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Die vorgeburtliche Geschlechtswahl

Arzner, Sajanee

Schriften zum Öffentlichen Recht, Vol. 1443

(2021)

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About The Author

Sajanee Arzner hat Rechtswissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin, an der Universität La Sapienza in Rom und an der Columbia Law School in New York City studiert. Ihr Rechtsreferendariat hat sie in Berlin und Buenos Aires absolviert. Anschließend folgte das Promotionsstudium an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Inzwischen ist Sajanee Arzner Rechtsanwältin bei GvW Graf von Westphalen in München und schwerpunktmäßig in den Bereichen Prozessführung, Alternative Dispute Resolution und im Hospitality-Sektor tätig. Sajanee Arzner studied law in Berlin (Humboldt University of Berlin), Rome (La Sapienza) and New York City (Columbia Law School). She accomplished her legal traineeship in Berlin and Buenos Aires and completed her PhD program in Munich (Ludwig Maximilian University of Munich). Sajanee Arzner is now an attorney at law at GvW Graf von Westphalen in Munich. She focusses her practice on Litigation, Alternative Dispute Resolution and the hospitality industry.

Abstract

»Prenatal Sex Selection«

The thesis investigates technologies of prenatal sex selection and compares the legal situation in Germany to Indian and US-American regulations. The current legal situation in Germany is then evaluated from a constitutional law perspective. The thesis elaborates on how banning prenatal sex selection contributes to gender equality and concludes on a proposal for a legal reform.
Die Arbeit untersucht reproduktionsmedizinische Methoden und Mittel vorgeburtlicher Diagnostik, die es Eltern ermöglichen, das Geschlecht ihres zukünftigen Kindes vor der Geburt zu wählen, und führt diese einer detaillierten rechtlichen Analyse zu. Die maßgeblichen – überwiegend strafrechtlichen – Gesetzesbestimmungen werden aus deutsch-rechtlicher Perspektive aufgearbeitet und anschließend den jeweiligen Regelungsregimen in Indien und den USA gegenübergestellt. Dabei wird offenbart, dass sich in Indien – ungeachtet der dortigen, sehr restriktiven Gesetzeslage – eine ausgeprägte Verschiebung der natürlichen Geschlechterverhältnisse abzeichnet, während in den USA trotz liberaler Gesetzeslage keine solche Verschiebung erkennbar ist. Der Rechtsanalyse de lege lata folgt eine umfassende (straf-)verfassungsrechtliche Bewertung, auf deren Basis die Bedeutung eines vorgeburtlichen Geschlechtswahlverbots für die Förderung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und die Überwindung geschlechtsspezifischer Rollenbilder herausgearbeitet und ein Reformvorschlag vorgestellt wird.

Table of Contents

Section Title Page Action Price
Vorwort 7
Inhaltsverzeichnis 9
Einleitung 21
Teil 1: Tatsächliche Grundlagen 23
A. Methoden der vorgeburtlichen Geschlechtswahl 23
I. Ablauf und Methoden einer künstlichen Befruchtung 24
1. Extrakorporale Befruchtung 25
a) Gewinnung von Ei- und Samenzellen und Befruchtung in vitro 25
b) Embryonentransfer (ET) 27
2. Intrakorporale Befruchtung 28
II. Präkonzeptionelle Geschlechtswahl 30
1. Entwicklung des Microsort-Verfahrens und Funktionsweise 30
2. Praktische Bedeutung 31
3. Keine Belege für Kindeswohlgefährdung 32
a) Keine physischen Nachteile 32
b) Keine psychischen Nachteile 33
III. Präimplantative Geschlechtswahl 34
1. Untersuchungsmethoden 35
2. Zeitpunkt der PID 36
3. Praktische Bedeutung 37
IV. Pränatale Geschlechtswahl 38
1. Untersuchungsmethoden 38
2. Praktische Bedeutung 40
V. Weiblicher Infantizid 41
B. Motive für eine vorgeburtliche Geschlechtswahl 42
I. Ausschluss eines manifesten Erkrankungsrisikos 42
1. Muskeldystrophie vom Typ Duchenne 44
2. Weitere Erkrankungen 46
II. Ausschluss der bloßen Anlageträgerschaft 47
III. Perspektivische Einsatzbereiche 47
IV. Geschlechtswahl aus nicht medizinischen Gründen 48
1. Family Balancing 48
a) Wachsende Bedeutung der PID-basierten Geschlechtswahl in den USA 48
b) Kein Interesse der Deutschen an der vorgeburtlichen Geschlechtswahl 50
2. Präferenz für Söhne 53
3. Abhängigkeit vom sozio-kulturellen Kontext 55
Teil 2: Rechtliche Grundlagen 56
A. Präkonzeptionelle Geschlechtswahl 56
I. Grundsätzliches Verbot der präkonzeptionellen Geschlechtswahl 57
1. Objektiver Tatbestand 57
a) Tathandlung: Unternehmen einer künstlichen Befruchtung 58
b) Tatmittel: Selektionierte Samenzelle 59
2. Subjektiver Tatbestand 59
a) Bedingter Vorsatz 59
b) Irrtumsproblematik 60
3. Adressaten des Verbots/möglicher Täter- und Teilnehmerkreis 61
4. Konzeption als abstrakt gefährliches Unternehmensdelikt 63
II. Ausnahme 64
1. Auswahl der Samenzelle durch den Arzt 65
2. Muskeldystrophie vom Typ Duchenne 65
3. Ähnlich schwerwiegende geschlechtsgebundene Erbkrankheit 66
4. Drohen der Erkrankung 67
III. Rechtsfolgen eines Verstoßes 67
1. Strafrechtliche Folgen 67
a) Räumliche Geltung des deutschen Strafrechts 67
b) Berufsverbot 69
2. Ordnungsrechtliche Folgen 69
a) Ordnungsrechtliche Ahndung 69
b) Zusammentreffen von Straftat und Ordnungswidrigkeit 70
3. Berufsrechtliche Folgen 71
a) Sanktionen im berufsgerichtlichen Verfahren 71
aa) Berufsrechtlicher Überhang 71
bb) Verletzung von Berufspflichten 73
b) Widerruf der Approbation 74
aa) Approbationswiderruf und Strafverfahren 74
bb) Approbationswiderruf nach einem berufsgerichtlichen Verfahren 75
cc) Folgewirkungen 76
IV. Verhältnis zum strafbewehrten Arztvorbehalt 76
1. Keine Gesetzeskonkurrenz 77
2. Keine analoge Anwendung des persönlichen Strafausschließungsgrunds 77
V. Keine rechtliche Sonderstellung der Eltern 79
1. Keine analoge Anwendung des § 1 Abs. 3 ESchG 79
2. Keine teleologische Reduktion gemäß Art. 6 Abs. 1 GG 80
3. Keine Straffreiheit wegen notwendiger Beteiligung 80
VI. Historischer Kontext 81
1. Die Konzeption des ESchG als Strafgesetz 82
2. Normgenese 83
a) Späte Befassung mit der präkonzeptionellen Geschlechtswahl 83
b) Zunehmend restriktive Gestaltung des Ausnahmetatbestandes 85
VII. Zielsetzung des Geschlechtswahlverbotes und des Ausnahmetatbestandes 87
1. Zielsetzung des grundsätzlichen Verbots 87
2. Zielsetzung des Ausnahmetatbestandes 88
VIII. Missbrauchspotenzial 89
B. Präimplantative Geschlechtswahl 89
I. Entscheidung über den Embryonentransfer 90
II. Präimplantative Untersuchung 91
1. Bewertung der Geschlechtsbestimmung nach den Vorschriften der PID 92
a) Anwendungsbereich 94
aa) Sachliche Einschränkung 94
(1) Keine Erfassung der PID an totipotenten Zellen 94
(2) Erfassung der PID an Throphoblastzellen 96
bb) Zeitliche Einschränkung 98
b) Grundsätzliches Verbot der gezielten Geschlechtsbestimmung 99
aa) Tathandlung: Genetische Untersuchung 99
bb) Konzeption als abstrakt gefährliches Tätigkeitsdelikt 101
cc) Subjektiver Tatbestand 102
(1) Fehlvorstellung über das Entwicklungspotenzial der untersuchten Zellen 102
(2) Fehlvorstellung über die Strafbarkeit der PID an Throphoblastzellen 103
dd) Adressatenkreis des Verbots/möglicher Täter- und Teilnehmerkreis 103
ee) Keine Bestrafung gemäß weiterer Vorschriften 104
c) Ausnahmsweise Rechtfertigung der gezielten Geschlechtsbestimmung 105
aa) Hohes Risiko einer schwerwiegenden Erbkrankheit 107
bb) Zur Herbeiführung einer Schwangerschaft 109
cc) Mit schriftlicher Einwilligung 109
dd) Stand der medizinischen Wissenschaft und Technik 110
ee) Zulässiges Untersuchungsziel 111
ff) Geschlechtsbestimmung als zulässiges Untersuchungsziel 112
gg) Subjektives Rechtfertigungselement 113
d) Keine ordnungswidrige PID 113
aa) Aufklärung und Beratung 114
bb) Positives Votum einer Ethikkommission 115
cc) Besonders qualifizierter PID-Arzt in einem zugelassenen PID-Zentrum 116
2. Feststellung des Geschlechts bei Gelegenheit einer PID 116
a) Rechtfertigung von PGS-Verfahren 117
aa) Schriftliche Einwilligung 117
bb) Zulässiges Untersuchungsziel 117
cc) Herbeiführung einer Schwangerschaft 119
dd) Stand der medizinischen Wissenschaft und Technik 119
ee) Subjektives Rechtfertigungselement 119
b) Keine ausdrückliche Regelung des Umgangs mit Zufallsbefunden 120
c) Mitteilung nur bei hypothetisch rechtmäßiger Erhebung 120
3. Rechtsfolgen 122
a) Strafrechtliche Folgen 122
b) Bußgeldrechtliche Folgen 123
c) Berufsrechtliche Folgen 124
4. Normgenese 124
a) Begleitdokumente 125
b) Gesetzgebungsverfahren 126
5. Zielsetzung 128
a) Knappe Begründung des grundsätzlichen PID-Verbots 128
b) Ausführliche Begründung der Notwendigkeit einer Ausnahme 129
6. Missbrauchspotenzial der PID für eine Geschlechtswahl 130
C. Pränatale Geschlechtswahl 130
I. Schwangerschaftsabbruch 130
1. Tatbestandslosigkeit innerhalb der zwölf-Wochen-Frist 131
2. Rechtfertigung bei medizinisch-sozialer Indikationslage 133
3. Ausnahmsweise Straflosigkeit der Schwangeren 135
a) Persönlicher Strafausschließungsgrund 135
b) Absehen von Strafe 136
II. Pränatale Untersuchung von Embryonen in vivo 137
1. Bewertung der Geschlechtsbestimmung nach den Vorschriften der PND 138
a) Vorgeburtliche genetische Untersuchung 138
aa) Invasive Untersuchungsmethoden 139
bb) NIPD 140
cc) Ultraschalluntersuchung 141
b) Grundsätzliches Verbot 141
c) Ausnahmsweise Zulässigkeit 142
aa) Medizinischer Zweck 142
bb) Abzielen auf bestimmte genetische Eigenschaften 143
cc) Gesundheitsbeeinträchtigung/ Stand der Wissenschaft und Technik 144
(1) Keine Konkretisierung durch die GEKO 144
(2) Ermittlung durch Auslegung 145
(3) Zulässige Geschlechtsbestimmung 146
dd) Keine Untersuchung auf spätmanifestierende Erkrankungen 147
ee) Verfahrensvoraussetzungen 148
(1) Aufklärungsbasierte Einwilligung (Informed Consent) 148
(2) Genetische Beratung 149
(3) Arztvorbehalt 149
(4) Umgang mit Untersuchungsergebnissen und genetischen Proben 150
ff) Geschlechtsbestimmung aus pharmakogenetischen Gründen 150
2. Feststellung des Geschlechts bei Gelegenheit einer PND 151
3. Mitteilung sonstiger Zufallsbefunde 151
4. Rechtsfolgen 153
a) Verbotswidrige gezielte Geschlechtsbestimmung 153
aa) Strafrechtliche Folgen 153
(1) Grundtatbestand 154
(a) Tatbestandsalternativen 154
(b) Konzeption als abstrakt gefährliches Tätigkeitsdelikt 155
(2) Qualifikation 156
(3) Strafbarkeit der gezielten Geschlechtsbestimmung 156
(4) Adressatenkreis des Verbots/möglicher Täter- und Teilnehmerkreis 158
(5) Strafantragserfordernis 159
(a) Faktischer Verfolgungsausschluss 159
(b) Teleologische Reduktion 160
bb) Bußgeldrechtliche Folgen 161
cc) Berufsrechtliche Folgen 161
dd) Verstöße gegen das aufklärungsbasierte Einwilligungserfordernis 161
b) Verstoß gegen das Mitteilungsverbot 162
5. Normgenese 163
a) Begleitdokumente 163
b) Gesetzgebungsverfahren 164
6. Zielsetzung 165
7. Missbrauchspotenzial der PND für eine Geschlechtswahl 166
a) Ultraschalldiagnostik 166
b) Invasive Untersuchungsmethoden 167
c) NIPD 167
D. Das Recht der vorgeburtlichen Geschlechtswahl de lege lata 168
I. Grundsätzliches Verbot der vorgeburtlichen Geschlechtswahl 168
II. Ausnahmsweise Zulässigkeit zum Ausschluss manifester Erkrankungsrisiken 169
E. Das Recht der vorgeburtlichen Geschlechtswahl in Indien und den USA 171
I. Das Recht der vorgeburtlichen Geschlechtswahl in Indien 171
1. Präkonzeptionelle Geschlechtswahl 174
2. Präimplantative Geschlechtswahl 175
3. Pränatale Geschlechtswahl 176
a) Beschränkung des Anwendungsbereichs der PND 177
b) Rechtsfolgen bei Verstoß 178
4. Verschobene Geschlechterverhältnisse trotz restriktiver Gesetzeslage 180
II. Das Recht der vorgeburtlichen Geschlechtswahl in den USA 182
1. Präkonzeptionelle Geschlechtswahl 182
2. Präimplantative Geschlechtswahl 183
a) Keine gesetzliche Beschränkung des Anwendungsbereichs der PID 183
b) Selbstregulierung der PID-Praxis 185
3. Pränatale Geschlechtswahl 186
a) Verbote auf Bundestaatenebene 187
b) Gesetzesinitiativen auf Bundesebene 189
4. Keine Verschiebung der Geschlechterverhältnisse 191
Teil 3: Verfassungsrechtliche Rahmenbedingungen 192
A. Materielle Grenzen der Strafgesetzgebung 192
I. Grundsätzlich weiter Gestaltungsspielraum des Gesetzgebers 193
II. Strafrechtsspezifische Anforderungen an die Verhältnismäßigkeit 195
1. Verbotenes Verhalten 196
2. Unverbindlichkeit der Rechtsgutslehre 198
3. Vereinbarkeit mit dem Wert- und Achtungsanspruch des Normadressaten 200
a) Differenzierung zwischen Individual- und Allgemeinrechtsgütern 200
b) Besondere Sozialschädlichkeit des Verhaltens 201
4. Zusammengefasste Betrachtung der Regelungsziele 202
5. Geeignetheit und Erforderlichkeit 203
a) Zweckförderung und relativ mildestes Mittel 203
b) Unverbindlichkeit des ultima ratio Satzes 204
aa) Keine eigenständige inhaltliche Bedeutung 205
bb) Keine überzeugende Aussicht auf Konstitutionalisierung 206
(1) Absolute Perspektive 206
(2) Relative Perspektive 206
cc) Hohe kriminalpolitische Bedeutung 208
6. Angemessenheit (Verhältnismäßigkeit im engeren Sinn) 208
a) Normative Unrechtsabbildung im Strafrahmen 209
b) Keine Kompensation über die Möglichkeit der Verfahrenseinstellung 210
III. Grundsätzliche Ablehnung verfassungsrechtlicher Kriminalisierungspflichten 211
IV. Umfang der verfassungsgerichtlichen Überprüfung 212
1. Rechtlicher Maßstab 213
2. Einhaltung von Grenzen und dynamische Kontrolldichte 213
3. Keine beschränkte Kontrolldichte 214
a) Unsichere Prognoselage 214
b) Hohe Bedeutung betroffener Rechte und Interessen 216
B. Prozedurale Pflichten 216
I. Pflicht zum Gesetzesmonitoring 217
1. Gesetzesmonitoring in der Rechtsprechung des BVerfG 217
a) (Isolierte) Nachbesserungspflicht 217
b) Beobachtungs- und Überprüfungspflichten 218
2. Verfassungsrechtliche Begründungsansätze 220
a) Rechtsstaatsprinzip und Grundrechte 221
b) Grundrechtliche Schutzpflichten und staatliches Wächteramt 222
c) Bereichsabhängige Pflichtenintensität 223
3. Rechtsfolgen von unzureichendem Gesetzesmonitoring 224
a) Beobachtungs- und Überprüfungspflicht 224
b) Nachbesserungspflicht 225
II. Freiheit des gesetzgeberischen Entscheidungsfindungsprozesses 226
1. Der legislative Entscheidungsfindungsprozess in der Rechtsprechung des BVerfG 226
a) Einstige Ambivalenz des BVerfG 227
b) Paradigmenwechsel der ersten Hartz IV Entscheidung 229
c) Neupositionierung des BVerfG 230
2. Fehlende verfassungsrechtliche Begründbarkeit 231
a) Fehlende Normierung 232
b) Keine Methodenbindung des Gesetzgebers 234
aa) Widerspruch zum Ablauf des Entscheidungsfindungsprozesses 235
bb) Widerspruch zur politischen Natur des Entscheidungsfindungsprozesses 236
3. Folgen für die verfassungsgerichtliche Überprüfung 238
a) Politische Klugheit rationaler Gesetzgebungsverfahren 238
b) Prozessuale Bedeutung der Dokumentation und Begründung 239
C. Reproduktives Selbstbestimmungsrecht und gegenläufige Rechte und Interessen 241
I. Grundrecht auf reproduktive Selbstbestimmung 241
1. Begriffsbildung und dogmatische Herleitung 241
a) Begriffsbildung 242
b) Verfassungsdogmatische Herleitung 243
2. Konkretisierung des Schutzbereichs 244
a) Personeller Schutzbereich 244
b) Sachlicher Schutzbereich 244
aa) Allgemeiner Gewährleistungsumfang 245
bb) Schutzbereichssphären 247
cc) Gewährleistungsgarantien 248
3. Eingriff und Eingriffsrechtfertigung 249
II. Lebens- und Würdeschutz von Embryonen in vivo 251
1. Jedenfalls objektiv-rechtlich begründeter Lebens- und Würdeschutz 252
a) Lebens- und Würdeschutz 253
b) Keine Pflicht zum Diskriminierungsschutz 256
2. Reichweite des embryonalen Lebens- und Würdeschutzes 257
a) Lebensschutz 258
aa) Embryonaler Entwicklungsstand 259
bb) Unzumutbarkeitskriterium 261
cc) Orientierungspunkte für den Schwangerschaftskonflikt 261
b) Würdeschutz 262
3. Konsequenzen für die pränatale Geschlechtswahl 263
a) Medizinisch nicht indizierte Geschlechtswahl 263
b) Bloße Anlageträgerschaft 265
c) Sonstige transgenerationale Gesundheitsrisiken 266
d) Medizinisch indizierte Geschlechtswahl/ manifestes Erkrankungsrisiko 266
e) Wirksames Würde- und Lebensschutzkonzept 268
aa) Restriktion des pränatalen Wissens 268
bb) Keine Kriminalisierungspflicht 269
III. Lebens- und Würdeschutz von Embryonen in vitro 271
1. Beginn menschlichen Lebens mit der Kernverschmelzung 271
2. Jedenfalls objektiv-rechtlich begründeter Lebens- und Würdeschutz 274
3. Reichweite des embryonalen Lebens- und Würdeschutzes 275
a) Lebensschutz 276
aa) Unzumutbarkeitskriterium 276
bb) Perspektivische embryonale Entwicklung 277
cc) Orientierungspunkte für den Präimplantationskonflikt 278
b) Würdeschutz 278
4. Konsequenzen für die präimplantative Geschlechtswahl 279
a) Medizinisch nicht indizierte Geschlechtswahl/bloße Anlageträgerschaft/ transgenerationale Gesundheitsrisiken 279
b) Medizinisch indizierte Geschlechtswahl/ manifestes Erkrankungsrisiko 280
c) Wirksames Würde- und Lebensschutzkonzept 280
IV. Schutz des Wohls zukünftiger Kinder 282
1. Kein widerspruchsfreier Ausweg aus dem Possible People Dilemma 283
2. Verfassungsrechtliche Begründung von Kindeswohlerwägungen 284
a) Verantwortung für zukünftige Menschen 285
b) Elternautonomie und staatliches Wächteramt 286
3. Das Kindeswohl als Schranke reproduktiver Selbstbestimmung 287
a) Kein Recht auf ein Kind mit Gesundheitsbeeinträchtigung 289
b) Kein Recht auf Nutzung experimenteller Methoden und Untersuchungen 290
c) Recht auf Nutzung objektiv „neutraler“ Techniken 291
4. Konsequenzen für die präkonzeptionelle Geschlechtswahl 293
V. Rechte und Interessen Dritter und der Allgemeinheit 293
1. Rechtfertigung des präkonzeptionellen Geschlechtswahlverbots 294
a) Wertungsgeprägte Zielsetzungen 295
aa) Rechtspolitische Kritik 295
bb) Wertungskompetenz des Gesetzgebers 297
b) Bindung der Reproduktionsmedizin an medizinische Indikationen 298
aa) Gründe für die Bindung an medizinische Indikationen 299
bb) Abgrenzung von der wunscherfüllenden Reproduktionsmedizin 300
c) Schutz der natürlichen Geschlechterproportionen 300
aa) Keine aktuell drohende Verschiebung 301
bb) Legitimität staatlicher Risikovorsorge 301
d) Förderung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern 303
aa) Diskriminierungspotenzial einer Geschlechtswahlentscheidung 303
bb) Überwindung geschlechtsspezifischer Stereotype 304
e) Verhältnismäßigkeit 305
2. Unverhältnismäßigkeit einer Strafbewehrung 306
a) Keine Rechtfertigung des sozialethischen Unwerturteils 307
b) Fehlende Erforderlichkeit/keine Angemessenheit 307
3. Verbotsrechtfertigung bei Ausschluss der Anlageträgerschaft und sonstiger transgenerationaler Gesundheitsrisiken 309
4. Keine Verbotsrechtfertigung bei manifesten Erkrankungsrisiken 309
a) Keine Rechtfertigung unter Verweis auf den Diskriminierungsschutz 310
b) Anerkennung persönlicher Entscheidungen 311
c) Schutz der reproduktiven Freiheit von Menschen mit Behinderung 312
d) Präventive Bedeutung der präkonzeptionellen Geschlechtswahl 312
e) Sonstige Erkrankungen mit geschlechtsspezifischer Häufigkeit 313
VI. Keine Pflicht zur Wertungskohärenz 313
1. Wertungswidersprüche im Regelungssystem der Geschlechtswahl 314
2. Keine Wertungsbindung 314
3. Kein Verstoß gegen den allgemeinen Gleichheitssatz 316
VII. Einschränkung der Berufsfreiheit 318
D. Europarechtliche und internationale Vorgaben 318
I. Keine Bindung an die EU-GRCh oder die BMK 318
II. Bindung an die EU-Grundfreiheiten und die EMRK 319
1. Dienstleistungsfreiheit 319
2. Recht auf Achtung des Privat- und Familienlebens 320
a) Schutzbereich und Eingriffsrechtfertigung 321
b) Notwendigkeit in einer demokratischen Gesellschaft 322
c) Konsequenzen für das Recht der vorgeburtlichen Geschlechtswahl 323
Teil 4: Reformvorschlag und Zusammenfassung 326
A. Reformvorschlag 326
I. Reform des Rechts der Reproduktionsmedizin nach dem Vorbild des AME-FMedG 326
1. Vorschlag zur Neuregelung der PID 328
a) Grundsätzliche Befürwortung 329
b) Kritik 333
2. Vorschlag zur Neuregelung der präkonzeptionellen Geschlechtswahl 334
a) Grundsätzliche Befürwortung 334
b) Kritik 335
II. Problem 336
III. Lösung 336
IV. Alternativen 336
V. Kosten 337
VI. Neuregelungsvorschlag 337
1. Ersatz des § 9 AME-FMedG durch § 9 AME-FMedG n.F. 337
2. Ergänzung der Bußgeldvorschriften gemäß § 28 AME-FMedG 337
3. Änderungen des GenDG 338
a) Änderung des § 15 GenDG 339
b) Anpassung des § 25 GenDG 339
c) Anpassung des § 26 GenDG 340
B. Begründung 341
I. Regelung der vorgeburtlichen Geschlechtswahl unter Einbezug aller Geschlechtswahlmethoden 342
1. Erreichung der regulatorischen Zielsetzung des Geschlechtswahlverbots 342
2. Integration der PND zur Geschlechtsbestimmung in den AME-FMedG 343
3. Keine bloße Ergänzung der PID- und PND-Vorschriften 344
II. Begriffliche Klarstellungen 344
III. Schaffung eines Mitteilungsverbots für die PID 345
IV. Differenzierte Gestaltung der Ausnahmeregelungen und der Rechtsfolgen 345
1. Differenzierte Gestaltung der Ausnahmeregelungen 345
a) Präkonzeptionelle Geschlechtswahl 345
b) Präimplantative und pränatale Geschlechtswahl 347
2. Abgestuftes Rechtsfolgenkonzept 348
a) Kriminalstrafrechtlicher Schutz von Embryonen in vivo 348
b) Ordnungsrechtlicher Schutz von Embryonen in vitro 349
c) Berufsrechtliche Absicherung des präkonzeptionellen Geschlechtswahlverbots 350
d) Differenzierung zwischen Geschlechtsbestimmung und Mitteilungsverbot 350
V. Notwendigkeit der Änderung des GenDG 351
1. Anpassung von PID und PND auf ein medizinisch-objektives Regelungsmodell 351
2. Verzicht auf ein Diagnoseverbot spätmanifestierender Erkrankungen 352
3. Sinnvolle Beschränkung des Anwendungsbereichs der PND 353
4. Präzisierung des § 25 Abs. 1 Nr. 3 GenDG 354
5. Kein Strafantragserfordernis 355
6. Ordnungsrechtliche Absicherung des Mitteilungsverbots 355
C. Zusammenfassung der Arbeitsergebnisse in Thesen 356
Literaturverzeichnis 362
Sachwortverzeichnis 374