecks im Verhältnis zum Wollen, nach Tönnies 43
§ 7 Beschließen ist nach Sigwart Schließen im logischen Sinn — von Tönnies zugestanden 44
§ 8 Doch darf der Unterschied zwischen Schließen und Beschließen nicht fallengelassen werden: Schließen führe zu Meinen, Beschließen zu Wollen 44
§ 9 Anschauliche Beschreibung des Beschließens durch Tönnies. Hinweis auf die sprachtheoretischen und semantischen Analysen im Exkurs 46
§ 10 Der negative Beschluß als Problem des Unterlassens 48
§§ 11-14 Auseinandersetzung mit Sigwarts Auffassungen, wodurch Wollen veranlaßt werden könne 49
§ 11 Nach Sigwart kann Wollen a) durch Gefühle b) durch Rat, Befehl, Vorbild c) durch Voraussicht, Sorge veranlaßt werden 49
§ 12 Tönnies' Einwendungen durch Rückgang auf innerpsychische Vorgänge: psychische Zustände und psychische Tätigkeiten, deren Abfolge und Übergänge. Schwebende Zustände als Tendenz 50
§ 13 Die innerseelischen Vorgänge sind — nach Tönnies — grundsätzlich auf Lust und Glück bezogen 51
§ 14 Und diese Lust braucht nicht erst in vorgestellten, wahrgenommenen, empfundenen Objekten zu liegen, sondern schon in den Vorstellungen, Wahrnehmungen, Empfindungen selber, die als solche durch sich selber gefallen 53
§§ 15-18 Absprung von der direkten Auseinandersetzung mit Sigwart, und Darstellung der eigenen Behauptung, daß Empfindungen und Vorstellungen durch sich selber gefallen 54
§ 15 Jede Empfindung ist Tätigkeitsempfindung, in der entweder Kraftvermehrung (= angenehm) oder Kr aft Verminderung ( = unangenehm) gefühlt wird. Die vom Widerstand überwältigte Tätigkeitsempfindung heißt „Leidenheit 54
§ 16 Das Ganze des Empfindungs- und Gefühlslebens ist ein Gemisch aus Tätigkeiten und Leidenheiten, Genuß « und Schmerzempfindungen. — Empfindungen sind durch sich selber angenehm, wenn sie 1. natürlich sind, d. h. unmittelbar aus dem Kraftgefühl hervorgehen, 2. wenn sie gewohnt und gekonnt sind und 3. wenn sie gekannt werden — wodurch die Empfindung i n Vorstellung übergeht 54
§ 17 Aus hiermit verwandten Gründen sind auch Vorstellungen angenehm 57
§ 18 Da die Seele die ihr äußeren Objekte (auch andere Menschen) nur durch Empfindungen und Vorstellungen empfängt, so erregen jene das an sich angenehme Vorstellungs- und Empfindungsleben und erscheinen dadurch selbst als angenehm 60
§§ 19-25 Rückkehr zur Auseinandersetzung mit Sigwart 60
§ 19 Die anderen Menschen als Anreger individuellen Wollens von Sigwart unterschätzt 60
§ 20 Das „Stadium der Überlegung\" (soll ich? — kann ich?), nach Sigwart, dargestellt durch Tönnies 63
§ 21 Die verschiedenen Fähigkeiten des Könnens, Dürfens, Mögens — nach Tönnies 63
§ 22 Beschließen als selbständige psychische Tätigkeit, die noch nicht die Fähigkeit zur wirklichen Tat bedeutet 64
§ 23 Willensentscheidung und kausale Determiniertheit, nach Sigwart. „Willensfreiheit 65
§ 24 Übergang zum Begriff des Motivs 66
§ 25 Das Motiv bei Sigwart und Tönnies. Überleitung zum Kardinalproblem des Wollens: das Verhältnis Mittel—Zweck, Wollen—Wünschen, Denken—Fühlen 67
§§ 26-48 Abkehr von der Auseinandersetzung mit Sigwart und Darstellung des Kardinalproblems: der Prozeß, in dem die ursprüngliche Einheit von Wollen und Wünschen, Denken und Fühlen, Mittel und Zweck sich auflöst in die Zweiheit des bloßen Mittels zu einem isolierten, absolut gesetzten Zweck. Entzerrung der natürlichen Mischung von Lust und Unlust, und Häufung der Lust-Elemente auf der einen, der Unlust-Elemente auf der anderen Seite. Organisches Wollen (Typ A) und rationales Wollen (TypB) 68
§ 26 Rekapitulation des Gedankens aus § 6 68
§ 27 Wollen bezieht sich auf das Mittel, Wünschen auf den Zweck. Das gewollte Mittel ist stets eine Tätigkeit 69
§ 28 Ist auch das Gewünschte, der Zweck eine Tätigkeit, so bildet sich eine einheitlich verbundene Gesamttätigkeit, in der die als Mittel gewollte Tätigkeit stets auch gewünscht und gefühlt w i r d 69
§ 29 Im rationalen Wollen (Typ B) ist stets nur der Zweck allein lustbetont; das Mittel, davon getrennt und nur Mittel, ist unangenehme oder als gleichgültig empfundene Tätigkeit 71
§ 30 Das organische Wollen (Typ A) ist grundlos, da es Gefühlen entspringt und dient, die in sich selbst ruhen 72
§ 31 Organisches Wollen als von der Natur angelegte, vom Bewußtsein erworbene Einheit von Gefühlen und Gedanken 73
§ 32 Grundidee des organischen Wollens ist Selbsterhaltung 73
§ 33 Emanzipation und Verselbständigung des Denkens im rationalen Wollen (B). Riß zwischen Gefühl und Denken, Entfesselung des Trieblebens 74
§ 34 Die Idee des Zwecks entstammt ursprünglich der Idee der Einheit und sucht im organischen Wollen alles miteinander zu verbinden 75
§ 35 Das in (B) emanzipierte Denken aber dissoziiert und trennt. Die Schaffung gedachter Lustwerte durch dies Denken. Der Akt des Tauschs. Analogie zwischen „Wert\" und Schwerkraft, Markt und Waage, Tausch und Hebelarm 76
§ 36 Der Tausch. Fortsetzung. Rationale Wertmaßstäbe und Inkommensurabilität der Empfindungen und Gefühle 79
§ 37 Im organischen Wollen (A) ist Lust und Unlust, Tätigkeit und Leidenheit gemischt. Entzerrung dieser natürlichen Mischung in (B), um Lust und Unlust rein zu bekommen 80
§ 38 Die Zerreißung von Arbeit und Glück im rationalen Wollen (B) 81
§ 39 Rationales Wollen als ökonomische Spekulation. Spekulation als „höheres Denken 81
§ 40 Der Rentner hat den in (B) gewünschten Zweck erreicht: Genuß der Untätigkeit 83
§ 41 Die gewollte Tätigkeit, als „freie Handlung\" ein Werkzeug der Erzeugung des gewünschten Zwecks, its i n der Tauschgesellschaft käuflich (verkäuflich). Der homo oeconomicus als Schauspieler auf der Bühne des Lebens, sein Rollenspiel seine zweite Natur. Dies Schauspiel eine Lüge? 83
§ 42 Das Haben von Fähigkeiten und ihre Nutzung (Tätigkeit als Mittel) machen den Menschen frei (im organischen wie rationalen Wollen) : Tätigkeit als „Element der Freiheit 86
§ 43 Aber nur (aus)geübte Fähigkeiten und Anlagen werden zu einem festen und ständigen Besitz der Seele, den sie als Mittel nutzen (wollen) kann. Die Bedeutung des eigenen Leibes und Geistes als Besitz 87
§ 44 Die verschiedenartigen Besitztümer des Menschen begründen verschiedene Machtsphären: der eigene Leib die physische Machtsphäre, die besessenen äußeren Güter die ökonomische Sphäre, Meinungen und Wissen die Sphäre der Ehre 90
§ 45 Kunst und Denken 93
§ 46 Poesie und Praxis. Charakter als praktische Fähigkeit 93
§ 47 Steigerung, Entwicklung und Verselbständigung des Denkens zu phantasielosem Denken im rationalen Wollen (B). Die Entehrung der Kunst durch abstraktes Denken 94
§ 48 Das Unterlassen entspringt nicht notwendig dem rationalen Wollen (B) 97
§§ 49 - 50 Abschließende Präzisierung des Begriffs des Motivs 99
§ 49 Motive des Wollens entstammen Wünschen und Gefühlen, deren letztes Fundament in einer Urneigung, dem Zustand des Gêrens besteht. Kritische Würdigung Schopenhauers 99
§ 50 Dagegen ist Wollen vom Denken geprägt und schafft Verbindlichkeiten wie den Vertrag, die Norm, das Gesetz 102
§§ 51 - 55 Abschluß der Auseinandersetzung mit Sigwart durch Diskussion von dessen Behauptungen über den „Prozeß der Verwirklichung des Zwecks\". Darlegung der eigenen Auffassung über die Ausführung des Wollens 103
§ 51 Im Gegensatz zu Sigwart, der die Ausführung des Wollens im wesentlichen für ein physisches und körperliches Geschehen hält, sieht Tönnies dieselbe im Psychischen begründet 103
§ 52 Denn das Wollen sei psychischer Zustand, seine Ausführung psychische Tätigkeit. — Die Ausführung des Wollens als Problem der Abfolge psychischen Zustands und psychischer Tätigkeit 105
§ 53 Wollen als Zustand bewirkt die Ausführung der gewollten Tätigkeit nur dann, wenn es bis dahin zu beharren vermag. Bedingungen für das Beharren des Wollens in der Zeit 107
§ 54 Die Ausführung des Wollens durch Ubergang in den „Kürakt 109
§ 55 Vollendung der Ausführung des Wollens: Kürakt und Tätigkeit 111
Exkurs über das Wollen in der Sprache (insbesondere in der deutschen) 114