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Die Rolle von Anschauung und Begriff bei Johann Gottlieb Fichte

Mit Kant über Kant hinaus

Editors: Waibel, Violetta L.

Begriff und Konkretion, Vol. 9

(2021)

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VIOLETTA L. WAIBEL ist Universitätsprofessorin für Europäische Philosophie an der Universität Wien. Wichtige Veröffentlichungen sind »Hölderlin und Fichte. 1794–1800« (Paderborn: Schöningh 2000); »Spinozas Affektenlehre und ihre Rezeption im Deutschen Idealismus, der Romantik und der Moderne« (Hrsg., Hamburg: Meiner 2012); »Fichte und Sartre über Freiheit. Das Ich und der Andere« (Hrsg., Berlin New York: De Gruyter 2015) »›Ein Zeichen sind wir, deutungslos‹. Hölderlin Lesen, Ikkyû Sôjun Hören, Musik Denken« (Hrsg., Göttingen: Wallstein Verlag 2020). »Natur und Freiheit«. Akten des 12. Internationalen Kant-Kongresses, 5 Bände. Hrsg. mit Margit Ruffing und David Wagner. Berlin: De Gruyter 2018. Sie ist zudem Mitwirkende an der Tagungs- und Buchreihe »System der Vernunft – Kant und der Deutsche Idealismus« (bislang 5 Bände Hamburg: Meiner). VIOLETTA L. WAIBEL has been University Professor of European Philosophy at University of Vienna; Significant publications are »Hölderlin und Fichte. 1794–1800« (Paderborn: Schöningh 2000); »Spinozas Affektenlehre und ihre Rezeption im Deutschen Idealismus, der Romantik und der Moderne« (ed., Hamburg: Meiner 2012); »Fichte und Sartre über Freiheit. Das Ich und der Andere« (ed., Berlin New York: de Gruyter 2015)]. »›Ein Zeichen sind wir, deutungslos‹. Hölderlin Lesen, Ikkyû Sôjun Hören, Musik Denken« (ed., Göttingen: Wallstein Verlag 2020). »Natur und Freiheit«. Akten des 12. Internationalen Kant-Kongresses, 5 Volumes, co-edited with Margit Ruffing and David Wagner. Berlin, De Gruyter 2018. She has been contributor to the Conference- and Publication-series »System der Vernunft – Kant und der Deutsche Idealismus« (so far 5 Volumes, Hamburg: Meiner).

Abstract

Immanuel Kant hat in der »Kritik der reinen Vernunft« von 1781 und 1787 die systematische Rolle von Anschauung und Begriff nachhaltig geprägt und neu festgelegt, um objektiv gültige Erkenntnis von Scheinwissen abzugrenzen. Johann Gottlieb Fichte, der 1790 nachweislich begann, Kants neue Theorie zu studieren, hat sich auf dessen erkenntnistheoretische Vorgaben ebenso eingelassen, wie er zugleich aufbrach, um in der »Grundlage der gesammten Wissenschaftslehre« von 1794/1795 und den Wissenschaftslehren danach die Rolle von Anschauung und Begriff bald bewusstseinsphänomenologisch, bald in einem spekulativen Denken neu zu erkunden. Kant ist es, dem Fichte zahlreiche philosophische Impulse verdankte und dessen Systematik er gleichwohl schon mit der Ausarbeitung der ersten Wissenschaftslehre hinter sich ließ. Dennoch gibt es wenige Denker, denen sich Fichte so häufig und mit so großer Wertschätzung zuwendete und noch in der Distanz einer gänzlich anderen Methode in der Sache nahe bleibt. »The Role of Intuition and Notion in Johann Gottlieb Fichte. Looking Beyond Kant With Kant«: There was probably no other thinker whom Johann Gottlieb Fichte felt as connected to as Immanuel Kant. Fichte studied Kant’s critical oeuvre and his newly defined roles of intuition and notion in epistemology intensely. That also inspired impulses through which he reoriented himself methodically to grow even beyond Kant. Despite the differences, Fichte's Wissenschaftslehre is located to an astonishing extent within the horizon of Kant's theory.

Table of Contents

Section Title Page Action Price
Violetta L. Waibel und Jacinto Rivera de Rosales Chacón: Vorwort 5
Inhaltsverzeichnis 7
Günter Zöller: Non plus ultra. Der kritische Kant und der frühe Fichte über Anschauung und Begriff 9
I. Sinnliche Anschauung 11
II. Begriffsvehikel 15
III. Intellektuelle Anschauung 19
Bibliographie 23
Carla De Pascale: Über die Bedeutung des Begriffs und das Vermögen der Synthesis beim frühen Fichte 27
I. Die allgemeine und die technische Bedeutung von ‚Begriffˋ 27
II. Die ‚Arbeit des Begriffsˋ 29
III. Anschauung und Einbildungskraft 34
IV. Das Vermögen der Synthesis 37
V. Zur Theorie des Bildes beim frühen Fichte 42
VI. Schlussbemerkungen 48
Bibliographie 48
Violetta L. Waibel: Schweben der Einbildungskraft, Anschauung überhaupt, Begriff. Fichtes frühe Wissenschaftslehre – Grundlage und Grundriß (1794/95) und ein Exzerpt von Kants Kritik der reinen Vernunft (1787) 51
I. Architektonische Vorüberlegungen 51
II. „Rezeptivität der Eindrüke” – „Spontaneität der Begriffe”: Fichtes Exzerpt von Kants Kritik der reinen Vernunft 58
III. Bewusstsein und Denken in Bewegung: Das Schweben der Einbildungskraft 68
1. Einbildungskraft als aktives, Anschauungen generierendes Vermögen 69
2. Einbildungskraft als Vermögen der Erzeugung von Realität 72
3. Fichte und Kant über Konstruktion in der Philosophie 75
IV. Konkrete Anschauungen von Objekten als „Insichfindung” und Projektion nach Außen 77
V. Die Konstruktion von Raum und Zeit durch die Einbildungskraft 82
1. Konstitution der Raumverhältnisse 82
2. Konstitution der Zeitverhältnisse 85
Bibliographie 86
Jacinto Rivera de Rosales Chacón: Von Kant zu Fichte: Die Chacón Verschiebung der Affektion und die Idealität der Anschauung 91
I. Die Idealität des Erkennens bei Kant 91
II. Die Realität des Erkannten bei Kant 94
III. Die notwendige Einbeziehung des Praktischen bei Fichte 97
IV. Die reale Affektion bei Fichte 101
V. Die Idealität des Inhalts der empirischen Anschauung bei Fichte 107
Bibliographie 111
M. Jorge de Carvalho: Mit Kant gegen Kant. Fichtes Anschauungsbegriff in der Wissenschaftslehre nova methodo 113
I. Einleitung 113
II. Die Anschauung als repraesentatio rerum uti apparent bei Kant 115
III. Die Anschauung als totum analyticum, compraesentia omnium oder omnipraesentia phaenomenon bei Kant 122
IV. Fichtes Transformation der Anschauung als repraesentatio rerum uti apparent in der Wissenschafstlehre nova methodo 127
V. Fichtes Transformation der compraesentia omnium beziehungsweise der omnipraesentia phaenomenon in der Wissenschaftslehre nova methodo. Das ‚doppelteˋ totum analyticum beziehungsweise die qualitative und quantitative compraesentia omnium 133
Bibliographie 140
Andreas Schmidt: Grund und Begriff in Fichtes Wissenschaftslehre nova methodo 145
I. Einleitung 145
II. Das Motiv: Schulzes Herausforderung 146
III. Die Kohärenz dieser Position: Freiheit ohne Vermögen? 148
IV. Fichtes Spinozistische Theorie des Begriffs 151
V. Schluss 154
Bibliographie 154
Christian Danz: Denken und Anschauung. Anmerkungen zu Fichtes Anschauungsbegriff in der Darstellung der Wissenschaftslehre von 1801/02 157
I. Freiheit und Sein im absoluten Wissen, oder: Das Programm von Fichtes Wissenschaftslehre 1801/02 159
II. Denken und Anschauung in der Theorie des absoluten Wissens 162
III. Kantische Motive in Fichtes Anschauungsbegriff 167
Bibliographie 169
Theodoros Penolidis: Der Begriff der Anschauung in der klassischen neuzeitlichen Philosophie seit Descartes 171
I. Renatus Cartesius 172
II. Immanuel Kant 177
III. Johann Gottlieb Fichte 183
IV. Friedrich Wilhelm Josef Schelling 190
V. Georg Wilhelm Friedrich Hegel 192
Bibliographie 195
Max Gottschlich: Anschauung und Begriff in formaler und transzendentaler Logik 199
I. Formale Logik 201
1. Die Fassung der logischen Form 201
2. Begriff 206
3. Anschauung 213
4. Der Widerspruch im Verhältnis von Anschauung und Begriff 214
5. Voraussetzung und Negation der Bezogenheit des Begriffs auf die Anschauung 215
II. Transzendentale Logik 219
1. Ein System notwendiger Setzungen zur Sicherung der Autonomie des Begriffs 219
2. Begriff und Anschauung als Erkenntnisstämme 222
3. Die Anschauung als Knecht des Begriffs 226
4. Begründung und Begrenzung funktionalisierter Anschauung 230
5. Ursprüngliche Einheit von Anschauung und Begriff 235
Bibliographie 236
Siglen-Verzeichnis 241
Johann Gottlieb Fichte – Schriften 241
Immanuel Kant – Schriften 242
Personenregister 245