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Gemeinnützigkeit des Sports

Ist die Sportförderung in Deutschland reformbedürftig?

Marx, Katharina

Schriften zum Steuerrecht, Vol. 169

(2021)

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About The Author

Katharina Marx arbeitet seit 2016 als Rechtsanwältin in einer internationalen Wirtschaftskanzlei in Frankfurt am Main im Bereich Steuerrecht, mit Schwerpunkt Investmentsteuerrecht und Fonds. Nach dem Studium der Rechtswissenschaften in Trier und Genua und dem Absolvieren des juristischen Vorbereitungsdienstes mit Stationen u.a. in Trier, an der Deutschen Universität für Verwaltungswissenschaften in Speyer und in Frankfurt am Main schloss sie 2021 an der Friedrich-Schiller-Universität Jena ihre Promotion ab. Katharina Marx has been working as a lawyer in an international law firm in Frankfurt am Main since 2016 in the area of tax law, with a focus on investment tax law and funds. After studying law in Trier and Genoa and completing her legal traineeship with stations, inter alia, in Trier, at the German University of Administrative Sciences in Speyer and in Frankfurt am Main she received her doctorate from the Friedrich Schiller University in Jena in 2021.

Abstract

Die Autorin befasst sich mit der steuerrechtlichen Förderung des Sports, die seit Jahrzehnten Gegenstand intensiver Diskussionen und rechtspolitischer Entwicklungen ist. Im Kern der Überlegungen stehen die Fragestellungen, inwiefern die gemeinnützigkeitsrechtliche Förderung des Sports, auch und gerade vor dem Hintergrund aktueller Berichterstattungen über Fehlverhalten bei Sportvereinen oder -verbänden, dem Grunde nach weiterhin ihre Berechtigung findet oder reformbedürftig ist.

Neben einer Einordnung der steuerrechtlichen Grundsätze und Regelungszusammenhänge der Gemeinnützigkeit des Sports erfolgt eine Analyse sowohl aus rechtshistorischem, dogmatischem als auch rechtspolitischem Blickwinkel. Basierend auf den daraus gewonnenen Erkenntnissen werden zudem neu aufkommende Sportarten wie E-Sport untersucht. Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit liegt auf der Einordnung sportspezifischer Vorschriften wie der 50+1-Regel im gemeinnützigkeitsrechtlichen Kontext.
»Non-profit Status of Sports. Is Sports Funding in Germany in Need of Reform?«: The author deals with the advancement of sports under German tax law, which has been the subject of intensive discussions and developments for decades. At the core of the considerations are the questions regarding the extent to which the advancement of sports under German non-profit law continues to be justified or is in need of reform, also and especially against the background of recent reporting on misconduct by sports clubs or associations.

Table of Contents

Section Title Page Action Price
Inhaltsverzeichnis 5
Abkürzungsverzeichnis 11
Teil 1: Fragestellung und Gang der Untersuchung 13
Teil 2: Sport als gemeinnütziger Zweck in der aktuellen Rechtsordnung 15
A. Die Förderung des Sports im heutigen Gemeinnützigkeitsrecht 15
I. Der Begriff der Sportförderung im Gemeinnützigkeitsrecht 15
II. Wirtschaftliche Bedeutung der Gemeinnützigkeit für Sportvereine: Steuervergünstigungen und sonstige steuerliche Vorteile im Überblick 16
III. Meinungsstand zur Gemeinnützigkeit des Sports 18
B. Der Sportbegriff in der Abgabenordnung 19
I. Sport als gemeinnütziger Zweck 19
II. Der Sportbegriff im Sinne des § 52 Abs. 2 Satz 1 Nr. 21 AO 20
III. Zwischenfazit 22
C. Die Subsumtion ausgewählter Sportarten unter den Sportbegriff des § 52 Abs. 2 Satz 1 Nr. 21 AO 23
I. Automobilsport 23
1. Einstufung als Sport im Sinne des § 52 Abs. 2 Satz 1 Nr. 21 AO 24
2. Kritik: unzureichendes Maß körperlicher Ertüchtigung 25
3. Kritik: Zweckkollision 25
4. Zur Einordung 26
II. Flugsport 27
1. Segel- und Motorflugsport 27
2. Ballonfahren 28
3. Modellflug 29
4. Zur Einordnung 29
III. Schach 30
1. Fiktion des Schach als Sport 30
2. Zur Einordnung 31
IV. Bridge, Skat und Go 32
1. Skat, Go und ähnliche Spiele 32
2. Turnierbridge 34
3. Zur Einordnung 35
V. Schießsport 36
1. Allgemeiner Schießsport 36
2. IPSC-Schießen 37
3. Paintball 40
4. Zur Einordnung 42
VI. Tischfußball / Drehstangen-Tischfußball 43
1. Tipp-Kick 43
2. Drehstangen-Tischfußball 44
3. Zur Einordnung 45
VII. Hundesport, Pferderennsport, Reitsport 46
1. Hundesport 46
2. Pferderennsport 47
3. Reitsport 50
4. Zur Einordnung 50
VIII. Minigolf, Kegeln, Bowling, Billard, Darts 50
1. Minigolf 51
2. Kegeln 52
3. Billard 53
4. Darts 54
5. Bowling 54
6. Zur Einordnung 56
IX. Tanzen 56
1. Einstufung des Tanzens als Sport 56
2. Zur Einordnung 59
X. Neuere Sportarten, Trendsportarten 59
1. Yoga 60
2. Trendsportarten 60
3. Zur Einordnung 61
XI. E-Sport 61
1. Begriff des E-Sports 62
2. Entwicklung in der öffentlichen Wahrnehmung 62
3. Zur Einordnung des E-Sports im Gemeinnützigkeitsrecht 64
a) Zur möglichen Erfassung des E-Sport im Rahmen des Sportbegriffs gemäß § 52 Abs. 2 Satz 1 Nr. 21 AO 65
b) Zur Möglichkeit einer anderweitigen Berücksichtigung des E-Sports im Gemeinnützigkeitsrecht 69
aa) Einstufung als gemeinnützig über die Öffnungsklausel nach § 52 Abs. 2 Satz 2 AO 70
bb) Erweiterung des Katalogs des § 52 Abs. 2 Satz 1 AO 71
D. Zwischenfazit 71
Teil 3: Rechtliche Rahmenbedingungen der gemeinnützigkeitsrechtlichen Förderung des Sports 73
A. Anfänge und Entwicklung der Gemeinnützigkeit 73
B. Gemeinnützigkeit des Sports in Deutschland 74
I. Sport im Katalog der gemeinnützigen Zwecke 74
II. Die Aufnahme des Sports in den Katalog gemeinnütziger Zwecke in der Diskussion 77
C. Der verfassungsrechtliche Rahmen des Gemeinnützigkeitsrechts 79
D. Die Substitutionswirkung des Gemeinnützigkeitsrechts 82
I. Daseinsvorsorge 82
II. Pluralistische Gemeinwohlaufgaben 83
III. Bereichernde Wirkung 83
IV. Die Substitutionswirkung der Sportförderung 84
V. Ermessensspielraum 84
E. Zwischenfazit 85
Teil 4: Allgemeine gesetzliche Grundlagen der Feststellung der Gemeinnützigkeit von Vereinen zur Förderung des Sports 87
A. Selbstlose Förderung der Allgemeinheit auf materiellem, geistigem oder sittlichem Gebiet nach der Abgabenordnung 87
I. Gemeinnütziger Zweck, Öffnungsklausel 88
II. Förderung der Allgemeinheit 88
1. Beschränkung der Förderung auf Mitglieder 89
2. Finanzielle Aufnahmebeschränkungen 90
a) Kostspielige Sportarten 90
b) Durchschnittsbeträge der Finanzverwaltung 91
c) Abgrenzung Beitrag – freiwillige Spende 93
3. Frauen- und Männersportvereine 94
III. Selbstlosigkeit 96
1. Abgrenzung eigenwirtschaftlicher Betätigung 97
2. Förderung des bezahlten Sports, § 58 Nr. 8 AO 98
IV. Unmittelbarkeit 99
V. Negativabgrenzungen 100
1. Private Freizeit- und Lebensgestaltung 101
2. Kein Verstoß gegen die Rechtsordnung 102
B. Formelle Satzungsmäßigkeit 104
C. Systematisches Verständnis des § 52 Abs. 1 und 2 AO 105
I. Zur Problemstellung 106
II. Stellungnahme 108
D. Zwischenfazit 110
Teil 5: Besondere Fragen der laufenden gemeinnützigen Tätigkeit und Finanzierung von Vereinen zur Förderung des Sports 113
A. Die vier Vermögenssphären 113
I. Ideeller Bereich 114
II. Vermögensverwaltung 115
1. Auslagerungsmodell 115
a) Vereinsrechtliche Grundlagen des Auslagerungsmodells 116
b) Das Auslagerungsmodell im gemeinnützigkeitsrechtlichen Bereich der Vermögensverwaltung 119
2. Die sogenannte „50+1“-Regelung 121
III. Zweckbetrieb 123
IV. Wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb 123
B. Sportliche Veranstaltung 124
I. Begriff der sportlichen Veranstaltung 125
II. Regelungsinhalt, § 67a Abs. 1 AO 126
III. Verzicht auf Anwendung der Zweckbetriebsgrenze, § 67a Abs. 2, 3 AO 128
IV. Sportliche Veranstaltung in der Umsatzsteuer 128
C. Zwischenfazit 131
Teil 6: Legitimation der steuerlichen Begünstigung der Förderung des Sports 133
A. Argumente für die Gemeinnützigkeit des Sports 134
I. Förderung der Gesundheit 134
II. Integrative und sozialisierende Wirkung 136
III. Wertevermittlung 138
IV. Identifikationsfiguren und Völkerverständigung: Rolle des Leistungssports 139
V. Volkswirtschaftliche Bedeutung 140
B. Status quo der Anerkennung als gemeinnützig, Staatszielbestimmung 142
C. Kritik an der Einstufung des Sports als gemeinnütziger Zweck 143
I. Negative Auswirkungen des (Spitzen-)Sports 143
1. Kritik 143
2. Stellungnahme 145
a) Gesundheitsschäden durch sportliche Betätigung 146
b) Phänomen des Spitzensports 147
c) Agonistische Elemente im Sport 149
d) Doping 151
e) Sittliche Verrohung im Umfeld des Sports 154
f) Schlussfolgerung 157
II. Zweckkollisionen / Zielkonflikte 158
1. Kritik 159
a) Zu den Zweckkollisionen im Einzelnen 160
b) Generelle Nachrangigkeit des Sports 161
c) Abwägende Ansicht 162
2. Stellungnahme 162
a) Zur Nachrangigkeit des Sports als verfassungskonforme Auslegung des § 52 Abs. 1 Satz 1 AO 163
b) Zur Vorrangigkeit des Art. 20a GG 165
c) Positive Effekte der Aufrechterhaltung der Förderung des Sports 166
d) Bestehende gesetzliche Vorschriften zur Beschränkung schädlicher Nebenwirkungen des Sports 167
aa) Anti-Doping-Gesetz 167
bb) Bauplanungsrecht 169
cc) Sportanlagenlärmschutzverordnung 171
dd) Sonn- und Feiertagsgesetze der Länder 173
e) Zum Vorschlag einer Lösung von Zweckkollisionen 173
III. Sport als reine Freizeitgestaltung 176
1. Kritik 176
a) Keine steuerliche Begünstigung privater Freizeitbetätigung 177
b) Spendenabzug 179
2. Stellungnahme 180
a) Zur Nähe des Sports zur Freizeitgestaltung 180
b) Zweckkatalog des § 52 Abs. 2 Satz 1 AO – Argumentation des Vergleichsschlusses 183
c) Abzugsfähige Zuwendungen 185
d) Zwischenfazit zur Berücksichtigung der freizeitlichen Elemente des Sports im Gemeinnützigkeitsrecht 188
IV. Fortschreitende Kommerzialisierung 188
1. Kritik 189
2. Stellungnahme 190
V. Wettbewerbsverzerrung 194
1. Kritik 194
2. Stellungnahme 195
a) Legislatorische Rahmenbedingung des Wettbewerbs 196
aa) Besteuerung bestimmter Aktivitäten im Rahmen des wirtschaftlicher Geschäftsbetriebs 196
bb) Wettbewerb im Rahmen des Zweckbetriebs 197
cc) Wettbewerb in Zusammenhang mit sportlichen Veranstaltungen gemeinnütziger Körperschaften (§ 67a AO) 198
dd) Zwischenfazit zur legislatorischen Rahmenbedingung 200
b) Konkrete Wettbewerbssituationen 201
aa) Abgrenzung: Wettbewerb mit Sportverbänden 201
bb) Wettbewerb mit gemeinnützigen Vereinen 202
c) Zur Bewertung der Wettbewerbssituation 203
aa) Beurteilung am Maßstab des Art. 12 GG 203
bb) Beurteilung am Maßstab des Art. 3 GG 205
d) Zusammenfassende Stellungnahme 211
D. Zwischenfazit 211
Teil 7: Ergebnisse und Reformvorschläge 213
Teil 8: Ausblick 222
Literaturverzeichnis 224
Sachverzeichnis 239