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Neue Wege der Bonitätsprüfung

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Reventlow, I. (1992). Neue Wege der Bonitätsprüfung. Das Kreditgespräch als Instrument zur Beurteilung der Unternehmerpersönlichkeit. Verlag Wissenschaft & Praxis. https://doi.org/10.3790/978-3-89644-960-3
Reventlow, Iven Graf von. Neue Wege der Bonitätsprüfung: Das Kreditgespräch als Instrument zur Beurteilung der Unternehmerpersönlichkeit. Verlag Wissenschaft & Praxis, 1992. Book. https://doi.org/10.3790/978-3-89644-960-3
Reventlow, I (1992): Neue Wege der Bonitätsprüfung: Das Kreditgespräch als Instrument zur Beurteilung der Unternehmerpersönlichkeit, Verlag Wissenschaft & Praxis, [online] https://doi.org/10.3790/978-3-89644-960-3

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Neue Wege der Bonitätsprüfung

Das Kreditgespräch als Instrument zur Beurteilung der Unternehmerpersönlichkeit

Reventlow, Iven Graf von

Schriftenreihe Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, Vol. 9

(1992)

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Abstract

Das Kreditgeschäft ist das traditionell wichtigste Geschäft der Banken, besonders im Firmenkundensegment. Deswegen haben sich Forschergenerationen seit jeher mit der Suche nach neuen Verfahren zur Reduzierung von Kreditrisiken befaßt. Bisher steht zwar der Jahresabschluß im Mittelpunkt der Betrachtungen, daneben finden sich jedoch immer wieder Bestrebungen, auch nicht in Zahlen darstellbare Risikokomponenten einer Bewertung zugänglich zu machen. Für Risiken, die der Marktposition, dem technologischen Fortschritt oder der strategischen Ausrichtung einer Unternehmung entstammen, liegen bereits vielversprechende Ansätze vor.

Der für den Erfolg eines Kreditengagements ausschlaggebende Faktor ist allerdings der Unternehmer selbst. Die Bewertung der Persönlichkeit des Unternehmers bei der Bonitätsprüfung ist aber aufgrund der Komplexität menschlichen Wirkens ein überaus schwieriges Unterfangen. Darum verwundert es nicht, daß der Beurteilung der Unternehmerpersönlichkeit als Instrument der Bonitätsprüfung bislang eine vergleichsweise geringe Rolle in der Bankbetriebswirtschaft zukommt.

Diese Arbeit beabsichtigt, einen richtungsweisenden Beitrag zur Beseitigung dieser Lücke zu leisten. Ihre Kernaussage lautet, daß sich aus dem Kreditgespräch selbst alle für eine Bonitätsbeurteilung notwendigen Informationen gewinnen lassen. In diesem Sinne ist das entworfene Instrument kein reines Analyseinstrument. Vielmehr basiert es auf dem zielgerichteten Ineinandergreifen von Informationsgewinnung und -bewertung. Die Informationsgewinnung ist das Zentrum einer erfolgreichen Beurteilung der Unternehmerpersönlichkeit. Unverzichtbar ist eine vollständige Erhebung der relevanten Daten. Anregungen zur Kreditgesprächsführung nehmen dabei also eine zentrale Rolle ein. Die Informationsbewertung ist weitgehend als Sprachanalyse konzipiert. Schon die Fokussierung auf das Kreditgespräch läßt keine andere Möglichkeit zu.

Charakteristisch für die Analyse ist hier, daß vermieden wird, ein allgemeines Anforderungsprofil zur jeweiligen Situation der kreditsuchenden Unternehmung in Beziehung zu setzen. Vielmehr gilt es - unter aktiver Teilnahme des Unternehmers - ein den Besonderheiten Rechnung tragendes Anforderungsprofil jeweils neu zu erstellen. Das Fundament dieses situativen Profils bilden die philosophische Hermeneutik sowie neueste Erkenntnisse aus Betriebswirtschaftslehre und Psychologie. Die Bedürfnisse des Praktikers weisen sowohl Ziel als auch Weg einer Beurteilung der Unternehmerpersönlichkeit. Die Arbeit ist daher sowohl für den theoretisch orientierten Leser als auch für den Bankpraktiker von großem Interesse.

Table of Contents

Section Title Page Action Price
Gliederung 5
Abbildungsverzeichnis 11
Abkürzungsverzeichnis 13
Einleitung 15
Kap. 1. Methodische und theoretische Grundlegung 19
A. Problemstellung, Gang der Arbeit und Begriffsbildung 19
B. Erkenntnistheoretische Vorüberlegungen 22
Kap. 2. Entwicklungsstand und Bedeutung der Instrumente zur Unternehmerbeurteilung 29
A. Zur Zweckmäßigkeit die Unternehmerbeurteilung unterstützender bzw. mit ihr konkurrierender Verfahren 31
B. Zum Stand der Instrumente der Unternehmerbeurteilung 34
1. Hauptteil: Kriterien der Eignung eines Unternehmers 37
Kap. 3. Vermittlung einer gemeinsamen Realitätssicht als Aufgabe des Unternehmers 37
Kap. 4. Die Güte unternehmerischer Informationsverarbeitung als Erfolgskriterium 43
A. Gütekriterien der Wahrnehmung der Umwelt 45
B. Grundlegung der Güte des Entscheidungsprozesses 48
I. Die Problemrepräsentation 48
II. Die Entscheidung 50
C. Gütekriterien erfolgreicher Entscheidungsimplementation 52
Kap. 5. Theorie und Praxis als Quelle inhaltlicher Kriterien begründeter Entscheidungen 57
A. Der Management-Prozeß als ganzheitliches Modell unternehmerischer Basisaufgaben 58
B. Die Gestaltung des Management-Prozesses in der Praxis 64
C. Die Einwirkung des Management-Prozesses auf den Realgüterprozeß 69
Kap. 6. Kommunikationsgeschick zur Steuerung des Informationsflusses zwischen dem Unternehmer und seiner Umgebung 73
A. Der Anteil kommunikativer Aktivitäten an den unternehmerischen Gestaltungsaktivitäten 74
B. Symbole und Metaphern: Medien des betrieblichen Wandels 75
Kap. 7. Konkretisierung der Güte des Entscheidungsprozesses 79
A. Der Kompetenz-Begriff 80
B. Motivationale Determinanten erfolgreichen Managements 83
I. Die Motiv- und Zielkonstellation des Unternehmers als Richtschnur des betrieblichen Handelns 84
a. Betriebswirtschaftlich bedeutende Motiv- und Zielinhalte 85
1. Individuelle Motivausprägungen und Gefühlszustand 86
2. Die Motivanregung 88
b. Die optimale Motivkonstellation erfolgreicher Unternehmer 89
1. Geschäftserfolg, Motivkonstellation und Kompetenztyp 90
2. Situationale Einflußfaktoren 93
II. Die Wirkung der gegenwärtigen Absicht auf die mentalen Vorgänge 95
a. Intentionale Steuerung von Wahrnehmung und Denken 95
b. Handlungssteuerung und unternehmerischer Wille 96
C. Wissen und Denken: Kognitive Strukturen und Prozesse als Bedingungsfaktoren kompetenter Entscheidungsprozesse 98
I. Überzeugungskraft und Ausgewogenheit als Gütekriterien des Wissens 98
II. Das Wyer/Srull-Modell der Informationsverarbeitung in natürlicher Umgebung 100
a. Das Gedächtnis 102
b. Prozessoren 104
c. Anbindung des Modells an den Kompetenzbegriff 105
III. Expertise als hochwertiges Wissen 107
a. Das Wesen von Expertise 108
b. Charakteristische Merkmale der kognitiven trukturen und Prozesse eines Experten 110
IV. Kognitive Prozesse eines Unternehmers zur optimalen Entscheidungsfindung und ihre Gütekriterien 112
a. Die Erinnerung als Kausalfaktor von Problemrepräsentation und Entscheidung 112
b. Intelligenz: Effiziente Bearbeitung wohl-strukturierter Probleme 115
c. Die kreative Idee als nützliche und neue Lösung schlecht-strukturierter Probleme 116
D. Gütekriterien von Emotionen in ihrer Doppelfunktion des Erlebens und Verhaltens 119
I. Die Bewertung von Wissen und Wahrnehmung 121
a. Emotionsqualität und Kognitionsbewertung 122
b. Emotion, Wahrnehmung und Denken 123
II. Motivation und Emotionen: Theoretische und empirische Erkenntnisse unter besonderer Berücksichtigung der Streßforschung 124
III. Typisierung von erfolgsrelevanten Emotionen 125
2. Hauptteil: Entwicklung eines Instruments zur Unternehmerbeurteilung 129
Kap. 8. Grundlagen des Verstehens des unternehmerischen Entscheidungsprozesses im Kreditgespräch 133
A. Schlüsselqualitäten des Wyer/Srull-Modells für die Unternehmerbeurteilung 133
I. Die Unabhängigkeit des Denkens vom Kontext 133
II. Die Identität und Standardisierung von Wissen und Problemrepräsentation 134
III. Die Konstanz von Wissen und Erfahrung 135
IV. Die emotionale Bewertung von Wissen und Zielen 136
B. Über die Verpflichtung des Unternehmers zur wahrheitsgemäßen Auskunftserteilung 137
I. Die Verpflichtung des Unternehmers zu konsistenten Äußerungen aus der Struktur offener Gespräche 138
II. Automatische vs. konstruierte Äußerungen: Zur Begründung der Identität von Wissen und Denken und ihrer Bestimmung im Kreditgespräch 139
Kap. 9. Die Lebensgeschichte des Unternehmers als Hintergrund seiner Kompetenz 145
A. Kritische Lebensereignisse: Wissenserwerb und Erfahrungsbildung an Markierungspunkten der Lebensgeschichte 146
B. Das Wissen von der eigenen Person 147
I. Bestandteile des unternehmerischen Selbstbildes 149
a. Selbstkonzepte als Quelle der Motivation zur Weiterentwicklung der eigenen Lebensgeschichte 150
b. Die kognitive Struktur von Selbstkonzepten 151
II. Der Vergleich mit anderen Menschen zur Beurteilung der eigenen Kompetenz 153
Kap. 10. Die Gestaltung des Kreditgespräches 157
A. Äußerungstypen und ihr Einfluß auf die Rekonstruktion des Entscheidungsprozesses im Kreditgespräch 158
I. Die Ganzheit von Erzählungen 162
a. Die inhaltliche Struktur einer Erzählung 162
b. Die Konsistenzverpflichtung des Erzählers 166
II. Beschreibung und Argumentation als weitere Äußerungstypen 168
B. Maximen zur Kreditgesprächsführung 170
I. Maxime der Offenheit 170
II. Maxime der Zurückhaltung 173
III. Maxime der Ganzheitlichkeit 177
Kap. 11. Unternehmerbeurteilung als Sprachanalyse 179
A. Das Verstehen von Sprache 180
I. Der Beitrag der Kategorisierung in Form der Prototypentheorie zum Verstehen wortgetreu gemeinter Ausdrücke 181
a. Verstehen als Vergleich zwischen der Äußerung und dem Prototyp der relevanten Kategorie 182
b. Sprachgebrauch, Expertise und konzeptionelle Kompetenz 185
II. Die Dynamik der Kategorisierung als Bedingung des Verstehens metaphorischer Äußerungen 187
a. Der Zweck metaphorischer Äußerungen 187
b. Verstehen von Metaphern 189
B. Das Gesprächsprotokoll und seine Auswertung 191
I. Der Aufbau der Formblätter für das Gesprächsprotokoll 192
II. Die Auswertung 198
a. Die Beurteilung des Interesses 200
b. Die Beurteilung der Entscheidungsgüte 201
1. Die Metaphernanalyse 201
2. Die Analyse wortgetreuer Ausdrücke 202
3. Bewertung von Überzeugungskraft und Ausgewogenheit des Wissens 204
c. Die Beurteilung des Selbstbildes 206
d. Die Beurteilung der Wahrnehmungsgüte 207
e. Die Beurteilung von Motivation und Willenskraft 208
f. Die Beurteilung von Intelligenz und Kreativität 209
g. Die Beurteilung der tendenziellen Gefühlslage 210
h. Die Bewertung des Kommunikationsgeschicks 211
Schlußbetrachtung 213
Literaturverzeichnis 219