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»Ein bisschen wie zuhause«

Langzeitbesuche als Maßnahme zur erweiterten Einbindung von Außenkontakten im Jugendstrafvollzug

Knop, Julian

Kriminologische und sanktionenrechtliche Forschungen, Vol. 26

(2021)

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About The Author

Julian Knop studierte an der Universität Hamburg Jura (LL.B.) und Internationale Kriminologie (M.A.). Nach dem Studium schloss sich eine Promotion am Fachbereich Rechtswissenschaft der FU Berlin an. Nach der Promotion gründete er im Rahmen des Programms University Startup Factory der FU Berlin die NGO Tatort Zukunft, in der er als Geschäftsführer arbeitete. Aktuell arbeitet er als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Rehabilitationswissenschaften der Humboldt-Universität zu Berlin im Projekt »Pädagogik im Strafvollzug«. Außerdem ist er als Dozent am Fachbereich Rechtswissenschaft der FU Berlin tätig. Julian Knop studied Law (LL.B.) and International Criminology (M.A.) at the University of Hamburg. After his studies, he completed a doctorate at the Department of Law at the Free University of Berlin. After completing his doctorate, he founded the NGO Tatort Zukunft as part of the University Startup Factory program at the FU Berlin, where he worked as managing director. Currently, he works as a research assistant at the Institute of Rehabilitation Sciences at the Humboldt University of Berlin in the project »Pedagogy in the Penal System«. He is also a lecturer at the Department of Law at the FU Berlin.

Abstract

Der Autor untersucht die Einbindung von Außenkontakten durch Langzeitbesuche im deutschen Jugendstrafvollzug aus rechtlicher, kriminologischer und empirischer Perspektive. Nach einer einführenden raumsoziologischen und historischen Untersuchung im theoretischen Teil dieser Arbeit wird die Rechtslage des Langzeitbesuchs mit kriminologischen Erkenntnissen in Bezug gesetzt. Daran anschließend werden im empirischen Teil die Ergebnisse der eigenen Untersuchung präsentiert. Hier erfasst Julian Knop durch eine bundesweite Vollerhebung die Möglichkeit von Langzeitbesuch im Jugendstrafvollzug. Außerdem werden die Ergebnisse einer qualitativen Interviewstudie präsentiert, die er in drei Justizvollzugsanstalten durchführte, in denen Langzeitbesuche möglich sind. Insgesamt zeigt diese Arbeit, dass Langzeitbesuche sich bisher nur vereinzelt in die Praxis des Jugendstrafvollzugs übersetzen, obwohl sie mit Blick auf das Vollzugsziel Resozialisierung eine unbedingt zu empfehlende Besuchsform sind. »›A Little Bit Like Home‹. Private Family Visits as a Measure to Integrate Outside Contacts into the Juvenile Prison System«

In this thesis, Julian Knop examines the integration of outside contacts into the German juvenile prison system through private family visits from legal, criminological, and empirical perspectives. After an introductory sociological and historical examination in the theoretical part of this thesis, the author analyzes the legal situation of private family visits is through a criminological lens. Subsequently, he presents the results of a empirical investigation.

Table of Contents

Section Title Page Action Price
Vorwort 5
Inhaltsverzeichnis 7
Abkürzungsverzeichnis 12
Einleitung 15
1. Theoretische Grundlagen zum Langzeitbesuch aus raumsoziologischer und rechtshistorischer Perspektive 19
a) Der Langzeitbesuch als Ereignis im Raum 19
aa) „Heterotoper“ Raum 19
bb) „Liminaler“ Raum 22
cc) Innen-Raum 24
dd) Zwischenergebnis 25
b) Der Langzeitbesuch als historisches Konstrukt 26
aa) Historische Entwicklung im Erwachsenenstrafvollzug 27
(1) Von der Veröffentlichung der Grundsätze für den Vollzug von Freiheitsstrafen bis zur Einführung des Bundesstrafvollzugsgesetzes (1923–1976) 27
(2) Vom Inkrafttreten des Bundestrafvollzugsgesetzes bis zur Föderalismusreform I (1977–2006) 31
(3) Gegenwärtige Situation im Erwachsenenstrafvollzug 34
bb) Historische Entwicklung im Jugendstrafvollzug 35
(1) Von der Einführung des Separationsprinzips bis zum Abschlussbericht der Jugendstrafvollzugskommission (1871–1980) 35
(2) Vom Abschlussbericht der Kommission zur Erarbeitung eines Jugendstrafvollzugsgesetzes bis zur Föderalismusreform I (1980–2006) 37
(3) Gegenwärtige Situation im Jugendstrafvollzug 41
cc) Zwischenergebnis 42
2. Ein Vergleich der Rechtslage des Langzeitbesuchs mit kriminologischen Erkenntnissen 45
a) Rechtliche Grundlagen des Langzeitbesuchs 45
aa) Landesgesetze zum Jugendstrafvollzug 45
(1) Vollzugsziel, Vollzugsaufgaben und Gestaltungsgrundsätze 45
(a) Ziele und Aufgaben 46
(b) Gestaltungsgrundsätze 49
(2) Sicherheit und Ordnung 51
(3) Regelungen zum Kontakt mit der Außenwelt 53
(a) Grundsatz 54
(b) Regulärer Besuch 54
(c) Langzeitbesuch 59
bb) Bisherige Rechtsprechung zu Langzeitbesuchen 61
cc) Langzeitbesuch aus verfassungsrechtlicher Perspektive 63
dd) Internationale Mindeststandards und Kontrollinstanzen 65
ee) Zwischenergebnis 67
b) Kriminologische Erkenntnisse über die erweiterte Einbindung sozialer Kontakte von Jugendstrafgefangenen 68
aa) Theoretische Einordung der Einbindung sozialer Kontakte durch Langzeitbesuch 69
(1) Soziale Kontakte als theoretisches Konzept 69
(2) Soziale Kontakte und klassische Kriminalitätstheorien 71
(a) Anomietheorien 71
(b) Kontrolltheorien 75
(c) Lerntheorien 78
(d) Biosoziale Kriminalitätstheorie 81
(e) Theorie der reintegrativen Beschämung 83
(f) Labelingtheorien 84
(g) Situative Theorien 85
(h) Integrative und prozessorientierte Theorien 86
(3) Soziale Kontakte und „Desistance“ 88
(a) Theorie der „Turning Points“ 89
(b) Theorien der kognitiven Transformation 89
(c) Struktur und Individuum im „Desistance“-Prozess 91
(4) Soziale Kontakte und Behandlung 92
(5) Zwischenergebnis 95
bb) Soziale Kontakte vor der Gefangenschaft 96
(1) Das familiäre Umfeld 96
(a) Erziehungsstile 96
(b) Bindungen an die Eltern 99
(c) Beziehungsqualität zwischen Eltern und Nachwuchs 100
(d) Familiärer Hintergrund und Kriminalität 101
(e) Kriminalität innerhalb der Familie 103
(2) Peers 105
(3) Zwischenergebnis 112
cc) Soziale Kontakte während der Gefangenschaft 113
(1) Familie und Freund*innen aus soziologischer und entwicklungspsychologischer Perspektive 113
(2) Deskription des sozialen Umfelds 115
(3) Beziehungsverläufe 123
(4) Einfluss des sozialen Umfelds auf Gefangene und Einfluss der Gefangenschaft auf soziale Umfelder 127
(a) Gefangene 127
(aa) Allgemeine Bedeutung des sozialen Umfelds 127
(bb) Soziale Kontakte und ihr Einfluss auf die psychosoziale Entwicklung von Jugendstrafgefangenen 130
(cc) Einfluss von Peers 133
(dd) Vaterschaft im Gefängnis 136
(ee) Einfluss sozialer Interaktionen während der Gefangenschaft auf die Zeit nach der Entlassung 139
(b) Soziales Umfeld 141
(aa) Allgemeine Einflüsse 141
(bb) Situation von Partner*innen 143
(cc) Situation von Kindern 146
(5) Sonderpunkt: Sexualität im Gefängnis 150
(a) Diskrepanz zwischen „drinnen“ und „draußen“ 150
(b) Sexualität aus humanwissenschaftlicher Perspektive 151
(c) Stand der Forschung zum Thema Sexualität und Gefangenschaft 153
(aa) Sexualität als Tabu in Strafvollzugsforschung und Strafvollzugspraxis 153
(bb) Theoretische Einordnung 153
(cc) Deskription sexueller Alternativhandlungen 154
(dd) Einfluss des Fehlens frei gestalteter Sexualität auf Gefangene 155
(ee) Spezifische Einflüsse von Sexualität auf Partnerschaften 159
(6) Zwischenergebnis 159
dd) Soziale Kontakte nach der Gefangenschaft 160
(1) Soziale Kontakte nach der Entlassung 161
(a) Deskription des sozialen Umfelds 162
(b) Einfluss des sozialen Umfelds auf Entlassene 163
(2) Einfluss der Entlassung auf das soziale Umfeld 168
(3) Soziale Kontakte und ihre Bedeutung für die Abkehr von Kriminalität 168
(a) Heirat und Partnerschaft als spezielle Wendepunkte 173
(4) Zwischenergebnis 175
ee) Langzeitbesuche und reguläre Besuche im Vergleich 176
(1) Regulärer Besuch 176
(a) Gefangene 176
(b) Angehörige 183
(2) Langzeitbesuch 188
(a) Erfahrungen mit Langzeitbesuchen 188
(b) Deskriptive Studien 192
(aa) Internationale Situation 192
(bb) Situation in Deutschland 194
(c) Einfluss von Langzeitbesuch 197
(aa) Gefangene 197
(bb) Angehörige 203
(cc) Vollzugsmitarbeiter*innen 205
(3) Zwischenergebnis 208
c) Zwischenfazit 209
3. Empirische Untersuchung des Langzeitbesuchs im Jugendstrafvollzug 214
a) Bundesweite Untersuchung der Langzeitbesuchssituation 215
aa) Methodik 215
bb) Auswertung 216
(1) Möglichkeit von Langzeitbesuch 216
(2) Jugendstrafgefangene mit Langzeitbesuch 219
(3) Begründungen hinsichtlich des Fehlens von Langzeitbesuch 220
(4) Vergleich von Rechtslage und Rechtstatsachen 223
(5) Justizvollzugsanstalten mit Langzeitbesuch 223
(6) Auslastung 229
(7) Sexualität 230
cc) Zwischenergebnis 231
b) Vertiefende Untersuchung in den Justizvollzugsanstalten JA Hameln, der JVA Herford und der JVA Wuppertal-Ronsdorf 231
aa) Methodik 231
bb) Auswertung 238
(1) Jugendstrafgefangene 239
(2) Angehörige 253
(3) Vollzugsmitarbeiter*innen 261
cc) Zwischenergebnis 271
Fazit 277
Anhang I: Fragebogen 282
Anhang II: Gesetzentwürfe der Bundesländer und des Bundes zum Justizvollzug 289
Literaturverzeichnis 294
Sachverzeichnis 335