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Gesamtstaat und Provinz

Regionale Identitäten in einer »zusammengesetzten Monarchie« (17. bis 20. Jahrhundert)

Editors: Schneider, Gabriele | Simon, Thomas

Forschungen zur Brandenburgischen und Preußischen Geschichte. N. F. Beihefte, Vol. 14

(2019)

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About The Author

Gabriele Schneider degrees in law at the University of Vienna (Mag. Iur. 1986, Ph.D. 1991). Study of Business Adminstration (1982-1983) at the Vienna university of Economics. 1986 – 2000 university assistant at the Department für Austrian und European Legal History, 2001-2008 private sector. Since 2008 assistant professor at the faculty of Law (Vienna University). Main fields of research: history of foundation law and social law, women in legal professions. Thomas Simon passed exams in 1986 (1. Juristisches Staatsexamen, Universität Göttingen) and 1989 (2. Juristisches Staatsexamen, Land Baden-Württemberg). PhD, University of Freiburg/Br., in 1995 with a monography about the development of the late medieval and early modern state. In 2003 Habilitation at the University of Frankfurt/M about history of the Science of Administration. Visiting Professor in Erlangen, Köln and Tartu (Estonia). Since 2006 he is Full Professor at the Faculty of Law of the Vienna University, Austria, teaching there Austrian Legal and Constitutional History.

Abstract

Preußen wies unter den deutschen Territorien – neben Österreich – in besonders ausgeprägtem Maße die Merkmale eines »zusammengesetzten Staates« auf. In keinem anderen Staat des deutschen Sprachraums waren so viele und so unterschiedliche Territorien zusammengeschlossen, wie in der hohenzollernschen und der habsburgischen Länderverbindung. Demgemäß war auch die Verfassungsgeschichte Preußens sehr stark geprägt vom Spannungsverhältnis zwischen Einheitsstaatlichkeit und Partikularismus, sichtbar im spannungsreichen Nebeneinander von älteren ständisch-partikularen und jüngeren zentralistisch-gesamtstaatlichen Strukturen. In den Beiträgen dieses Bandes werden vornehmlich die partikularen Strukturen des preußischen Staates in den Blick genommen. Im Mittelpunkt steht dabei das Wechselverhältnis von preußischer Gesamtstaatsbildung und der Ausbildung regionaler und landsmannschaftlicher Identität in den Provinzen: In welchen Institutionen kann sich so etwas wie »regionale Identität« ausdrücken und entfalten? Welcher Raum ist dem Landespartikularismus vom preußischen Staat gelassen? Wie haben die in den Landschaften der Gesamtmonarchie entstandenen regionalen Identitäten ihrerseits den Prozess der Gesamtstaatsbildung und der Integration der Teile in das Ganze beeinflusst? Mit Beiträgen zur dänischen, zur spanischen und zur Stuart-Monarchie findet sich in dem Band auch der Vergleich mit anderen »composite monarchies« in Europa. »General government and province. Local identities in a ›composite monarchy‹ (17th to 20th century)«

The subject of this volume is the charged relationship between estatist particularism and monarchical centralism in composite states: what steps were taken to create unified states from the territories held together merely by dynastic connection, and how much space was given to local identities? The particular focus is on Prussia, but the series of illustrative examples ranges also from the Danish and the Spanish to the Stuart monarchy.

Table of Contents

Section Title Page Action Price
Vorwort 5
Inhaltsverzeichnis 9
I. Übergeordnete Perspektiven 11
Monika Wienfort: Preußen – (k)ein Thema für eine Landesgeschichte im 19. und 20. Jahrhundert 13
I. Modellfall preußischer Integration: Die Verstaatlichung der Gerichte in der ersten Hälftedes 19. Jahrhunderts 18
II. Geschichte der preußischen Monarchie im Deutschen Kaiserreich 20
III. Germanisierungspolitik in den preußischen Provinzen im Deutschen Kaiserreich 24
Frank Göse: Zwischen ständischem Regionalismus und Gesamtstaatsbewusstsein. Überlegungen zu den regionalen Identitäten bei adligen Amtsträgern und Offizieren im Alten Preußen 31
I. Traditionen 34
II. Strukturen 38
III. Fragile regionale Identitäten 45
II. Provinz und Gesamtstaat 53
Ludwig Biewer: Pommern in Brandenburg-Preußen 55
I. Der schrittweise Erwerb Pommerns durch die Hohenzollern 55
II. Die preußische Provinz Pommern im 19. Jahrhundert 63
1. Staatliche Verwaltung 63
2. Selbstverwaltung in der Provinz und auf Kreisebene 69
Peter Baumgart: Schlesien als eigenständige Provinz nach der Eingliederung in den friderizianischen Gesamtstaat 75
Enno Eimers: Wie preußisch wurde Ostfriesland unter Friedrich dem Großen? 93
Heide Barmeyer: Eroberung und Integration – Methoden preußischer Politik im Umgang mit neu gewonnenen Gebieten: Die Beispiele Westfalen nach 1815 und Hannover nach 1866 101
I. Einleitung / Vorüberlegungen / Fragestellung 101
1. Vergleich der Entscheidungs-Situationen 1815 und 1866 102
2. Art und Umfang der Territorialerwerbungen 1815 und 1866 104
3. Mentale und ideologische Integrationsprobleme nach 1815 und 1866 106
II. Die Eingliederung Westfalens nach 1815 107
1. Die Bedeutung der Verfassungsfrage im Vormärz in Westfalen 109
2. Verwaltung als Ersatzverfassung und der Oberpräsident Vincke als Identifikationsfigur 109
3. Die Kirchenpolitik Friedrich Wilhelms III. – Konfessionsfragen, Katholiken und Kölner Wirren / Kirchenkampf 115
4. Zusammenfassung 117
III. Die Eingliederung Hannovers nach 1866 118
IV. Resümee: Erfolg oder Misserfolg preußischer Integrationspolitikim 19. Jahrhundert 123
Wolf Nitschke: Zum Verhältnis der Provinziallandtage zum Vereinigten Landtag bzw. zum Preußischen Landtag (1823–1875) 127
I. Einleitung 127
II. Hardenbergs nicht eingelöstes Verfassungsversprechen (1810–1820) 129
III. Die Provinziallandtage als Ersatz für „Reichsstände“(1823–1842) 133
IV. Die Vereinigten Ausschüsse – ein preußischer Landtag? (1842) 138
V. Graf Arnim-Boitzenburgs Verfassungsinitiativen 141
VI. Der Vereinigte Landtag – eine historische Sackgasse (1847) 147
VII. Die parlamentarischen Versammlungen des Jahres 1848 153
VIII. Preußischer Landtag und Provinziallandtage (1849–1875) 156
IX. Zusammenfassung 158
Anhang 159
1. Denkschrift Arnims über die ständische Verfassung vom April 1844 159
2. Rücktrittsgesuch Arnims vom 17.05.1844 166
3. Eigenhändiges Schreiben Friedrich Wilhelms IV. vom 17.05.1844 an Arnim 168
4. Graf Arnim am 24.ten Mai 1844 an den König 168
5. Schreiben Arnims vom 17.12.1844 an den König 170
6. Handschreiben des Königs an Arnim 173
7. Schreiben Arnims vom 27.12.1844 an den König 174
8. Schreiben Arnims vom 28.12.1844 an den König 178
9. Denkschrift des Grafen Arnim vom 14.05.1845 178
10. Entwurf A des Grafen Arnim zur ständischen Verfassung(verfasst um 1844) 179
11. Entwurf B des Grafen Arnim zur ständischen Verfassung (verfasst um 1844) 184
12. Rücktrittsgesuch Arnims vom 23.05.1845 192
13. Denkschrift Arnims vom 24.05.1845 193
14. Schreiben Friedrich Wilhelms IV. vom 25.05.1845 an Arnim 194
15. Schreiben Arnims vom 27.05.1845 an den König 195
16. Kabinettsordre vom 07.07.1845, Arnims Entlassung betreffend 198
17. Schreiben Arnims vom 03.01.1847 an den König 198
18. Denkschrift Arnims vom Dezember 1846 199
19. Denkschrift des Grafen Arnim vom 09.03.1847 204
20. Handschreiben des Königs vom 31.03.1847 an Arnim 205
21. Handschreiben des Königs vom 02.04.1847 an Arnim 206
22. Adresse vom 15.03.1848 208
III. Rheinische Perspektiven 211
Ingeborg Schnelling-Reinicke: Wechselbeziehung zwischen Provinz und Zentrale. Wasserrecht und Wasserwirtschaft in der Rheinprovinz – Friedrich von Sybel und die Entstehung des Preußischen Wassergesetzes 213
I. Situation vor der Verabschiedung des Preußischen Wassergesetzes 214
II. Das Engagement Friedrich von Sybels für das Wasserrecht 222
III. Ausblick auf die weitere (auch reichsrechtliche) Entwicklung 228
Erik Lommatzsch: „… daß die Vereinigung der Rheinlande mit der preußischen Monarchie eine wahrhaft providentielle gewesen …“ Gesamtstaat und Rheinprovinz bei Peter Reichensperger 231
I. 232
II. 235
III. 239
IV. 243
IV. Europäische Vergleichsperspektiven 245
Ronald G. Asch: Dynastische Großreiche zwischen Konsolidierung und Krise:Die spanische Monarchie und die Stuart-Monarchie zu Beginn des 17. Jahrhunderts im Vergleich 247
I. 247
II. 249
III. 252
IV. 258
V. 263
VI. 266
Jes Fabricius Møller: Konglomeratstaat, Personalunion, Nationalstaat.Zentrum und Peripherie in Dänemark im langen 19. Jahrhundert 269
I. Was heißt „Dänemark“? 271
II. Dänemark-Schleswig-Holstein als Personalunion? 274
III. Verfassung 277
Die Autoren und Herausgeber des Bandes 283