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Wandel der Verbraucherrollen

Das Recht der Verbraucher und Prosumer in der Sharing Economy

Meller-Hannich, Caroline

Schriften zum Bürgerlichen Recht, Vol. 502

(2019)

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About The Author

Caroline Meller-Hannich ist Professorin für Bürgerliches Recht, Zivilprozessrecht und Handelsrecht an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen im nationalen und internationalen Zivilprozessrecht, einschließlich Zwangsvollstreckungs- und Insolvenzrecht, und im europäischen Privatrecht, insbesondere Verbraucherrecht. Caroline Meller-Hannich is a professor for civil law, civil procedure law and commercial law at the Martin-Luther University Halle-Wittenberg.
Her research focal points are on national and international civil procedure law, including enforcement and insolvency law, as well as European private law and especially consumer law.

Abstract

Das Teilen von Ressourcen unter Privatpersonen über Sharing-Plattformen kann wirtschaftlich, ökologisch und gesellschaftlich vorteilhaft sein. Hybride Formen des Verhaltens von Privatpersonen stellen aber auch Herausforderungen für das Verbraucherrecht dar, welches mit seinen Leitprinzipien wie Transparenz, Kontrolle, Haftung und Rechtsschutz für Vertrauen und ein hohes Schutzniveau des typischerweise unterlegenen Verbrauchers sorgen soll. Da dem Verbraucherrecht meist die Dualismen Verbraucher/Unternehmer und privat/gewerblich zugrunde liegen, geht mit dem Auftreten privater Anbieter auf Vermittlungsplattformen die Gefahr einher, dass das Verbraucherschutzniveau sinkt. Vor diesem Hintergrund untersuchte ein durch das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz im Jahr 2018 gefördertes Forschungsprojekt Schutzlücken und Lösungsansätze für die Vertragsbeziehungen sowie die Rechtsdurchsetzung in der kollaborativen Wirtschaft. »The Evolving Role of the Consumer: The Rights of Consumer and Prosumer alike in the Sharing Economy«

The sharing economy enables private individuals to share resources via online platforms. This hybrid consumer behaviour poses a challenge on the existing consumer law. In a research project carried out in 2018, gaps in consumer protection and approaches to solution were developed.

Table of Contents

Section Title Page Action Price
Vorwort 5
Inhaltsverzeichnis 7
Abbildungsverzeichnis 11
Einleitung 13
I. Forschungsgegenstand und Forschungsziel 13
II. Forschungsergebnisse 14
A. Bestandsaufnahme / Strukturanalyse 17
I. Geschäftsmodelle und Vertragsverhältnisse des Prosumings und der Plattformen 18
1. Branchen und untersuchte Plattformen 18
a) Wohnen 19
b) Transport und Logistik 20
c) Dienstleistungen 21
d) Informationsgüter 22
e) Kreditwirtschaft 22
f) Fahrzeuge 22
g) Gebrauchsgüter 23
2. Vertragsbeziehungen und Kostenmodelle 24
a) Vertragsbeziehungen 24
b) Kosten / Finanzierung 29
c) Gesamtbetrachtung 30
3. Typische Klauseln und Merkmale 31
a) Klauseln und Merkmale das materielle Recht betreffend 31
b) Klauseln und Merkmale das Verfahrensrecht betreffend 35
c) Klauseln die Rechtswahl betreffend 37
d) Rechtsformen der Plattformbetreiber 38
4. Auffälligkeiten 38
a) Wohnen 38
b) Transport und Logistik 39
c) Dienstleistungen 40
d) Informationsgüter 41
e) Kreditwirtschaft 42
f) Fahrzeuge 43
g) Gebrauchsgüter 43
5. Konsolidierungsprozesse 45
a) Konzentrationen 45
b) Schließung 46
c) Änderung des Geschäftsmodells 46
6. Zusammenfassung 46
II. Erkenntnisse aus den Experteninterviews 47
B. Rechtsanalyse 56
I. Literaturanalyse 56
1. Grundlagen 56
2. Die Unternehmer- und Verbrauchereigenschaft der Anbieter auf P2P-Märkten 61
a) Unternehmer 62
b) Verbraucher 64
c) Transparenz der Rollen 65
3. Rechtsbeziehungen auf Online-Plattformen 66
a) Rolle der Plattformbetreiber 67
aa) Vertragliche Beziehung des Plattformbetreibers mit den Nutzern 68
bb) Pflichten der Plattformbetreiber 70
b) Beziehung der Nutzer untereinander 78
c) Grenzüberschreitende Dimensionen 79
aa) Anwendbares Recht 79
bb) Grenzüberschreitende Rechtsdurchsetzung 80
4. Wettbewerbsbeschränkungen 80
5. Einzelne Branchen 82
a) Reiserecht 82
b) Crowdfunding 83
c) Vermittlung von Dienstleistungen und Crowdworking 86
d) Wohnen 88
e) Carsharing / Fahrzeuge 89
f) Transport 90
6. Rechtsdurchsetzung 90
a) Effektivität der Rechtsdurchsetzung 90
b) Plattformeigene Streitbeilegung 91
c) Alternative Streitbeilegung 91
7. Regulierungsbedarf und -ansätze 92
a) Allgemeines 92
b) Unionsrecht 95
c) Insbesondere: Diskussionsentwurf für eine Richtlinie über Online-Vermittlungsplattformen 96
II. Rechtsprechungsanalyse 98
1. Verbraucherschutz im Verhältnis zwischen Anbietern und Abnehmern 98
a) Unternehmereigenschaft und geschäftliche Handlungen der Anbieter 98
b) Verbrauchereigenschaft der Abnehmer 106
c) Transparenz der Rolle des Plattformbetreibers 106
d) Zurechnung der Plattformgestaltung gegenüber den Anbietern 107
e) Auslegung der Nutzererklärungen anhand der Plattform-AGB 108
f) Schlussfolgerungen zur Rechtsprechung im Anbieter-/Abnehmer-Verhältnis 108
2. Rolle der Plattformbetreiber 109
a) Vertragliche Rolle 109
b) Deliktische Haftung 111
c) Verbraucherrechtliche Pflichten 112
3. Branchen und Geschäftsmodelle 113
a) Zweitmarkt für Veranstaltungstickets 113
b) Beherbergung 113
c) App-basierte Fahrdienste / Uber 115
d) Steuerbegünstigung von Car-Sharing-Diensten 115
C. Ergebnisse 116
I. Prosumerbegriff. Pflichten und Schutz des Prosumers 116
1. Intransparenz der Rollen und Beziehungen in der kollaborativen Wirtschaft 117
2. Schutzbedürftigkeit des Prosumers 118
3. Lösungsansätze 119
a) Einführung eines Rechtsbegriffs „Prosumer“? 119
b) Behandlung der Prosumer als Unternehmer? 120
c) Echte Transparenz 121
d) Schutz des Prosumers 122
e) Chancen des Prosumers 124
II. Plattformhaftung 126
1. Die Rolle der Plattformen in der kollaborativen Wirtschaft 126
2. Haftung des Plattformbetreibers für den Vertrag zweier Nutzer 127
3. Haftung für Informationspflichten der Nutzer und eigene Informationspflichten 132
4. Portabilität von Nutzerkontodaten 133
III. Grenzüberschreitende Sachverhalte 135
1. Rechtswahl 136
2. Gerichtsstandsklauseln 138
3. Vorrang der Rechtsangleichung auf europäischer Ebene 138
IV. Rechtsdurchsetzung 140
1. Zur Bedeutung der Rechtsdurchsetzung in der kollaborativen Wirtschaft 140
2. Das interne Beschwerdemanagement 141
3. Die Verbraucherschlichtung 141
4. Gerichtsverfahren 142
5. Gründe für die mangelnde Bedeutung gerichtlicher Rechtsdurchsetzung in der kollaborativen Wirtschaft 142
6. Gründe für die geringe Bedeutung der Verbraucherschlichtung in der kollaborativen Wirtschaft 144
7. Schutzlücken und Lösungsansätze 144
a) Kollektiver Rechtsschutz 145
b) Vereinfachte elektronische Gerichtsverfahren für geringfügige Streitigkeiten 147
c) Behördliche Rechtsdurchsetzung 147
V. Gesamtergebnis und Thesen 147
Anlagen 152
Anlage 1: Zuordnung der Plattformen zu den Vertragsmodellen (laut AGB, Stand 23.03.2018) 152
Anlage 2: Übersicht zu ausgewählten Gesichtspunkten nach Branchen 154
Anlage 3: Schwellenwerte Verbraucher-/Unternehmereigenschaft (nicht abschließend) 160
Anlage 4: Leitfaden Experteninterviews 165
Quellenverzeichnis 166