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Der Grundtatbestand der Gewinneinkünfte

Zur Auslegung des § 18 Abs. 1 Nr. 3 EStG

Schaz, Simon

Schriften zum Steuerrecht, Vol. 155

(2021)

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About The Author

Simon Schaz studierte Jura an der Universität Heidelberg und absolvierte im Anschluss sein Referendariat ebenfalls in Heidelberg. Nach dem Zweiten Staatsexamen im Jahr 2013 war er zunächst als Rechtsanwalt bei einer Wirtschaftskanzlei in Frankfurt a.M. im Bereich Unternehmensnachfolge tätig. Während dieser Zeit nahm er erfolgreich an der Steuerberaterprüfung teil. Seit dem Jahr 2019 ist er als Richter beim Hessischen Finanzgericht tätig. Nachdem er bereits im Jahr 2018 von der Universität Halle-Wittenberg zum Doktor der Wirtschaftswissenschaften promoviert worden war, reichte er im Jahr 2020 eine rechtswissenschaftliche Dissertation bei der Universität Jena ein. Following his studies of law at the university of Heidelberg, Simon Schaz completed his legal clerkship also in Heidelberg. After passing the Second State Examination in 2013, he initially worked as a lawyer for a major tax law firm in Frankfurt a.M., specializing in the field of corporate succession. During this time he successfully passed the tax advisor examination. Since 2019 he has worked as a judge at the Hessian Court of Finance. After receiving his doctorate in economics from the University of Halle-Wittenberg in 2018, he has submitted a dissertation in law to the University of Jena in 2020.

Abstract

Der Einkünftetatbestand der sonstigen selbständigen Arbeit in § 18 Abs. 1 Nr. 3 EStG wird nach heute allgemeiner Ansicht eng ausgelegt. Eine Tätigkeit kann demnach nur dann unter diesen Tatbestand fallen, wenn sie den drei im Gesetz genannten Tätigkeiten (Testamentsvollstreckung, Vermögensverwaltung, Aufsichtsratstätigkeit) ähnlich ist. Der Autor untersucht anhand der klassischen Auslegungsmethoden, ob diese Ansicht haltbar ist. Er kommt insbesondere durch Heranziehung der historischen Vorläufernormen zu dem Ergebnis, dass die sonstige selbständige Arbeit einen erheblich größeren Anwendungsbereich hat, nämlich dass jede unabhängig und höchstpersönlich ausgeübte Tätigkeit die Voraussetzungen der Norm erfüllt. Nach Auffassung des Autors bilden somit die Einkünfte des § 18 Abs. 1 Nr. 3 EStG und nicht – wie allgemein angenommen – die Einkünfte aus Gewerbebetrieb gemäß § 15 EStG den Grundtatbestand der sog. Gewinneinkünfte (d.i. Land- und Forstwirtschaft, Gewerbebetrieb, selbständige Arbeit). »The Basic Type of Profit Income. An Interpretation of Section 18 (1) no. 3 of the German Income Tax Act«

So far Section 18 (1) no. 3 of the German Income Tax Act (»Income from other self-employment«) has been rather inconspicuous within the tax law practice. The author, however, reaches the conclusion, using the classical methods of interpretation, that this provision constitutes the basic form of the so-called profit income (i.e. agriculture and forestry, trade, self-employment).

Table of Contents

Section Title Page Action Price
Vowort 5
Inhaltsverzeichnis 7
Abkürzungsverzeichnis 11
1. Teil: Einleitung und Gang der Untersuchung 15
2. Teil: Begriffsklärungen und praktische Folgerungen 19
A. Der Begriff des „Grundtatbestandes der Gewinneinkünfte“ 19
B. Praktische Folgerungen der hier verfolgten These 21
3. Teil: Grammatische Auslegung des § 18 Abs. 1 Nr. 3 EStG 24
4. Teil: Historische Auslegung und Anwendung des § 18 Abs. 1 Nr. 3 EStG und seiner Vorläufernormen 29
A. Preußisches Einkommensteuergesetz von 1891 29
B. Einkommensteuergesetze der Hansestädte 32
I. Das Hamburger Einkommensteuergesetz von 1881 34
II. Die Hamburger Einkommensteuergesetze von 1895 und 1903 35
III. Die letzten Einkommensteuergesetze der Hansestädte 38
IV. Fazit 40
C. Reichseinkommensteuergesetz von 1920 41
D. Reichseinkommensteuergesetz von 1925 43
E. Reichseinkommensteuergesetz von 1934 48
F. Rechtsprechung des BFH und der Finanzgerichte 53
I. Rechtsprechung bis ins Jahr 1976 53
II. Grundsatzurteil im Jahr 1977 56
III. Die Konkretisierung der Ähnlichkeitshypothese 58
IV. Urteil des FG Thüringen im Jahr 2000 60
V. Reaktionen anderer Finanzgerichte und des BFH auf das Urteil des FG Thüringen 62
VI. Die (zaghafte) Wende in der Rechtsprechung des BFH 65
VII. Epilog: Urteil des FG Baden-Württemberg im Jahr 2016 68
G. Fazit 70
5. Teil: Systematische Auslegung des § 18 Abs. 1 Nr. 3 EStG 73
A. Einkommensteuergesetz 73
I. § 18 Abs. 1 Nr. 3 EStG im Binnensystem des § 18 EStG 73
1. Die Stellung des § 18 Abs. 1 Nr. 3 EStG innerhalb des § 18 Abs. 1 EStG 73
a) § 18 Abs. 1 Nr. 1 EStG 74
aa) Die bloße Existenz des § 18 Abs. 1 Nr. 1 EStG 74
bb) Die Verwendung des Begriffs „ähnlicher Berufe“ 76
cc) Die Vervielfältigungstheorie 76
b) § 18 Abs. 1 Nr. 2 EStG 88
c) § 18 Abs. 1 Nr. 4 EStG 90
2. § 18 Abs. 2 EStG 92
3. § 18 Abs. 3 und 4 EStG 94
II. Die Abgrenzung des § 18 Abs. 1 Nr. 3 EStG von den anderen Gewinneinkünften 95
1. Land- und Forstwirtschaft (§§ 13 ff. EStG) 95
2. Gewerbebetrieb (§§ 15 ff. EStG) 96
a) Die Gesetzesbegründung von 1934 96
b) § 15 Abs. 2 Satz 1 EStG und seine Geschichte 99
c) Die Abgrenzung nach der Vervielfältigungstheorie 106
III. Die Abgrenzung des § 18 Abs. 1 Nr. 3 EStG von den Überschusseinkünften und der privaten Vermögensverwaltung 112
1. Nichtselbständige Arbeit (§ 19 EStG) 112
2. Kapitalvermögen (§ 20 EStG) 112
3. Vermietung und Verpachtung (§ 21 EStG) 113
4. Sonstige Einkünfte (§ 22 EStG) 113
5. Private Vermögensverwaltung 114
IV. Gewinnermittlungs- und Buchführungsvorschriften 114
1. Buchführungspflicht 114
a) § 140 AO 115
b) § 141 AO 116
2. Aufzeichnung des Wareneingangs und -ausgangs 117
3. Fazit 119
V. Beschränkte Einkommensteuerpflicht 119
B. Gewerbesteuergesetz 120
C. Bewertungsgesetz 123
D. Umsatzsteuergesetz 125
E. Verfahrensrecht 127
I. § 19 Abs. 3 Satz 1 und § 180 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 lit. b AO 127
II. § 138 Abs. 1 Satz 3 und § 193 Abs. 1 AO 129
F. Exkurs: Zugehörigkeit zur IHK 130
G. Fazit 131
6. Teil: Resümee 132
Literaturverzeichnis 135
Sachverzeichnis 140