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Die »ex tunc«-Nichtigkeit von Dauerschuldverhältnissen nach § 142 Abs. 1 BGB

Eine dogmatische Diskussion der Rechtsfolge des § 142 Abs. 1 BGB anhand der exemplarischen Untersuchung angefochtener Dauerschuldverhältnisse

Egle, Philip

Schriften zum Bürgerlichen Recht, Vol. 510

(2020)

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About The Author

Philip Egle studierte Rechtswissenschaften an der Universität Augsburg sowie der Universidad del País Vasco, San Sebastián. Nach der Ersten Juristischen Prüfung (2016) promovierte er bei Prof. Dr. Martin Löhnig, an der Universität Regensburg. Neben praktischer Tätigkeit in mehreren Wirtschaftskanzleien, war er während dieser Zeit wissenschaftlicher Mitarbeiter an einem rechtsgeschichtlich, bürgerlich-rechtlichen Lehrstuhl der Ludwig-Maximilians-Universität München. Seit April 2019 ist er Rechtsreferendar am Oberlandesgericht München. Philip Egle studied law at the University of Augsburg and the University of the Basque Country, San Sebastian. After the First State Examination in law (2016) he did his doctoral studies under Prof. Dr. Martin Löhnig at the University of Regensburg. During this period and besides practical work in various corporate law firms, he was a research assistent at a chair for legal history and civil law at the Ludwig-Maximilians-University in Munich. Since April 2019 he has been a trainee lawyer at the Higher Regional Court of Munich.

Abstract

Im Bereich der Dauerschuldverhältnisse wird bei durchgeführten Arbeits- und Gesellschaftsverträgen heute überwiegend behauptet, dass die rückwirkende Nichtigkeit als Rechtsfolge der Anfechtung gemäß § 142 Abs. 1 BGB nicht passe. Der Autor zeigt auf, dass sich für Arbeitsverträge diese Rechtsanwendung, auch mit Blick auf die Schutzrechte des Arbeitnehmers, rechtstechnisch nicht nachvollziehen lässt. Anders entstehen, ausgehend von einer methodisch und dogmatisch präzise geführten Betrachtung, bei der Anfechtung in Vollzug gesetzter Gesellschaftsverträge von Personengesellschaften nachvollziehbare Schutzlücken der Interessen Dritter. Die bereicherungsrechtliche Rückabwicklung selbst begründet dabei keine Beschränkung der ex tunc-Nichtigkeit für Dauerschuldverhältnisse. Auf dieser Grundlage entwickelt der Autor eine gängige Ausnahme in teleologischer Reduktion des § 142 Abs. 1 BGB und stellt die allgemeine Vereinbarkeit der Anfechtungsfolge mit Dauerschuldverhältnissen dar. »The ›Ex-Tunc‹-Nullity of Continuing Obligations in Accordance with Section 142 (1) BGB. A Dogmatical Discussion about the Legal Consequence of Section 142 (1) BGB by Means of the Exemplary Exploration of Challenged Continuing Obligations«

The methodically and dogmatically conducted exploration proves the general compatibility of the legal consequence of Section 142 (1) BGB with executed employment contracts as well as long-term commitments in general. Likewise, the author justifies a common exception with the teleological reduction of Section 142 (1) BGB in corporate law, since the appeal against executed articles of association arises technically comprehensible protection gaps of third parties’ interests.

Table of Contents

Section Title Page Action Price
Vorwort 5
Inhaltsübersicht 7
Inhaltsverzeichnis 9
Abkürzungsverzeichnis 19
Einleitung 23
I. Vorbemerkungen 23
II. Problemeinführung 26
III. Untersuchungsansatz 27
Kapitel 1: Das Instrument der Anfechtung aus § 142 Abs. 1 BGB 29
A. Grundlagen der Anfechtung nach § 142 Abs. 1 BGB 29
I. Wesen der Anfechtung 29
1. Die Anfechtung im Normengefüge 29
a) Verortung in § 142 Abs. 1 BGB 29
b) Geltungsbereich des § 142 Abs. 1 BGB im Anfechtungsrecht 30
2. Gegenstand der Anfechtung 31
a) Willenserklärung als Anfechtungsgegenstand 31
b) Geschäftsähnliche Handlungen und Prozessrecht 33
c) Öffentliches Recht 35
d) Nichtige Rechtsgeschäfte 36
e) Teilanfechtung 38
f) Sonderfälle 38
3. Absolute Wirkung der Anfechtung 38
4. Abgrenzung von Anfechtbarkeit und Nichtigkeit 39
5. Leistungsverweigerungsrechte des Anfechtungsberechtigten und Dritter 41
II. Allgemeine Voraussetzungen der Anfechtung 43
1. Konkurrenzen 44
a) Allgemeine Konkurrenzbeziehungen der Anfechtung 44
aa) Verhältnis von Auslegung und Anfechtung (§§ 133, 157 BGB) 44
bb) Abgrenzung der Anfechtung zum versteckten Dissens (§ 155 BGB) 45
cc) Verhältnis der Anfechtung zu Rücktritt und Kündigung (§§ 323 ff.; 573 ff. BGB) 46
dd) Verhältnis der Anfechtung zu familienrechtlichen Aufhebungsvorschriften (§§ 1313 ff.; 1759 ff. BGB) 46
ee) Verhältnis der Anfechtung zur Vorschrift der Ersatzpflicht bei Rücktritt vom Verlöbnis (§ 1298 BGB) 47
b) Konkurrenzen der Anfechtung aufgrund § 123 BGB 48
aa) Verhältnis zur c.i.c. (§§ 280 Abs. 1, 311 Abs. 2, 241 Abs. 2 BGB) 48
bb) Verhältnis zu deliktischen Ansprüchen (§ 823 Abs. 2 BGB i. V. m. § 263 StGB; § 240 StGB; § 826 BGB) 50
c) Konkurrenzen der Anfechtung aufgrund § 119 Abs. 2 BGB 51
aa) Verhältnis zur Störung der Geschäftsgrundlage (§ 313 BGB) 51
bb) Verhältnis zu Mängelgewährleistungsrechten (§§ 434 ff. BGB; §§ 536 ff. BGB; §§ 634 ff. BGB) 53
d) Sonstige Konkurrenzverhältnisse 57
aa) Verhältnis der Anfechtung aufgrund § 119 Abs. 2 BGB zur Unsicherheitseinrede (§ 321 BGB) 57
bb) Verhältnis der Anfechtung aufgrund § 119 BGB zum Irrtum über die Vergleichsgrundlage (§ 779 BGB) 58
cc) Verhältnis der Anfechtung aufgrund §§ 119, 120 BGB zu den Rücktrittsvorschriften des VVG (§ 19 Abs. 2–4 VVG) 58
dd) Verhältnis der Anfechtung aufgrund § 119 Abs. 2 BGB zur Ablehnung eines Schiedsrichters in der ZPO (§§ 1036 ff. ZPO) 59
2. Anfechtungserklärung (§ 143 Abs. 1 BGB) 59
3. Anfechtungsgegner (§ 143 Abs. 2–4 BGB; § 123 Abs. 2 Satz 2 BGB) 60
4. Anfechtungsfrist (§ 121 BGB; § 124 BGB) 60
5. Kein Ausschluss der Anfechtung (Vertrag; § 242 BGB; § 144 BGB) 61
III. Anfechtungsrecht 62
1. Anfechtungsrechte nach § 142 Abs. 1 BGB im allgemeinen Teil des BGB 63
a) § 119 Abs. 1 Alt. 2 BGB 64
b) § 119 Abs. 1 Alt. 1 BGB 65
c) § 119 Abs. 2 BGB 66
d) § 120 BGB 67
e) § 123 Abs. 1 Alt. 1 BGB 68
f) § 123 Abs. 1 Alt. 2 BGB 69
2. Anfechtungsrechte nach § 142 Abs. 1 BGB außerhalb des allgemeinen Teils im BGB 70
a) Anfechtung einer Bestimmung der Leistung (§ 318 BGB) 70
b) Anfechtung der Annahme und Ausschlagung einer Erbschaft (§§ 1954 ff. BGB) 71
c) Anfechtung einer letztwilligen Verfügung (§§ 2078 ff. BGB) 71
d) Anfechtung eines Erbvertrags und eines gemeinschaftlichen Testaments (§§ 2281 ff. BGB) (analog) 72
e) Anfechtung der Ausschlagung eines beschränkten oder beschwerten Pflichtteilsberechtigten (§ 2308 BGB) 73
3. Anfechtungsrechte neben § 142 Abs. 1 BGB 73
a) Vaterschaftsanfechtung (§§ 1599 ff. BGB) 73
b) Anfechtung des Erbschaftserwerbs (§§ 2340 ff. BGB) 74
c) Anfechtung nach dem Anfechtungsgesetz (§§ 1 ff. AnfG) 75
d) Anfechtung in der Insolvenzordnung (§§ 129 ff. InsO) 76
4. Übertragbarkeit des Anfechtungsrechts 77
IV. Zusammenfassung: Grundlagen 77
B. Rechtsfolge der Anfechtung nach § 142 Abs. 1 BGB 78
I. Vernichtung der Willenserklärung ex tunc 78
1. Grundbefund: Ex tunc-Nichtigkeit bei Willensmängeln 78
2. Ausnahmen: Ex nunc-Nichtigkeit bei Willensmängeln im Familienrecht 80
a) Aufhebung der Ehe (§§ 1313 ff. BGB) 80
b) Aufhebung der Annahme als Kind (§§ 1759 ff. BGB) 82
II. Ersatz des Vertrauensschadens (§ 122 BGB) 83
III. Culpa in contrahendo (§§ 280 Abs. 1, 311 Abs. 2, 241 Abs. 2 BGB) 85
IV. Zusammenfassung: Rechtsfolge 86
C. Die Funktion der Anfechtung nach § 142 Abs. 1 BGB\x03 im Gesamtbild der Beendigungsmechanismen des BGB 87
I. Rücktritt und Kündigung (§§ 323 f. BGB; 314 BGB; 540 BGB; 542 f. BGB; 569 BGB; 573 ff. BGB; 621 ff. BGB; 723 BGB) 88
II. Wegfall der Geschäftsgrundlage (§ 313 BGB) 90
III. Die Anfechtung (§ 142 Abs. 1 BGB) 91
IV. Zusammenfassung: Funktion 92
D. Das Bereicherungsrecht nach §§ 812 ff. BGB\x03 als \nRückabwicklungsinstrument angefochtener Rechtsgeschäfte 92
I. Umfang des Bereicherungsanspruchs (§ 818 Abs. 1 BGB) 94
II. Wertersatz im Bereicherungsrecht (§ 818 Abs. 2 BGB) 96
1. Objektive und subjektive Unmöglichkeit 96
2. Objektiver Verkehrswert als Berechnungsgrundlage 96
3. Berechnungskonstellationen 98
a) Bewertung des Besitzes 98
b) Berechnung von Dienst- oder Werkleistungen 99
c) Herausgabe des Gewinns 100
III. Entreicherung (§ 818 Abs. 3 BGB) 102
1. Einwendung gegen den Herausgabeanspruch 102
2. Anwendung des § 818 Abs. 3 BGB 103
3. Ersatzvorteile bei § 818 Abs. 2 Alt. 1 BGB 104
4. Umfang und Grenzen abzugsfähiger Vermögensnachteile 105
5. Fallgruppen der Entreicherung nach § 818 Abs. 3 BGB 109
a) Ersatzloser Wegfall des Erlangten 109
b) Verwendungen auf das Erlangte 111
c) Kosten und Risiko der Rückabwicklung 112
d) Sonstige Vermögensdispositionen 114
e) Luxusausgaben und Folgeschäden 115
f) Steuerzahlungen 115
6. Problem der aufgedrängten Bereicherung 116
7. Zusammenspiel des § 818 Abs. 3 BGB mit § 122 BGB 117
8. Rückabwicklung gegenseitiger Verträge 118
a) Zweikondiktionenlehre 119
aa) Unmodifizierte Zweikondiktionenlehre 119
bb) Modifizierte Zweikondiktionenlehre 120
b) Saldotheorie 121
aa) Entwicklung der Saldotheorie 121
bb) Anerkannte Ausnahmen 122
c) Zusammenschau der Theorien 124
IV. Verschärfte Haftung (§§ 818 Abs. 4, 819 f. BGB) 125
V. Dreiecksbeziehungen im Bereicherungsrecht 127
VI. Zusammenfassung: Bereicherungsrecht 128
Kapitel 2: Rechtsdogmatische Diskussion des § 142 Abs. 1 BGB 130
A. Methodische Herangehensweise 130
I. Auslegungsmethodik 130
1. Ausgangspunkt und Grenze der Auslegung 132
a) „Person“ des Gesetzgebers 132
b) Subjektive Auslegungstheorie 133
c) Objektive Auslegungstheorie 133
d) Vermittelnder Ansatz 134
2. Auslegungskriterien 136
a) Grammatikalische Auslegung 137
b) Systematische Auslegung 138
c) Historische Auslegung 140
d) Teleologische Auslegung 141
e) Richtlinien- und verfassungskonforme Auslegung 142
3. Rangfolge der Auslegungskriterien 143
II. Richterliche Rechtsfortbildung 144
1. Verpflichtung zur Rechtsfortbildung (Art. 20 Abs. 3 GG) 146
2. Methodischer und verfassungsrechtlicher Spielraum 147
3. Lückenfüllung de lege lata und neue Rechtssetzung de lege ferenda 148
a) Rechtsfortbildung bei Gesetzeslücken 149
aa) Feststellung einer Gesetzeslücke 149
bb) Formen der Rechtsfortbildung bei Gesetzeslücken 151
b) Gesetzesübersteigende Rechtsfortbildung 154
aa) Rechtsfortbildung extra und contra legem 154
bb) Grenzen der gesetzesübersteigenden Rechtsfortbildung 155
III. (Derogierendes) Gewohnheitsrecht 157
IV. Zusammenfassung: Methodik 158
B. Analyse des § 142 Abs. 1 BGB 159
I. Materialien der Gesetzgebung zur Rechtsfolge des § 142 Abs. 1 BGB 159
1. Motive zur Rechtsfolgenorm des § 142 Abs. 1 BGB 159
2. Motive zu den Anfechtungsvorschriften der §§ 116 ff. BGB 160
II. Auslegung der Norm des § 142 Abs. 1 BGB 162
III. Rechtsfortbildung bei § 142 Abs. 1 BGB 163
1. Gesetzeslücke 164
a) Grenze der Auslegung des § 142 Abs. 1 BGB 164
b) Dogmatische Konzeption des § 142 Abs. 1 BGB und dessen Folgen 166
aa) Allgemeine Schwierigkeiten der Rückabwicklung 166
bb) Grundsätze der Rechtssicherheit und Vertrauensschutz 168
cc) Interessen Dritter 169
2. Gesetzesübersteigende Rechtsfortbildung contra legem 170
IV. Zusammenfassung: Analyse 171
Kapitel 3: Die Anfechtung von Dauerschuldverhältnissen 172
A. Besonderheiten der Dauerschuldverhältnisse 172
I. Der Begriff des Dauerschuldverhältnisses 172
II. Folgen der Dauer einer Leistungsbeziehung 173
III. Anwendbarkeit der Anfechtung gemäß § 142 Abs. 1 BGB 175
1. Vereinbarkeit nach § 142 Abs. 1 BGB 175
2. Vereinbarkeit nach §§ 119 ff. BGB 176
IV. Zusammenfassung: Besonderheiten 177
B. Beispielhafte Dauerschuldverhältnisse 178
I. Arbeitsvertrag (§ 611a BGB) 178
1. Besondere Natur des Arbeitsverhältnisses 182
a) Persönliche Eingliederung des Arbeitnehmers 182
b) Schutzrechte des Arbeitnehmers 183
aa) Insolvenzregelungen zum Schutz der Löhne des Arbeitnehmers (§§ 108 Abs. 1 Satz 1 Alt. 2, 55 Abs. 1 Nr. 2 Alt. 2 InsO; § 165 SGB III) 184
bb) Urlaubsanspruch des Arbeitnehmers (§§ 1, 3 Abs. 1 BUrlG) 185
cc) Entgeltzahlung bei Krankheit des Arbeitnehmers (§ 3 Abs. 1 Satz 1 EFZG) 186
dd) Mutterschutz (§§ 18 ff. MuSchG) 187
c) Gesamtsozialversicherungsbeitrag (§ 28d Satz 1 SGB IV) 188
d) Typische vertragliche Vereinbarungen 189
aa) Betriebliche Altersvorsorge 189
bb) Abfindungen 191
cc) Sonderleistungen 191
e) Arbeit als Grundrecht (Art. 12 Abs. 1 GG) 192
2. Motive der Gesetzgebung zum Arbeitsvertrag 193
3. Involvierung Dritter bei Arbeitsverhältnissen 197
a) Krankenkasse 197
b) Staat 197
c) Auftraggeber 198
4. Rechtspraxis: Anfechtung eines Arbeitsvertrags nach § 142 Abs. 1 BGB 198
a) Ex nunc-Wirkung der Anfechtung nach § 142 Abs. 1 BGB 199
b) Lehre vom fehlerhaften Arbeitsverhältnis 200
c) Beschränkung der Ausnahme 201
II. Gesellschaftsvertrag (§ 705 BGB) 202
1. Personengesellschaften 202
a) Gesellschaft bürgerlichen Rechts (§ 705 BGB) 202
aa) Vertragliche Einordnung 203
bb) Außen- und Innengesellschaft 204
cc) Existenz der GbR 204
dd) Leistungsbeziehungen im Innenverhältnis 205
b) Offene Handelsgesellschaft (§ 105 HGB) 206
c) Kommanditgesellschaft (§ 161 HGB) 207
d) Stille Gesellschaft (§ 230 HGB) 207
2. Kapitalgesellschaften 208
a) Aktiengesellschaft (§ 1 AktG) 208
b) Kommanditgesellschaft auf Aktien (§ 278 AktG) 210
c) Gesellschaft mit beschränkter Haftung 210
d) Genossenschaft 211
3. Motive der Gesetzgebung zum Gesellschaftsvertrag 212
4. Involvierung Dritter bei Gesellschaftsverträgen 214
5. Rechtspraxis: Anfechtung eines Gesellschaftsvertrags nach § 142 Abs. 1 BGB 215
a) Rechtsfolgen der Anfechtung nach § 142 Abs. 1 BGB im Einzelnen 215
aa) Anfechtungsfolgen bei der GbR (§ 705 BGB) 216
bb) Anfechtungsfolgen bei der OHG (§ 105 HGB) und KG (§ 161 HGB) 216
cc) Anfechtungsfolgen bei der stillen Gesellschaft (§ 230 HGB) 217
b) Nichtigkeit von Kapitalgesellschaften 218
aa) Nichtigkeit der AG (§ 1 AktG), KGaA (§ 278 AktG) 218
bb) Nichtigkeit der GmbH und Genossenschaft 219
c) Rechtsfigur der fehlerhaften Gesellschaft 219
d) Vorrang schutzwürdiger Interessen 221
e) Fehlerhafte Änderungen des Gesellschaftsvertrags 224
f) Geltendmachung des Mangels einer Willenserklärung 225
g) Auswirkung auf das Rechtsverhältnis der übrigen Gesellschafter 226
III. Mietvertrag (§ 535 BGB) 226
1. Soziales Mietrecht 228
2. Personenbezogene Qualität des Mietvertrags 229
3. Motive der Gesetzgebung zum Mietvertrag 230
4. Involvierung Dritter bei Mietverträgen 231
5. Rechtspraxis: Anfechtung eines Mietvertrags nach § 142 Abs. 1 BGB 232
IV. Zeitungsabonnement (§ 433 BGB) 233
1. Bedeutung der Art des Schuldverhältnisses 234
2. Motive der Gesetzgebung zum Sukzessivlieferungsvertrag 235
3. Involvierung Dritter bei Zeitungsverträgen 236
4. Rechtspraxis: Anfechtung eines Zeitungsabonnements nach § 142 Abs. 1 BGB 236
V. Typische Charakteristika der Dauerschuldverhältnisse 237
VI. Zusammenfassung: Beispiele 238
C. Gegenüberstellung einzelner Statusverhältnisse 239
I. Eheliche Lebensgemeinschaft (§ 1353 BGB) 240
II. Annahme als Kind (§§ 1741 ff. BGB) 242
III. Zusammenfassung: Gegenüberstellung 242
Kapitel 4: Rechtsfolgen der Anfechtung von Dauerschuldverhältnissen 244
A. Problemverortung bei der Anwendung des § 142 Abs. 1 BGB 244
I. Rückabwicklung einer Vielzahl von Leistungen 245
II. Besondere Schutzrechte 246
III. Involvierung Dritter 246
IV. Zusammenfassung: Problemverortung 247
B. Technische Rückabwicklung der Dauerschuldverhältnisse 247
I. Arbeitsvertrag (§ 611a BGB) 248
1. Arbeit und Lohn im Bereicherungsrecht (§§ 812 ff. BGB) 248
a) Rückabwicklung der Gegenleistung des Arbeitgebers 248
b) Die Arbeitskraft des Arbeitnehmers als Bereicherungsgegenstand (§ 812 Abs. 1 Satz 1 Alt. 1 BGB) 249
c) Bewertung der Arbeitskraft des Arbeitnehmers (§ 818 Abs. 2 Alt. 1 BGB) 250
d) Entreicherung der Parteien (§ 818 Abs. 3 BGB) 252
e) Beweislast des Arbeitgebers 253
2. Beteiligung an kollektivarbeitsrechtlichen Vorgängen 254
3. Kritik an der Lehre vom fehlerhaften Arbeitsverhältnis 255
4. Übertragung gesetzlicher Wertungen (§ 242 BGB) 257
5. Typische vertragliche Vereinbarungen 257
6. Leistungsbeziehungen zu Dritten 258
a) Krankenkasse 258
b) Staat 259
c) Auftraggeber 259
II. Gesellschaftsvertrag (§ 705 BGB) 260
1. Rückabwicklung im Personengesellschaftsrecht 260
a) Innenverhältnis der Gesellschaft 260
b) Außenverhältnis der Gesellschaft 262
aa) Einfluss des Rechtsscheins 263
bb) Wertung des § 122 Abs. 2 HGB 264
2. Kritik an der Rechtsfigur der fehlerhaften Gesellschaft 265
a) Lehre zur Doppelnatur und verbandsrechtliches Prinzip 266
b) Pauschale Entfernung von der Anfechtung gemäß § 142 Abs. 1 BGB 268
c) Verlust des Haftungssubjekts 268
3. Haftungsinteressen des Rechtsverkehrs 269
a) Beteiligung des Rechtsverkehrs 270
b) Schutzbedürftigkeit des Rechtsverkehrs 271
c) Unzureichende Schutzmechanismen des Gesetzgebers 272
4. Vergleichbarkeit mit Statusverhältnissen 272
III. Mietvertrag (§ 535 BGB) 273
IV. Zeitungsabonnement (§ 433 BGB) 275
V. Zusammenfassung: Technische Rückabwicklung 276
C. Schutzrechte und Typologie der Dauerschuldverhältnisse unter § 142 Abs. 1 BGB 277
I. Allgemeine Schutz- und Rücksichtnahmepflichten der Parteien 277
II. Arbeitsvertrag (§ 611a BGB) 278
1. Schutzrechte des Arbeitnehmers 278
a) Insolvenz-, Lohn- und Pfändungsschutz 279
b) Urlaubsentgelt 280
c) Lohnfortzahlung im Krankheitsfall 282
d) Mutterschutz 283
e) Kündigungsschutzrechte 284
2. Sozialversicherungsrechtliche Absicherung 284
a) Einordnung des bereicherungsrechtlichen Anspruchs 285
b) Kranken-, Unfall- und Pflegeversicherung 286
c) Renten- und Arbeitslosenversicherung 287
3. Steuerrechtliche Erfassung 287
4. Arbeitnehmerhaftung (§ 254 BGB) 288
5. Personenrechtliches Gemeinschaftsverhältnis 289
III. Mietvertrag (§ 535 BGB) 291
1. Anfechtung trotz sozialen Mietrechts 291
2. Sozialbeziehungen des Mieters 291
3. Verlust des Vermieterpfandrechts 292
IV. Zusammenfassung: Schutzrechte und Typologie 294
D. Verstoß der Anfechtung nach § 142 Abs. 1 BGB gegen Verfassungsrecht 295
I. Arbeitsvertrag (§ 611a BGB) 295
1. Verhältnis der Privatautonomie zur Berufsfreiheit des Arbeitnehmers gemäß Art. 12 Abs. 1 GG 295
2. Verfassungsmäßigkeit des § 142 Abs. 1 BGB 296
a) Berufsfreiheit (Art. 12 Abs. 1 GG) 296
b) Recht auf Gewährleistung eines menschenwürdigen Existenzminimums (Art. 1 Abs. 1 Satz 1 GG, Art. 20 Abs. 1 GG) 297
II. Mietvertrag (§ 535 BGB) 298
1. Allgemeines Persönlichkeitsrecht (Art. 2 Abs. 1 GG i. V. m. Art. 1 Abs. 1 GG) 298
2. Eigentumsfreiheit des Mieters (Art. 14 GG) 298
III. Zusammenfassung: Verstoß gegen Verfassungsrecht 299
Kapitel 5: Lösungsvorschlag zur Anwendung des\r§ 142 Abs. 1 BGB bei Dauerschuldverhältnissen 300
A. Grundsatz der Anfechtung nach § 142 Abs. 1 BGB (Grundsatzlösung) 300
B. Rechtsfortbildung des § 142 Abs. 1 BGB (Ausnahmelösung) bei Personengesellschaften im Rechtsverkehr 301
I. Methodische Begründung 302
1. Grenze der Auslegung bei Anfechtung eines Gesellschaftsvertrags 302
2. Gesetzeslücke der Haftung im Außenverhältnis 302
3. Teleologische Reduktion des § 142 Abs. 1 BGB 303
II. Dogmatischer Aufbau 304
III. Besondere Voraussetzungen der Ausnahmelösung 304
1. Besonderes Haftungsinteresse des Rechtsverkehrs 304
a) Personengesellschaft als Standardfall 305
b) Ausnahme: Stille Gesellschaft 305
c) Dauerschuldverhältnis 306
d) Statusbezogene Dauerschuldverhältnisse 307
2. Haftungsrelevanter Vollzug 308
3. Gefährdung von Haftungsinteressen Dritter 309
a) Vertragsänderungen ohne haftungsrelevanten Inhalt 309
b) Keine bloße Teilnichtigkeit 309
4. Keine vorrangigen Interessen 310
a) Verstoß gegen Verbotsgesetz oder die guten Sitten (§§ 134, 138 BGB) 310
b) Verstoß gegen Minderjährigenschutz (§§ 104 ff. BGB) 311
c) Anfechtung aufgrund § 123 BGB 311
d) Einschränkung aufgrund § 1365 Abs. 1 BGB 312
IV. Teleologisch reduzierte Anwendung der Anfechtung nach § 142 Abs. 1 BGB 313
1. Normale Anwendung der allgemeinen Anfechtungsvoraussetzungen (§§ 142 ff. BGB) 313
2. Ex nunc-Rechtsfolge der Anfechtung 313
3. Auseinandersetzung der Gesellschaft 314
a) Analoge Anwendung der Vorschriften zur Liquidationsgesellschaft 315
b) Ersatzloser Wegfall der Gesellschaft 316
aa) Haftung der Gesellschafter im Außenverhältnis (§ 128 HGB) 316
bb) Bruchteilsgemeinschaft im Innenverhältnis (§§ 741 ff. BGB) 317
c) Fazit 318
V. Zusammenfassung: Ausnahmelösung 318
C. Alternativ diskutierte Lösungsmöglichkeiten 319
I. Das Korrektiv des § 122 BGB 319
II. Rechtsscheinhaftung als Lösungsmöglichkeit (Rechtsscheinlösung) 320
III. Ausweitung des außerordentlichen Kündigungsrechts auf Anfechtungsgründe 322
IV. Anpassung/Umdeutung des Vertrags (§ 140 BGB) 323
V. Anfechtungsgründe als Unterscheidungsmerkmal 324
VI. Zusammenfassung: Alternative Lösungen 325
D. Übertragbarkeit auf allgemeine Nichtigkeitsvorschriften 325
Zusammenfassung 327
I. Gesamtergebnis 327
II. Einzelne Kapitel  328
III. Ausblick 332
Literaturverzeichnis 333
Stichwortverzeichnis 348