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Die deutsche und europäische Zusammenschlusskontrolle beim erbrechtlichen Erwerb von Gesellschaftsanteilen

Eine Untersuchung der fusionskontrollrechtlichen Zugriffsmöglichkeiten auf Fälle erbrechtlicher Unternehmensnachfolge

Schubert, Moritz

Schriften zum Wirtschaftsrecht, Vol. 325

(2021)

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About The Author

Moritz B. Schubert studierte Rechtswissenschaften an der Universität Passau mit Schwerpunkt im Gesellschafts- und Kartellrecht. Im Frühjahr 2018 legte er sein erstes Staatsexamen ab und begann seine Promotion an der Universität Regensburg, welche von der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit mit einem Promotionsstipendium gefördert wurde. Während dieser Zeit arbeite Moritz B. Schubert bei mehreren internationalen Kanzleien. Seit 2020 befindet er sich im juristischen Vorbereitungsdienst am Hanseatischen Oberlandesgericht in Hamburg. Moritz B. Schubert studied law at the University of Passau with a focus on corporate and antitrust law. In early 2018, he passed his first state examination and began his doctoral studies at the University of Regensburg, which were supported by a doctoral scholarship from the Friedrich Naumann Foundation for Freedom. During this time, Moritz B. Schubert worked for several international law firms. Since 2020 he is in legal traineeship at the Hanseatic Higher Regional Court in Hamburg.

Abstract

Insbesondere bei Familienunternehmen nimmt die Unternehmensnachfolge eine zentrale Rolle der unternehmerischen Planungen ein. Bisher ungeklärt war dabei, ob die erbrechtliche Unternehmensnachfolge der kartellrechtlichen Zusammenschlusskontrolle unterfällt und wie diese in solchen Fällen anzuwenden ist. Die vorliegende Arbeit zeigt auf, dass die erbrechtliche Unternehmensnachfolge in den Anwendungsbereich der kartellrechtlichen Zusammenschlusskontrolle fällt, wenn der dadurch bewirkte Zusammenschluss die jeweiligen Aufgreifkriterien erfüllt. Auf viele Formen der erbrechtlichen Unternehmensnachfolge ist dabei das bestehende System der präventiven Zusammenschlusskontrolle unverändert anwendbar. Jedoch gibt es Konstellationen, wie insbesondere die Alleinerbschaft oder die Erbschaft von Personengesellschaftsanteilen bei mehreren Erben, in denen das bestehende System an seine Grenzen gerät. Für diese Fälle entwickelt die Arbeit individuelle Lösungsansätze auf Grundlage des bestehenden Rechts. »German and European Merger Control in the Acquisition of Company Shares under Inheritance Law«

This dissertation examines the hitherto unresolved question of the applicability of antitrust merger control to succession under inheritance law. In this respect, it shows that succession under inheritance law is in principle subject to merger control and clarifies how the preventive merger control procedure is to be applied. In those constellations in which these principles are not compatible with each other, the dissertation presents possible solutions.

Table of Contents

Section Title Page Action Price
Vorwort 7
Inhaltsübersicht 9
Inhaltsverzeichnis 11
A. Einleitung 19
I. Problemaufriss und Relevanz 19
II. Gang der Untersuchung 22
B. Voraussetzungen und Ablauf der erbrechtlichen Nachfolge in Gesellschaftsanteile 24
I. Erbschaft 24
1. Alleinerbschaft 25
a) Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH)/Unternehmergesellschaft (UG) 25
b) Aktiengesellschaft (AG) 26
c) Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) 27
aa) Einfache Nachfolgeklausel 27
bb) Qualifizierte Nachfolgeklausel 28
cc) Eintrittsklausel 28
d) Offene Handelsgesellschaft (OHG)/Kommanditgesellschaft (KG)/Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA) 29
2. Mehrheit von Erben 29
a) Anteile an Kapitalgesellschaften 30
b) Anteile an Personengesellschaften 33
3. Zusammenfassung 34
II. Vermächtnis 34
1. Verschiedene Ausgestaltungen des Vermächtnisses 35
a) Stückvermächtnis 35
b) Verschaffungsvermächtnis 36
c) Wahlvermächtnis 36
d) Gattungsvermächtnis 37
2. Ablauf und gesellschaftsrechtliche Voraussetzungen des Vermächtnisses von Gesellschaftsanteilen 37
a) Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) 37
b) Aktiengesellschaft (AG) 38
c) Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) 39
aa) Einfache Nachfolgeklausel 39
bb) Qualifizierte Nachfolgeklausel 39
cc) Eintrittsklausel 39
dd) Erfüllung des Vermächtnisses 40
d) Offene Handelsgesellschaft (OHG)/Kommanditgesellschaft (KG)/KGaA 40
e) Zusammenfassung 41
C. Aufgreifkriterien nach dem GWB 42
I. Zusammenschluss im Sinne von § 37 Abs. 1 GWB 42
1. Unternehmenseigenschaft des Erwerbers und der Zielgesellschaft 42
2. Dauerhaftigkeit des Zusammenschlusses 44
3. Tatbestände des § 37 Abs. 1 GWB 45
a) Anteilserwerb (§ 37 Abs. 1 Nr. 3 GWB) 45
b) Kontrollerwerb (§ 37 Abs. 1 Nr. 2 GWB) 46
c) Vermögenserwerb (§ 37 Abs. 1 Nr. 1 GWB) 48
d) Wettbewerblich erheblicher Einfluss (§ 37 Abs. 1 Nr. 4 GWB) 48
II. Umsatzschwellen § 35 GWB 48
III. Zusammenfassung 49
D. Fusionskontrollverfahren 50
I. Anmeldepflicht/-fähigkeit 50
1. Anmeldepflicht oder Anmeldeobliegenheit 50
2. Kriterien für Anmeldefähigkeit 52
a) Objektive Konkretheit („Wie“) 53
aa) Beteiligte Unternehmen 53
bb) Form des Zusammenschlusses 54
cc) Ergebnis 54
b) Subjektive Konkretheit („Ob“) 56
c) Vollzug im Prognosezeitraum („Wann“) 59
3. Anmeldefähigkeit der erbrechtlichen Zusammenschlüsse 61
a) Errichtung des Testaments/Abschluss des Erbvertrags 61
aa) Objektives Kriterium 62
(1) Beteiligte Unternehmen und Form des Zusammenschlusses 62
(2) Höhe der Beteiligung 62
(3) Veränderungen nach Anmeldung 64
(4) Zwischenergebnis 65
bb) Subjektives Kriterium 65
(1) Alleinerbe an Kapital- und Personengesellschaftsanteilen/Mehrheit von Erben an Personengesellschaftsanteilen 65
(2) Mehrheit von Erben an Kapitalgesellschaftsanteil 66
(3) Zwischenergebnis 67
cc) Vollzug im Prognosezeitraum 67
dd) Zwischenergebnis 71
ee) Endergebnis 71
b) Anfall der Erbschaft bei Alleinerbschaft/Mehrheit von Erben an Personengesellschaftsanteilen 72
aa) Vor dem Vollzug? 72
(1) Vollzugsbegriff 72
(2) Dauerhaftigkeit des Vollzugs 73
(3) Ausnahme vom Vollzugsbegriff 73
(4) Übertragung der Ausnahme? 74
bb) Ergebnis 76
c) Bei Erbengemeinschaft: Auseinandersetzung 76
aa) Vor dem Vollzug? (Erwerb der Erbengemeinschaft) 77
(1) Unternehmenseigenschaft der Erbengemeinschaft 77
(2) Erwerb mittelbarer Kontrolle eines oder mehrerer Erben (§ 37 Abs. 1 Nr. 2 GWB) 79
(a) AG als Zielgesellschaft 80
(b) GmbH als Zielgesellschaft 81
(3) Dauerhaftigkeit des Kontrollerwerbs 82
(4) Testamentsvollstreckung 84
(5) Ergebnis 85
bb) Verlangen nach Auseinandersetzung 86
(1) Vor dem Vollzug? (Auseinandersetzungsverlangen) 87
(2) Objektive Konkretheit 87
(3) Subjektive Konkretheit 89
(4) Ergebnis 89
cc) Abschluss eines Auseinandersetzungsvertrags 90
(1) Vor dem Vollzug? (Abschluss des Auseinandersetzungsvertrags) 90
(2) Objektive Konkretheit 91
(3) Subjektive Konkretheit 92
(4) Vollzug im Prognosezeitraum 93
(5) Ergebnis 94
dd) Gesetzliche Auseinandersetzung/Teilungsanordnung 94
(1) Vor dem Vollzug? (gesetzliche Auseinandersetzung; Teilungsanordnung) 96
(2) Objektive Konkretheit 97
(3) Subjektive Konkretheit 98
(4) Vollzug im Prognosezeitraum 101
(5) Ergebnis 102
ee) Auseinandersetzungsplan/Testamentsvollstreckung 102
(1) Vor dem Vollzug? (Aufstellung des Auseinandersetzungsplans) 104
(2) Objektive Konkretheit 105
(3) Subjektive Konkretheit 106
(4) Vollzug im Prognosezeitraum 109
(5) Ergebnis 109
d) Bei Erbengemeinschaft: Bestellung zum gemeinsamen Vertreter der Erbengemeinschaft 110
aa) Vor dem Vollzug? 112
bb) Objektive Konkretheit 112
cc) Subjektive Konkretheit 113
(1) Vor der Beschlussfassung 113
(2) Nach der Beschlussfassung 113
dd) Vollzug im Prognosezeitraum 114
ee) Ergebnis 114
e) Bei Vermächtnis: Entstehen des Vermächtnisanspruchs 115
aa) Vor dem Vollzug? 115
bb) Objektive Konkretheit 115
(1) Stückvermächtnis 115
(2) Verschaffungsvermächtnis 116
(3) Wahlvermächtnis 117
(4) Gattungsvermächtnis 117
(5) Zwischenergebnis 118
cc) Subjektives Kriterium 118
(1) Stückvermächtnis 118
(2) Verschaffungsvermächtnis 120
(3) Wahlvermächtnis 120
(4) Gattungsvermächtnis 121
(5) Zwischenergebnis 122
dd) Vollzug im Prognosezeitraum 123
ee) Ergebnis 123
4. Ergebnis zur Anmeldefähigkeit der erbrechtlichen Zusammenschlüsse 124
II. Anmeldeberechtigte/-verpflichtete 124
1. Beteiligte Unternehmen (§ 39 Abs. 2 Nr. 1 GWB) 125
2. Veräußerer (§ 39 Abs. 2 Nr. 2 GWB) 125
3. Ergebnis 126
III. Vollzugsverbot/Untersagungsentscheidung 126
1. Auswirkung des Vollzugsverbots bzw. einer Untersagungsentscheidung und Handlungsmöglichkeiten 127
a) Beschwerde, Ministererlaubnis, erneute Anmeldung 128
b) Auswirkungen auf den Auseinandersetzungsvertrag 129
aa) Handlungsmöglichkeiten vor dem Vertragsschluss 130
(1) Veränderung des Auseinandersetzungsvertrags 130
(2) Ausschlagung der Erbschaft 130
bb) Handlungsmöglichkeiten bei aufschiebend bedingtem Vertragsschluss 131
cc) Handlungsmöglichkeiten nach dem Vertragsschluss 131
(1) Verkauf des Anspruchs 133
(2) Erbteilsverkauf 137
(3) Aufhebungsvertrag, Erlassvertrag 138
(4) Wegfall der Geschäftsgrundlage 138
(5) Anfechtung nach § 119 Abs. 2 BGB 138
(6) Schadensersatzansprüche 139
(7) Entfallen der Gegenleistungspflicht; Rücktritt 139
c) Auswirkungen auf die gesetzliche Auseinandersetzung 140
d) Auswirkungen auf die Teilungsanordnung 142
e) Auswirkungen auf den Auseinandersetzungsplan des Testamentsvollstreckers 142
aa) Bei Vorliegen einer Teilungsanordnung 143
(1) Unwirksamkeit der Teilungsanordnung? 143
(2) § 2216 Abs. 2 S. 2 BGB analog? 143
(3) Ergebnis 144
bb) Ohne Teilungsanordnung 144
f) Auswirkungen auf die Bestellung zum gemeinsamen Vertreter 145
g) Auswirkungen auf das Vermächtnis 146
aa) Untersagung vor Annahme des Vermächtnisses 147
bb) Handlungsmöglichkeiten bei Untersagung nach Annahme des Vermächtnisses 147
(1) Verkauf und Abtretung des Vermächtnisanspruchs 148
(2) Testamentsauslegung 148
(3) Schadensersatzanspruch 149
cc) Annahme des Vermächtnisses nach Untersagung 149
dd) Wahlvermächtnis/Gattungsvermächtnis 149
ee) Verschaffungsvermächtnis 150
ff) Zwischenergebnis 150
2. Wirkung der Freigabe auf die Erbschaft/das Vermächtnis 151
3. Fälle, in denen Anmeldung vor dem Vollzug unmöglich ist 151
a) Wortlaut 152
b) Systematik 153
c) Entstehungsgeschichte 155
d) Telos 157
e) Ergebnis 158
IV. Pflicht zur Vollzugsanzeige 159
V. Endergebnis 160
E. Bewertung nach europäischer Fusionskontrollverordnung 162
I. Zusammenschlusstatbestand 162
1. Fusion 162
2. Kontrollerwerb 163
3. Folgerung für den erbrechtlichen Erwerb von Gesellschaftsanteilen 165
II. Anmeldepflicht 166
1. Anmeldefähigkeit 166
2. Exkurs: Anmeldepflicht oder Anmeldeobliegenheit 167
3. Anmeldung von Zusammenschlüssen, die nicht auf einem Vertragsschluss oder ein Übernahmeangebot zurückzuführen sind 168
a) Anwendung von Art. 4 Abs. 1 UAbs. 2 FKVO? 168
b) Auslegung des Erwerbs einer die Kontrolle begründenden Beteiligung (Art. 4 Abs. 1 UAbs. 1 Alt. 3 FKVO) 169
III. Anmeldefähigkeit der erbrechtlichen Zusammenschlüsse 171
1. Errichtung des Testaments/Abschluss des Erbvertrags 171
a) Testament 172
b) Erbvertrag 172
2. Anfall der Erbschaft 174
3. Bei der Erbengemeinschaft: Auseinandersetzung 175
a) Verlangen nach Auseinandersetzung 175
b) Abschluss eines Auseinandersetzungsvertrags 175
c) Gesetzliche Auseinandersetzung/Teilungsanordnung 176
d) Auseinandersetzungsplan 176
4. Bei der Erbengemeinschaft: Bevollmächtigung zum gemeinsamen Vertreter der Erbengemeinschaft 177
5. Beim Vermächtnis: Entstehen des Vermächtnisanspruchs 179
IV. Vollzugsverbot 180
1. Anwendbarkeit auf erbrechtliche Konstellationen, in denen eine Anmeldung vor dem Vollzug möglich ist 180
2. Anwendbarkeit auf erbrechtliche Konstellationen, in denen Anmeldung vor dem Vollzug nicht möglich ist 181
3. Folgen des Vollzugsverbots und einer Untersagungsentscheidung für Erbschaft und Vermächtnis 181
V. Ergebnis 182
F. Lösungsmöglichkeiten für die Fälle, in denen eine Anmeldung vor dem Vollzug unmöglich ist 184
I. Deutsches Recht 184
1. Analoge Anwendung von § 41 Abs. 1a GWB 184
2. Entflechtungsverfahren 187
a) Anwendbarkeit des Entflechtungsverfahrens (§ 41 Abs. 3 GWB) 187
aa) Wortlaut 188
bb) Systematik 188
cc) Telos 190
dd) Historie 191
ee) Ergebnis 191
b) Gebotene Modifikation des Entflechtungsverfahrens 192
aa) Verfahrensfristen 192
bb) Einstellung des Entflechtungsverfahrens 194
cc) Auflagen und Bedingungen 196
dd) Stimmrechtsausübungsverbot 197
c) Inhalt der Entflechtungsverfügung 199
3. Nachträgliche Anmeldung 201
II. Europäisches Recht 204
1. Analoge Anwendung von Art. 7 Abs. 2 FKVO 204
2. Nachträgliche Anmeldung/Vorheriges Untersagungsverfahren 205
a) Einleitung des Verfahrens 205
b) Fristbindung des Freigabe- bzw. Untersagungsverfahrens 206
c) Einstweilige Anordnungen 207
d) Ergebnis 208
3. Entflechtungsverfahren 208
a) Anwendbarkeit des Entflechtungsverfahrens (Art. 8 Abs. 4 FKVO) 208
b) Inhalt der Entflechtungsverfügung 209
c) Verfahrensfristen 211
G. Endergebnis in Thesen 213
Literaturverzeichnis 216
Stichwortverzeichnis 231