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Die wissenschaftskritischen Zuordnungen von Franz von Liszt

Ein Beitrag zum Verständnis der Modernen Schule des Strafrechts

Breneselović, Luka

Schriften zur Rechtsgeschichte, Vol. 191

(2020)

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Abstract

Dieses Buch ist dem bekannten Strafrechtler und liberalen Politiker Franz v. Liszt (1851-1919) gewidmet. Bisher wurde oft angenommen, dass Liszts kriminalpolitische Forderungen einen Versuch darstellen, das Strafrecht nach Maßgaben des wissenschaftlichen Positivismus neuzugestalten. Die vorliegende Studie setzt demgegenüber Akzente auf eine innere Kontinuität der strafrechtlichen Reformüberlegungen. Hervorgehoben werden kriminalpolitische und juristische Diskurse in der Aufklärung und im Vormärz. Untersucht werden die »antiphilosophische« Tradition innerhalb der Historischen Rechtsschule und ihre Auswirkungen auf Liszts Studium in Wien. Ein besonderer Teil der Studie ist mannigfaltigen Bestrebungen der Nachwelt gewidmet, Liszts Programm fortzubilden oder abzulehnen. Die Ergebnisse bringen neue Impulse für die Bewertung der Entwicklung der Strafrechtswissenschaft und der verwandten Disziplinen vor und nach den wichtigen historischen Zäsuren im 19. und 20. Jahrhundert. »A Study on Franz von Liszt. The Pioneer of the Modern School of Criminal Law«

At the beginning of the 20th century Franz von Liszt (born in Vienna, 1851) was one of the internationally most distinguished German scholars and politicians. His Modern School of Criminal Law was trying to fight the retribution and Liszt himself was experimenting to combine prospective aims of punishment with a due process framework. This book reassesses the enlightened roots of Liszt’s ideas. Subjects such as contributions against the antisemitism, and Liszt’s merits for the research university concept are included.

Table of Contents

Section Title Page Action Price
Vorwort V
Inhaltsverzeichnis VII
Abbildungs- und Übersichtenverzeichnis XVIII
Einleitung 1
I. Die literarische Tradition, Grundperspektive und zwei Teile der Untersuchung 1
1. Der erste Teil der Untersuchung: Die Wiedergewinnung der intellektuellen Kontexte der Reformbewegung 2
2. Der zweite Teil der Untersuchung: Darstellung der Zuordnungskontroversen und der theoretischen Entwicklungen in der Liszt-Forschung 8
II. Gang und Technik der Untersuchung 10
1. Der Gang 10
2. Zum eingesetzten Zitationsstil 13
1. Teil: Strafrechtliche Mannigfaltigkeit, Liszts wissenschaftliche Stationen und seine Reformkonzepte 15
1. Kapitel 15
Vielfalt in der intellektuellen Geschichte des Strafrechts 15
A. Epochen und Richtungen in der Geistesgeschichte 15
B. Die kritische Auffassung und der Neukantianismus 17
C. Die „Geistesgeschichte“ und die neukantianische Epochenkritik 19
D. Strafrechtliche Vielfalt in der Aufklärung als Voraussetzung für die weitere Untersuchung 23
I. Die thematische Mannigfaltigkeit 25
II. Die Gesetzgebung 28
III. Forschung und Wissen 33
IV. Paradigmatische Unterschiede 35
2. Kapitel: Liszt in Österreich 38
A. Studium der Rechts- und Staatswissenschaften an der Universität Wien (1869–1874) 38
I. Gang der reformierten Studien und Liszts Doktorat-Abschluss 38
II. Studienbücher und ausgewählte Lehrer 41
1. Die „Nationalien“ 41
2. Strafrechtliche Einträge und Lehrer 45
B. Intellektuelle Kontexte 47
I. Kontext: Hochschulreife am Schottengymnasium als intellektuelles Kapital 47
1. Nationale und soziale Gesinnung 48
2. Humanistische Bildung und Rhetorik 51
3. Nibelungen-Topos 52
4. Enzyklopädie des Wissens 53
II. Kontext: Gründung und Umgangsformen im „Leseverein der deutschen Studenten Wiens“ 55
1. Identitätsfrage 55
2. Mannigfaltigkeit des Interesses 57
3. Liszts Tätigkeiten 59
4. „Redehalle“ und Umgang zwischen Professoren und Studenten 60
3. Kapitel: Innere Richtung der Graf Thun'schen Universitätsreform: Historische Rechtsschule und Strafrecht des Vormärz 61
A. Die geistesgeschichtliche „Anomalie“ in Österreich 61
I. Grundsätzlich 61
II. Bedeutung für die Liszt-Forschung 63
1. Das theoretische Paradigma der Historischen Rechtsschule 63
2. Besonders zum Vorgang der Rezeption 66
3. Besonders zum Strafrecht des Vormärz 67
4. Überblick über wichtige Punkte 68
B. Wissenschaftlichkeit ohne bzw. neben Philosophie 69
I. Die antiphilosophische „Pose“ beim frühen Savigny 69
II. Die antiphilosophische „Pose“ in Savignys „Beruf“, bei Mittermaier und in Wien 71
III. Generalisieren und Individualisieren 77
1. Der Kampf gegen Generalisierung bei Mittermaier 77
2. Generalisierung und Individualisierung bei Wahlberg 80
3. Die Wiener Tradition bei Liszt 81
4. Folgen für die Beurteilung des Reformanliegens 83
IV. Glasers Kampf gegen die „hyperabstracte“ Richtung 85
C. Institutionelle und konzeptuelle Schichten der Kontinuität 86
I. Institutionelle Praktiken 86
1. Gefängnisbesuche als Teil der akademischen Berufsenkulturation im Bereich der Strafrechtswissenschaft 86
2. Autonome wissenschaftliche Presse 88
II. Zwei klassische Topoi der Historischen Rechtsschule 90
1. Volkscharakter und Volksbewusstsein 90
2. Evolution statt Revolution 94
III. Zwei klassische Topoi des Reformstrafrechts des Vormärzes 98
1. Die notwendige Strafe 98
2. Wissenschaftlicher „Internationalismus“ 104
IV. Methodische Handlungsmuster: konstruktive Systembildung und empirische Bedeutung der hermeneutischen Wende 107
1. Savignys Impulse zur epistemologischen Neuordnung und unterschiedliche Traditionsstränge 107
2. Die „Begriffsjurisprudenz“ als Systembildung bei Liszt 110
a) Positive Haltung gegenüber der Begriffsjurisprudenz und ihre Gleichsetzung mit konstruktiver Systembildung 111
b) Unterschiede zwischen Definition und Praxis bei Liszt und die Methodenehrlichkeit 114
3. Das Falldenken und logisches „ist“ als Prototyp des Wirklichkeitsbezugs der Rechtswissenschaft 118
4. Volle Stufen der Empirie und Rückstände des Rationalismus 123
a) Das Wirklichkeitserlebnis im Vormärz und bei Liszt 123
b) Die Kontroverse über Liszt als Empiriker 126
D. Liszts Habilitation in Graz im Geiste der Historischen Rechtsschule und des Strafrechts des Vormärz 129
I. Grazer Habilitationsverfahren 129
1. Aufenthalte in Deutschland und Habilitationsschrift 129
2. Kritik an Liszt 130
II. „Meineid und falsches Zeugnis“ (1875/76): Kulturrelativismus im Sinne der Historischen Schule und Weiterentwicklung des Standpunkts von Mittermaier 134
1. Theoretische Grundhaltung 134
2. Liszts Stellungnahme zum Tatbestand des Meineids und zu der falschen Aussage 138
4. Kapitel: Neue intellektuelle Kontexte 142
A. Das neukantianisch-positivistische Amalgam der 1870er Jahre 142
I. Alte und neue Kontexte 142
II. Neukantianismus und Positivismus 144
1. Neukantianismus und Positivismus als verwandte und entgegengesetzte Richtungen 144
2. Diversität der Anknüpfungen und die Liszt-Forschung 148
III. Beispiele der positivistischen und neukantianischen Argumentation bei Liszt 149
1. Facetten der Kausalität und des Positivismus 149
a) Strafrechtlicher Kontext und Begründungen des Determinismus bei Liszt 151
b) Das Grundanliegen: Antiidealismus bei der Bewertung der Tat und Reaktion 153
c) Polymorphe Bausteine der Begründung 156
aa) Kausales Schema in der 1. Auflage des „Lehrbuchs“ 157
bb) Die Herbart'sche Unterscheidung von unterschiedlichen Arten der Freiheit und Kausalität 158
cc) Kantische Intarsien 160
dd) Fortschreitende Marginalisierung der Bedeutung der Willensfreiheit für die Strafrechtswissenschaft 162
d) In nicht theoretischen Ausführungen: allgemeines Fehlen der deterministischen Konsequenz 164
2. Kriminalätiologie als Anlehnung an den literaturwissenschaftlichen Positivismus 168
IV. Die Qualität der „kopernikanischen Wende“ in Liszts Werk 172
B. Darwinismus 176
I. Module des politischen Darwinismus 177
II. Liszts Verhältnis zu einzelnen Modulen 180
5. Kapitel: Liszt in Deutschland in institutioneller Perspektive 183
A. Liszt in Deutschland als Ordinarius 183
I. Überblick 183
II. Vier Universitäten 184
1. Großherzoglich Hessische Ludewigs-Universität zu Gießen 184
2. Königlich Preußische Universität Marburg 185
a) Die Universität 185
b) Die Lehre 186
3. Königliche vereinigte Universität Halle-Wittenberg 192
a) Die Universität 192
b) Die Lehre 194
4. Die Königliche Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin 202
a) Die Universität 202
b) Die Lehre 206
III. Das „kriminalistische Seminar“ 215
1. Verschiedene Traditionslinien 215
2. Das Seminar in Marburg 219
3. Das Seminar in Halle 220
4. Das Seminar in Berlin 221
a) Das „kriminalistische Seminar“ als Sondereinrichtung für wissenschaftliche Übungen 221
b) Die Arbeit im Seminar und seine Teilung in Sektionen 224
c) „Abhandlungen“ und sonstige Publizistik 228
d) Schematische Darstellung des Seminars am Höhepunkt (1903–1913) 232
IV. „Kriminalistisches Institut“ als neues Konzeptualisierungsmuster (1913) 233
1. Die Umwandlung 233
2. Die Arbeitsweise und die „Abhandlungen“ des Instituts 235
B. Komplementäre außerakademische Betätigung 236
I. Liszt als linksliberaler Politiker und Abgeordneter 237
1. Verschiedene Hinweise in der Liszt-Forschung 237
2. Nachweis und Kontext Liszts ursprünglicher Zusammenarbeit mit den „Konservativen“ (bis 1884) 241
3. Liszts linksliberales Engagement (1902–1919) 241
4. Liszts Stellungnahmen im Preußischen Haus der Abgeordneten 242
II. Liszt als Mitglied des Vereins zur Abwehr des Antisemitismus 245
6. Kapitel: Konzepte des Reformgedankens bei Liszt 251
A. Die Reform als altes Anliegen 252
I. Grundsätzlich 252
II. Ersatz der kurzen Freiheitsstrafen und sicherndes Vorgehen gegen Unverbesserli‍che 255
III. Positive Bewertung der Anbindung an ältere Diskurse aus heutiger Sicht 260
IV. Negative Bewertung der Anbindung an ältere Diskurse aus heutiger Sicht 262
B. Historistische Begründungsmuster 263
I. Reform als formell-nationales Anliegen 263
II. Die Bedeutung der Begründung 265
III. Die spätere Vermeidung der Begründung 267
IV. Andere Variationen im historistischen Gewand 267
C. Der Evolutionismus 269
I. Evolutionsgedanke und Bestimmung des „richtigen Rechts“ 269
II. Einfache und komplexe Einordnung 272
1. Vernachlässigung der Komplexität bei Welzel 272
2. Kontexte des Evolutionismus zwischen 1890 und 1910 274
a) Allgemeine Rechtswissenschaft und vergleichende Rechtswissenschaft 274
b) Monismus und Positivismus als politische Symbole 278
c) Entwicklung als allgemeiner Gegenstand 280
d) Praktische Impulse: Recht im Entwurfsstadium und stille Reform 281
3. Polymorphe Bausteine von Liszts Ausführungen 285
a) Positivismus 285
b) Historische Rechtsschule und Darwin 286
c) Hegelianismus und Marxismus 288
d) Monismus 290
4. Praktische Inkonsequenz bei der Verwertung der Entwicklungstendenzen und des Entwicklungsgedankens 291
III. Die Aussetzung der evolutionistischen Begründungsmuster 294
D. Der Zweck 298
I. Der Zweck als voluntaristisches Konzept bei Liszt 298
1. Liszt und Jhering 298
2. Bedeutung der publizistischen Geschichte des „Marburger Programms“ 303
II. Der Zweck bei Liszt 1882 304
1. Diachroner Diskurs 304
2. Synchroner Diskurs 307
a) Die Spaltung der Liszt-Forschung 307
b) Mittelstädt und Liszt als Diskutanten in der Strafzweckdiskussion 309
III. Der Zweck bei Liszt in der Diskussion zwischen 1882 und 1919 313
IV. Die volle Stufe des Zweckkonzepts: 1918/1919 319
7. Kapitel: Juristen und Jugendrechtler in der Familie Liszt: Eduard Liszt der Vater, Eduard Liszt der Bruder, Elsa Liszt die Tochter 326
A. Die Familie Liszt 326
B. Eduard Liszt der Vater und österreichische Gerichte 327
C. Eduard Liszt, der Bruder – Grazer Strafrechtler 328
D. Elsa Liszt, die Tochter – Berliner Jugendrechtlerin 329
2. Teil: Liszt in Analyse und Urteil der Liszt-Forschung 331
8. Kapitel: Zuordnungen vor dem Ersten Weltkrieg 331
A. Erste Ansätze im polemischen Schrifttum (Mittelstädt 1892; Merkel 1892) 331
B. Das Zentrum der frühen Positivismus-Kritik (Cathrein 1896, 1905) 333
C. Bestimmung des Verhältnisses zu Jhering (Hurwicz 1911) 340
D. Zur Entwicklung des „pars pro toto“-Zugangs 343
9. Kapitel: Weimarer Republik und nationalsozialistische Entwicklung 347
A. Diskursive Verortung in den sozialdemokratischen Reformbemühungen 347
I. Die Grundmarkierungen 347
II. Das Bild des Nachrufs von H. Heinemann (1919) 348
III. Besonders zu sozialistischen Forderungen 350
IV. Amtliche und halbamtliche Hervorhebungen von Liszts Bedeutung 352
B. Die Herausbildung der Antithese durch die politische Theorie des Nationalsozialis‍mus: Günther (1932), Dahm/Schaffstein (1933) 354
C. Die Kritik am neuen Punitivismus von Gallas (1933) und das Bedürfnis der Delegitimierung der bürgerlichen Wissenschaften 357
D. Die geistesgeschichtliche Aufarbeitung bei Wolf und Welzel 360
I. Wolf (1932, 1933, 1939) 360
II. Welzel (1935) 362
E. Die Zwiespältigkeitsthese bei Schwarzschild und Radbruch 368
I. Schwarzschild (1933) 368
II. Radbruch (1938) 370
F. Der „Neoklassizismus“ in H. Mayers „Das Strafrecht des deutschen Volkes“ (1936) 374
G. Weitere Schriften der „Liszt-Gegner“ und „Liszt-Freunde“ 378
I. Wedel (1933) 378
II. Specht (1933) 379
III. Knetsch (1936); Krüger (1936) 380
IV. Baumgarten (1937) 380
V. „Geistesgeschichtliche Studien“ von Georgakis (1940) 381
VI. Eb. Schmidt (1942) 382
10. Kapitel: Liszts Bild in der Großen Strafrechtsreform (1): Eb. Schmidt (1947, 1956–7, 1965), konservative Kritik, Roxin (1969), weitere Autoren in der GS Liszt (1969) 384
A. Synthetische Verschiebungen bei Schmidt 384
B. Der Topos „Liszt als Empiriker“ 386
C. Der Topos „Liszt als Politiker“ 389
D. Konservative Reform und Liszts Stellenwert im Alternativkreis 390
11. Kapitel: Liszts Bild in der Großen Strafrechtsreform (2): Die Diskontinuität und Kontinuität des Naturalismus-Topos 395
A. Naturalismus in der Verbrechenslehre 395
B. Dekonstruktion des „Naturalismus“ und eigene Positionierung bei H. Mayer (1962); Moos (1969) 397
C. Neubestimmungen und Selbstkritik bei Wieacker, Lange und Wolf 401
I. Alte und neue Auffassung bei Wieacker (1952, 1967) 401
II. Neue Auffassung bei Lange (1969) 403
III. Neue Auffassung bei Erik Wolf (4. Aufl. 1963) 405
D. Perspektivenwechsel: Schicksal des „pars pro toto“-Zugangs bei Rebhan (1962) und Bauer (1957 bis 1968) 406
12. Kapitel: Marxistische Kritik an Liszt 408
A. Grundzüge der marxistischen Kritik 408
I. Überblick 408
1. Die Arbeiten von Polak (1951) und Renneberg (1951, 1956) 408
2. Zwei Hauptkritikpunkte 409
II. Inhalt und Methode der Kritik im Einzelnen 411
1. Die „pars pro toto“-Handhabung und die Verengung der Quellenbasis 411
2. Die Bedeutung des marxistischen Entwicklungsgedankens 412
3. Interpretation als methodologischer Vorgang im Einzelnen 414
4. Konstruktion des Biologismus bei Liszt 416
B. Wissenschaftlicher Hintergrund der marxistischen Kritik an Liszt 418
I. Die sozialistische Kritik an Liszt 418
II. Der funktionelle Hintergrund der Kritik 422
III. Die synthetisch bedingten Überspitzungen 423
1. Die Verschleierungsthese 423
2. Finale und systemtheoretische Deutung 426
IV. Korrektur von Rennebergs Kritik in der DDR bei Ewald und Lekschas (1983, 1984) 427
13. Kapitel: Erweiterte Perspektiven in den 1970ern: Marxen (1975); Schreiber (1976) 428
A. Grundlegend neue Sichtweise 428
B. Zwei wichtige Studien 429
I. Unterschiede zwischen der marxistischen Kontinuitätsthese und Kontinuitätsas‍pekten bei Marxen (1975) 429
II. Das Politische im Strafrecht bei Schreiber (1976) 431
14. Kapitel: Spaltung der Liszt-Forschung seit den 1980ern (1): Die radikale Kritik seit den 1980er Jahren von Naucke, Vormbaum u.a. 434
A. Die radikale Kritik 434
I. Gemeinsamkeiten und Besonderheiten 434
II. Die Methode 436
1. Versuch der Etablierung eines phänomenologischen Umgangs mit Texten? 436
2. Die Rückabwicklung des in den 1960ern und 1970ern angesetzten Zugangs 437
B. Bekannte und neue Aufarbeitungsmuster und einige Übereinstimmungen mit der älteren Kritik 438
I. Die Kontinuitätsthese 438
II. Umgang mit Quellen an Beispielen 441
III. Weitere Interpretationsprobleme 447
IV. Spezifische Vorannahmen 451
C. Besonders zu Ehret (1996) 453
D. Zwei wichtige neue Elemente der Deutung 456
I. Das „Marburger Programm“ und weitere „Programme“ 456
II. Eine täuschende Wiederkehr des „Positivismus“-Topos 460
15. Kapitel: Spaltung der Liszt-Forschung seit den 1980ern (2): systematisch-interpretative Bearbeitung und Durchbrüche zu tatsächlichen Diskursen 467
A. Jenseits der radikalen Kritik und Geschichtsphilosophie 467
I. Überblick 467
II. Fehlen einer gemeinsamen „Philologie“ und geordneter Diskussionsplattform 468
B. Dreifaches Jubiläumsmosaik (1981, 1982 und 1984) 470
C. Wechsel vom impressionistischen zum systematisch-interpretativen Umgang mit „Aussagen“: Leferenz (1981), Frisch (1982), Kubink (2002), Stäcker (2012), u.a. 474
I. Impressionistische Methode bei Jescheck 474
II. Der systematisch-interpretative Umgang 475
III. Der systematisch-interpretative Umgang in der neueren Literatur 476
IV. Nur äußere Übereinstimmung mit der Liszt-Rezeption in den 1960er Jahren 478
D. Fortschreitender Durchbruch zu tatsächlichen Diskursen 478
I. Erste Ansätze bei Ostendorf, Schönert und Linder 478
1. Wichtige erste Hinweise bei Ostendorf (1982, 1984) 478
2. Der Diskurs bei Schönert und Linder (1991) 481
II. Das „Marburger Programm“ im Diskurs: Schmidt-Recla und Steinberg (2007/08), Koch (2007), Kreher (2015) 485
III. Weitere Schritte zum Diskurs: Erschließung von tatsächlichen Handlungsfolien und zeitspezifischen Bewertungen 488
1. Bedeutung der Erschließung von breiteren Motivlagen 488
2. Müller (2004) 489
3. Rotsch (2009) 490
4. Mittelbare Erweiterung der institutionellen Perspektive durch Diskursanalyse 492
IV. Augsburger Sammelband (2016) 493
E. Umfassende Auffassung der Kriminologiegeschichte und Geschichte des Strafens (die „neue Welle“) 498
I. Die „Gesamtdarstellungen“ 498
II. Vorgehensweise und Herausforderungen 501
III. Bestimmung des Gegenstandes zwischen Gründen und Begründung 504
IV. Lehren aus der Wissenschaftssoziologie und Diskurslehre 506
Schlussbetrachtung 509
16. Kapitel 509
Die Bedeutung von Liszt für die wissenschaftliche Diskussion 509
A. Die Ablehnung und Anerkennung Liszts als Vorbild 510
B. Die Bedeutung von Liszt als Vorbild für ein liberales und nicht-apriorisches Strafrecht 514
Literaturverzeichnis 523
I. Literatur 523
II. Archivquellen und gedruckte Werke, die dokumentarisch ausgewertet wurden 570
Sachregister 572