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Die Grundrechtsberechtigung juristischer Personen des öffentlichen Rechts bei Beteiligung eines ausländischen Staates im Rechtsvergleich

Papenbrock, Sabine

Schriften zum Öffentlichen Recht, Vol. 1399

(2019)

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About The Author

Sabine Papenbrock studierte Rechtswissenschaften an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster und absolvierte dort 2010 das Erste Juristische Staatsexamen. Nach Ihrem Referendariat am Landgericht Potsdam legte sie 2013 das Zweite Juristische Staatsexamen vor dem Gemeinsamen Prüfungsamt der Länder Berlin und Brandenburg ab. 2014 begann sie neben ihrer Dissertation eine promotionsbegleitende Tätigkeit als Rechtsanwältin in einer internationalen Wirtschaftskanzlei im Bereich Litigation. Seit 2016 ist Sabine Papenbrock Richterin im Bezirk des Landgerichts Wuppertal und derzeit am Amtsgericht Wuppertal tätig. Sabine Papenbrock studied law at the Westfälische Wilhelms-Universität Münster, where she passed the First State Examination in Law in 2010. After her legal clerkship at Potsdam Regional Court, she passed the Second State Examination in Law at the Joint Examination Office of the Länder Berlin and Brandenburg in 2013. In 2014, in addition to her dissertation, she began working as a lawyer for an international commercial law firm in the field of litigation. Sabine Papenbrock has been a judge in the District Court of Wuppertal since 2016 and currently works at the Local Court of Wuppertal.

Abstract

Sabine Papenbrock untersucht anlässlich der Verfassungsbeschwerde des schwedischen Unternehmens Vattenfall gegen den Atomausstieg die Frage nach der Grundrechtsberechtigung juristischer Personen des öffentlichen Rechts, die von einem ausländischen Staat gehalten werden. Die Autorin untersucht die hierdurch aufgeworfene Fragestellung für das deutsche Recht, das Europarecht und das britische Recht sowie in einem Rechtsvergleich. Sie kommt zu dem Ergebnis, dass maßgeblich für die Lösung dieser Fragestellung das in den Rechtsordnungen jeweils herrschende Grundrechtsverständnis ist: Legt die Rechtsordnung ein anthropozentrisches oder ein funktionales Verständnis zugrunde? Gerade aus dem Rechtsvergleich ergibt sich, dass für eine interessengerechte Lösung in Abkehr von der sogenannten Durchgriffsthese das Merkmal der grundrechtstypischen Gefährdungslage in Form der Gewaltunterworfenheit heranzuziehen ist. Insoweit ist einem funktionalen Grundrechtsverständnis der Vorrang zu gewähren. »The Fundamental Rights of Foreign Legal Persons under Public Law in a European Legal Comparison«

On the occasion of the constitutional complaint lodged by the Swedish company Vattenfall, the author examines the question of the fundamental rights of legal persons under public law held by a foreign state. It takes into account German, European and British constitutional law in a legal comparison and deals with the question of the understanding of fundamental rights underlying these legal systems.

Table of Contents

Section Title Page Action Price
Vorwort 5
Inhalt 7
Einleitung 13
1. Kapitel: Art. 19 Abs. 3 GG und die Grundrechtsberechtigung juristischer Personen des öffentlichen Rechts und gemischt-wirtschaftlicher Unternehmen 15
A. Grundsätzliches 15
B. Inländische Juristische Personen des Privatrechts 18
I. Der Begriff der Juristischen Person 18
II. Juristische Personen des Privatrechts 20
III. Zum Merkmal „inländisch“ 21
C. Die wesensmäßige Anwendbarkeit der Grundrechte 24
I. Ausgangspunkt (personales Substrat versus grundrechtstypische Gefährdungslage) 24
1. Der Ansatz vom personalen Substrat („Durchgriffsthese“) 26
2. Der Ansatz vom Erfordernis einer grundrechtstypischen Gefährdungslage 30
II. Inhaltsfragen 32
III. Grundrechtsgleiche Rechte 38
D. Inländische juristische Personen des öffentlichen Rechts 39
I. Grundsatz der Nichtgeltung der Grundrechte 39
II. Ausnahmen 44
1. Die klassische Ausnahmetrias 45
2. Weitere Ausnahmen 47
3. Inhaltsfragen 50
III. Vom Staat geschaffene juristische Personen des Privatrechts, privatrechtsförmige Handlungs- und Organisationsformen des Staates 51
1. Eigengesellschaften und gemischt-öffentliche Unternehmen 52
2. Gemischt-wirtschaftliche Unternehmen 54
3. Partiell staatliche Organisationen in privatrechtlicher Organisationsform 60
E. Juristische Personen des Privatrechts mit Sitz im Ausland 61
I. Grundsätzliches 61
II. Sonderfall: Juristische Personen mit Sitz in einem anderen Mitgliedstaat der Europäischen Union 65
III. Anwendbarkeit einzelner Grundrechte 66
2. Kapitel: Juristische Personen mit Beteiligung eines ausländischen Staates 69
A. Grundsätzliches 69
B. Aktueller Forschungsstand 71
I. Rechtsprechung 71
II. Weitere Stimmen 74
C. Eigene Prüfung 76
I. Rein staatliche Unternehmen 77
1. Wortlaut und Genese des Art. 19 Abs. 3 GG 77
2. Wesen und Schutzrichtung der Grundrechte 77
a) Nach dem Ansatz vom personalen Substrat 79
b) Nach dem Ansatz von der grundrechtstypischen Gefährdungslage 82
c) Fazit 88
3. Übertragbarkeit der Argumente gegen eine Grundrechtsberechtigung inländischer juristischer Personen des öffentlichen Rechts 88
a) Wesensargument 89
b) Konfusionsargument 91
c) Lösung der Grundrechtsverpflichtung durch die Wahl der Rechtsform 95
d) Fazit 96
4. Ergebnis 96
II. Gemischt-wirtschaftliche Unternehmen 99
1. Wesen und Schutzrichtung der Grundrechte 100
a) Personales Substrat 100
b) Grundrechtstypische Gefährdungslage 101
2. Übertragbarkeit der Kriterien für ausschließlich inländische gemischtwirtschaftliche Unternehmen 102
a) Kriterium der Beherrschung 102
b) Wahrnehmung staatlicher / öffentlicher Aufgaben 103
c) Geringeres Schutzniveau aufgrund staatlicher Beteiligung 107
3. Ergebnis 108
III. Gemischt-staatliche Unternehmen mit deutscher und ausländischer Beteiligung 108
D. Ergebnis 109
I. Fazit 109
II. Weitere Lösungsansätze 110
1. Völkerrechtliche Verträge, Staatsabkommen 110
2. Verbot der Beteiligung ausländischer Staaten 111
3. Kapitel : Auf europarechtlicher Ebene 112
A. Die Grundrechte der Grundrechtecharta 112
I. Schutzzweck und Zielsetzung der Grundrechte der Charta 113
II. Grundrechtsverpflichtung und Grundrechtsberechtigung 117
1. Grundrechtsverpflichtung 117
a) Europäische Union 117
b) Mitgliedstaaten 119
c) Sonstige 123
2. Grundrechtsberechtigung 124
a) Natürliche Personen 124
b) Juristische Personen des Privatrechts 127
c) Juristische Personen des öffentlichen Rechts 129
d) Mitgliedstaaten 135
e) Von den Mitgliedstaaten geschaffene juristische Personen des Privatrechts, privatrechtsförmige Handlungs- und Organisationsformen des Staates 140
III. Grundrechtsberechtigung für juristische Personen des öffentlichen Rechts, die nicht der EU oder den Mitgliedstaaten angehören 144
1. Aktuelle Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs 144
2. Nach dem Schutzzweck der Charta-Grundrechte 151
3. Übertragbarkeit der Argumente 153
4. Bewertung und Fazit 155
B. Die Grundfreiheiten 155
I. Schutzzweck / Zielsetzung der Grundfreiheiten 156
II. Berechtigte und Verpflichtete der Grundfreiheiten 161
1. Verpflichtete der Grundfreiheiten 162
2. Durch die Grundfreiheiten Berechtigte 164
a) Natürliche Personen 164
b) Juristische Personen 165
aa) Vorliegen einer Gesellschaft im Sinne des Art. 54 AEUV 167
bb) Zugehörigkeit der juristischen Person zur Europäischen Union 176
c) Drittstaatler 179
d) Räumlicher Geltungsbereich der Grundfreiheiten 182
III. Juristische Personen des öffentlichen Rechts aus Drittstaaten 182
1. Personenverkehrsfreiheiten 182
2. Produktverkehrsfreiheiten 183
3. Vereinbarkeit mit Schutzzweck und weitere Einschränkungen? 185
IV. Fazit 186
C. Die Europäische Menschenrechtskonvention 186
I. Zielsetzung und Funktionen 188
II. Berechtigte und Verpflichtete der Europäischen Menschenrechtskonvention 190
1. Verpflichtete 190
2. Berechtigte 194
a) Personen im Sinne des Art. 1 EMRK 194
b) Unterworfenheit unter die Hoheitsgewalt einer Vertragspartei 198
III. Juristische Personen des öffentlichen Rechts aus Drittstaaten 199
1. Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte 200
2. Bewertung der Rechtsprechung 201
IV. Fazit 202
4. Kapitel: Vereinigtes Königreich 204
A. Einführung in das Verfassungsrecht des Vereinigten Königreichs 204
I. Grundsätze und Prinzipien des britischen Verfassungsrechts 204
1. Keine geschriebene Verfassung 205
2. Souveränität des Parlamentes 207
3. Die Rule of Law 209
4. Abgrenzung zwischen öffentlichem Recht und Privatrecht 210
II. Rechtsquellen 212
B. Das nationale Recht 215
I. Grundrechtsverständnis und Grundrechtsfunktionen 215
II. Grundrechtsverpflichtete 219
1. Legislative 220
2. Exekutive 221
3. Judikative 223
4. Private 224
III. Grundrechtsberechtigte 226
1. Natürliche Personen 226
2. Juristische Personen des Privatrechts 228
3. Juristische Personen des Öffentlichen Rechts 230
4. Gemischt-wirtschaftliche Unternehmen 235
IV. Juristische Personen eines Drittstaates 236
V. Fazit 236
C. Das internationale Recht – Die Europäische Menschenrechtskonvention 237
I. Konventionszweck und Funktionen 241
II. Konventionsrechtsverpflichtete („Those subject to Convention rights“) 241
1. Legislative 241
2. Exekutive und Judikative 242
3. Private 257
III. Konventionsrechtsberechtigte 260
1. Natürliche Personen 261
2. Juristische Personen des Privatrechts 261
3. Juristische Personen des öffentlichen Rechts 262
IV. Juristische Personen eines Drittstaates 271
V. Fazit 273
D. Ergebnis 274
5. Kapitel: Zusammenfassung und Auswertung 275
A. Grundrechtsberechtigungen – Zusammenfassung 275
B. Vergleich 278
I. Grundrechtsverständnis 279
II. Verpflichtungen 281
III. Berechtigungen 282
IV. Drittwirkung 284
V. Weitere Besonderheiten 285
1. Rundfunkanstalten 285
2. Kirchen 285
C. Übertragbarkeit der einzelnen Ansätze 286
I. Übertragbarkeit der Ergebnisse zu der Grundrechtecharta 286
II. Übertragbarkeit der Ergebnisse zu den Grundfreiheiten 289
III. Übertragbarkeit der Ergebnisse zur Europäischen Menschenrechtskonvention 296
IV. Übertragbarkeit der britischen Ansätze 300
Ergebnisse der Arbeit in Thesen 302
Literatur 305
Sachwortverzeichnis 327