Menu Expand

Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien

Luy, Maren Constanze

Schriften zum Öffentlichen Recht, Vol. 1406

(2019)

Additional Information

Book Details

Pricing

About The Author

Maren Constanze Luy studierte Rechtswissenschaften an der Universität Konstanz und an der Yeditepe Universität in Istanbul. Nach dem Ersten Juristischen Staatsexamen war sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Staats- und Verwaltungsrecht, Medienrecht, Kunst- und Kulturrecht von Prof. Sophie Schönberger beschäftigt. Ihre Promotion beendete sie im Sommer 2018. Hieran schloss sich eine Tätigkeit in der Verwaltung des Deutschen Bundestages an. Das Referendariat absolviert sie derzeit am Kammergericht Berlin. Maren Constanze Luy studied law at the University of Konstanz and the Yeditepe University in Istanbul. After her first state examination she worked at Prof. Sophie Schönberger‘s chair for constitutional and administrative law, media law, art and cultural law. She completed her dissertation in the summer of 2018. Subsequently she worked at the Administration oft the Federal Parliament in Berlin. Maren Constanze Luy is currently a trainee lawyer at the Kammergericht Berlin.

Abstract

Die Arbeit untersucht den relativ jungen staatsorganisationsrechtlichen Akteur der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und damit zusammenhängende verfassungsrechtliche Fragen. Methodisch wählt die Arbeit einen Ansatz, der neben rechtlichen Fragestellungen auch die Realität der politischen Existenz der Institution in den Blick nimmt.

Ausgehend von der hybriden Organisationsform der Institution erfolgt eine vergleichende Analyse mit anderen Akteuren innerhalb der Regierungsorganisation des Bundes, die deren Besonderheiten verdeutlicht. Die Auseinandersetzung mit der tatsächlichen Aufgabenwahrnehmung dieser Dienststelle der Bundeskanzlerin offenbart die Stellung eines faktischen Ministeriums. Im Hinblick auf die Regierungsverfassung des Grundgesetzes und die politische Wirksamkeit erweist sich die Institution in ihrer organisatorischen Ausgestaltung als fragwürdig.
»The Federal Government Commissioner for Culture and the Media«

The thesis examines the relatively recent governmental actor of the Federal Government Commissioner for Culture and the Media and related constitutional questions. The methodical approach of the analysis includes, alongside legal problems, the coverage of the political reality of the institution.

Table of Contents

Section Title Page Action Price
Vorwort 5
Inhaltsverzeichnis 7
Abkürzungsverzeichnis 13
A. Einleitung 17
B. Hybride Organisationsstrukturen 24
I. Hintergrund 26
1. Die Entscheidung für eine Bundeskulturbeauftragte 26
2. Veränderungen im Ressortzuschnitt 31
3. Bisherige Amtsinhaberinnen 36
II. Beauftragte der Bundesregierung 39
1. Bezeichnung der Dienststelle 40
a) Personifizierende vs. institutionelle Bezeichnung 41
b) Umfang der Bezeichnung 42
c) Bezug zum Bereich der Regierung 42
2. Aufgaben von Regierungsbeauftragten 44
a) Interessenvertretung 45
b) Koordinierende Funktionen 46
c) Keine Programmverantwortung 48
3. Rechtsgrundlage 50
4. Amtsperiode 53
5. Aufgabenübertragung 55
6. Innere Organisation 57
7. Position im Bereich der Regierung 61
a) Nachordnung gegenüber der Bundeskanzlerin 62
aa) Andere Regierungsbeauftragte 63
bb) Bundeskanzleramt 64
cc) Presse- und Informationsamt der Bundesregierung 67
dd) Status der jeweiligen Amtsleitung 68
b) Verhältnis zum Bundeskanzleramt 72
aa) Varianten organisatorischer Anbindung 72
bb) Stabsstellen und organisatorische Angliederungen 73
8. Bundestagsausschuss für Kultur und Medien 75
9. Befugnisse 77
a) Beteiligungsrechte 78
b) Selbständige Verwaltungsführung 79
aa) Verwaltungsführung der Ministerien als Ausgangspunkt 80
bb) Verwaltungsführung der BKM 81
cc) Organeigenschaft als Konsequenz? 85
c) Vertretung der Bundesrepublik innerhalb des Geschäftsbereichs 87
d) Zutrittsrecht gem. Art. 43 Abs. 2 GG 90
III. Parlamentarische Staatssekretärin 91
1. Aufgaben 93
2. Weisungsgebundenheit 98
3. Bestellung und Entlassung 102
4. Bezeichnung als Staatsministerin 104
5. Status und Besoldung 104
IV. Stellung innerhalb der Verwaltungsorganisation des Bundes 106
1. Oberste Bundesbehörde? 106
a) Einordnung anhand der Verwaltungsorganisation des Bundes 109
b) Grundgesetzliches Verständnis des Begriffs 110
2. Bundesoberbehörde? 113
3. Zusammenfassung 115
C. Das „Ressort“ der BKM 116
I. Politikfeld Kultur und Medien 117
II. Mitwirkung im Bereich der Regierung 119
1. Erarbeitung von Gesetzesentwürfen 119
2. Reden im Plenum des Bundestages 121
a) Inhalte 122
b) Entwicklung 123
3. Berichtspflichten gegenüber dem Bundestag 124
4. Beantwortung parlamentarischer Anfragen 126
a) Einzelfragen und Befragung der Bundesregierung 126
b) Kleine und Große Anfragen 128
5. Anwesenheit im Ausschuss für Kultur und Medien 129
6. Die BKM im föderalen System 130
7. Internationale Zusammenarbeit 131
III. Wahrnehmung von Aufsichts- und Steuerungsfunktionen 132
1. Formen staatlicher Aufsicht 133
2. Nachgeordnete Behörden des Geschäftsbereichs 134
a) Bundesarchiv und Bundesinstitut für die Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa 135
b) Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik 136
3. Mittelbare Bundesverwaltung des Geschäftsbereichs 137
a) Institutionelle Steuerung durch Staatsaufsicht 139
b) Mitgliedschaft in aufsichtführenden Gremien 141
c) Normative Steuerung 143
aa) Errichtungsgesetze 143
bb) Rechtsverordnungen 144
d) Haushaltsrecht 145
aa) Steuerung durch Zuwendungen 145
(1) Veranschlagung von Mitteln im Bundeshaushaltsplan 145
(2) Bewilligung von Mitteln und Verwendungskontrolle? 147
bb) Haushaltsrechtliche Kontrolle 148
4. Steuerung privatrechtlicher Bundesverwaltung 150
a) Gewährleistung staatlicher Steuerungsmöglichkeiten 151
b) Abgrenzung privatrechtlicher Bundesverwaltung 152
c) Beispiele privatrechtlich organisierter Kulturverwaltung 154
aa) Die Kulturveranstaltungen des Bundes in Berlin GmbH 154
bb) Die Kulturstiftung des Bundes 156
d) Haushaltsrechtliche Steuerung 158
aa) Zuwendungsvergabe 158
bb) Verwendungs- und Erfolgskontrolle 160
cc) Zusammenarbeit mit dem Bundesverwaltungsamt 161
IV. Vollzugsaufgaben innerhalb des Geschäftsbereichs 161
1. Aufgaben im Bereich Kulturgutschutz 162
2. Die BKM als Zuwendungsgeberin 166
a) Zwischen Kontrolle und „Entstaatlichung“ 167
b) Zuwendungsvergabe 168
aa) Institutionelle Förderung und Projektförderung 169
bb) Vergabe von Preisen 170
c) Mitgliedschaft in Aufsichtsgremien 171
V. Zusammenfassung 172
D. Gefährdung der Regierungsverfassung? 173
I. Vorüberlegung: begrenzter Regelungsanspruch 174
II. Die Doppelfunktionalität der BKM 177
III. Maßstab der Regierungsorganisation 180
IV. Organisationskompetenz der Bundeskanzlerin 185
V. Ressortfreiheit der Bundeskanzlerin? 192
1. Ressortaufgaben im Geschäftsbereich der Bundeskanzlerin 193
a) Keine Übertragung von Rechtsetzungsbefugnissen 196
b) Parlamentarische und politische Verantwortlichkeit 198
c) Leitungs- und Moderationsfunktion 199
d) Fehlende Spiegelbildlichkeit 200
2. Die Bundeskanzlerin als Ressortministerin 200
3. Ressortaufgaben im Geschäftsbereich der Bundesregierung 202
4. Diskrepanzen zwischen Staatspraxis und normativem Idealbild 203
VI. Erfordernis einer legislativen Entscheidung für die Regierungsorganisation 205
1. Art. 87 Abs. 3 S. 1 GG als Einfallstor des Parlaments? 208
2. Ansatz im Haushaltsplan 212
VII. Folgen für die Wirksamkeit der Bundeskulturpolitik 214
1. Abhängigkeit gegenüber der Bundeskanzlerin 215
2. Schwache Position innerhalb des Kabinetts 216
3. Erhöhter Koordinationsaufwand 218
4. Kultur als Mittel staatlicher Repräsentation? 219
VIII. Möglichkeiten verfassungsmäßiger Errichtung 220
1. Errichtung eines Bundesministeriums für Kultur und Medien 220
2. Angliederung an ein bestehendes Ressort 223
3. Errichtung einer Bundesoberbehörde nach Art. 87 Abs. 3 S. 1 GG 224
E. Schlussbetrachtung 226
F. Anhang 230
I. Ungedruckte Quellen 230
1. Bundesarchiv 230
2. Parlamentsarchiv des Deutschen Bundestages 230
II. Organisationspläne der BKM 231
1. Organisationsplan v. 28.10.1998 231
2. Organisationsplan v. 22.11.1999 232
3. Organisationsplan v. 1.1.2001 233
4. Organisationsplan v. 5.11.2003 234
5. Organisationsplan v. 1.11.2005 235
6. Organisationsplan v. 25.7.2008 236
7. Organisationsplan v. 9.9.2013 237
8. Organisationsplan v. 4.1.2016 238
9. Organisationsplan v. 1.6.2016 239
10. Organisationsplan v. 6.12.2018 240
III. Abschrift einer Ernennungsurkunde zur BKM 241
IV. Vereinbarung zur Vertretung des Auswärtigen Amts durch die BKM v. 11.11.1998 242
V. Schreiben der Bundesjustizministerin an die BKM v. 12.5.1999 243
VI. Recherche zur Mitwirkung im Bereich der Regierung 244
1. Auswertung 244
2. Vorgehensweise 245
a) Reden im Bundestag 246
b) Federführung bei Gesetzesentwürfen 246
c) Berichterstattung gegenüber dem Bundestag 247
d) Beantwortung parlamentarischer Anfragen nach §§ 105, 106 Abs. 2 GOBT 247
e) Beantwortung Kleiner und Großer Anfragen gem. §§ 100 ff. GOBT 248
VII. Gesetzlich zugewiesene Aufgaben der BKM 248
1. Wahrnehmung von Aufsichtsfunktionen 248
a) Nachgeordnete Behörden des Geschäftsbereichs 248
b) Mittelbare Bundesverwaltung des Geschäftsbereichs 250
2. Aufgaben im Bereich Kulturgutschutz 258
a) Kulturgutschutzgesetz v. 31.7.2016 258
b) Gesetz über die internationale Rechtshilfe in Strafsachen 261
c) Rechtslage bis zum 6.8.2016 262
3. Aufgaben für die Stiftung Berliner Mauer 265
VIII. Auszug aus dem Gesellschaftsvertrag der Kulturveranstaltungen des Bundes in Berlin (KBB) Gesellschaft mit beschränkter Haftung 266
IX. Beispiel eines Zuwendungsbescheids der BKM 270
X. Beispiel eines Übertragungserlasses der BKM an das Bundesverwaltungsamt 275
XI. Beispiel eines Zuwendungsbescheids des Bundesverwaltungsamts 280
Literaturverzeichnis 288
Personen- und Sachverzeichnis 316