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Der Friede von Brest-Litowsk vom 3. März 1918 mit Russland und der sog. Brotfrieden vom 19. Februar 1918 mit der Ukraine

Die vergessenen Frieden: 100 Jahre später in den Blickpunkt gerückt

Editors: Gornig, Gilbert H. | Eisfeld, Alfred

Abhandlungen des Göttinger Arbeitskreises, Vol. 14

(2020)

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About The Author

Gilbert H. Gornig, Studium der Rechtswissenschaften und politischen Wissenschaften in Regensburg und Würzburg. Ab 1990 Professor für Öffentliches Recht, Völkerrecht und internationales Wirtschaftsrecht an der Georg-August-Universität zu Göttingen und ab 1994 Dekan. Von 1995 bis 2016 Professor für Öffentliches Recht, Völkerrecht und Europarecht an der Philipps-Universität Marburg, Dekan 2006 bis 2012. 1996 bis 2004 Richter am Hessischen Verwaltungsgerichtshof. Gastprofessor an vielen ausländischen Universitäten. Forschungsschwerpunkte: Völkerrecht, Europarecht, Verfassungsrecht, Verwaltungsrecht. Homepage: www.voelkerrecht.com.

Alfred Eisfeld, Studium der Geschichte Ost- und Südosteuropas, der Politischen Wissenschaften und der Zeitungswissenschaften in Bonn und München. Ab 1984 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Osteuropa-Institut München, ab 1987 bis heute beim Göttinger Arbeitskreis e. V., 1990-2001 Geschäftsführender Leiter des Instituts für Deutschland- und Osteuropaforschung des Göttinger Arbeitskreises e. V., 2002-2010 Stellvertretender Direktor, 2011-2016 Wissenschaftlicher Mitarbeiter des Instituts für Kultur und Geschichte der Deutschen in Nordost-Europa an der Universität Hamburg. Vorsitzender der Wissenschaftlichen Kommission für die Deut-schen in Russland und in der GUS e. V. Mitglied mehrerer internationaler wissenschaftlicher Gesellschaften. Forschungsschwerpunkte: Geschichte des Russischen Reiches und deren Nachfolgestaaten, Geschichte, Kultur und Gegenwart der Russlanddeutschen.
Gilbert H. Gornig studied law and political science in Regens-burg and Würzburg. From 1990 professor for public law, international law and international business law at the Georg-August University in Göttingen and from 1994 dean. From 1995 to 2016 professor for public law, international law and European law at the Philipps University Marburg, dean 2006 to 2012. 1996 to 2004 judge at the Hessian Administrative Court. Vi-siting professor at many foreign universities. Research focus: international law, European law, constitutional law, administrative law. Homepage: www.voelkerrecht.com.

Alfred Eisfeld studied the history of Eastern and South Eastern Europe, political science and newspaper science in Bonn and Munich. From 1984 research assistant at the Eastern Europe Institute in Munich, from 1987 until now at the Göttinger Arbeitskreis e. V., 1990-2001 Managing Direc-tor of the Institute for Germany and Eastern European Research of the Göttinger Arbeitskreis e. V., 2002-2010 Deputy Director, 2011-2016 Research Associate at the Institute for Culture and History of Germans in Northeast Europe at the University of Hamburg. Chairman of the Scientific Commission for the Germans in Russia and in the GUS e. V. Member of several international scientific societies. Main research: History of the Russian Empire and its succes-sor states, history, culture and present of the Russian Germans.

Abstract

Der Frieden von Brest-Litowsk vom 3. März 1918 beendete den Ersten Weltkrieg zwischen Sowjetrussland und den Mittelmächten. Die Regierung der Bolschewiki unterzeichnete den Vertrag angesichts der deutschen militärischen Drohung unter Protest, weil sie ansonsten den Erfolg der Oktoberrevolution zu gefährden fürchtete. Den Mittelmächten unter der Führung des Deutschen Reiches kam die Beendigung der Feindseligkeiten im Osten sehr gelegen, da damit der gefürchtete Zweifrontenkrieg beendet war. Die Ukraine schloss schon am 9. Februar 1918 in Brest-Litowsk mit den Mittelmächten einen Separatfrieden, der als »Brotfrieden« bezeichnet wurde. Sowjetrussland musste auf seine Hoheitsrechte in Polen, Litauen und Kurland verzichten. Estland und Livland sowie fast das gesamte Gebiet Weißrusslands blieben von deutschen Truppen besetzt. Die Ukraine und Finnland wurden als selbständige Staaten anerkannt. »The Brest-Litovsk Peace of March 3, 1918 with Russia and the so-called ›Bread Peace‹ of February 19, 1918 with Ukraine. The Forgotten Peace: Moved into Focus 100 Years later«

The Brest-Litovsk Peace of March 3, 1918 ended the First World War between Soviet Russia and the Central Powers. Ukraine already made a separate peace with the Central Powers on February 9, 1918, the so-called »bread peace«. Soviet Russia had to waive its sovereign rights in Poland, Lithuania and Courland. Estonia and Livonia as well as almost the entire area of Belarus remained occupied by German troops. Ukraine and Finland were recognized as inde-pendent states.

Table of Contents

Section Title Page Action Price
Vorwort 5
Foreword 7
Inhaltsverzeichnis 9
Content 11
Abkürzungsverzeichnis/List of Abbreviations 13
Gilbert H. Gornig, Der Frieden von Brest-Litowsk und seine völkerrechtliche Würdigung 15
I. Friedensvertrag von Brest-Litowsk 15
1. Hintergrund 15
a) Februar-Revolution 15
b) Oktoberrevolution 17
2. Waffenstillstand 18
3. Ziele der Vertragsparteien 20
a) Deutschland 20
b) Sowjetrussland 22
4. Friedensvertragsverhandlungen 23
a) Allgemeine Eindrücke 23
b) Erste Verhandlungsrunde 24
c) Zweite Verhandlungsrunde 25
d) Wiederaufnahme der Kampfhandlungen 27
5. Vertragsabschluss 30
6. Inhalt 30
7. Ergänzungsabkommen 33
8. Frieden mit der Ukraine, mit Finnland und mit Rumänien 35
a) Ukraine 35
b) Finnland 36
c) Rumänien 36
9. Weiterer Verlauf des Krieges 37
10. Waffenstillstand von Compiègne und Versailler Friedensvertrag 38
II. Rechtsfragen 39
1. Allgemein 39
2. Gültigkeit 41
a) Verstoß gegen zwingendes Recht 42
b) Unvereinbarkeit mit sonstigen Normen 42
aa) Mängel in der Fähigkeit zum Vertragsabschluss 42
(1) Verfassungsmäßigkeit der Vertretung durch die Bolschewiki 43
(2) Beachtung landesrechtlicher Vorschriften durch die Bolschewiki 44
bb) Willensmängel 45
(1) Zwang gegen Staatsvertreter 45
(2) Zwang gegen einen Staat 45
c) „Ungleiche“ Verträge 47
3. Konkurrenz zwischen Verträgen 49
III. Bewertung 50
Abstract 51
Alexander V. Salenko, Der Frieden von Brest-Litowsk und Russland 55
I. Einleitung: das historische Vorfeld für den Frieden von Brest-Litowsk 55
II. Die Friedensverhandlungen von Brest-Litowsk (22.12.1917–03.03.1918) 57
III. Der Friede von Brest-Litowsk (3.3.1918–13.11.1918): Die Bedingungen des Friedensvertrages für Russland 61
IV. Der Friede von Brest-Litowsk und die langfristigen politischen Konsequenzen 65
Abstract 71
Аннотация 71
Alfred Eisfeld, Der Frieden von Brest-Litowsk und die Deutschen Russlands und der Ukraine 73
Einführung 73
Interministerielle Beratungen 75
Auflösung des Russischen Reiches 79
Die Russlanddeutschen und die Friedensverhandlungen in Brest-Litowsk 80
Fürsorge für die Rückwanderer 82
Interministerielle Beratungen über die Rückwanderung und Ansiedlung von Deutschen 83
Die Wolgadeutschen und die Rückwanderungsfrage 87
Zukunftskonzeptionen im Schwarzmeergebiet 91
Die Wolhyniendeutschen und die Rückwanderungsfrage 95
Zusammenfassung und Ausblick 96
Abstract 98
Jurgita Baur, Der Frieden von Brest-Litowsk und Litauen 101
I. Einleitung 101
II. Vorgeschichte 101
III. Ziele des Friedenvertrages 104
1. Ziele aus deutscher Sicht 104
2. Ziele aus russischer Sicht 105
3. Bedingungen des Vertrags von Brest-Litowsk 106
IV. Langfristige Auswirkungen des Vertrags 106
V. Bedeutung für die territorialen Bestimmungen in Litauen 109
VI. Politische Folgen 110
VII. Zusammenfassung 111
Abstract 111
Hans-Dieter Handrack, Der Frieden von Brest-Litowsk und die baltische Frage 113
I. Die Situation der Deutschbalten 113
II. Das Baltikum und die Westmächte 120
III. Zusammenfassung 129
Abstract 130
Siegrid Krülle, Der Frieden von Brest-Litowsk und Polen 133
I. Einführung 133
II. Rückblick auf Polens Geschichte von der ersten Teilung bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs 134
III. Das Schicksal Polens während des Ersten Weltkriegs 137
1. Kriegsziele der drei Kaiserreiche an der Ostfront 137
2. Besetzung und Verwaltung durch die Mittelmächte 139
3. Das „Regentschaftskönigreich Polen“ – erste Schritte zu einem polnischen Staat 140
4. Druck durch internationale Ereignisse 143
IV. Der Friedensvertrag von Brest-Litowsk 144
1. Vorgespräche und Friedensziele 144
2. Verhandlungsverlauf 146
3. Die Vertragsbestimmungen 150
4. Vertragsfolgen für Polen 152
V. Polen nach dem Vertrag von Brest-Litowsk 153
1. Das Jahr 1918 – auf dem Weg zur Souveränität 153
2. Innenpolitische Konsolidierung und Krisen bis 1935 155
3. Die polnische Grenzziehung 156
VI. Nachwirkungen und Bewertungen des Friedensvertrags von Brest-Litowsk. Vertragsfolgen für die Mittelmächte 156
VII. Zusammenfassung 159
Abstract 159
Vadzim Samaryn, Die Besetzung von Belarus durch deutsche Truppen und der Frieden von Brest-Litowsk sowie seine Folgen für die Belarussen 161
I. Einleitung 161
II. Der Erste Weltkrieg und die belarussische Nationalbewegung 161
III. Besetzung des Territoriums von Belarus durch deutsche Truppen: Wie haben sie die moderne Staatlichkeit indirekt unterstützt? 164
IV. Abschluss des Friedensvertrages in Belarus ohne Belarussen 167
V. Auflösung des Friedensvertrages und weitere Folgen des Friedensvertrages für Belarus 171
VI. Schlussfolgerung 172
Abstract 173
Аннотация 174
Andrii Kudriachenko, Der Separatfrieden mit der Ukraine vom 9. Februar 1918 175
Abstract 191
Eva-Maria Auch, Brest-Litowsk und die erste Republik Aserbaidschan 193
Die Vorgeschichte‍(n) 195
Von der Oktoberrevolution zur Gründung der Aserbaidschanischen Republik (Oktober 1917 – Mai 1918) 199
Von Tiflis über Gjandza nach Baku: Wege zur Staatlichkeit (Mai – September/November 1918) 207
Zusammenfassung 211
Quellen 213
Quelleneditionen 214
Zeittafel: 1917 bis Mai 1919 214
Karten 227
Abstract 230
Autoren 233
Professor Dr. Dr. h.c. Eva-Maria Auch 233
Dr. Jurgita Baur, LL.M. 235
Dr. Dr. h.c. Alfred Eisfeld 237
Professor Dr. Dr. h. c. mult. Gilbert H. Gornig 238
Dr. Hans-Dieter Handrack 239
Dr. jur. Siegrid Krülle 240
Dr. Alexander Salenko, LL.M. (Göttingen) 241
Dr. Vadzim Samaryn 242
Personenverzeichnis 245
Sachverzeichnis 249