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Der preußische Diplomat und Historiker Alfred von Reumont (1808–1887)

Ein Katholik in Diensten Preußens und der deutsch-italienischen Kulturbeziehungen

Schumacher, Felix

Historische Forschungen, Vol. 121

(2019)

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About The Author

Felix Schumacher studierte Geschichte und Klassische Archäologie an der Universität Trier und hat das Promotionsverfahren im Fach Geschichte an der Universität des Saarlandes abgeschlossen. Anschließend absolvierte er das Archivreferendariat im Landesarchiv Sachsen-Anhalt und an der Archivschule Marburg. Seit 2019 ist er wissenschaftlicher Archivar im Landesarchiv Sachsen-Anhalt. Sein Forschungsinteresse gilt insbesondere der deutsch-italienischen Geschichte und ihrer Rezeption im 19. Jahrhundert sowie europäischen Kulturtransferprozessen. Felix Schumacher studied History and Classical Archeology at the University of Trier and submitted the present doctoral thesis at the University of Saarland in Saarbrücken. Afterwards he passed the traineeship as scientific archivist at the Landesarchiv Sachsen-Anhalt and the Archivschule Marburg. Since 2019 he works as scientific archivist at the Landesarchiv Sachsen-Anhalt in Magdeburg. His research focus is on German-Italian history and its reception during the 19th century as well as European processes of cultural transfer.

Abstract

Der preußische Diplomat und Publizist Alfred von Reumont war einer der führenden deutsch-italienischen Kulturvermittler des 19. Jahrhunderts und verfolgte die gesellschaftlichen Umbrüche auf dem Weg in die Nationalstaatsgründungen Italiens und Deutschlands aus preußischer und liberal-katholischer Perspektive. Entgegen dem bisherigen Verdikt der Forschung galten seine Arbeiten in ihrer Zeit keineswegs als rückwärtsgewandt. Einige seiner biographischen Arbeiten sowie seine Arbeiten zur Renaissancediplomatie betrachteten Zeitgenossen durchaus als innovativ. Neben der Vermittlung eines liberal-katholischen Geschichtsbildes sowie der Förderung der wechselseitigen Rezeption zwischen »neoguelfischer« und »großdeutscher« Geschichtsschreibung, trat Reumont als Makler in wichtigen deutsch-italienischen Forschungskontroversen auf. Die Untersuchung des Wirkens des populären Publizisten beleuchtet den politischen, historischen und kulturellen Horizont gebildeter Kreise der damaligen Gesellschaft, und demonstriert, welche Wirkmächtigkeit bis in die Gegenwart heutzutage vergessene Kulturvermittler haben können. »Alfred von Reumont (1808–1887): A Catholic Diplomat Serving. Prussia and the German-Italian Historiography«

The Prussian diplomat and publicist Alfred von Reumont was one of the most prominent German-Italian »cultural ambassadors« during the 19th century and witnessed the radical changes on the way to the nation-states of Italy and Germany from a Prussian and Liberal-Catholic point of view. On the basis of his person the present study focusses the political, historical and cultural horizon of intellectual circles of the 19th century society and illustrates the enormous influence even today forgotten »cultural ambassador« were able to maintain.

Table of Contents

Section Title Page Action Price
Vorwort 5
Inhaltsverzeichnis 7
A. Einleitung 11
I. Forschungsstand 21
II. Fragestellung und Quellenlage 26
III. Aufbau und Forschungsansatz 36
B. Alfred (von) ­Reumont: Ein Leben zwischen diplomatischer Karriere und Wissenschaft 43
I. Jugendjahre: Von Aachen nach Florenz 44
II. Der Weg in eine feste Anstellung im diplomatischen Dienst 58
1. Aufbau und soziale Zusammensetzung des diplomatischen Dienstes 59
2. ­Reumonts Förderer 63
a) Die Kölner Wirren und die Sondermission Brühl: ­Reumont als Mediator zwischen den Konfessionen 63
b) ­Reumonts Italienkompetenz als Grundstein seiner Karriere 69
c) Alexander von Humboldt als Zugang zum König 73
d) Die Revolution als unverhofftes Karrieresprungbrett 78
e) Historische Forschungen als Gefälligkeitsgesten zur Förderung der diplomatischen Karriere 129
3. Aufstieg zum Ministerresidenten im Großherzogtum Toskana 143
4. Risorgimento und romantisches Italienerlebnis: Zwischen den Höfen Leopolds II. von Toskana und Friedrich Wilhelms IV. von Preußen 148
5. Die „Neue Ära“ und die personelle Neuausrichtung des diplomatischen Korps 198
III. ­Reumont als „Kulturmakler“: Ein lange gehegter Wunsch geht auf schmerzhafte Weise in Erfüllung 206
C. Publizistik 217
I. Kunst- und Kulturberichte 221
1. ­Reumonts erste Versuche in der Antologia 221
2. Cottas Morgenblatt und Schorns Kunstblatt 246
3. Die Jahrbücher für Kunstwissenschaft 263
4. Fazit 265
II. Politische Publizistik 268
1. Politische Korrespondenzen in der Augsburger Allgemeinen Zeitung 269
2. Der Kampf um die historische Kritik und den liberalen Katholizismus in Franz Heinrich Reuschs Theologischem Literaturblatt 311
3. Die Historisch-Politischen Blätter für das Katholische Deutschland 319
4. Fazit 328
III. Historische Publizistik 336
1. ­Reumonts historische Italienkorrespondenz in der Augsburger Allgemeinen Zeitung 337
2. Das Archivio Storico Italiano als Dreh- und Angelpunkt für ­Reumonts kulturelles Engagement 347
3. Das Giornale Arcadico als katholische Ausweichplattform 383
4. ­Reumont als Italienfachmann in Sybels Historischer Zeitschrift 387
5. Fazit 389
IV. Zwischen Strukturgeschichte, göttlicher Vorsehung und menschlichem Handeln: ­Reumonts Werdegang vom Reisberichterstatter zum Historiker und Zeitzeugen 390
1. Geschichte, Kultur, Land und Leute – und die Forderung nach maßvollen Reformen zur Revolutionsprävention 391
a) Die Tavole cronologiche als nützliche Datensammlung für den Historiker 392
b) Die Römischen Briefe von einem Florentiner 395
2. ­Reumont als Historiker 398
a) ­Reumont als historischer Biograph der Medici 399
b) Die Geschichte der Stadt Rom 410
3. Finis Etruriae 431
a) Die Geschichte Toskanas 432
b) Gino Capponi 442
aa) Der „italienische Capponi“ nach Marco Tabarrini 447
bb) Annäherungen an die Toskana für den deutschen Leser 451
4. ­Reumonts Stellungnahme zum Kulturkampf 454
a) Briefe heiliger und gottesfürchtiger Italiener 457
b) Vittoria Colonna 463
5. Die Vergangenheit im rechten Licht 466
6. Fazit 470
D. Der Dino Streit: Ein Politikum zwischen Nationalismus und Regionalismus sowie universitärer und außeruniversitärer Forschung 476
E. ­Reumont als Brückenbauer 489
I. ­Reumonts Vorträge am königlichen Hofals wichtiger Zugang zum deutschen Bewusstsein 489
1. Vermittlung von Auszeichnungen 492
2. Mitgliedschaften 494
II. ­Reumont als Diplomat in Diensten des Instituto di corrispondenza archeologica 499
III. Der Ausbau der Sammlung der königlichen Museen unter Ignaz von Olfers 507
IV. Materialbeschaffung 510
1. Deutschland – Italien 511
2. Italien – Deutschland 513
V. Zugänge zu Archiven und Bibliotheken 520
VI. Beschaffung von Fachgutachten 522
VII. Förderung durch Empfehlungen 527
F. Schlussbetrachtung 532
G. Quellen 551
I. Ungedruckte Quellen 551
II. Zeitgenössische Zeitschriften 552
III. Gedruckte Quellen und zeitgenössische Literatur 554
H. Literatur 562
Personenregister 587