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Die Ordonnance de la marine und die französische Versicherungspraxis

Die Entwicklung des Versicherungsvertragsrechts in Frankreich vom Guidon de la mer bis zum Code de commerce

Karmann, Silvia Kristin

Comparative Studies in the History of Insurance Law / Studien zur vergleichenden Geschichte des Versicherungsrechts, Vol. 9

(2021)

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About The Author

Silvia Kristin Karmann legte nach dem Studium der Rechtswissenschaft an der Universität Augsburg 2014 die Erste Juristische Prüfung ab. Nach dem Referendariat im Oberlandesgerichtsbezirk München absolvierte sie 2016 die Zweite Juristische Staatsprüfung. Von 2016 bis 2020 war sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin an den Lehrstühlen von Prof. Dr. Phillip Hellwege und Prof. Dr. iur. utr. Christoph Becker an der Universität Augsburg beschäftigt. Zeitgleich schrieb sie ihre Dissertation im Rahmen des vom ERC geförderten Projekt CHILE unter Betreuung von Prof. Dr. Phillip Hellwege. Seit Oktober 2020 arbeitet Silvia Kristin Karmann als Associate bei Baker & McKenzie in München. Silvia Kristin Karmann began studying law at the University of Augsburg in 2009 and passed the Referendar Exam in 2014. After the legal clerkship in the District of the Higher Regional Court of Munich she graduated with the Assessor Exam in 2016. From 2016 to 2020 she worked as a Research Assistant at the chairs of Prof. Dr. Phillip Hellwege M.Jur. (Oxford) and Prof. Dr. iur. utr. Christoph Becker at the University of Augsburg. During the same time, she wrote her dissertation in the ERC-funded project CHILE under the supervision of Prof. Dr. Phillip Hellwege. Since October 2020 Silvia Kristin Karmann is an Associate at Baker & McKenzie, Munich.

Abstract

Die als Teil des ERC-Projekts »CHILE« verfasste Arbeit untersucht den Einfluss der Versicherungspraxis auf die erste französische Versicherungsvertragsgesetzgebung. Untersuchungsgegenstand waren daher die Versicherungsvertragsbestimmungen der ›Ordonnance de la marine‹ von 1681, die vorherigen Seeversicherungsverträge aus Frankreich und der ebenfalls zuvor abgefasste ›Guidon de la mer‹ sowie der später folgende ›Code de commerce‹ von 1807. Zweifellos festgestellt wird, dass die vor den gesetzlichen Regelungen vertraglich vereinbarten Versicherungsbedingungen maßgeblich zum Inhalt der Bestimmungen der ›Ordonnance de la marine und des Code de commerce‹ beigetragen haben. Im Ergebnis besteht also ein evidenter Einfluss der Versicherungspraxis auf die ersten französischen Versicherungsvertragsgesetze. Daneben erscheint ein zumindest partieller Einfluss der früheren Versicherungsgesetze der Nachbarländer sowie der in der Praxis entwickelten versicherungsspezifischen Grundsätze wahrscheinlich. »The Ordonnance de la Marine and the French Insurance practice. The Development of Insurance Contract Law in France from the Guidon de la Mer to the Code de Commerce«

Being part of the ERC-funded project »CHILE«, the study examines the influence of the insurance practice on the first insurance contract law in France. Thus, the research focused on the ›Ordonnance de la marine‹ from 1681 and the precedent French marine insurance contracts. The results of the study established an evident influence of these previous insurance policies on the content of the legal regulations of the ›Ordonnance de la marine‹ and the following ›Code de commerce‹ from 1807.

Table of Contents

Section Title Page Action Price
Vowort 7
Inhaltsübersicht 9
Inhaltsverzeichnis 11
Abkürzungsverzeichnis 16
§ 1 Einführung 17
A. Forschungsstand 18
B. Forschungsziel und Gang der Arbeit 19
C. Historische Definition der Versicherung 22
Teil I: Die historische Entwicklung der Versicherungspraxis und des Versicherungsrechts 27
§ 2 Die Versicherungspraxis 27
A. Genese des Versicherungsvertrags 28
B. Allgemeine Entwicklung der Versicherung in Frankreich 33
I. Entwicklung der Versicherungsverträge in Frankreich 33
II. Entwicklung der Versicherer 34
C. Konkrete Entwicklung in einzelnen Hafenstädten 37
I. Marseille 38
1. Die ersten Seeversicherungsverträge 40
2. Seeversicherungsverträge im 16. Jahrhundert 42
3. Vorformulierte Versicherungspolicen des 17. Jahrhunderts 45
4. Handschriftlich abgefasste Seeversicherungsverträge des 17. Jahrhunderts 48
5. Seeversicherungsverträge des 18. Jahrhunderts 51
II. Bordeaux 52
1. Seeversicherungsverträge bis zum 17. Jahrhundert 53
2. Seeversicherungsverträge im 17. Jahrhundert 56
3. Seeversicherungsverträge des 18. Jahrhunderts 57
III. Rouen 60
1. Seeversicherungsverträge des 17. Jahrhunderts 62
2. Seeversicherungsverträge des 18. Jahrhunderts 64
D. Zusammenfassung 66
§ 3 Die Rechtsquellen des Versicherungsvertragsrechts 67
A. Gewohnheitsrecht, Sammlungen von Gebräuchen und erste Gesetzgebung 67
B. Ordonnance de la marine (1681) 70
C. Code de commerce (1807) 72
D. Zusammenfassung 73
Teil II: Der Einfluss der Versicherungspraxis auf die Versicherungsvertragsgesetzgebung 75
§ 4 Form der Versicherungspolice 76
A. Schriftform der Versicherungspolice 77
B. Öffentliche Beurkundung der Versicherungspolice 79
C. Verbot von Blankourkunden 83
D. Fazit zur Form der Versicherungspolice 84
§ 5 Angaben in der Police 85
A. Vertragsparteien 86
B. Angabe der Güter, Schiffe, Kapitäne und Häfen 89
I. Versicherungspraxis und Gesetzgebung 90
II. Gesetzlich erlaubte Abweichung von der Angabepflicht 94
III. Fazit zu den Angaben der Güter, Schiffe, Kapitäne und Häfen 96
C. Dauer der Versicherung 97
D. Versicherung auf bestimmte Zeit 101
E. Prämien 104
I. Angabe in der Police 105
II. Erhöhung der Prämie im Fall des Krieges 108
III. Zahlungsmodalitäten 109
IV. Fazit zu den Prämien 114
F. Schiedsklausel 115
I. Ordonnance de la marine und Code de commerce 115
II. Versicherungspraxis 116
III. Fazit zu den Schiedsklauseln 120
G. Öffnungsklausel zu den Vertragsbedingungen 121
H. Fazit zu den Angaben in der Police 123
§ 6 Versicherungsgegenstand 124
A. Sachen 125
I. Waren und Schiffe 125
II. Die Zehntel-Regelung 128
B. Versicherung nach Verlust oder Ankunft des Versicherungsgegenstandes 133
I. Vermutung der Kenntnis 136
II. Rechtsfolgen positiver Beweisführung 141
III. Fazit zur Versicherung nach Verlust oderAnkunft des Schiffes 142
C. Personen 143
I. Versicherung des Lebens von Personen 143
II. Versicherung der Freiheit von Personen 147
III. Fazit zur Versicherung von Personen 153
D. Weitere Nichtigkeitsgründe 154
I. Die zu verdienende Fracht 154
II. Der erhoffte Gewinn 158
III. Die Löhne der Seeleute 159
IV. Zwischenfazit 160
V. Auf Bodmerei geliehenes Geld 161
VI. Fazit zu den weiteren Nichtigkeitsgründen 163
E. Zusammenfassung zum Versicherungsgegenstand 163
§ 7 Rückversicherung und Versicherung der Zahlungsfähigkeit 165
A. Rückversicherung 166
B. Versicherung der Zahlungsfähigkeit 168
C. Versicherung der Kosten der Versicherung 169
D. Regelungen im Code de commerce 172
E. Fazit zur Rückversicherung und Versicherung der Zahlungsfähigkeit 173
§ 8 Bewertung und Nachweis 173
A. Bewertung der Versicherungsgegenstände in der Police 174
B. Überschreitung des tatsächlichen Wertes der versicherten Güter 178
C. Keine Bewertung der Waren in der Police 180
D. Bewertung bei Tauschgeschäften 182
E. Mehrfachversicherung 184
F. Überversicherung 189
G. Verpflichtung zur Angabe aller Versicherungen 193
H. Fazit zu Bewertung und Nachweis 198
§ 9 Risiken 198
A. Versicherte Risiken der Ordonnance de la marine 200
I. Die Übernahme der Risiken aus den Seeversicherungsverträgen 201
1. Allgemein formulierte Risiken 201
2. Versicherung nur einzelner Risiken 204
3. Zunehmende Konkretisierung der versicherten Risiken 205
II. Die Übernahme der Gefahren aus dem Guidon de la mer 211
III. Die Gefahren im Code de commerce 212
IV. Fazit zu den versicherten Risiken 213
B. Nicht versicherte Risiken der Ordonnance de la marine 214
I. Änderung der Route oder Reise 214
1. Änderung der Route 218
2. Änderung des Bestimmungsorts nach Beginn der Reise 221
3. Abbruch der Reise vor ihrem Beginn 224
4. Regelungen im Code de commerce 226
5. Fazit zur Änderung der Route oder Reise 228
II. Austausch des Schiffes 228
III. Verschulden des Versicherungsnehmers 234
IV. Baraterie de patron 238
V. Mangel in der Beschaffenheit der Sache 244
VI. Bezeichnungspflicht für leicht auslaufende Waren 247
VII. Gewöhnliche Kosten des Schiffes und der Waren 252
VIII. Aufteilung der Versicherung auf mehrere Schiffe 253
IX. Versicherung an Land 256
C. Zusammenfassung der Übernahme der Risiken 259
§ 10 Versicherungsleistung im Versicherungsfall 261
A. Der Begriff Abandon 262
B. Die Schadensanzeige im Versicherungsfall 263
C. Zahlung der versicherten Summe 268
D. Fälle der Möglichkeit des Abandons 274
E. Ausschluss des Abandons 280
F. Teilweiser Abandon und Entschädigung von Havarien 282
I. Teilweiser Abandon 283
II. Entschädigungsanspruch bei Havarien 285
G. Fristen zur Geltendmachung der Ansprüche durch den Versicherungsnehmer 289
I. Bei Verlust 289
II. Bei Beschlagnahme 294
III. Keine Nachricht vom Schiff 297
H. Mitwirkungspflicht bei der Wiedererlangung der Versicherungsgegenstände 303
I. Klauseln in den Versicherungspolicen 303
II. Schiffbruch und Strandung 305
III. Beschlagnahme durch eine fremde Macht 307
IV. Kaperung 309
V. Fazit zur Mitwirkungspflicht zur Wiedererlangung des Versicherungsgegenstands 313
I. Nachweispflicht des Versicherungsnehmers 314
J. Möglichkeit des Gegenbeweises 319
K. Eigentumsverhältnisse nach dem Abandon 322
L. Fazit zur Versicherungsleistung im Versicherungsfall 325
§ 11 Resümee 327
Quellenverzeichnis 330
I. Archivalien 330
II. Gesetze, Verordnungen, sonstige Normen 330
III. Urkundeneditionen 332
Literaturverzeichnis 333
Sachverzeichnis 343