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Mitdasein und Seinsfrage

Systematische Untersuchung der Interexistenzialität in Heideggers Fundamentalontologie

Ivanoff-Sabogal, Christian

Philosophische Schriften, Vol. 105

(2021)

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About The Author

Christian Ivanoff-Sabogal, geboren in Lima, Perú, Bachelorstudium der Philosophie an der Pontificia Universidad Católica del Perú 2006-2010; Masterstudium der Philosophie an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg 2012-2014; Promotion in der Fachrichtung Philosophie an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg 2017-2020. Aufsätze über Heideggers Denken in spezialisierten Zeitschriften aus Spanien (›Cuadernos Salmantinos de Filosofía‹; ›Anales del Seminario de Historia de la Filosofía‹; ›Endoxa‹), Deutschland (›Heidegger Studien‹), Italien (›Bollettino Filosofico‹) und Slowenien (›Phainomena‹). Christian Ivanoff-Sabogal, born in Lima, Perú, studied Philosophy at the Pontificia Universidad Católica del Perú 2006-2010; Master's degree in Philosophy at the Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg 2012-2014; Doctorate in Philosophy at the Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg 2017-2020. Publications concern articles on Heidegger's Philosophy in specialized journals from Spain (›Cuadernos Salmantinos de Filosofía‹; ›Anales del Seminario de Historia de la Filosofía‹; ›Endoxa‹), Germany (›Heidegger Studien‹), Italy (›Bollettino Filosofico‹) and Slovenia (›Phainomena‹).

Abstract

Diese Untersuchung hat zum Ziel, das Wesensverhältnis zwischen Interexistenzialität und Seinsfrage immanent offenzulegen. Die systematische Herausarbeitung erwächst aus zwei einfachen Fragen: Wie wird der Mitmensch in der seinsvergessenden Uneigentlichkeit in seinem Sein vortheoretisch verstanden? Wie ist im Gegenzug dazu, das eigentliche Verständnis des Mitmenschen hermeneutisch-phänomenologisch zu entschlüsseln und zu exponieren? Im Rahmen der Fundamentalontologie Heideggers konstituiert sich das spezifische Thema aus Sachfeld (Interexistenzialität), Sachhorizont (Seinsfrage), Sachhinsicht (Uneigentlichkeit und Eigentlichkeit) und Leitfaden (Flucht). Der Einblick in diesen Sachzusammenhang macht ganz allgemein zweierlei sichtbar: die verstellenden Folgen der Seinsvergessenheit im Horizont der Interexistenzialität und die Grundrolle der Seinsfrage für die Gewinnung des wesensmäßigen Verständnisses und Verhaltens angesichts des Mitmenschen als jeseinig-existierendes Mitdasein. »›Mitdasein‹ and Question of Being. Systematic Investigation of Interexistentiality in Heidegger's Fundamental-Ontology«

How is the fellow man in his being pre-theoretically understood in the inauthenticity, for example as ready-to-hand, as ›Mitdasein‹? How is the authentic understanding of the fellow man to be hermeneutically-phenomenologically deciphered and exposed? The thematic aim of this systematic-immanent investigation is to bring to an understanding the essential connection, which Heidegger repeatedly pointed out, between human relationships and being as such.

Table of Contents

Section Title Page Action Price
Vorwort 5
Inhaltsverzeichnis 7
§ 1 Thematisch-methodologischer Vorblick der Untersuchung 11
a) Sachfeld, -horizont, -hinsicht und Leitfaden des vorliegenden Themas 11
b) Methodologische Richtlinien und Stellungnahme zur Forschungsliteratur 14
c) Problemstellung und einzelne Schritte 17
Erstes Kapitel: Dasein und Mitsein: Erörterung der Integrierung des interexistenzialen Wesensmoments in die Seinsverfassung des Da-seins 21
§ 2 Hermeneutische Phänomenologie der Interexistenzialität 21
a) Abgrenzung gegenüber Erkenntnistheorie, Anerkennung, Sozialität und „Du“ 22
b) Herangehensweise in der Alltäglichkeit und ihre begriffliche Differenzierung 26
§ 3 Faktizität des Miteinanderseins in der inhaltlichen Alltäglichkeit 33
a) Die vier basalen Grundstufen der interexistenziellen Anwesenheit 34
b) Perspektivität des Daseinsphänomens und ihre Bedeutung für das Mitdasein 42
§ 4 Das wesensausmachende Mitsein und die alltäglichen Weisen der Fürsorge 44
§ 5 Jemeinige Existenz als koordinierende Grundinstanz der Fremdbezogenheit 52
§ 6 Mitwelt und die Problematik der apriorischen Weltlichkeit qua Bedeutsamkeit 60
a) Mitwelt, Umwelt und die Welt als Weltlichkeit 61
b) Die immanente Grenze der Welt in Sein und Zeit angesichts der Interexistenzialität 68
§ 7 Gemeinsame Erschlossenheit des Seins und die ursprüngliche Verständigung 69
Exkurs: Die artikulierende Rede und ihre Verweltlichung in der Sprache 77
§ 8 Ursprungsquelle der Interexistenzialität im Faktum des Seinsverständnisses 78
a) Die Miterschlossenheit aus der Verflechtung zwischen Mitsein und Seinsverständnis 79
b) Seinsverständnis als Grundstein des fundamentalontologischen Vorhabens 85
c) Übergang: Konkretion des Mitseins gemäß der uneigentlichen Modalität 88
Zweites Kapitel: Mitsein und Uneigentlichkeit: Erläuterung der seinsvergessenden Erschlossenheit in der uneigentlichen Modifikation der Sorgeverfassung 90
§ 9 Konstitutive Unheimlichkeit des Da-seins aus der Endlichkeit der „Sorge“ 90
a) Der geworfene Entwurf und das Mitseinkönnen ausgehend vom Umwillen 91
b) Die dreiseitige Endlichkeit der „unabgeschlossenen“ Sorgestruktur 95
§ 10 Dreifache Hinsicht auf die Wurzel der Uneigentlichkeit im Vorontologischen 98
§ 11 Das dritte Moment der Sorgestruktur und die verfallende Selbstverdeckung 105
a) Die existenziale Formalität der Sorgeverfassung und der Ort des Mitseins 105
b) Die ins Spiel kommende Verfallenheit als nähere Bestimmung der Uneigentlichkeit 110
§ 12 Veräußerlichende Tendenz im zweidimensionierten Phänomen des Man-selbst 114
a) Vorbereitende Unterscheidung zwischen der Interexistenzialität und dem Man 115
b) Die selbst- und fremdbezogene Ausgelegtheit im uneigentlichen Wer 118
§ 13 Die ontologische Rückstrahlung im Aufgehen in der „Welt“ 127
a) Ontologische Rückstrahlung aus der kategorialen Um-zu-Struktur der „Welt“ 128
b) Wechselspiel zwischen verfallendem Aufgehen und öffentlicher Man-Ausgelegtheit 135
§ 14 Die zerstreuende Neugier in der besorgenden Suche nach Neuem 137
a) Formale Ausbreitung der kategorialen Um-zu-Struktur auf die „freie“ Umsicht 138
b) Die vorausgesetzte Um-zu-Struktur am kontrastierenden Beispiel der Langeweile 142
Drittes Kapitel: Uneigentlichkeit und Mitdasein: Entfaltung des uneigentlichen Verständnisses vom verstellten Mitdasein im Fluchtgeschehen 147
§ 15 Übergang zur Ich-Du-Problematik und heuristischer Begriff „Fluchtmittel“ 147
§ 16 Verstellendes Verständnis des Mitdaseienden als Wohin der Flucht 153
a) Erwartete Geeignetheit des verfügbar „zuhandenen“ Mitdaseienden 153
b) Das „zuhandene“ Mitdaseiende im zeitlich-besorgenden Wirbel der Neuigkeiten 157
§ 17 Beleg und Unterbrechung des Fluchtgeschehens im Lichte der Angstanalyse 160
a) Der Rückblick aus der Angst auf das uneigentlich interexistenzielle Verständnis 161
b) Der Vorblick aus der Angst auf ihre nicht solipsistische Vereinzelung 167
c) Ontologische Dimension der Todesangst: Erschlossenheit und Ver-schlossenheit 169
d) Methodische Notwendigkeit des existenzialen Todesphänomens 171
§ 18 Das existenziale Todesphänomen in Anbetracht der Sammlung im Da-sein 173
a) Möglichkeitsblindheit des aufgehenden Man aufgrund der Vorhandenheit-Nivellierung 173
b) Existenzialer Tod als verhältnismäßige Seinsmöglichkeit 175
c) Vereinzelnder Eigencharakter des formal-apriorisch vereinzelten Todesverhältnisses 178
d) Vorlaufende Entschlossenheit zum Tode als Freilegung des Endlichkeitshorizontes 181
Viertes Kapitel: Mitdasein und Eigentlichkeit: Anvisierung vom ontisch-ontologischen Seinlassen des jeseinigen Mitdaseins aus der jemeinigen Endlichkeit 188
§ 19 Übergang: Selbstanzeigende Richtung der Eigentlichkeit in der Todesangst 188
§ 20 Umschlag des vorontologischen Seinsverständnisses in der Selbstübernahme 191
a) Selbsthafte Durchsichtigkeit und fremdbezogene Rücksicht 191
b) Weltvertrautheit der Zuhandenheit und positive Tendenz gegenüber der Vorhandenheit 194
c) Verdeckungstendenz: Unmöglicher Umschlag dank eines Mitdaseins 196
§ 21 Seinlassende Eigentlichkeit als Möglichkeitsbedingung der Ich-Du-Beziehung 199
a) Überblick über die interexistenziale Problematik aus dem jemeinigen Tode 200
b) Miterschlossenheit in der befreienden Fürsorge aus den Todescharakteren 202
c) Seinlassen in der eigentlichen Fürsorge: Verstehen und Verhalten 208
d) Die zugrunde liegende Endlichkeit im ausgezeichneten Miteinandersein 213
§ 22 Diskussion des Schweigens und Umriss des eigentlichen Gesprächs 215
a) Die Verschwiegenheit in der Gewissensangst und das Schweigen-können 215
b) Das daseinsmäßige Sichaussprechen und die Möglichkeit des eigentlichen Gesprächs 218
§ 23 Abschluss: Seinsvergessenheit, Mitdasein und Seinsfrage 223
§ 24 Rückblick und ein um-kehrender Ausblick 226
Literaturverzeichnis 230
I. Primärtexte 230
II. Sekundärliteratur 233
Sachverzeichnis 243