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Lebensschutz für den Embryo in vitro

Şentürk Tur, Melike

Schriften zum Strafrecht, Vol. 374

(2021)

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Melike Şentürk Tur studied law at Istanbul University from 2006 to 2010. She completed her LL.M. (2013) in criminal law and PhD (2020) in medical criminal law, supervised by Prof. Dr. Kirstin Drenkhahn, at the Free University of Berlin. Melike Şentürk Tur has been a senior research assistant at the chair of Criminal Law and Criminal Procedure Law at the Faculty of Law at Istanbul Medeniyet University since 2020.

Abstract

Die rasanten Entwicklungen im Bereich der Human- und Fortpflanzungsmedizin haben unsere traditionellen Vorstellungen bezüglich des Entstehens des menschlichen Lebens, der Schwangerschaft und Mutterschaft radikal verändert und sie erregen zunehmend Aufmerksamkeit. Aufgrund der Entwicklungen neuer Methoden in der Reproduktionsmedizin und der durch sie ermöglichten stetig zunehmenden Zugriffsmöglichkeiten in das vorgeburtliche Leben ist die Suche nach einer Antwort auf die Frage nach dem Lebensbeginn wichtiger geworden, um markieren zu können, ab wann der Embryo in vitro rechtlichen Schutz genießt und, damit verbunden, um die Zulässigkeit von Eingriffen an menschlichen Embryonen bestimmen zu können. Diese Untersuchung kommt zu dem Ergebnis, dass es notwendig ist, ein umfassendes und präzises Fortpflanzungsmedizingesetz zu normieren, weil das ESchG viele Lücken und Unklarheiten aufweist und durch neue medizinische Fortschritte an einigen Stellen überholt wird. »Protecting the Life of the Embryo In Vitro«

This book explores the question of when exactly human life begins and benefits from protection of life. To address the issue of protection of human life, the hotly debated question of the legal status of the embryo is examined. This research concludes that because The Embryo Protection Act has many gaps and confusions, and in some places has failed to catch up with the new medical advances, it is necessary to make a comprehensive and precise reproductive medicine law.

Table of Contents

Section Title Page Action Price
Vorwort 7
Inhaltsverzeichnis 9
Abkürzungsverzeichnis 14
Einleitung 19
I. Fragestellung 19
II. Verlauf der Arbeit 22
A. Zum Begriff „Embryo“ und terminologische Unklarheiten 24
I. Im Allgemeinen 24
II. Gesetzliche Definitionen des Embryos 26
1. Embryobegriff in § 8 Abs. 1 ESchG 28
a) „befruchtete Eizelle“ 29
aa) Der Zusatz „bereits“: Auslöser der Diskussion 30
bb) Von wann bis wann steht der Embryo unter dem Schutz des ESchG? 33
b) Entwicklungsfähigkeit 34
c) „die einem Embryo entnommene totipotente Zelle“ 36
aa) Grammatische Auslegung 38
bb) Systematische Auslegung 38
cc) Historische Auslegung 39
dd) Teleologische Auslegung 40
ee) Zusammenfassung 41
d) Vorliegen der weiteren Voraussetzungen 41
2. Stammzellgesetz § 3 Nr. 4 42
III. Zusammenfassung 44
B. Überblick über die Techniken in der Reproduktionsmedizin und die aktuelle Rechtslage in Deutschland 47
I. Vom Ei zum Embryo und die nachfolgenden Entwicklungsstadien aus medizinischer Sicht 47
1. Die befruchtete Eizelle 50
2. Die Zygote 51
3. Der Begriff „Embryo“ aus medizinischer Sicht 51
4. Der Fötus 52
5. Zusammenfassung 53
II. Überblick über die Geschichte der Reproduktionsmedizin 54
III. Die wichtigsten Behandlungsmethoden der Reproduktionsmedizin 56
1. Künstliche Befruchtung in vivo: Artifizielle Insemination 57
2. Die In-vitro-Fertilisation mit abschließendem Embryotransfer 57
a) Die Anwendung der IVF-Technik 58
b) Die Kritikpunkte gegenüber der IVF-Methode 59
3. Intracytoplasmatische Spermainjektion 63
4. Präimplantationsdiagnostik 64
a) Einleitung 64
b) Die Technik der PID 67
c) Rechtliche Zulässigkeit der PID im Hinblick auf strafrechtliche Bestimmungen 69
aa) Durchführung der PID an totipotenten Zellen de lege lata 70
bb) Durchführung der PID an pluripotenten Zellen de lege lata 71
(1) Strafbarkeit der PID an pluripotenten Zellen nach § 1 Abs. 1 Nr. 2 ESchG 72
(2) Vereinbarkeit der PID an pluripotenten Zellen mit § 2 Abs. 1 ESchG 78
(3) Zwischenergebnis im Lichte des § 3a ESchG 81
5. Gamete-Intrafallopian-Transfer 83
6. Die Pränataldiagnostik 83
7. Ektogenese 86
IV. Weitere Techniken im Zusammenhang mit den Verfahren der Reproduktionsmedizin 91
1. Das Klonen von Menschen 91
a) Der Begriff „Klonen“ 91
b) Methoden der Klonierung – Ob die Klone in jedem Fall identisch sind? 93
c) Strafbarkeit von Zellkerntransfer nach anderen Vorschriften 95
2. Keimbahnintervention 98
a) Einleitung 99
b) Umfang des gesetzlichen Verbots der Keimbahnintervention de lege lata 102
c) Die gesetzgeberische Begründung des Verbots der Keimbahnintervention 107
d) Abgrenzung der Keimbahntherapie von somatischer Gentherapie 108
e) Genomeditierung mit neuen Verfahren, insbesondere mit der CRISPR/Cas9-Methode 109
f) Ruf nach einem Moratorium gegen Keimbahninterventionen beim Menschen 112
3. Die Bildung von Chimären und Hybriden 115
a) Begriffsbestimmungen 115
b) Aktuelle Rechtslage in Deutschland 116
c) Herstellung von sog. zytoplasmatischen Hybriden mittels somatischem Zellkerntransfer 118
V. Grundlegender Konflikt der künstlichen Reproduktionstechniken: Das Problem überzähliger Embryonen 118
1. Kryokonservierung der Keimzellen und überzähligen Embryonen 121
2. Vernichtung der überzähligen Embryonen 123
3. Freigabe der überzähligen Embryonen zu dem wissenschaftlichen Zweck 124
4. Spende der überzähligen Embryonen 129
C. Wann beginnt das menschliche Leben? 132
I. Naturwissenschaftliche Sichtweise zum Beginn des menschliches Lebens 134
1. Zäsuren für den Anfang des menschlichen Lebens 134
a) Befruchtung als Zäsur für den Beginn des menschlichen Lebens 134
b) Menschliches Leben vom Augenblick der Nidation an 136
c) Bildung von Primitivstreifen und Ausschluss der Mehrlingsbildung 137
d) Entwicklung von Gehirn und Nervensystem als Zäsur für den Lebensbeginn 139
e) Überlebensfähigkeit außerhalb des Uterus 140
f) Geburt als Beginn des menschlichen Lebens 140
2. Zusammenfassung 142
II. Philosophische Sichtweise zum Beginn des menschlichen Lebens 142
1. Der Begriff „Person“ in der Philosophie 143
2. Philosophische Vorstellungen über den Zeitpunkt des menschlichen Lebensbeginns 147
III. Beginn des menschlichen Lebens aus theologischer Sicht 150
1. Die Lehren um die Beseelung 150
a) Die Sukzessivbeseelung 150
b) Die Simultanbeseelung 152
2. Religiöse Sichtweise zum Lebensbeginn 152
IV. Schluss 154
D. Lebensschutz des Embryos aus juristischer Sichtweise 155
I. Wirkung der Grundrechte 156
II. Das Recht auf Leben gemäß Art. 2 Abs. 2 S. 1 GG 157
1. Der Embryo und das Recht auf Leben 158
2. Status des Embryos 159
a) Einfachgesetzliche Erörterungen 159
b) Grundrechtsträgerschaft des Embryos im Lichte der Auslegungsmethoden 161
aa) Wortlautinterpretation von „jeder“ im Sinne von Art. 2 Abs. 2 S. 1 GG 161
bb) Die historisch-genetische Auslegung 163
cc) Die systematische Auslegung 165
dd) Die teleologische Auslegung 166
ee) Ergebnis 167
c) Der Meinungsstand des BVerfG 168
aa) Erstes Schwangerschaftsabbruchurteil aus dem Jahr 1975 168
bb) Zweites Schwangerschaftsabbruchurteil aus dem Jahr 1993 170
cc) Zusammenfassung 171
d) Literatur 172
aa) Argumente für die Grundrechtsträgerschaft des Embryos in der Literatur 172
bb) Argumente gegen die Grundrechtsträgerschaft des Embryos in der Literatur 178
(1) Die These vom rein objektiv-rechtlichen Lebensschutz zugunsten des Embryos 178
(2) Merkels These der Grundrechtsderogation 180
cc) Ethikbezogene SKIP-Argumente für die Grundrechtsträgerschaft des Embryos 181
(1) Speziesargument 181
(2) Kontinuitätsargument 182
(3) Identitätsargument 183
(4) Potentialitätsargument 184
dd) Zusammenfassung 185
III. Die Menschenwürdegarantie durch Art. 1 Abs. 1 GG 186
1. Der Embryo und die Menschenwürde 186
2. Embryo als Träger der Menschenwürde 187
a) Auffassung des BVerfG 188
b) Literatur 189
3. Objektiv-rechtlicher Gehalt der Menschenwürdegarantie 192
IV. Andere Konzepte zum grundrechtlichen Schutz 195
1. Vorwirkungskonzept von Grundrechten 195
2. Die Schutzwürdigkeit des Lebens und der Menschenwürde des Embryos in abgestufter Weise 200
a) Die These eines gestuften Lebensrechts 201
b) Gestufter Menschenwürdeschutz 205
V. Schlussbetrachtung 206
E. Zusammenfassung 208
F. Fazit 214
Vokabelübersicht 215
Literaturverzeichnis 218
Sachwortverzeichnis 250